Kirschblüten blühen auf dem Lohrberg vor der Skyline (Symbolbild). Foto: dpa/Andreas Arnold

Die Corona-Pandemie beherrscht mit Schreckensmeldungen unseren Alltagviele Bereiche des Lebens. Doch Optimisten sehen neben den schlimmen gesundheitlichen Folgen und Wirtschaftseinbrüchen auch eine gute Seite der Krise: Die Luft in den Städten wird sauberer, wenn weniger produziert und gefahren wird.

Was ein Stopp für Autos und Fabriken bewirken kann, zeigte zuerst die US-Raumfahrtbehörde Nasa vor rund drei Wochen mit Satellitenbildern aus China. Dort wurde die Region um die Metropole Wuhan nach dem ersten Ausbruch des Coronavirus im Januar unter Quarantäne gestellt. Von Wuhan aus habe sich der Rückgang des Ausstoßes von Stickstoffdioxid, kurz NO2, über weitere Regionen Chinas ausgebreitet, erläuterten die Experten.

Auf die aktuelle Lage in Deutschland übertragen, wird die Bundesrepublik nach Einschätzung der „Denkfabrik Agora Energiewende“ als Folge der Corona-Krise jedenfalls sein Klimaschutz-Ziel für das Jahr 2020 erreichen. Es könnten je nach Ausmaß der Epidemie nicht nur wie angestrebt 40 Prozent weniger Treibhausgase als 1990 ausgestoßen werden, sondern sogar bis zu 45 Prozent weniger, sagte Agora-Direktor Patrick Graichen.

Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) mahnte allerdings, dass ein kurzes Absinken der Schadstoffwerte kein langfristiger Gewinn für den Klimaschutz sein müsse. Experten beobachteten, dass Wirtschaftskrisen meist ein noch stärkeres Anziehen der Konjunktur folgt mit höheren Emissionen, der Konsum wird oft nachgeholt.