Schneebedeckte Landschaften gibt es derzeit nur in Hochlagen. imago/Marius Bulling

Von dem Wintereinbruch der vergangenen Woche ist in Berlin und Brandenburg nichts mehr zu sehen und zu spüren, ganz im Gegenteil: Frühlingshafte Höchstwerte erwarten wir zur Mitte der Woche! Skandinavientief Matteo schaufelt lustlos feuchte Luft in unsere Region. Bei Höchstwerten von bis zu acht Grad am Dienstag fällt etwas Regen und Sprühregen. Die Sonne versteckt sich leider hinter vielen Wolken oder Hochnebel. Die Bewölkung ist leider der Preis für die milden Temperaturen: Zwar lockert es bei Tiefstwerten zwischen drei und fünf Grad in der Nacht zu Mittwoch etwas auf, doch der Deutsche Wetterdienst (DWD) erwartet auch am Mittwoch starke Bewölkung.

Bis zu zehn Grad in Berlin und Brandenburg, und die Sonne kämpft sich durch dichte Wolken

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Immerhin bleibt es trocken, und die Höchstwerte steigen örtlich auf bis zu zehn Grad. Das hat mit Winter natürlich überhaupt nichts mehr zu tun. Auch die Nacht zu Donnerstag bleibt frostfrei bei minimal vier Grad, dabei kann örtlich Sprühnebel fallen. Hoffnungsvoll stimmt die DWD-Prognose für Donnerstag: Bei maximal zehn Grad wird es von der Uckermark her auflockern, und am Freitag könnte sich die Sonne öfter zeigen. Dann sinken die Höchstwerte allerdings wieder auf sechs Grad, und nachts nähern sich die Tiefstwerte wieder der Frostgrenze.

Wer derzeit Schnee sucht, muss ganz weit hinauf: Selbst in den Skigebieten „rasantes Tauwetter“, so formuliert es Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net): „8,5 Grad messen wir heute Morgen auf dem rund 1500 Meter hohen Feldberg im Schwarzwald.“ Wintersportfans müssen jetzt ganz stark sein, denn Neuschnee bis Weihnachten ist weit und breit nicht in Sicht. Allerdings deutet sich ein spektakulärer Wetterwechsel an: Der Winter greift noch einmal an!

+++ im Video: Weihnachten kalt, aber wenig Chancen auf weiße Landschaften!  +++

Frostluft drängt nach Deutschland: Irrer Temperaturabsturz in Berlin und Brandenburg erwartet

„Das ist schon eine ungewöhnliche Wetterentwicklung rund 10 Tage vor Heiligabend.“ Hatte es doch vor wenigen Tagen noch so ausgesehen, als stünde uns eine weiße Weihnacht ins Haus! Doch nun das Gegenteil: Bis über den 4. Advent, also das kommende Wochenende, hinaus wird es sehr mild bleiben. „Die Höchstwerte erreichen stellenweise über 10 Grad, selbst in den Hochlagen messen wir 8 oder 9 Grad und überall taut der Schnee“, so Dominik Jung. Doch ganz kurz vor Weihnachten wird es nächste Woche noch einmal richtig spannend: „Das umfangreiche Betonhoch über Europa verschiebt sich etwas Richtung Britische Inseln, dann könnte aus Osteuropa sehr kalte Luft nach Deutschland strömen.“ Eisige Temperaturen bis unter der 20-Grad-Marke herrschen gerade in Sibirien. Strömt diese Luft zu uns, könnten die Temperaturen auch bei uns in den Frostkeller sacken.

Die Sache hat nur einen Haken: Es wäre eben sehr trockene Luft ohne Niederschläge. „Damit rückt das Thema weiße Weihnachten in weite Ferne“, enttäuscht Dominik Jung die Hoffnungen vieler Festtags-Romantiker. Völlig ausgeträumt ist die Aussicht auf Schnee zum Fest nicht, aber derzeit liegt die Wahrscheinlichkeit „unterhalb von 700 Metern noch maximal bei 10 Prozent“, so Diplom-Meteorologe Jung. „Wenn nichts vom Himmel fällt bis Weihnachten, wird das mit Schnee zum Fest nichts werden.“ Chancen sieht Dominik Jung lediglich dort, wo der Schnee bislang noch nicht vollständig abgetaut ist. Also nur in den Hochlagen oberhalb von 700 Metern. Aber selbst dort taut es ja derzeit stellenweise.