In München wird derzeit in rund 50 Gaststätten die sogenannte Wirtshaus-Wiesn gefeiert, hier im Hofbräuhaus. Foto: Foto: imago images/STL

Das Oktoberfest in München ist wegen der Corona-Pandemie abgesagt, stattdessen wird mit einer stadtweiten Ersatzveranstaltung gefeiert. Mit der sogenannten Wirtshaus-Wiesn, an der sich rund 50 Wirtshäuser und Gaststätten beteiligen, wollen die Wirte trotz Corona für etwas Oktoberfeststimmung sorgen. Am Sonntag wird mit einer ersten Bilanz des Auftakts gerechnet.

Auch weil München aktuell oberhalb des Grenzwertes von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegt, ist die Veranstaltung stark umstritten. Am Freitag war die kritische Marke nach offiziellen Angaben bereits überschritten worden. Am Samstag stieg der Wert weiter auf über 54 Neuinfektionen an.

In den Gaststätten gelten die üblichen Coronaregeln in Hinblick auf Abstände und Maskenpflicht, die Vorgaben würden nach Angaben der teilnehmende Wirte auch „strikt eingehalten“. Da die Menschen feiern wollten, sei es besser, wenn dies kontrolliert in den Wirtshäusern und teilnehmenden Gastrobetrieben geschehe als bei wilden Partys.

Auch Ärzte zeigten sich skeptisch. „Angesichts steigender Zahlen an Neuinfektionen mit Covid-19 sehe ich eine Wiesn light eher skeptisch bis sorgenvoll“, sagte der Chefarzt der Klinik für Infektiologie in der München Klinik Schwabing, Clemens Wendtner bereits vor wenigen Tagen.