Der Tatort in Wiesbaden am nächsten Morgen. Die Spurensicherung arbeitet abgeschirmt von der Öffentlichkeit. Foto: dpa/Frank Rumpenhorst

Mal wieder hat ein Mann in Deutschland seine Ex-Partnerin erschossen. Der aktuelle Fall fand im hessischen Wiesbaden statt. Dort soll ein Mann in der Nacht zu Montag erst seine Frau und dann sich selbst erschossen haben. Eine weitere Frau wurde schwer am Kopf verletzt.

Nach ersten Erkenntnissen habe der 56-Jährige vermutlich auf seine 49 Jahre alte Ehefrau und deren Schwester geschossen, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Wiesbaden. Anschließend habe er die Waffe vermutlich gegen sich selbst gerichtet. Die Ehefrau sei gestorben, die 48 Jahre alte Schwester habe eine Schussverletzung am Kopf erlitten und sei in ein Krankenhaus gebracht worden. Sie sei außer Lebensgefahr.

Erst vier Wochen zuvor sei es zur Trennung der Eheleute gekommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Kurz vor der Tat seien die beiden Frauen vermutlich gemeinsam in der Wiesbadener Innenstadt unterwegs gewesen und dort auf den Mann getroffen. Dieser habe dann nach bisherigen Ermittlungen die Schüsse abgegeben, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. „Weitere Personen scheinen, Stand jetzt, nicht beteiligt gewesen zu sein“, teilte die Polizei mit.

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Nach Notrufen gegen 3.45 Uhr in der Nacht hätten Einsatzbeamte die beiden Eheleute verletzt auf der Straße liegend entdeckt. Obwohl Rettungskräfte noch versuchten, sie zu reanimieren, starben beide vor Ort. Anschließend fanden Polizisten die verletzte 48-Jährige. Die genaueren Hintergründe waren zunächst noch unklar. Die Kriminalpolizei und Spurensicherung waren am Vormittag vor Ort, um den Tathergang zu rekonstruieren.

Taten wie diese gibt es immer wieder. Laut einer Statistik des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2018 versucht jeden Tag ein Mann seine Partnerin oder Expartnerin umzubringen. Im Schnitt gelingt das jeden dritten Tag. Oft hat ein solches Verbrechen an der Ex-Partnerin eine Vorgeschichte, sagte Julia Schäfer Leiterin der Landeskoordinierungsstelle gegen Häusliche Gewalt am hessischen Justizministerium kürzlich der Deutschen Welle. „Häusliche Gewalt beginnt schon bei Beleidigungen, Demütigungen und auch dem Ausüben von wirtschaftlichem Druck.“

Frauenrechtsgruppen bezeichnen die Tötung der (Ex-)Partnerin als Femizid, also die Tötung von Frauen aufgrund ihres Geschlechts. Ein solches Verbrechen sei eine Konsequenz aus Besitzansprüchen und Ungerechtigkeiten, die in ihrem Geschlecht begründet liegt.