In einem Auto ist man in der Regel bei einem Gewitter sicher. dpa/Patrick Pleul

Unwetterlage über Deutschland! Ausgerechnet zur Fußball-EM überrollen die Ausläufer eines Tiefs von Süden her die Bundesländer, erreichen auch Berlin und Brandenburg. Der Deutsche Wetterdienst warnt am Dienstag vor heftigen Gewittern mit Starkregen und Hagel in Teilen der Region. Das Problem: Trotz verfeinerter Vorhersagen ist immer noch keine präzise Prognose möglich, wo exakt sich Gewitter bilden. Dabei handelt es sich um teils extrem lokal begrenzte Ereignisse: In einem Ort können sprichwörtlich Sintfluten abregnen, der Nachbarort bleibt knochentrocken.

Gewitter in Echtzeit

Die Wetterdienste können die Gewitter im Vorfeld grob zeitlich und regional eingrenzen. Daneben hat sich aber die Live-Beobachtung von Gewittern etabliert. Die Webseite lightningmaps.org zeigt nahezu in Echtzeit an, wo sich gerade aktive Gewitterzellen bilden, und ermöglicht Aussagen darüber, ob diese geradezu stationär über einem Ort hängen oder ob die Gewitterfront sich in eine Richtung bewegt.

Eine Vorhersage ersetzt dies allerdings nicht: Auf der Karte können Gewitterzellen wie aus dem Nichts auftauchen und wieder verschwinden. Um den Wetterverlauf vorherzusagen, stützt sich der Berliner KURIER auf die Einordnungen von Meteorologen wie dem Wetterexperten Dominik Jung (wetter.net) sowie auf die bewährten Wettervorhersagen des Deutschen Wetterdienstes (DWD).

Dominik Jung rechnet damit, dass die aktuellen Unwetter in den kommenden Tagen abklingen; von stabilem, sommerlichem Hochdruckwetter ist jedoch weiter nichts zu spüren. Für die kommende Woche kündigt sich eine neue Hitzewelle und damit neue Unwetter an.

Tunnel vollgelaufen: Schlauchboot rettet LKW-Fahrer vor steigenden Fluten

Bereits jetzt haben die Unwetter für Millionenschäden gesorgt: An der Stuttgarter Staatsoper wurden Teile der Dachverkleidung abgedeckt. Zudem stürzten Statuen von ihrem Sockel. Hunderte Keller liefen voll, Straßen wurden überflutet. Unter dramatischen Umständen wurden zwei Männer in Baden-Württemberg aus einem überfluteten Tunnel gerettet. Als die Einsatzkräfte bei dem 450 Meter langen Tunnel in Dußlingen in der Nähe von Tübingen eintrafen, saß ein Mann bereits auf dem Dach seines Pkw, der Fahrer eines Kleinlasters befand sich noch im Führerhaus, wie der Kommandant der Feuerwehr Dußlingen mitteilte.

Der Lkw-Fahrer wurde aus dem Führerhaus geholt, von einem Feuerwehr-Schwimmer angeleint und aus der Strömung gezogen. Um den anderen Mann zu retten, fuhren die Feuerwehrleute mit einem großen Löschfahrzeug in die Unterführung. Doch sie konnten den Tunnel nicht mehr verlassen. Sie hatten sich bereits zum Schwimmen ausgezogen, als ein Schlauchboot sie doch noch aus den steigenden Fluten retten konnte.