Bereits heute stammen rund 85 Prozent der bei Aldi verkauften Frischfleischprodukte aus deutscher oder sogar regionaler Herkunft Imago/Westend61

Es ist das Ergebnis zahlreicher Studien: Der Konsum von Fleisch ist ein starker Treiber der Klimakrise. Was auf dem Teller nicht besonders auffällt, zeigt sich seit vielen Jahren sehr deutlich in Brasilien. Dort wird immer mehr Regenwald abgeholzt, um Weideflächen für Rinder oder Platz für deren Futteranbau zu schaffen, damit noch mehr Fleisch exportiert werden kann. Laut einer Mitteilung wird Aldi aber bald nicht mehr zu den Kunden gehören.

Aldi will kein Rindfleisch aus Brasilien mehr

Ab diesem Sommer wollen Aldi Nord und Aldi Süd auf Rindfleisch aus Brasilien verzichten. In einer Pressemitteilung heißt es, dass sich der Discounter damit „gegen die Entwaldung in der Amazonas-Region“ positioniere und einen wesentlichen Teil seines  Tierwohl-Versprechens einlöse.

Der Verzicht werde für alle neuen Lieferantenverträge für Frischfleisch und Tiefkühlware gelten. In einem nächsten Schritt wolle Aldi die Herkunft von verarbeitetem Fleisch genauer unter die Lupe nehmen. Erklärtes Ziel ist es, bis Ende 2030 die Entwaldung entlang der relevanten Lieferketten, wie für Soja, Palmöl oder eben Rindfleisch, international zu beenden.

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Immer mehr Regenwald wird für die Fleischproduktion vernichtet. Westend61

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Die Fleischproduktion in Brasilien steht enorm in der Kritik. Um Weide- und Futterland auszuweiten, kommt es im Regenwald immer wieder zu illegalen Rodungen, obwohl es zahlreiche Abkommen gibt, die das verhindern sollen. Seit 2019 der rechtsextreme Leugner der Klimakrise, Jair Bolsonaro, Präsident von Brasilien ist, schauen die Behörden wieder offensiver weg. Umweltminister Ricardo Salles fuhr Umweltschutzregeln immer weiter zurück.

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In Brasilien wird immer mehr Regenwald abgeholzt

Die jährliche Abholzung des Regenwaldes steigt von Jahr zu Jahr. Brasiliens Raumfahrtbehörde Inpe stellte Zahlen zur Verfügung, laut denen die jährliche Abholzung zwischen 2018 und 2019 um 34,4 Prozent gestiegen war. Zwischen 2019 und 2020 gab es dann nochmal einen Anstieg um 9,5 Prozent. Damit erreichte die Abholzung den höchsten Stand seit zwölf Jahren.

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Doch dabei will Aldi laut eigener Aussage nicht mehr mitspielen. „Als internationale Händler mit globalen Lieferketten wollen wir unseren Teil der Verantwortung wahrnehmen, um der Zerstörung bedrohter Waldgebiete entgegenzuwirken“, teilt der Lebensmittelgigant mit und betont, künftig mehr Fleisch aus Deutschland anbieten zu wollen. „Bereits heute stammen rund 85 Prozent der bei Aldi  verkauften Frischfleischprodukte aus deutscher oder sogar regionaler Herkunft“, teilt das Unternehmen mit.

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