Holt noch einmal die Badesachen und die SUP-Bretter hervor: Der Sommer legt zum Schluss noch einmal eine Schippe drauf. dpa/Frank Rumpenhorst

Das Schönste kommt mal wieder zum Schluss: Gerade haben Meteorologen bereits den Herbst eingeläutet, da bekommen wir die längste Schönwetterphase des gesamten Sommers 2021 – mitten im September, und nach Wetter-Extremen, die das Klima förmlich aus den Fugen gehoben haben. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) bilanziert den bisherigen Sommer: Schöne Sonnentage, die gab es vereinzelt schon, doch mehrere hintereinander selten. „Das war mal ein Tag oder maximal 2 bis 3 Tage am Stück, an denen es im ganzen Land schön war.“ Doch ausgerechnet jetzt kommt der Sommer gleich in XXL-Größe daher: „Gleich 5 bis 6 Tage oder sogar noch mehr und die direkt hintereinander“, das erwartet Diplom-Meteorologe Jung in den kommenden Tagen.

Zu verdanken haben wir es einem Hoch, das in der vergangenen Woche immer mal wieder bei uns angeklopft hatte: Sommerhoch Gaya feiert nun ein fulminantes Comeback. Es hat sich inzwischen so weit ausgedehnt und in unsere Region verlagert, dass die Meteorologen von der Freien Universität Berlin bereits von Gaya I und Gaya II sprechen!

Wettermodell prognostiziert bis zu 10 Sonnentage am Stück

Die erfreulichen Folgen: „Die Sonne lässt sich pro Tag bis zu 13 oder gar 14 Stunden blicken“, so Dominik Jung begeistert. Im Westen war das bereits zu spüren, nun erfasst uns Gaya auch in der Region Berlin-Brandenburg. Wetterexperte Jung rechnet mit Blick auf die aktuellen Wettertrends, dass es mindestens bis nächsten Mittwoch schön bleiben wird. „Das europäische Wettermodell rechnet sogar mit andauernd schönem Sommerwetter bis zum zweiten Septemberwochenende!“ Das, so Jung weiter, wären dann tatsächlich 7 bis 10 Sonnentage am Stück! „Das gab es in diesem Sommer in Deutschland noch nicht!“

Dabei hatten viele den Sommer doch bereits abgeschrieben – viel zu früh, wie sich nun zeigt. „Viele hatten den Sommer schon im August abgeschrieben. Das war ein Fehler, wie sich nun herausstellt. „Der Sommer 2021 legt in diesem Jahr im September erst so richtig los.“ Örtlich werden bis nächste Woche mehr als 100 Sonnenstunden erwartet. „Das könnte damit schöner als im gesamten August werden.“ Jetzt aber mal zu den Temperaturen: Dominik Jung rechnet mit Werten von bis zu 28 Grad, im Westen und Südwesten seien sogar bis zu 30 Grad drin!

Deutscher Wetterdienst: In Berlin startet der Supersommer kommende Woche richtig durch

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) zeichnet allerdings bis zum Wochenende ein zurückhaltendes Bild für Berlin und Brandenburg: Immerhin bis zu 24 Grad sind demnach am Donnerstag drin. Vor allem im Nordwesten Brandenburgs und in Berlin bremst Hochnebel die Sonneneinstrahlung, es bleibt aber trocken. Nachts kann sich wieder Dunst und Nebel bilden. Freitag wird der vorerst wärmste Tag mit bis zu 25 Grad mit Sonne satt. Sonnabend kommen wieder Früh- und Hochnebel ins Spiel, die Werte erreichen dann maximal 23 Grad. Der DWD-Temperaturtrend hat es dagegen in sich: Demnach kommt ab Mittwoch nochmal eine Extraladung Supersommer auf uns zu, mit deutlich ansteigenden Temperaturen. Mehr als 25 Grad sind dann nochmal drin.

Temperatursprünge hatten wir in diesem Sommer viele, doch meistens gingen sie mit Gewittern, Starkregen und heftigen Böen einher. Nicht so in diesem unverhofften Spätsommer: „Bis übernächsten Samstag (11. September 2021) soll in fast ganz Deutschland kein Regen mehr fallen“, so fasst Dominik Jung die irre Regenprognose des europäischen Wetterdienstes zusammen. Der Grill darf also noch einmal glühen, und die Badesachen können auch noch einmal zum Einsatz kommen. Einen Haken hat die Angelegenheit allerdings doch: Die Nachtwerte könnten teils frisch werden. Tiefstwerte um die acht Grad prognostiziert der Deutsche Wetterdienst für die kommenden Tage. Die Wassertemperaturen in den Berliner und Brandenburger Seen sind auch schon überwiegend deutlich unter die 20-Grad-Marke gerutscht. Für Frostbeulen sind die 17 Grad im Müggelsee oder Stechlin sicherlich zu frisch, doch die Sonne könnte das Wasser noch einmal ein, zwei Grad erwärmen.