Tief „Luis“ stürmt über Deutschland – hier in Hessen.  Foto: dpa/Andreas Arnold

Das Wetter-Chaos macht keine Pause. Wieder zeigen die Vorhersagekarten eine irre Lage.  

Am Wochenende überquert Deutschland zunächst ein neues Sturmtief. Luis wirbelt uns mächtig durch und trifft wieder vor allem den Westen und die Mitte des Landes. Der Kern des Sturms zieht von der Nordsee zur Ostsee. Dabei bringt eine Kaltfront Gewitter und Starkregen mit. Es kommt zu heftigen Gewitterböen bis 100 km/h entlang der Front. Auf den Bergen gibt es bei der Frontpassage sicher Orkanböen bis 120 km/h oder mehr. 

In Karlsruhe stürzte am Samstagmorgen nach einer stürmischen Nacht ein großer Baum auf eine Oberleitung und legte eine Straßenbahnlinie zum Teil lahm. Unter anderem im Stadtgebiet Karlsruhe und in Stuttgart fielen Bauzäune um, Dachziegel und Äste wurden vom Wind auf die Straße geweht.

In Laatzen in der Region Hannover fiel ein Metallteil eines Firmenlogos nach Windböen aus rund zehn Metern Höhe auf einen Radweg, wie die Feuerwehr mitteilte. Die Feuerwehr sperrte die Straße und demontierte die restlichen Teile, die noch an der Fassade des Gebäudes hingen.

Wegen plötzlich eintretender Regen- und Hagelschauer kam es in Meck-Pomm auf den Autobahnen 14, 19 und 20 zu mindestens sieben Unfällen mit sieben Verletzten. Ein Mann (51) wurde schwer verletzt und kam mit einem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus.

Auch auf der A1 bei Ascheberg (NRW) gab es nach einem Hagelschauer zahlreiche Unfälle. Bei sieben Crashs mit 13 Fahrzeugen wurden zwei Menschen schwer und drei leicht verletzt. In Richtung Dortmund war die Fahrbahn für etwa zwei Stunden voll gesperrt.

Tornados können Häuser abdecken

Bis zum Samstagabend erreicht die Kaltfront die Alpen und der Wind lässt etwas nach. Es bleibt aber sehr unruhig. Wälder sollten bei dieser Wetterlage unbedingt gemieden werden, weil Bäume entwurzelt oder Äste herabstürzen können, warnen die Experten von The Weather Channel. Die Spitzenböen sind heftig und der Starkregen übrigens auch.

Doch in Norddeutschland wird es noch heftiger. Hinter dem Regen ziehen Schauer- und Gewitterlinien auf. Und an diesen Linien drohen sogar Tornados. Auf einem breiten Streifen vom Rheinland bis nach Rostock herrscht am Sonnabend erhöhte Wirbelsturmgefahr. „Die Tornados können Häuser abdecken und Gegenständer durch die Luft wirbeln und Bäume umwerfen. Das kann schnell lebensgefährlich werden. Bei aufziehenden Schauern oder Gewittern sollte man unbedingt Schutz suchen“, warnt The Weather Channel. 

Deutschland drohen gefährliche Tornados.  Foto: Imago/Design Pics

Und was kommt nach dem Sturm? 

In der kommenden Woche legt sich eine Kältezunge aus Sibirien quer über Deutschland. Die Temperaturen stürzen wieder Richtung Nullpunkt. Es wird noch mal richtig winterlich – und es gibt dabei auch mächtig Niederschläge: In den Alpen wird bis zu ein Meter Neuschnee erwartet. Aber auch andernorts sind in höheren Lagen bis zu 30 Zentimeter möglich.  

„Eine Kältekralle aus Osteuropa“ nennt das Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Schneit es dann auch bei uns noch mal? Jung sagt: „Auch im Tiefland kann es nächste Woche Schnee geben.“ Als Beispiel nennt er Dresden: Dort sagt er für kommende Woche eine Schneewahrscheinlichkeit von 75 Prozent voraus. Für Berlin sieht es kaum anders aus. Auweia. 

Der März-Winter kommt

Der März-Winter dreht also noch mal richtig auf. Schon ab Montag legt sich die kalte Wand von Nordosten über ganz Deutschland. Schnee, Schneeregen und Graupel sind möglich. Glatte Straßen sind wahrscheinlich. Und das bleibt bis zum kommenden Wochenende so. Ein Frühling rückt also in weite Ferne. 

Erwischt uns der Schnee noch mal so wie hier in den USA?  Foto: dpa/Elias Funez/The Union