Es ist derzeit viel zu Warm für Winter in Berlin.
Es ist derzeit viel zu Warm für Winter in Berlin. Imago/Jürgen Held

Es muss schon ein Blick in den Kalender herhalten, um herauszufinden, ob denn wirklich Januar ist, oder nicht. Denn winterlich ist es in Deutschland derzeit so gar nicht. Es gibt keine Spur von Schnee – abgesehen, auf den energieaufwändig beschneiten Ski-Hängen – oder Minusgraden. Und daran wird sich so schnell auch nichts ändern, prognostiziert der Diplom-Meteorologe Dominik Jung beim Portal wetter.net. Ganz im Gegenteil.

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Wetter-Wahnsinn: Januar bisher 9 Grad zu warm

Allein in den ersten fünf Tagen habe der Januar ganze 9 Grad über dem langjährigen Klimamittel gelegen. Dieser Überschuss wird derzeit nur langsam abgebaut. Schließlich sind für das gesamte Bundesgebiet in den kommenden Tagen niemals Minusgrade angesagt, sondern meist ein freundlicher Sonne-Wolken-Mix bei 6 bis 12 Grad. Jung geht davon aus, dass der Januar am Ende rund drei Grad kälter sein wird, als das Klimamittel, dafür müsste es aber durchaus noch einmal kälter werden.

So lange das nicht der Fall ist, wird der Frühling in der Natur quasi vorgezogen. „Deutschland blüht bereits auf. Die sehr milde Westwetterlage erweckt die Natur aus dem Winterschlaf“, sagt der Wetter-Experte und erklärt: „Die ersten Haselpollen fliegen schon seit Tagen, die Knospen treiben aus, Schneeglöckchen und Krokusse sind ebenfalls schon gesichtet worden. Es ist eine krasse Wetterentwicklung.“

Wärme-Januar ein Vorbote auf Hitze-Sommer?

Dieser viel zu warme Januar ist aus Klima-Sicht eine absolute Katastrophe, zeigt diese Wärme-Periode doch klar, die Auswirkungen der Klimakrise. Zudem könnte der warme Januar ein Vorbote dafür sein, was uns in den kommenden Sommern blüht: heftige Hitze-Perioden. Denn aktuell gibt es einen Wechsel bei den Wetterphänomenen im Pazifik, die Auswirkungen auf die ganze Welt haben. Die kühlende La Niña-Phase, weicht dem aufheizenden El Niño.

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Und dennoch schauen mit Sicherheit derzeit auch viele Menschen mit Wohlwollen auf die Temperaturen, denn bei 6 bis 12 Grad Außentemperatur, muss man logischerweise weniger heizen, als bei Minusgraden. „Die Gasspeicher werden sich bei dieser Wetterlage wohl kaum gefährlich entleeren“, erklärt Jung. So bringt das warme Wetter auch den Haushalten Entlastung, die unter gestiegenen Energiepreisen ächzen. 

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Die Aussichten für Berlin und Brandenburg

Samstag: Heiter bis wolkig bei maximal 9 Grad

Sonntag: Bewölkt, aber trocken bei maximal 9 Grad

Montag: Heiter mit Schauern bei maximal 8 Grad

Dienstag: Bewölkt bei maximal 6 Grad

Mittwoch: Regnerisch bei maximal 10 Grad