Sicherheitskräfte an der Stelle bei der Fabrik in Sialkot, wo der Manager zu Tode geprügelt wurde.  AFP

In Pakistan ist ein Fabrikmanager aus Sri Lanka von einer wütenden Menschenmenge zu Tode geprügelt und seine Leiche in Brand gesteckt worden.

Der Vorfall ereignete sich am Freitag im rund 200 Kilometer südöstlich von Islamabad gelegenen Sialkot, wie die Polizei mitteilte. Örtlichen Medienberichten zufolge stand der Fall im Zusammenhang mit angeblicher Blasphemie. Laut einem Sprecher der Regierung der Provinz Punjab wurden 50 Verdächtige festgenommen.

Einige machten Selfies vor der brennenden Leiche

Auf in Onlinenetzwerken veröffentlichten Videos war zu sehen, wie zahlreiche Menschen auf den Mann einschlugen und dabei Parolen gegen Blasphemie riefen, die auch von Anhängern der radikalislamischen Partei Tehree-e-Labbaik (TLP) verwendet werden. Einige Beteiligte machten sogar Selfies vor der brennenden Leiche des Managers.

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Der Regierungschef der Provinz Punjab, Usman Buzdar, zeigte sich auf Twitter „schockiert“ über den Vorfall und erklärte, niemand dürfe das Gesetz in die eigenen Hände nehmen. Ein Sprecher des pakistanischen Regierungschefs erklärte, „die an diesem barbarischen Akt Beteiligten“ hätten „das Blasphemiegesetz missbraucht und den Islam verleumdet“.

Polizisten bewachen die Stelle, wo der Mob den Mann lynchte und seine Leiche anzündete. 50 Verdächtige wurden festgenommen AP/Shahid Akram

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Blasphemie ist in Pakistan ein höchst heikles Thema. Der geringste Verdacht auf eine Beleidigung des Islams kann Proteste auslösen und zu Lynchjustiz führen. Menschenrechtsgruppen zufolge wird der Vorwurf der Blasphemie häufig als Vorwand genutzt, um persönliche Fehden auszutragen.