Auch in tieferen Lagen ist Frost nicht ausgeschlossen. Doch nicht alle Regionen sind von dem Kälteeinbruch gleichermaßen betroffen. dpa/Zacharie Scheurer

Temperaturen bis zur 30-Grad-Schwelle, viel zu wenig Niederschläge: So verabschiedet sich der meteorologische Frühling am Wochenende. Kurz vor Beginn des meteorologischen Sommers am 1. Juni purzeln die Temperaturen kräftig. Wetterexperte Dominik Jung sagt, wo er sogar Schneefälle nicht ausschließt!

Merkwürdige Wetterlage zum Ende des sprichwörtlichen Wonnemonats Mai: Nach frühsommerlichen Temperaturen stürzen in Berlin und ganz Deutschland die Temperaturen ab. Spüren werden wir das vor allem nachts, wie Diplom-Meteorologe Dominik Jung vom Portal wetter.net verdeutlicht: „In den vergangenen Tagen hatten wir Nachtwerte um 15 bis 20 Grad. Sonntagmorgen liegen die Frühwerte teilweise um 1 bis 5 Grad.“ Vereinzelt sei in der Landesmitte sogar Bodenfrost nicht ausgeschlossen!

Ab Sonntag stoßen in hohen Lage eisige Luftmassen zu uns: In rund 1500 Metern liegen die Werte um -2 bis 0 Grad! Das bedeutet ein Temperatursturz um nahezu 20 Grad! „In der vergangenen Woche wurden in dieser Höhe Temperaturen um 14 bis 18 Grad gemessen“, erklärt Dominik Jung, der die naheliegende Frage der Fragen aufgreift: Gibt es etwa auch noch Schnee? Selbst den schließt der Wetterexperte in den Hochlagen der Alpen, ab 1200 bis 1300 Meter, am Wochenende nicht aus! „Da kann es hier und da Flocken geben“, doch Dominik Jung schränkt gleich ein: „Wenn denn etwas vom Himmel kommt.“

Wetter-Vorhersage: Mai bislang zu warm und zu trocken – Rekord-Dürre erwartet

Denn das große Problem dieses Monats ist gewiss nicht die Kälte: In den meisten Regionen ist der Mai deutlich zu warm, aber eben auch viel zu trocken. Der kommende Temperatursturz bedeutet eben nicht zwangsläufig auch Landregen – oder in den Hochlagen eben Schnee. Von Niederschlägen ist weit und breit nichts zu sehen. „Somit wird das Frühjahr 2022 als eines der trockensten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1881 enden“, bilanziert der Wetterexperte.

Die Frage ist nun: Was sickert von der Kaltluft aus der Höhe in das Flachland ein? Aufschluss gibt die nachfolgende Karte mit den Frühwerten am Sonntagmorgen in 2 Meter Messhöhe. Örtlich bewegen sich die Temperaturen nur knapp über der Null-Grad-Grenze, auch wenn es in Brandenburg und Berlin noch mild bleibt. Dominik Jung: „Wenn man bedenkt, dass es vergangene Woche Frühwerte um 15 bis 20 Grad gab, dann ist das regional ein heftiger Absturz.“

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Frühwerte am Sonntagmorgen: In 2 Meter Messhöhe liegen die Werte teilweise nur um 1 bis 5 Grad. Direkt am Erdboden ist sogar Bodenfrost noch mal ein Thema!

Wer also etwa in Hessen oder Thüringen am Sonntagmorgen unterwegs ist, sollte besser noch mal die dicke Jacke auspacken! „Tagsüber hat die Sonne aber Kraft und es wird zumindest etwas wärmer.“ Aber die 20-Grad-Marke wird dann kaum noch überschritten.

Für Berlin und Brandenburg erwartet der Deutsche Wetterdienst am Mittwoch und Christi Himmelfahrt, auch Vatertag genannt, noch einmal Temperaturen von bis zu 22 Grad. Dabei drohen Mittwoch im Norden Gewitter mit kräftigen Windböen. In der Nacht zu Donnerstag kann es etwas regnen, doch am Vatertag bleibt es dann bei teils frischem Wind und Windböen immerhin trocken.

Wetter-Trend: Am Wochenende massiver Temperaturrückgang, doch im Juni geht’s wieder aufwärts

Zum Wochenende gegen die Werte deutlich zurück: Maximal 19 Grad am Freitag, Samstag nur noch maximal 16 Grad. Sonntag könnten die Werte in Berlin und Brandenburg nochmals einbrechen! Aber Niederschläge erwartet der DWD so gut wie keine. Mit den Temperaturen geht es ab Anfang Juni allerdings wieder kräftig aufwärts: Realistisch sind dann wieder 25 oder 26 Grad drin. Ein Wettermodell zeigt für Berlin sogar mehr als 30 Grad an. „Nach und nach könnten sich die Temperaturen von diesen verspäteten Eisheiligen oder der verfrühten Schafskälte wieder erholen“, so Wetterexperte Jung.

ufz.de
Diese Karte sagt alles! Sie kommt vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung und zeigt die Trockenheit in Bodenschichten bis 1,8 Meter Tiefe.

Was die Natur aber um so dringender bräuchte, ist Wasser. Eine Auswertung des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung zeigt: Vor allem der Osten Deutschlands leidet jetzt schon unter extremer oder sogar außergewöhnlicher Dürre.