Laut Meteorologen könnte es am Wochenende wieder Unwetter und Gewitter geben. Fotos: Imago/Future Image, wetter.net

Westdeutschland litt in den vergangenen Tagen gehörig unter der Horror-Flut, eine der schlimmsten Katastrophen der vergangenen Jahre. Und auch im Süden und im Osten des Landes kam das Hochwasser inzwischen an. Doch nun gibt es laut Wetter-Experten Hoffnung: Zumindest bis Ende der Woche bleibe es erst einmal trocken, prognostiziert Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Gleichzeitig kritisiert der Wetterfrosch die Politik. Denn: Dass vor dem Unheil nicht gewarnt wurde, sei eine Lüge gewesen.

„Man muss sich schon wundern, was man am Wochenende von so manchem Politiker beim Ortstermin in der Eifel alles hören musste“, schreibt der Wetter-Experte in seiner aktuellen Meldung. „Das Wasser sei ja so schnell in der Nacht gekommen, da sei kaum noch Zeit für Warnungen gewesen. Liebe Politiker: Es war mindestens 48 bis 72 Stunden vorher klar, was da an Wassermassen in NRW und der Eifel vom Himmel kommen wird.“

Wetter-Experte: Warnungen vor den großen Regenmengen kamen zu spät

Man hätte nicht so lange mit den Warnungen warten müssen, kritisiert Jung. „Das hätte man mindestens schon 24 bis 48 Stunden vorher tun können. Auch der Deutsche Wetterdienst hat ab Dienstag, teilweise sogar schon ab Montag von Regenmengen um 100 bis 200 mm gewarnt. Es war Euch alles bekannt. Die Meteorologen haben die Regenmengen fast auf den Punkt genau getroffen. Allerdings ist mit diesen Daten und diesem Wissen nicht viel unternommen werden.“ Sogar der Deutsche Wetterdienst habe die allerhöchste dunkelrote Warnstufe für die Regionen ausgerufen – und dennoch sei nichts passiert.

Doch nun ist erst einmal wichtig, dass sich das Unglück nicht wiederholt. Und zumindest momentan sieht es in den meisten Teilen Deutschlands nach Beruhigung aus. „Während sich die Lage im Westen weiter entspannt, steigen die Pegel im Süden weiter an. Besonders an der Donau und an der Isar geht es mit dem Wasserstand noch etwas nach oben. Aber auch da kann ich beruhigen: In den kommenden Tagen ist kaum Regen in Sicht und damit auch kein Nachschub mehr“, sagt Jung.

Die konkreten Vorhersagen: Heute werden bis zu 27 Grad erwartet, es bleibt freundlich und trocken. Am Dienstag stehen ebenfalls 27 Grad auf der Agenda, auch hier scheint die Sonne. Mittwoch klettert das Thermometer dann auf bis zu 29 Grad. Am Freitag stehen sogar 32 Grad an – und naturgemäß kann es am Abend zu Gewittern kommen. Auch am Sonnabend sind bei bis zu 34 Grad Schauer und Gewitter angekündigt.

Es kommen neue Unwetter, aber vermutlich nicht so schlimm wie bisher

Dennoch gibt Jung Entwarnung. „Also aufatmen bis Freitag, danach kommt das wechselhafte Sommerwetter zurück. Was da genau passiert müssen wir allerdings noch abwarten. Auf jeden Fall gibt es wieder Schauer und Gewitter, teilweise eben auch Unwetter und das auch in den Katastrophengebieten. Aber: Es soll nach aktuellem Stand bei weitem nicht mit dem vergleichbar sein, was da letzte Woche vom Himmel kam!“