Eine Temperaturanzeige in Südspanien: Derartige Extremwerte könnten uns nun auch in Deutschland erreichen.
Eine Temperaturanzeige in Südspanien: Derartige Extremwerte könnten uns nun auch in Deutschland erreichen. dpa/Angel Garcia

Es sind Wetterprognosen, die Meteorologen den Schweiß auf die Stirn treibt: Eine Hitzewelle, wie sie Deutschland noch nicht gesehen hat, könnte neue Allzeitrekorde aufstellen – und verheerende Folgen für Menschen und Natur haben. Ab Montag, so Diplom-Meteorologe Dominik Jung von wetter.net seien 40  Grad und mehr denkbar. Möglich, dass sogar der Allzeitrekord von 41,2 Grad aus dem Jahre 2019 geknackt werde. Mehr noch: Langsam müsse man sich wohl an Temperaturen von über 40 Grad in Deutschland gewöhnen, so Jung weiter. Noch ist nicht klar, bis wohin sich die Hitzewelle von Südwesteuropa kommende Woche vorarbeitet.

Wetterexperte: Hitze kann für Menschen tödlich sein

Ein erster Hitzeschwall erfasst uns bereits jetzt, mit allerdings noch nahezu angenehmen Höchstwerten in Berlin und Brandenburg von maximal 27 Grad am Dienstag und 30 Grad am Mittwoch. Danach kühlt es sich sogar für einige Tage etwas ab. Doch ab Montag werden die Werte auch hier heftig in die Höhe schießen: Höchsttemperaturen von 35 Grad und mehr erwartet der Deutsche Wetterdienst (DWD): Wie hoch die Werte letztlich schießen werden und ob dieser Hitzewelle womöglich noch weitere und sogar heftigere folgen werden, ist noch nicht sicher.

Jung sieht vor allem zwei Probleme: Die ansteigende Trockenheit, die in unserer Region bereits mehrere Waldbrände befeuert hat. Das zweite Problem rückt uns noch näher auf den Leib: Die Hitze kann für Menschen lebensgefährlich werden. „Besonders schwache und ältere Menschen fallen große Hitze zum Opfer, meist durch Kreislaufversagen.“

„Klimatisierte Kühlräume“ in Pflegeeinrichtungen, Bundesregierung soll Bevölkerung auf Hitzewelle einschwören

Anders als in hitzegewöhnten Ländern im Süden sind Klimaanlagen in Deutschland selten in Privatunterkünften oder Heimen verbaut, selbst in Krankenzimmern staut sich die Wärme und trifft ohnehin geschwächte Menschen. Nun fordern zwei Oppositionsparteien aus entgegengesetzten politischen Lagern von der Bundesregierung einen Aktionsplan gegen die Hitze: die CSU ebenso wie die Linke. Im Tagesspiegel fordert Kathrin Vogler, gesundheitspolitische Sprecherin der Linken im Bundestag, „klimatisierte Kühlräume“ einzurichten, sogenannte „cooling shelters“. Diese seien insbesondere Altenheime und weiteren Pflegeeinrichtungen nötig. Vogler macht darauf aufmerksam, dass vor allem arme Menschen in überhitzten Wohnungen leben.

CSU-Gesundheitssprecher Stephan Pilsinger fordert SPD-Gesundheitsminister Karl Lauterbach auf, „die Bevölkerung vor einer außergewöhnlichen Hitzewelle“ zu warnen, diese vorzubereiten „und über entsprechende Vorbeugungsmaßnahmen“ zu informieren, so der Politiker im Tagesspiegel.

Erwartete Hitzewelle: Linke fordert freien Eintritt ins Freibad

Vor der erwarteten Hitzewelle fordert die Linke nun auch bundesweit freien Eintritt in Freibäder für Studierende, Auszubildende, Erwerbslose und Rentner. „Dieser kostenfreie Zutritt sollte in erste Linie für die Menschen gelten, die bei der Energiekostenpauschale von der Ampel vergessen wurden“, sagte die jugendpolitische Sprecherin im Parteivorstand, Daphne Weber, der Deutschen Presse-Agentur. „Diese Offensive muss von der Bundesregierung subventioniert und zeitnah gelöst werden.“ Weber kritisierte, teure Eintrittspreise sorgten dafür, dass nicht alle sich eine Abkühlung bei hohen Temperaturen leisten könnten. Sie forderte die Bundesregierung zudem auf, „bei der Energiewende radikale Schritte“ einzuleiten.