Der Polarforscher Arved Fuchs. Foto: dpa/Georg Wendt

Es gibt kaum einen Bereich in unserem Leben, der derzeit nicht von der Corona-Pandemie beeinflusst wird. Doch der Klimaschützer und Polarforscher Arved Fuchs warnt davor, andere drängende Probleme deswegen aufzuschieben. „Die Pandemie, so schlimm sie ist, wird irgendwann wieder vorbei sein“, sagte Fuchs. „Der Klimawandel ist nicht vorbei, er schreitet voran.“ Ihm sei nicht beizukommen, außer in dem die Emission reduziert werden. Innovationen, etwa im Bereich der Mobilität und der Stromerzeugung, dürften nicht zurückgedreht werden. „Man sollte die derzeitige Situation vielmehr dazu nutzen, nicht wieder in alte Muster zurück zu verfallen.“

Der Klimawandel sei kein drohendes Zukunftsszenario, sondern Gegenwart, sagte Fuchs. Der 67-Jährige hat in den vergangenen Jahrzehnten mehrfach Expeditionen in die nördliche Polarregion unternommen und dabei die Veränderungen wahrgenommen. „Es ist schon schockierend, wenn man selbst in seiner Lebensspanne, die man so überblicken kann, Zeitzeuge wird einer solch gravierenden Veränderung.“ Doch nicht nur in der Arktis, auch vor unserer Haustür seien die Auswirkungen des Klimawandels spürbar, sagte der Polarforscher. Er befasste sich in seinem jüngst erschienen Buch „Das Eis schmilzt - Klimaschutz und Wirtschaft neu denken“ mit dem Thema.

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Die Geisteshaltung, es habe eh alles keinen Zweck mehr, sei fatal. Es sei kurz vor zwölf, aber noch sei nicht alles zu spät. Man könne noch gegensteuern, wie Beispiele zeigten. „Wir müssen es nur gesellschaftlich und politisch auch wirklich wollen und umsetzen.“

Arved Fuchs ist einer der bekanntesten deutschen Polarforscher. Der gebürtige Bad Bramstädter durchquerte beispielsweise im Jahr 1983 in einer 70-tägigen Reise Grönland mit einem Hundeschlitten, ging als erster Deutscher 1989 zu Fuß zum Nordpol und durchquerte mit Reinhold Messner die Antarktis. Heute ist der 67-Jährige der deutsche Botschafter der internationalen UN-Dekade Biologische Vielfalt und ehrenamtlicher Klimawald-Botschafter der Stiftung Klimawald.