In den kommenden Tagen drohen uns in Deutschland heftige Unwetter. Wetter-Experten sprechen von Lebensgefahr. dpa/Thomas Frey, Imago/Christian Ohde, wetter.net

Was für eine brisante Wetterlage! Vorgestern bis 31 Grad heiß, gestern bis 32 Grad, heute bis 33 Grad. Blitz und Donner sind bei den feuchtwarmen Luftmassen quasi programmiert. Doch bei einem einfachen Sommer-Gewitter wird es nicht bleiben. Wetter-Experten schlagen Alarm. Und sprechen von Lebensgefahr!

Das erste Unwetter hat sich in der Nacht zum Freitag etwas beruhigt. Die Schäden waren weniger schwer als zunächst erwartet. Gegen Mitternacht hob der Deutsche Wetterdienst (DWD) die bestehenden Unwetterwarnungen zunächst auf. Doch nun formieren sich die Gewitterzellen gleich in mehreren Teilen Deutschlands. Bis in die Nacht zu Sonnabend hinein warnt der DWD vor schwerem Gewitter in Berlin und Brandenburg. Auf LightningMaps sehen Sie live, wo die Blitze in diesem Moment zuschlagen.

In Berlin warnte der Umweltsenat vor der Wetterlage. „Ein Gewittertief zieht ab dem Freitagnachmittag von Westen her über Berlin und Brandenburg und sorgt für eine heftige Unwetterlage bis voraussichtlich zum frühen Samstagmorgen“, teilte die Senatsverwaltung am Freitag mit. Sie warnte davor, „während dieser Zeit Grünanlagen und die Berliner Wälder zu betreten - insbesondere außerhalb gesicherter Wege“. Herabfallende Äste und Teile von Baumkronen könnten schnell zur Lebensgefahr werden.

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In der Stadt könnten zudem Dachziegel oder Gerüstteile herunterfallen. „Selbst nach Beruhigung der Wetterlage muss mit Astbruch, umstürzenden Bäumen und Behinderungen durch entwurzelte und abgebrochene Bäume gerechnet werden.

Wetter-Aussichten wecken Erinnerungen an Pfingst-Unwetter im Jahr 2014

Besonders schlimm wird es am heutigen Freitag. Ab Mittag erwartet der DWD in Teilen Nordrhein-Westfalens und dem nördlichen Rheinland-Pfalz bis nach Brandenburg und Sachsen teils extreme Gewitter mit schweren Sturm- und Orkanböen sowie heftigem Starkregen und Hagel. Starke Gewitter soll es auch im Südwesten geben. In Nord- und Mittelhessen dagegen wird stellenweise Nebel erwartet.

Es könnten sich genau über und um Nordrhein-Westfalen sogenannte Superzellen bilden. Kurz gesagt ist das ein Zusammenschluss von mehreren Gewitterzellen zu einer großen. Dabei kann es dann zu Orkanböen um 120 bis 130 km/h kommen, zu heftigen Sturzfluten und großem Hagel. Das Risiko ist im Westen am höchsten.

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Beim Pfingst-Unwetter 2014 kamen sechs Menschen ums Leben, 30 wurden schwer verletzt. Es gab Sachschäden in Höhe von 650 Millionen Euro. IMAGO/blickwinkel

„Das könnte sich ähnlich entwickeln wie das verheerende Pfingst-Unwetter im Jahr 2014 in Nordrhein-Westfalen“, warnt Meteorologe Dominik Jung, Geschäftsführer vom Wetterdienst Q.met, gegenüber dem Wetterportal wetter.net. Beim Pfingst-Unwetter 2014 kamen sechs Menschen ums Leben, 30 wurden schwer verletzt. Es gab Sachschäden in Höhe von 650 Millionen Euro. Ob es genau so heftig ausfallen wird, könne man aber aktuell noch nicht abschließend sagen.

Es gäbe jedoch Hinweise, dass es ähnlich ablaufen könnte. „Besonders am Freitag ist die Wetterlage lebensgefährlich. Bitte wachsam sein und die Unwetterwarnungen verfolgen“, rät Wetter-Experte Dominik Jung.

So wird das Wetter in den kommenden Tagen

Freitag: 23 bis 33 Grad, sehr heiß, schwül, am Nachmittag aus Westen Gewitter, Potenzial für Superzellen inkl. Tornadogefahr!

Samstag: 16 bis 23 Grad, kühler, im Norden Schauer, sonst ganz nett und freundlich.

Sonntag: 18 bis 26 Grad, schönes Sommerwetter, viel Sonne und einige Wolken, trocken.

Montag: 22 bis 29 Grad, Mix aus Sonne, Wolken und später aus Westen neuen Schauer und Gewittern.

Dienstag: 16 bis 22 Grad, kühler, einzelne Schauer, sonst ein Mix aus Sonne und Wolken.

Der Mai ist aktuell übrigens 3,1 Grad wärmer als das 30-jährige Klimamittel. Das ist eine sehr hohe Abweichung. Es ist einer der wärmsten Mai-Monate seit 1881. Zugleich ist es auch einer der trockensten Mai-Monate seit 1881. Ob das schon der erste Vorbote für den Hitzesommer 2022 sein könnte?

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„Nein. Dem Sommer ist es total egal wie der Mai verlaufen ist. Der Sommer weiß nichts vom Maiwetter. In jedem Monat und in jeder Jahreszeit werden die Karten der chaotischen Atmosphäre neu gemischt. Es gibt immer wieder einige windige ‚Kollegen‘ aus der Wetterbranche, die versuchen, mit Bauernregeln Prognosen aufzustellen. Wissenschaftlich ist das aber völliger Humbug. Der Sommer verschießt weder sein Pulver im Mai noch kann man irgendwelche anderen Parallelen ziehen“, erklärt Diplom-Meteorologe Jung.