Ein Böller wird in der Hand gezündet. Foto: imago images/Marius Schwarz

In Deutschland wurde das Böllern in diesem Jahr stark eingeschränkt. Dennoch wurden wieder viele Menschen verletzt Ein 24-jähriger Mann ist aus Brandenburg starb sogar bei einem Unfall mit Pyrotechnik. Schaut man ins nahe europäische Ausland ist es nicht der einzige Todesfall in der Silvesternacht.

Beim Fall aus Brandenburg ereignete sich laut Polizei in Rietz-Neuendorf bei Frankfurt/Oder um kurz nach Mitternacht. Der Mann hatte selbst gebaute Pyrotechnik gezündet, wie ein Sprecher des Lagedienstes am frühen Freitagmorgen mitteilte. Es habe sich um „nicht käuflich zu erwerbende Feuerwerkskörper“ gehandelt. Details zum genauen Unfallablauf waren zunächst unklar.

Das Opfer soll sich mit einer Gruppe auf einem unbebauten Privatgrundstück aufgehalten haben. Weitere Verletzte habe es nicht gegeben, sagte der Sprecher. Ein Entschärferteam der Polizei habe weitere, nicht gezündete Pyrotechnik sichergestellt.

Thüringer verliert möglicherweise sein Augenlicht

In Thüringen wurde zudem ein Mann so schwer verletzt, dass er möglicherweise erblindet. Der 24 Jahre alte Mann ist am Silvesterabend in Schmalkalden durch einen zu früh explodierten Böller schwer verletzt worden. Wie die Polizei in Thüringen am Freitagmorgen mitteilte, hatte der Mann den Feuerwerkskörper selbst gezündet. Als der Böller früher als geplant explodierte, erlitt der Mann schwerste Verletzungen im Gesicht. Es sei zu befürchten, dass der Mann infolge des Unfalls erblinde, so die Polizei. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

In Brandenburg hat ein 63-Jähriger in der Silvesternacht nach Angaben der Polizei eine Hand verloren. Der Mann habe mit einem illegalen Böller hantiert, die Hand sei bei der Entzündung des Feuerwerkskörpers dann abgetrennt worden. Zuvor habe sich die „Hand entzündet“. Der Mann kam in ein Krankenhaus.

In einem Wohngebäude bei Osnabrück sind bei einer Explosion in der Silvesternacht zudem drei Menschen verletzt worden, einer von ihnen schwebt in Lebensgefahr. Die 20, 21 und 26 Jahre alten Männer hatten nach ersten Erkenntnissen mit Chemikalien hantiert, um einen Knallkörper herzustellen. Das teilte die örtliche Polizei am Freitagmorgen mit.

Dabei kam es im Obergeschoss einer Doppelhaushälfte in Hilter zu der Explosion. Dem 21-Jährigen wurden dabei Teile mehrerer Gliedmaßen abgetrennt. Er schwebt in Lebensgefahr. Der 26-Jährige wurde durch den Unfall schwer und der 20-Jährige leicht verletzt. Alle wurden in Krankenhäuser gebracht.

Feuerwerksmörser enthauptet 25-Jährigen

Auch im Elsass nahe der deutschen Grenze kam es zu einem Todesfall in Zusammenhang mit Feuerwerk. Nach Angaben der französischen Präfektur Bas-Rhin wurde einem 25-jährigen Mann bei einem Unfall mit einem Feuerwerksmörser „der Kopf abgerissen“. Sein 24-jähriger Begleiter wurde nach offiziellen Angaben schwer im Gesicht verletzt.

Wie die Zeitung Les Dernières Nouvelles d'Alsace berichtet, soll der Mann mit einem Freund in Boofzheim an der Grenze zu Deutschland Silvester gefeiert haben. Um kurz nach Mitternacht hätten die Männer Pyrotechnik gezündet. Als ein Feuerwerksmörser nicht zündete, hätten die Männer nachsehen wollen. In dem Moment, als sie an dem Mörser ankamen, sei er losgegangen.

In Deutschland kam es leider auch am Neujahrstag zu Böllerunfällen. Eine 19-jährige Frau ist in Sachsen-Anhalt so im Gesicht verletzt worden. Ein 20-Jähriger habe den Feuerwerkskörper in der freien Natur angezündet und unter ein Metallgefäß gelegt, teilte die Polizei am Sonnabend mit. Durch die Detonation sei das Metall zerstört worden. Umherfliegende Teile trafen die 19-Jährige im Gesicht. Sie und der 20-Jährige waren am Freitagnachmittag mit einer Gruppe im Südharzer Ortsteil Breitungen unterwegs. Die junge Frau musste ins Krankenhaus nach Thüringen gebracht werden.