Eine Unwetter-Wolke zieht über der A8 bei Esslingen heran. Ab Mittwoch drohen auch in Berlin und Brandenburg kräftige Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag. imago images/7aktuell

Heftige Unwetter in Süddeutschland und noch längst ist es nicht vorbei: Auch in Berlin und Brandenburg drohen heftige Gewitter mit Starkregen und Hagelschlag! Bereits am Dienstagmittag veröffentlichte der Deutsche Wetterdienst eine Unwetterwarnung vor „schwerem Gewitter“ für Teile Berlins und Brandenburgs, im Nordwesten Brandenburgs auch vor heftigem „Starkregen und Hagel“. Für den frühen Abend warnt der DWD nunmehr für ein Gebiet südwestlich von Berlin bis hinunter zum Spreewald vor schweren Gewittern mit heftigem Starkregen und Hagel. Die ersten Gewitter zogen bereits am späten Nachmittag über die Region. Auch am Abend begann es bereits wieder zu grummeln. 

Es sind richtig gefährliche Unwetter gewesen und es ist noch nicht vorbei“

Dominik Jung, Diplom-Meteorologe

Den Schwerpunkt der Unwetterfront erwartet Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net) allerdings erneut in Süddeutschland, nämlich südlich der Mainlinie. Dort hatten in der Nacht geradezu Sintfluten niedergeregnet. Innerhalb einer oder zwei Stunden kam das zusammen, was sonst innerhalb eines Monats niederregnet. Dazu wehten heftige Windböen: „In Friedrichshafen wurde eine Böe mit 117 km/h gemessen. In Stuttgart gab es eine Böe von rund 107 km/h. Es sind richtig gefährliche Unwetter gewesen und es ist noch nicht vorbei“, so Dominik Jung.

Starkregen mit bis zu 40 Litern pro Quadratmeter und Hagelschlag in Berlin und Brandenburg möglich

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) kündigt ab Mittag „einzelne starke Gewitter“ an: Örtlich könnten bis zu 20 Liter innerhalb „kurzer Zeit mit kleinkörnigem Hagel“ niedergehen, so der DWD, nicht ausgeschlossen sind „unwetterartige Entwicklungen mit heftigem Starkregen über 30 l/qm in kurzer Zeit“ heißt es weiter. Sturmböen könnten auf bis zu 70 km/h aufdrehen, das entspricht Windstärke 8. Den Höhepunkt der Unwetter-Aktivität sieht der DWD am Mittwochmorgen von Südosten her heranziehen: Dann könnten sogar binnen kurzer Zeit bis zu 40 Liter Starkregen mit Hagel fallen und Sturmböen wehen.

Zuvor werden die Temperaturen in der Region noch einmal kräftig aufdrehen: Bis zu 32 Grad sind noch einmal in Berlin und Brandenburg drin, bevor die Werte in den kommenden Tagen deutlich zurückgehen. Wie immer sind die Gewitter jedoch eine regional begrenzte Angelegenheit. Zum Nordosten der Region hin besteht Hoffnung darauf, dass es am Dienstag noch länger trocken bleibt.  

Gefährliche Unwetterlage: Neue Hitzewelle kündigt sich an

Die Unwetter vertreiben auch die Hitze: In den kommenden Tagen werden sich die Höchstwerte zwischen nur noch 20 und 25 Grad einpendeln! Eine neue Hitzewelle ist jedenfalls bis zum Ende der Woche nicht in Sicht. „In der ersten Juliwoche kündigt sich dann aber der nächste Hitzepeak an. Dann sind vermutlich wieder Spitzenwerte bis oder sogar über 35 Grad möglich“, so Wetterexperte Jung. „Mit dieser neuen Hitze kämen aber auch direkt wieder Unwetter nach Deutschland. Es würde sehr gefährlich weitergehen, erneut kommt es dann vermutlich zu Hagel, Sturzfluten und Sturmböen.“

Ruhiges, sommerliches Hochdruckwetter: bis Mitte Juli Fehlanzeige. „Der Sommer geht extrem wechselhaft und auch zeitweise gefährlich weiter. Starke Unwetter bleiben an der Tagesordnung.“ Es könnte also ein recht teurer Sommer werden, „besonders für Versicherungen“, erklärt Wetterexperte Jung.

Der heftige Starkregen sollte aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Juni bislang viel zu trocken gewesen ist und auch zu heiß: „Bisher ist er 3,8 Grad wärmer als das Klimamittel und brachte erst 75 Prozent vom langjährigen Regensoll“, so Diplom-Meteorologe Jung. Beim Sonnenschein ist der Monat schon jetzt 23 Prozent im Plus, ein deutlich zu sonniger Sommermonat!