Massive Wolken über dem Ort Motovun in Kroatien: An vielen Stellen in Südosteuropa sind sintflutartige Regenmengen gefallen. imago/Srecko Niketic

Die Regensummen, die in diesen Tagen in Südosteuropa auflaufen, überschreiten die Vorstellungskraft. Nach heftigsten Unwettern in Südfrankreich und Norditalien ziehen die Meteorologen Bilanz: Innerhalb von gerade einmal zwei bis drei Tagen fielen an einer Wetterstation in Norditalien fast 1000 Liter Regen pro Quadratmeter: „Das ist deutlich mehr als die gesamte Jahresmenge an Regen von Berlin“, ordnet Diplom-Meteorologe Dominik Jung (wetter.net) dies ein. Die liege nämlich bei knapp 670 Liter Regen pro Quadratmeter.

Noch anschaulicher fällt der Vergleich mit der Flutkatastrophe Mitte Juli aus: Da waren gerade einmal 150 bis 200 Liter Regen pro Quadratmeter gefallen. Wie durch ein Wunder gab es aber bei den Unwettern in Südeuropa trotz der extremen Regenmengen und schwerer Überschwemmungen bislang noch keine Opfer. „Scheinbar hat hier das Warn-Management funktioniert, trotz der erheblichen Regenmengen“, erklärt Wetterexperte Jung. Doch das Regendrama ist noch nicht vorbei: Unwettertief „Christian“ zieht jetzt weiter Richtung Griechenland. Und das ausgerechnet an dem Wochenende, an dem viele Herbstferien-Urlauber aus Berlin und Brandenburg auf die griechischen Inseln fliegen! Bis zu 250 Liter Regen erwarten die Feriengäste zur Begrüßung.

Hoch „Nila“ bringt Sonne, aber nachts Frost: „Der Winter pirscht sich langsam an“

Auch weitere Urlaubsgebiete in der Region sind betroffen, warnt Dominik Jung: „An alle Urlauber rund um Italien und den Balkan: Bitte vorsichtig sein!“ Wer dort einen Urlaub gebucht hat, sollte sich auf mögliche extrem gefährliche, sintflutartige Regenfälle gefasst machen und sich genau informieren.

Das Unwettertief bewegt sich allerdings von unserer Region fort, während wir in Berlin und Brandenburg ab heute Besuch aus Frankreich bekommen. Willkommen „Nila“! So heißt nämlich das Hoch, das die Wetterlage Stunde um Stunde verbessert und freie Bahn für die Sonne schafft. Dominik Jung verspricht sogar mit Blick auf das Wochenende einen goldenen Oktober Bei den Temperaturen ist allerdings Vorsicht angezeigt.

Erster Schnee der neuen Wintersaison: Vorsicht Hobbygärtner und Autofahrer!

Tagsüber erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Wochenende maximal 14 bis 16 Grad in unserer Region. Nachts besteht unter klarem Himmel in der Nacht von Samstag auf Sonntag verbreitet Bodenfrost-Gefahr. „Es wird die kälteste Nacht seit Ende Mai werden. Der Winter pirscht sich langsam an.“

Bis in die kommende Woche hinein sorgt der goldene Oktober noch für viel Sonne, doch zwischen Dienstag und Donnerstag schleicht sich vorübergehend kältere Höhenluft herein. In den Hochlagen der Mittelgebirge erwartet Dominik Jung ab 700 Meter sogar den ersten Schnee der neuen Wintersaison! Hobbygärtner und Autofahrer warnt der Wetterexperte eindringlich: „Schützen Sie Ihre empfindlichen Pflanzen. Es ist nun höchste Zeit den Garten winterfest zu machen und die Winterreifen zu montieren.“