Es wird wieder glutheiß: Das Wasser eines Rasensprengers berieselt im Gegenlicht der Sonne im Regierungsviertel eine Rasenfläche und Bäume. dpa/Zinken

Die extreme Hitze: Bislang schien sie noch weit weg von uns zu liegen. Urlauber in Italien, Griechenland und der Türkei hat sie erwischt, aber nun schwappt glutheiße Saharaluft auch zu uns. Zunächst sind die benachbarten Region Spanien einschließlich der Balearen sowie Portugal betroffen. Nach und nach arbeitet sich die Heißluft nach Frankreich vor und erreicht dann schubweise Deutschland.

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Was das bedeutet, lässt sich derzeit anhand der Wettermodelle noch nicht eindeutig ablesen. „30 Grad plus x“, formuliert es Diplom-Meteorologe Dominik Jung, der mit Spitzenwerten um die 35 oder 36 Grad rechnet. Es könnten sogar mehr werden, das sei aber derzeit noch nicht sicher. „Wir sind aus südlichen Richtungen nun quasi von Hitze umzingelt“, erklärt Wetterexperte Jung: Zunächst machten die Extremtemperaturen im Südosten Europas Schlagzeilen, verbunden mit verheerenden Waldbränden nahe den Touristenzentren und Athen. Nun drängt auch noch extreme Hitze aus dem Südwesten vor. Für Spanien und Portugal erwartet Dominik Jung zum Freitag und Samstag Wüstentemperaturen von bis zu 47 Grad! „Auch die Balearen geraten ins Schwitzen. Auf Mallorca nähert sich das Quecksilber ebenfalls der 40-Grad-Marke“, so Dominik Jung.

Allzeit-Hitzerekord nur noch eine Haaresbreite entfernt

Um diese Werte historisch einzuordnen, nennt der Wetterexperte den Allzeitrekord für Europa: Der wurde im Jahr 1977 in Griechenland aufgestellt und liegt bei 48,0 Grad. Ebendort wurden vergangene Woche 47,1 Grad gemessen. Der nächste Allzeitrekord liegt also nur eine Haaresbreite von uns entfernt. Fallen könnte er nun möglicherweise nicht in Griechenland, sondern in Spanien oder Portugal.

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Nun aber zurück nach Deutschland: Hier erwarten wir die ersten Ausläufer der Hitzewelle aus dem Südwesten bereits am Mittwoch: In Baden-Württemberg wird die 30-Grad-Marke also bereits ab Mittag fallen. Die Hitze arbeitet sich dann am Donnerstag weiter Richtung Süden und Osten vor: In Berlin und Brandenburg könnten dann ebenfalls örtlich bis zu 30 Grad erreicht werden. Zunächst dürften die Hauptstädter am Mittwoch laut Deutschem Wetterdienst (DWD) aber noch einen angenehmen Tag mit Höchstwerten zwischen 22 und 25 Grad genießen. Endlich bleibt es auch mal bis in die Nacht hinein trocken. Aber Vorsicht in der Nacht zu Donnerstag: Örtlich kann die Temperatur laut DWD unter klarem Himmel auf bis zu sieben Grad abstürzen. Und sobald die Sonne den Tag einheizt, geht es wieder steil nach oben mit den Werten.

Gefahr von Hitzegewittern steigt massiv

Die höchsten Werte erwarten uns am Freitag und Sonnabend. Dann steigt leider auch die Gefahr von Hitzegewittern massiv. Geht es nach dem DWD, ist es mit der Blitz-Hitze am Sonnabend im Norden unserer Region auch schon wieder vorbei: Die Niederlausitz im Süden Brandenburgs kratzt dann noch an der 30-Grad-Marke, während es im Norden Brandenburgs nur noch für 24 Grad reichen würde. Berlin läge dazwischen mit Werten um die 27 Grad. 

Ob das so eintrifft oder die Hitze sich noch bis in die kommende Woche hineinfräsen wird, da sind sich die Meteorologen allerdings nicht einig. „Da ist die Prognose noch etwas wacklig“, erklärt Wetterexperte Jung: „Das europäische Wettermodell rechnet  in den kommenden Tagen mit weniger Hitze als das amerikanische Wettermodell. Es kommt auf kleine Nuancen an, ob sehr viel Hitze oder doch eher die kühle Luft aus Nordwesteuropa angesaugt wird.“ Blitz-Hitze oder Dauer-Hitze, wie es auch kommt, es bleibt einmal wieder spannend.