Tief Hermeline zieht nach Osten ab, vom Westen her bringt ein Tief Gewitter mit Starkregen. wetter.net

Der Spätsommer zeigt noch mal, was er alles draufhat: Temperaturen, die bereits heute in unserer Region die 27-Grad-Marke erreichen und am Donnerstag nochmals eine Schippe drauflegen! Im Süden und Westen Deutschlands ist bereits die 30-Grad-Marke gefallen. Mit sage und schreibe 100 Sonnenstunden rechnet Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net in den ersten zehn Tagen des Septembers: „Es ist die längste Schönwetterphase des gesamten Sommers 2021.“ Dabei zählen Meteorologen den September überhaupt nicht mehr zum Sommer, für sie hat der Herbst längst begonnen. Doch in den letzten kalendarischen Sommerwochen zeigt die warme Jahreszeit noch einmal, wie Sommer geht.

Wetterschock am Freitag: Schauer, Gewitter, Sturmböen

Dazu gehört leider dieses Jahr auch wieder ein hohes Maß an Instabilität. Ab Donnerstag ziehen nämlich aus dem Mittelmeerraum schwülwarme Luftmassen heran. Und so kommt es, wie es kommen muss: Dann kommen Gewitter und Unwetter auf uns zu. Doch bis einschließlich Donnerstag gibt der Deutsche Wetterdienst (DWD) für den Raum Berlin-Brandenburg Entwarnung: Lokal kann sich in der Nacht Nebel bilden, der sich aber bald auflöst. Auf bis zu 28 Grad wird es sich am Donnerstag aufheizen.

Instabil wird es dann aber am Freitag: Zwar beginnt der Tag nach einer mit Tiefstwerten zwischen 12 und 15 Grad milden Nacht freundlich, doch dann ziehen von Westen her immer mehr Wolken heran. Es wird noch einmal sommerlich warm mit bis zu 27 Grad, doch der DWD sieht eine „erhöhte Gefahr für starke Schauer und Gewitter“. Im Umfeld der Schauer und Gewitter ist mit Windböen zu rechnen. Und leider sieht es auch Richtung Wochenende nicht besser aus. Wetterexperte Jung schließt selbst Unwetter nicht aus: „Starkregen, Hagel und Sturmböen können in den nächsten Tagen immer wieder auftreten und für neue Schäden sorgen.“ Turbulente Wetteraussichten also, aber dennoch bleibt es auch in der kommenden Woche noch recht warm. „Ein Temperatursturz in den Herbst ist erstmal nicht in Sicht“, versichert Dominik Jung.

Wechselhafte Wetterwoche, doch der Wetter-Trend für Berlin gibt Hoffnung

Verantwortlich für die aktuelle Septembersonne ist Hoch Hermelinde, das allerdings ostwärts abwandert. Von Westen her naht Tief Quillan mit Gewittern im Gepäck, die allerdings nur sehr lokal begrenzt wüten werden. Die Meteorologen tun sich deshalb auch schwer mit präzisen Vorhersagen, wo diese genau auftreten werden. Insgesamt ist am Wochenende immer wieder mit Starkregen, Hagel und stürmischen Böen zu rechnen. Nachfolgend werden auch die Temperaturen leicht absinken und am Sonntag wohl gerade noch 23 Grad erreichen.

Doch der Trend zeigt, dass die Höchstwerte wieder ansteigen, zugleich die Tiefstwerte kommende Woche frisch werden könnten: Einstellige Frühtemperaturen im Umland wären dann möglich. Insgesamt erwartet Wetterexperte Jung kommende Woche wechselhaftes Wetter. Allerdings deuten die Trends für unsere Region nur auf minimale Niederschläge bei spätsommerlichen Temperaturen. Die Chance besteht also durchaus, dass der Spätsommer auch in der zweiten Septemberhälfte noch einmal in die Verlängerung geht.