Trockene Böden bis in 1,8 Meter Tiefe: Dunkelrot signalisiert eine außergewöhnliche Dürre. Vor allem in Ostdeutschland sind weite Landesteile so eingefärbt.
Trockene Böden bis in 1,8 Meter Tiefe: Dunkelrot signalisiert eine außergewöhnliche Dürre. Vor allem in Ostdeutschland sind weite Landesteile so eingefärbt. UFZ - Helmholtz Zentrum für Umweltforschun

Es sind Warnungen, die viele nicht mehr hören wollen: Ausbleibende Niederschläge und seit Jahren fortschreitende Trockenheit verändern unseren Lebensraum gerade in einer Weise, die wir uns kaum vorstellen möchten. Doch wegzuschauen, ist keine Lösung. Die Warnzeichen mehren sich seit Jahren: Die Dürre hat sich mittlerweile so tief in die Böden eingefressen, dass selbst anhaltende Niederschläge keine Trendwende mehr bewirken würden. Bis in 1,8 Metern Tiefe hinein sind die Böden knochentrocken und bieten Pflanzen kaum noch Lebensraum. Das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung zeigt diese Entwicklung in einem Dürre-Monitor, der das Ausmaß der Trockenheit so nüchtern wie eindringlich darstellt.

Diese animierte Grafik zeigt, wie sich die Dürre innerhalb der letzten 14 Tage im gesamten Boden verschärft hat.
UFZ - Helmholtz Zentrum für Umweltforschung
Diese animierte Grafik zeigt, wie sich die Dürre innerhalb der letzten 14 Tage im gesamten Boden verschärft hat.

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Die Entwicklung führt auch zu dramatischen Folgen für die Flüsse und Gewässer in unserer Region: Sinkende Pegel und versiegende Flussläufe zeigen das Drama des Klimawandels im Zeitraffer. So ist aufgrund der niedrigen Wasserstände in der Oder ist nach Angaben des zuständigen Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts (WSA) derzeit kein Schiffsverkehr möglich.

Flüsse trocknen aus: Schiffsverkehr auf der Oder so gut wie nicht mehr möglich

„Wir haben eine Niedrigwassersituation, die sich aufgrund der vergangenen Jahre nicht mehr erholt“, sagte WSA-Hydrologin Cornelia Lauschke der Deutschen Presse-Agentur. Die Situation sei daher letztlich nicht besonders, ähnlich sei sie in anderen Jahren gewesen, etwa 2015, 2018 und 2019. Die Schifffahrt werde aber amtlicherseits dennoch nicht eingestellt, stellte sie gleichzeitig klar. Schiffsführer handelten in Eigenverantwortung, sollten sie trotz Niedrigwassers die Oder befahren. Dem Brandenburger Umweltministerium zufolge führt die Oder in der Regel in den Sommermonaten eher zu wenig als zu viel Wasser.

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Die Versorgung mit Trinkwasser sei indes nicht gefährdet, versichern Experten. „Wir haben keinen Wassermangel in Deutschland“, sagte zuständige Hauptgeschäftsführer des Wasser-Branchenverbandes BDEW, Martin Weyand. Zunehmende Trockenperioden stellten jedoch die Wasserwirtschaft vor Herausforderungen. Bei großer Hitze steige der Bedarf der Haushalte um 40 bis 60 Prozent. „Die Menschen bewässern ihren Garten, duschen häufiger, und immer mehr Haushalte besitzen Pools, die mit mehreren Tausend Litern Wasser befüllt werden.“ Das könne etwa Pumpen oder Speicher überfordern.

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