Johann Jürgens Liv Lisa Fries und Anton von Lucke tanzen in der Erfolgs-Serie „Babylon Berlin“. Foto: imago stock&people/Prod.DB

Sex, Sakrileg und die große Sause. Glaubt man den Theorien eines Yale-Professors, wird Corona die Welt in ein riesiges „Babylon Berlin“ verwandeln. In seinem neuen Buch nimmt Dr. Nicholas Christakis die wilden 20er des letzten Jahrhunderts als Maßstab für die Zukunft.

Der Sozial-Epidemiologe vergleicht die Pandemie der Spanischen Grippe mit COVID-19: „Wie vor 100 Jahren steigt während der Pandemie der Einfluss von Religion. Die Leute leben abstinenter, sparen mehr Geld und gehen weniger Risiken ein. Bis es dann genau andersherum geht.“ In seinem Buch „Apollos Arrow: The Profound and Enduring Impact of Coronavirus on the Way We Live“ sagt der Autor voraus, dass Hedonismus die neuerworbenen konservativen sozialen Werte ausradieren wird: „Ich glaube, dass ab 2024 die Menschheit alles nachholen wird, was sie in den Jahren von Corona verpasst hat. Das beginnt mit sexueller Zügellosigkeit und einem Wirtschaftsboom, weil die Menschen das Risiko nicht mehr scheuen werden, mit Geld um sich zu werfen. Religiosität wird stark abnehmen.“

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Für Dr. Christakis sind seine Thesen nicht nur reine Theorie sondern „vorhersagbare Verhaltensweisen“: „Als Gesellschaft sind wir noch immer genau so unreif wie vor 100 oder auch vor 700 Jahren zu Zeiten der schwarzen Pest. Wir haben nur das Glück, in einem Jahrhundert zu leben, in dem unsere Wissenschaft schnell Herr über solch eine Pest werden kann.“