Die untergehende Sonne auf einer Plattform der einstigen Abhörstation auf dem Berliner Teufelsberg imago/Gärtner

Bitterkalte Nächte, Tiefstwerte bis zu minus acht Grad: So zeigt sich der Winter gerade in Berlin und Brandenburg. Doch damit ist es bald vorbei, die Werte schießen in die Höhe. Bald schon wird uns ein überdurchschnittlich warmer Frühling ins Haus stehen – das geht aus neuen Langfrist-Prognosen hervor.

Endlich scheint in Berlin und Brandenburg am Dienstag wieder die Sonne: Genau über uns sitzt Hoch Bernhard, allerdings versperrt Hochnebel zunächst örtlich den freien Blick auf die Sonne. An der Oder bleibt es laut Deutschem Wetterdienst (DWD) frostig, Richtung Prignitz reicht’s für zwei Grad plus, Berlin kommt voraussichtlich am Dienstag nicht aus dem Frostbereich heraus. Die Nacht zu Mittwoch wird im Süden Brandenburgs mit bis zu minus acht Grad wieder bitterkalt, dort bilden sich auch Nebel und Hochnebel. Weiter nördlich bleibt es bei mildem Frost. Glätte bildet sich dort, wo sich noch Restnässe hält, also Vorsicht auf schattigen Straßen und auf Waldstrecken.

In Berlin steigen die Höchstwerte bald sprunghaft an

Doch in der zweiten Wochenhälfte ist dem DWD zufolge bereits wieder Schluss mit Frost. Die Höchstwerte steigen sprunghaft an, zunächst auf Werte bis zu sieben Grad, dann leider wieder unter bedecktem Himmel. Kommende Woche könnten die Werte zweistellig steigen, so Trend-Vorhersagen, die allerdings noch auf wackeligem Boden stehen. Dennoch: Der Frühling taucht am Horizont bereits jetzt auf.

US-Wetterdienst NOAA
Der März 2022 soll einer Langfristprognose rund 2 bis 3 Grad in Deutschland wärmer als das Klimamittel der Jahre 1991 bis 2020 ausfallen. In Nordeuropa könnte die Abweichung sogar bis zu 4 Grad betragen.

Dabei heißt es für den meteorologischen Winter gerade erst: Halbzeit. Noch sechs Wochen könnte die kalte Jahreszeit für heftige Überraschungen sorgen, und selbst im beginnenden Frühling wäre ein Wintereinbruch nicht ausgeschlossen. In sechs Wochen, am 1. März, startet der meteorologische Frühling. Und jetzt schon zeigen Langfristprognosen, was uns dann erwarten würde. Nach spätwinterlichen Eskapaden sieht es dieses Jahr nicht aus. Ganz im Gegenteil: Dem US-Wetterdienst NOAA zufolge soll der März zwei bis drei Grad wärmer als normal werden! Normal, das bezieht sich dabei auf bereits infolge des Klimawandels erhöhte Durchschnittswerte, wie Dominik Jung von wetter.net erklärt.

Märzwinter fällt in Berlin aus, Warmstart in den März!

„Ein Märzwinter wird von den Wettermodellen aktuell nicht berechnet“, so Wetterexperte Jung. Der kalendarische Frühling beginnt freilich erst am 20. März, und selbst im April hatten wir vergangenes Jahr noch mit Nachtfrost zu kämpfen. Weiter südlich fiel noch Schnee nach Ostern! „Das ist aktuell aber nicht absehbar“, legt sich Diplom-Meteorologe Jung fest: „Es sieht eher nach einem richtigen Warmstart in den März aus.“

Bis zu drei Grad wärmer als normal, was bedeutet das? Tage mit Temperaturen von mehr als 20 Grad, das hält Dominik Jung ab März für wahrscheinlich. Aber vielleicht fallen die Abweichungen nach oben sogar noch deutlicher aus? Eines kristallisiert sich jetzt schon heraus: „Nach dem Dezember dürfte auch der Januar und später auch der Februar zu warm ausfallen“, so Wetterexperte Jung, der den Winter 2021/22 damit jetzt schon abschreibt: Der sei bisher 2,5 Grad wärmer als das Klimamittel der Jahre 1961 bis 1990. „Er wird am Ende sehr wahrscheinlich auch zu warm enden, wenn nicht noch im Februar die große Eiszeit kommt.“ Das sei jedoch unwahrscheinlich.