Ein Traktor räumt eine schneebedeckte Straße frei. In den Mittelgebirgen erwartet Wetterexperte Jung eine Schneebombe.
Ein Traktor räumt eine schneebedeckte Straße frei. In den Mittelgebirgen erwartet Wetterexperte Jung eine Schneebombe. imago/Fabi

Lange hat es so ausgesehen, als wäre der Winter 2022/23 bereits erledigt: Frühlingshafte Temperaturen im Flachland und Schneeschmelze bis in die Hochlagen hinein, am Horizont zeigte sich nichts, was irgendwie auf einen Wintereinbruch hindeuten könnte. Doch nun passiert das, mit dem selbst Meteorologen kaum noch gerechnet haben!

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Viel zu mildes, nasses und teils stürmisches Wetter: So erlebt es nicht nur Berlin, sondern ganz Deutschland. Die andauernde Westwetterlage sorgt dafür, dass es auch so bleibt, jedenfalls bis Sonntag. Doch dann tut sich etwas: Die Wetterlage dreht auf Nordwest, und das bewirkt einen deutlichen Wetterwechsel, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net erklärt: „Damit würden kühlere Luftmassen nach Deutschland strömen, die Schneefallgrenze könnte bis auf 400 Meter sinken.“ Eine richtige „Schneebombe“ sei dann in den westdeutschen Mittelgebirgen zu erwarten, so Jung.

Schneeflocken bis ins Flachland – kommt der Winter doch noch zurück?

Bei einem Berglandwinter wird es aber möglicherweise nicht bleiben: „Auch bis ganz runter könnten es ab und zu mal ein paar Schneeflocken schaffen“, so der Wetterexperte weiter. Das wäre tatsächlich so etwas wie ein „Winter light“. Warum dieser Wetterwandel Meteorologen so verwundert: Die ersten zehn Januartage waren tatsächlich die wärmsten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Und bis vor kurzem deutete nichts darauf hin, dass dieser Trend durchbrochen werden könnte. Kommt jetzt doch noch, enorm verspätet, der bereits abgemeldete Winter zurück?

Aber bevor das passiert, müssen wir erst noch weitere Wetterkapriolen über uns ergehen lassen: Stellenweise drohen nämlich Überflutungen! Dominik Jung: „Im Südwesten fallen 50 bis 100 Liter Regen. Die Pegel von Mosel, Rhein und Saar steigen dadurch deutlich an. Stellenweise droht leichtes bis mäßiges Hochwasser.“

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Ein Blick auf den Temperaturtrend bis zum Wochenende zeigt: „Es bleibt sehr warm, viel zu warm für die Jahreszeit“, so Wetterexperte Jung. Maximal elf Grad in Berlin am Donnerstag und Freitag: Von Winter ist derzeit überhaupt keine Spur in unserer Region zu sehen. Schnee liegt derzeit fast nirgendwo in Deutschland, außer auf der Zugspitze. „Das bisschen Schnee im Schwarzwald taut aktuell wieder munter dahin“, resümiert Dominik Jung, der allerdings Hoffnung für Winterfreunde im Gepäck hat: Dank der Nordwestströmung werde es kälter. „Zumindest in mittleren und höheren Lagen kann es in Deutschland dann endlich mal weiß werden“, so der Wetterexperte. „Das wird aber auch Zeit, denn am Sonntag ist beim meteorologischen Winter schon Halbzeit.“ Heißt das aber, dass der Winter sich auch in tieferen Lagen breitmacht? Danach sieht es Jung zufolge aktuell nicht aus.

Wetteraussichten für Berlin und Deutschland: So geht es in den kommenden Tagen weiter

Mittwoch: 7 bis 12 Grad, stürmisch und nass, immer wieder Regen.

Donnerstag: 7 bis 12 Grad, viele Wolken, im Westen und Südwesten neuer Regen, Hochwassergefahr.

Freitag: 7 bis 10 Grad, nass und stürmisch, immer wieder Regen.

Samstag: 6 bis 11 Grad, durchwachsen, zeitweise Regen, wenig Sonnenschein, stürmisch.

Sonntag: 6 bis 10 Grad, immer wieder Regen und windig.

Montag: 5 bis 9 Grad, aus Nordwesten langsam kühler, in den Hochlagen stellenweise Schnee.

Dienstag: 4 bis 7 Grad, nasskalt, ab 400 bis 500 m Schneeregen oder Schnee.

Mittwoch: 2 bis 6 Grad, durchwachsen, immer wieder Regen oder Schnee.

Was wird aus dem „Winter light“, den inzwischen zwei Wettermodelle ankündigen? Wetterexperte Jung bezweifelt, dass es sich um einen durchgreifenden Wintereinbruch handelt. „Derzeit deuten die Wettermodelle allerdings nur eine kurze Winterphase an. Auf der Rückseite der Schneefälle könnte es nämlich schnell wieder wärmer werden. Es bleibt also sehr spannend“, erklärt Wetterexperte Jung.