Feuerwehrleute sitzen auf einem Löschzug bei den Löscharbeiten eines Waldbrandes. Am Dienstagnachmittag brach an den Ausläufern des Berges Parnitha in der Gemeinde Acharnes, etwa 17 Kilometer nordöstlich von Athen, ein größerer Waldbrand aus. Das Feuer drohte auf Wohngebiete und nahe gelegene Reitsportzentren überzugreifen. dpa/Marios Lolos

Das Extremwetter geht für Urlauber und Daheimgebliebene in eine neue Runde. Unbarmherzig hat das Hitze-Hoch über Südost-Europa Urlauber in der Türkei und Griechenland getroffen. Dort wurden gestern nach glutheißen 46,3 Grad am Montag sage und schreibe 47,1 Grad als Höchstwert gemessen! Selbst am Stadtrand von Athen und in der türkischen Touristen-Hochburg Bodrum brachen Waldbrände aus. Die Flammen bedrohen Wohngebiete, verzweifelte Bauern an der türkischen Küste flohen mit ihrem Vieh und Habseligkeiten zum Meer.

Mehr Wetter und Klima-News gibt es hier >>>

48 Grad! Fällt der historische Hitzerekord?

Diplom-Meteorologe Dominik Jung glaubt, die Quecksilber-Säule könnte am Mittwoch in Südost-Europa sogar noch weiter steigen: „Sogar 48,0 Grad wären möglich. Würde dieser Wert erreicht oder gar überschritten werden, dann wäre es ein neuer europäischer Hitzerekord.“ Der wurde im Sommer 1877 gemessen und lag damals bei exakt 48,0 Grad. „Nie war es in Europa heißer“, ordnet der Wetterexperte die Extremhitze ein. Und es sind nicht nur die Extremwerte, sondern auch die Dauer der Hitzeperiode im Südosten Europas, die Meteorologen stutzig machen: „Es ist eine historisch lange Hitzewelle, und sie geht noch bis zum Wochenende“, so Dominik Jung. Erst dann werde es etwas kühler. Abkühlung bedeutet dann weiterhin Topwerte bis zu 40 Grad! Und selbst die wird spätestens Montag von neuer Hitze abgelöst: Dann steigen die Höchstwerte wieder auf bis zu 45 Grad.

Da reiben wir uns in Deutschland verdutzt die Augen, denn von Hitze ist hier keine Spur. Dominik Jung: „Die Höchstwerte schaffen kaum 25 Grad und verfehlen daher oft das Kriterium für einen Sommertag.“ War es das etwa schon mit dem Sommer? Die augenblickliche Wetterlage deutet fast darauf hin. „Der Frühherbst hat Deutschland weiter fest im Griff. Soweit die Prognose bis zum Wochenende reicht: Von Hochsommerwetter ist derzeit nichts zu sehen. Die Ursache sieht Dominik Jung beim Jetstream, also den Höhenwinden zwischen unterschiedlichen Temperaturregionen. „Dieser ist wie eine Mauer über Europa. Er trennt die heißen Luftmassen in Südost-Europa von den kühlen Luftmassen im Nordwesten. Er bewegt sich kaum von der Stelle“, erklärt Wetterexperte Jung. „Daher konnte sich über Griechenland und der Türkei auch dieser extreme „Hitzedom“ aufbauen. Die Hitze ist dort wie gefangen und kann sich immer weiter steigern“ so Jung weiter.

Extremwetter in Berlin und Brandenburg: Statt Hitze Starkregen, Gewitter und Hagel

Zwar rechnet der Deutsche Wetterdienst (DWD) zum Wochenende hin in Berlin und Brandenburg mit Höchstwerten um die 25 Grad, aber die Hoffnung auf ungetrübtes Badewetter in der letzten Ferienwoche wird von Unwetter-Tief Henri durchkreuzt. Die Folge: Ab Mittwochmittag kräftige Schauer und Gewitter mit Starkregen bis zu 25 Liter pro Quadratmeter in kurzer Zeit mit kleinkörnigem Hagel, dazu braust der Wind böig mit 60 km/h auf. Die Werte erreichen nur 23 Grad und sinken nachts auf bis zu elf Grad ab. Örtlich kann sich sogar Nebel bilden.

Der Donnerstag bleibt nur bis zum Mittag trocken, dann geht es weiter mit Schauern, Gewittern und Starkregen, wieder verbunden mit Böen und kleinkörnigem Hagel. Die Höchstwerte erreichen gerade einmal 21 bis 24 Grad, bleiben nachts mild zwischen 12 und 15 Grad. Gebietsweise fällt Regen, und wieder bildet sich Nebel.

Ein Mischmasch aus Quellwolken und Sonne erwartet der DWD am Freitag. Zwar erreichen die Höchstwerte nun maximal 26 Grad, doch wieder fallen im Tagesverlauf Schauer und Gewitter, die in der Nacht abklingen. Nach milder Nacht mit 13 bis 15 Grad geht es fast gleichförmig am Sonnabend weiter: Wolken und Sonne im Wechsel, bei Höchstwerten um die 25 Grad ab Nachmittag Schauer und Gewitter. Wetterexperte Dominik Jung hält die Rückkehr des Sommers in der kommenden Woche für möglich: „Sicher ist das aber noch nicht.“ Sommertemperaturen sind den aktuellen Prognosen zufolge in Berlin erst ab Mittwoch wieder zu erwarten. Doch die Wetterlage bleibt wackelig, erklärt Diplom-Meteorologe Jung: „Es wird einfach nur etwas freundlicher und wärmer. Große Hitze ist ebenfalls nicht in Sicht.“ Die sprichwörtlichen Hundstage mit unerträglicher August-Hitze, sie fallen dieses Jahr in Deutschland aus.