Abkühlung im Freibad: Zum Glück sind noch mehrere Sommerbäder in Berlin geöffnet. dpa/Thomas Warnack

Nach einem bislang sehr wechselhaften Sommer läuft der September dank Hoch „Gaya“ zur absoluten Hochform auf. Und das, obwohl Meteorologen am Mittwoch bereits den Herbst eingeläutet hatten! Doch kalendarisch startet der erst am 22. September. Nichtsdestotrotz schickt er schon einmal seine Vorboten vorbei: Nachts wird es nämlich schon recht frisch, örtlich kühlt es sich dem Deutschen Wetterdienst zufolge am Wochenende in unserer Region auf bis zu 6 Grad ab! Doch tagsüber schießt die Quecksilbersäule förmlich in die Höhe. Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) erwartet in den kommenden Tagen Traumsommerwerte zwischen 25 und 31 Grad. Und da ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht.

Diplom-Meteorologe Jung beschäftigt sich mit der Frage, wie heiß es denn in einem September überhaupt werden kann? Ein Blick in die Historie der Wetterkunde gibt da interessante Einblicke. „So wurden am 3. September 1911 in Jena und auch am 19. September 1947 in Bühlertal jeweils 36,5 Grad gemessen, also fast 37 Grad“, weiß Dominik Jung. Da ist also noch einiges drin, und das sogar über die Monatsmitte hinaus. Interessant wird jetzt die Entwicklung der kommenden fünf bis zehn Tage: Das Wochenende startet in Berlin und Brandenburg zwar sonnig und trocken, aber die Temperaturen bleiben mit maximal 20 bis 24 noch etwas verhalten. Doch kommende Woche fährt Hoch „Gaya“ seine volle Kraft auf: Die Höchstwerte könnten dann regional auf 30 Grad und mehr ansteigen! „Eine sehr spannende Entwicklung, besonders nach diesem sehr wechselhaften und gefühlt eher sehr kühlen Sommer 2021“, kommentiert Dominik Jung.

Langzeitprognose deutet auf kühlen Winter: Gefühlt zu kalt

Der Wetterexperte wartet noch mit einer weiteren Sensation auf: Es ist die Langzeitprognose des US-Wetterdienstes NOAA, und die beschäftigt sich bereits mit dem kommenden Winter. Zum ersten Mal seit Jahren rechnen die US-Meteorologen für Europa und Deutschland nicht mit einem zu milden Winter. Stattdessen, so die Prognose, steuern wir sozusagen auf einen richtigen, also normal temperierten, kühlen Winter zu. „Das wäre gefühlt nach all den ganzen Mildwintern wahrscheinlich eher bei den meisten Menschen ein zu kalter Winter“, ordnet Wetterexperte Jung dies ein.

„Fast täglich gibt es neue Updates zur Winterprognose und man kann quasi zusehen, wie die Prognosen immer weiter nach unten korrigiert werden.“ Allerdings erinnern wir uns an die Langzeitprognosen aus dem vorigen Winter, der zunächst als zu mild vorhergesagt wurde und dann plötzlich mit extremen Bibbertemperaturen daherkam. Da heißt es also: Besser abwarten. Eine Sensation wäre es allerdings tatsächlich, wenn in Berlin tatsächlich bald erneut die Langlauf-Ski zum Einsatz kommen.