Eine Drossel sitzt auf einem Apfelbaum. Foto: dpa/Wolfgang Runge

Seit Tagen herrscht in Teilen Deutschlands ein eisiger Winter, wie wir ihn seit Jahren nicht hatten. Das mag für die meisten Menschen zwar schön anzuschauen sein, doch für die Vögel ist das eine harte Zeit. Und das nicht nur, weil ihnen heftiger Wind zu schaffen macht und potenzielle Nahrung vom Schnee bedeckt ist. Laut dem Landesbund für Vogelschutz in Bayern (LBV) verlieren manche Gartenvögel durch das Warmhalten in einer kalten Nacht bis zu zehn Prozent ihres Körpergewichts. Morgens haben sie dann vor allem eines: Hunger!

Um ihre Körpertemperatur aufrechtzuerhalten, ziehen Vögel wie das Rotkehlchen beim Sitzen den Kopf ein, legen die Flügel eng an und plustern ihr Gefieder auf. Fein verästelte Daunenfedern wirken wie ein Thermoanzug, ein isolierendes Luftpolster um den Körper entsteht.

Bei bestimmten Vogelarten wird auch enger zusammengerückt. So bilden Zaunkönige nach LBV-Angaben bei Kälte Schlafgemeinschaften. „Wintergoldhähnchen, die kleinsten heimischen Vögel, kuscheln im Winter oft auf Fichtenästen“, sagte Ingo Ludwichowski vom Naturschutzbund (Nabu). Kuschelweltmeister sind demnach die Gartenbaumläufer: Bis zu 20 Tiere können sich in einer Baumhöhle zusammendrängen.

Und wenn das alles nichts hilft? „In besonders kalten Nächten können Vögel ihre Körpertemperatur auch künstlich herunterfahren. Sie fallen dann in eine Art Starre, die den Stoffwechsel und damit den Energieverbrauch erheblich reduziert“, ergänzte Ludwichowski.

Meisen und andere Vögel, die eigentlich Insektenfresser sind, werden im Winter zu Vegetariern. Auf ihrem Speiseplan stehen dann Samen, Nüsse und Körner – eine fett- und damit energiereiche Nahrung.