Wie schon vor einer Woche gingen auch am Samstag wieder Menschen auf die Straße, um für härtere Lockdown-Maßnahmen zu demonstrieren. Foto: dpa/Joans Walzberg

Im Rahmen eines bundesweiten Aktionstags hat die Initiative Zero Covid in Berlin und anderen deutschen Städten zu Protestaktionen aufgerufen. Rund zwei Dutzend Menschen beteiligten sich am Samstagnachmittag an einer Kundgebung vor dem Hauptgebäude der Charité in Mitte und forderten einen harten Lockdown angesichts steigender Neuinfektionszahlen. Es gehe auch darum sogenannten Querdenkern nicht die Straße zu überlassen, sagte eine Teilnehmerin. Zuvor war auch auf dem Tempelhofer Feld zu einer Kundgebung von der Neuköllner Linke aufgerufen worden.

In Bremen und Hannover protestierten insgesamt mehr als 200 Bürger. In Göttingen waren 20 bis 50 Menschen bei einer Zero-Covid-Demo auf der Straße, sagte eine Polizeisprecherin.

In Deutschland und Österreich waren Aktionen in 30 Städten geplant. Die Teilnehmer forderten unter anderem drei Wochen bezahlte Pause und wandten sich gegen den „Infektionsherd Arbeitsplatz“. Die Profitinteressen der Unternehmen müssten hinter der Gesundheit der Menschen zurückstehen, hieß es in dem Aufruf zu den Kundgebungen.

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In Hannover forderten die Demonstranten eine Pandemiepolitik, die auf wissenschaftlichen Erkenntnissen beruhe und Menschen vor Konzernprofite stelle. „Es kann nicht sein, dass das private Leben komplett eingegrenzt wird, während immer noch keine Homeoffice-Pflicht gilt“, hieß es weiter. Die Mitorganisatorin der Aktionen, Sonja Radde, sagte im Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB), die Demonstrierenden träten für einen begrenzten, aber konsequenten Lockdown ein. Sie gingen auch davon aus, dass die Einschränkungen dann schneller wieder zurückgenommen werden könnten.

In Potsdam demonstrierte rund ein Dutzend Menschen für mehr Sicherheit in Schulen und Kitas in der Corona-Krise. Die Teilnehmer forderten vor dem Landtag unter anderem, die Präsenzpflicht für Schülerinnen und Schüler bundesweit auszusetzen. „Man muss Eltern in der Pandemie das Vertrauen entgegenbringen, vom Fürsorgerecht Gebrauch zu machen“, sagte Olaf Balk von der Initiative „Sichere Bildung jetzt!“. Er sprach sich auch für eine Strategie aus, mit der die Zahl der Corona-Infektionen drastisch reduziert wird.