Wie hier bei Bodrum in der Türkei sieht es vielerorts in Südeuropa aus: Dürre und Hitze begünstigen Waldbrände. dpa/Ismail Coskun

Das Wetter kommt nicht so recht zur Ruhe - und normal wird es schon gar nicht. So viel ist auch für die kommende Woche vorwegzunehmen. Während der Süden Europas unter einer dramatischen Hitzewelle leidet, macht sich in Deutschland immer weiter Herbstwetter breit.

Vorgezogener Herbstanfang in Deutschland, Hitzewelle in Südosteuropa

Wie dramatisch die Situation in Südeuropa ist, zeigt auch die Gewichtung von Diplom-Meteorologe Dominik Jung. In seinem täglichen Newsletter auf wetter.net geht es üblicherweise schwerpunktmäßig, um das Wettter in Deutschland, doch das handelt er an diesem Montag in drei Sätzen ab. „Wir bekommen Herbstwetter. Die Tageswerte erreichen kaum noch 25 Grad und nachts sinken die Temperaturen stellenweise auf 10 Grad und darunter. Da kann man morgens schon die Jacke rausholen“, prognostiziert Jung für diese Woche.

Doch dann wir es ernst, denn während die heißen Hundstage in diesem Jahr an Deutschland wohl vorbeigehen, sieht es im Süden Europas ganz anders aus. „Was für eine gigantische Hitzewelle“, sagt Dominik Jung und fast zusammen: „Südosteuropa wird etliche Tage lang von extremer Hitze heimgesucht. Schon jetzt stehen viele Flächen in Flammen. Die Lage dürfte sich in dieser Woche dramatisch zuspitzen.“

Hitzewelle in Italien, Griechenland und der Türkei

Konkret bedeutet das: „Die Hitze steckt von Sizilien über Italien bis nach Griechenland und bis in die Türkei fest. Dort werden bis Freitag täglich 40 bis 47 Grad erreicht. Eine ähnliche lange und heftige Hitzewelle hatte Griechenland 1987 über 4.000 Tote gebracht. Wollen wir hoffen, dass es diesmal besser ausgeht.“ Selbst in der Nacht würden die Temperaturen bei über 30 Grad liegen. An Schlafen ist bei solchen Temperaturen kaum zu denken. 

Dieses Wetter sei zudem für den menschlichen Kreislauf eine extreme Belastungen, warnt Wetter-Experte Dominik Jung. „Da kann ich nur warnen und diese Warnung gilt besonders auch für alle Urlauber.“ Erhöhte Wachsamkeit gelte daher auch wegen Bränden, die sich in allen Teilen Südeuropas ausbreiten. An der türkischen Mittelmeer-Küste flohen bereits Urlauber und Einheimische an den Strand und wurden mit Booten evakuiert. Aktuell sind auch die Feuer auf der griechischen Insel Rhodos und außer Kontrolle. Auf Sizilien wird die Stadt Catania von den Flammen bedroht.

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Und kann diese Hitzewelle auch nach Deutschland kommen? Aktuell sieht es nicht danach aus, sagt Jung. Die Hitze steckt fest und die Luftmassen scheinen sich nicht in Richtung Norden zu verschieben. Für Berlin bedeutet das in dieser Woche Temperaturen, die nicht über 25 Grad steigen, zudem immer wieder auch Regen. Besonders nass soll es voraussichtlich am Mittwoch werden.