Kein ungewohntes Bild in Hamburg: Überschwemmung am Fischmarkt an der Elbe imago

Was kommt da nur auf uns zu? Gleich zwei Orkantiefs rasen auf uns zu! Ylenia, dicht gefolgt gefolgt von Zeynep aus Westen: Es ist der bislang heftigste Wintersturm, und die Warnungen werden immer deutlicher. In Berlin und ganz Brandenburg gilt ab Mittwochnacht eine Unwetterwarnung, an der Nordsee wird eine Sturmflut erwartet. Schon am Mittwochabend soll der Wind den Vorhersagen zufolge mächtig aufdrehen, teils könnte er Orkanstärke erreichen.

NRW macht alle Schulen dicht – Schülerinnen und Schüler in Berlin und Brandenburg können zuhause bleiben

Die amtliche Unwetterwarnung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) gilt zwischen Mittwochabend und Donnerstagabend nicht nur für Berlin und Brandenburg, sondern für die gesamte nördliche Hälfte des Landes. Behörden mahnten zur Vorsicht wegen umstürzender Bäume. Die Deutsche Bahn riet, sich über mögliche Verspätungen oder Zugausfälle zu informieren. In Nordrhein-Westfalen fällt der Unterricht an allen Schulen am Donnerstag wegen des befürchteten Unwetters aus, wie Landesschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) am Mittwoch im Düsseldorfer Landtag sagte.

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Wegen der Sturmwarnung für Donnerstag dürfen Berliner Schulkinder zu Hause bleiben. Eltern könnten „ihre Kinder von der Präsenzpflicht befreien und zu Hause belassen“, teilte die Senatsbildungsverwaltung am Mittwoch mit. Eine formlose schriftliche Mitteilung genüge. Die Schulpflicht gelte aber prinzipiell weiter, die Betreuung der Schüler an den Schulen sei sichergestellt. Dieses Verfahren sei in Berlin bei Unwetterwarnungen üblich. Mehr aktuelle Infos zum Orkantief Ylenia im Newsblog! >>>

Tornados zwischen Berlin und Hamburg möglch

„Es fängt im Nordwesten an und zieht dann Richtung Südosten bis etwa zur Mitte Deutschlands“, erklärte DWD-Meteorologe Adrian Lyser. Es seien Orkanböen mit einem Tempo bis zu 120 Stundenkilometer möglich. In einigen Regionen - etwa im Harz - gingen die Vorhersagen sogar darüber hinaus. Meteorologe Jan Schenk hält sogar Tornados für möglich, die sich in der Nacht zu Donnerstag, zwischen 23 und vier Uhr morgen bilden könnten.  Auch im Süden Deutschlands trafen die Behörden Vorkehrungen.

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Bereits am Freitag braust Orkantief Zeynep heran

Ab Donnerstagnachmittag lässt der Wind von Tief „Ylenia“ laut DWD zwar langsam nach. Die Verschnaufpause dürfte jedoch nur kurz sein. Bereits für Freitagmittag wird das nächste Orkantief - „Zeynep“ genannt - von den Britischen Inseln kommend erwartet.

Laut DWD wird wahrscheinlich wieder vor allem die nördliche Hälfte betroffen sein. Doch die Prognosen seien hierbei nicht ganz sicher: „Die Modelle haben da immer noch sehr unterschiedliche Simulationen“, sagte der Pressesprecher und Meteorologe Andreas Friedrich. Die Wetterlage sei sehr dynamisch.

Sturmflut an Nordsee und Hamburg erwartet

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnte für die Nordseeküste vor der Gefahr einer Sturmflut in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. An der nordfriesischen Küste und im Weser- und Elbegebiet wird das Hochwasser ein bis 1,5 Meter höher sein als normal, wie das BSH am Mittwochmorgen mitteilte.

Im Hamburger Elbegebiet erreiche es Werte, die 1,5 bis zwei Meter höher als das mittlere Hochwasser lägen. Die Sturmflutgefahr besteht bis etwa 5.00 Uhr am Donnerstagmorgen. Die Wyker Dampfschiffs-Reederei kündigte an, dass die Fahrten zwischen Schlüttsiel in Nordfriesland und den Halligen am Donnerstag nicht stattfinden. An der Nordseeküste spricht man von einer Sturmflut, wenn das Hochwasser mindestens 1,5 Meter höher als normal aufläuft.

Bahntickets kostenlos stornierbar, Berlin macht Zoos dicht

Die Deutsche Bahn teilte mit, dass für den Zeitraum Donnerstag/Freitag Kulanzregelungen für die Gültigkeit bereits gekaufter Fernverkehrstickets gelten würden. Möglich seien eine flexiblere Nutzung über mehrere Tage oder kostenfreie Stornierung.

Der Berliner Bezirk Mitte warnte wegen morscher Bäume für Mittwoch und Donnerstag „ausdrücklich und dringend“ vor dem Betreten von Parks. Zoo und Tierpark in Berlin machen aus Sicherheitsgründen am Donnerstag zu, hieß es. Auch andere Zoos, etwa in Wuppertal in Nordrhein-Westfalen und in Magdeburg, sollen am Donnerstag vorsorglich geschlossen bleiben.

Bereits Ende Januar war das Sturmtief „Nadia“ mit gefährlichen Böen über Nord- und Ostdeutschland gefegt und hatte Millionenschäden verursacht. Im brandenburgischen Beelitz kam ein Fußgänger ums Leben, weil ein großes Wahlplakat umgeweht wurde und auf ihn stürzte. Etwa eine Woche später waren Ausläufer von Sturmtief „Roxana“ über Teile Deutschlands gefegt.

Nach Ansicht des DWD-Meteorologen Friedrich sind die erwarteten Stürme, was die Windspitzen angehe, mit Tief „Nadia“ vergleichbar. Die aktuelle Lage sei aus seiner Sicht allerdings brisanter, „weil wir eine Kette von Sturmtiefs haben“.