Eine Frau erfrischt sich im italienischen Bologna einem Brunnen. Das vergangene Jahr war das siebte Jahr in Folge mit Temperaturen, die mehr als ein Grad über dem vorindustriellen Niveau lagen, so die Weltwetterorganisation WMO.   dpa/Guido Calamosca

Erinnern Sie sich noch an den Song  "36 Grad, und es wird noch heißer" von 2raumwohnung aus dem Jahr 2007. Diese Zeile passt auch über den Bericht der Weltwetterorganisation über das Jahr 2021. Denn die Experten haben das vergangene Jahr als das siebte Jahr in Folge mit Temperaturen, die mehr als ein Grad über dem vorindustriellen Niveau lagen, beschrieben. 

2021 war eines der sieben heißesten Jahre

2021 war gemessen an der globalen Durchschnittstemperatur demnach zudem eines der sieben heißesten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen vor mehr als hundert Jahren, wie die Weltwetterorganisation (WMO) am Mittwoch in Genf berichtete. Die hohen Temperaturen kamen demnach 2021 zustande, obwohl das Jahr durch La Niña geprägt war. Dieses alle paar Jahre auftretende Wetterphänomen drückt die globale Durchschnittstemperatur, weil sich dabei die oberen Wasserschichten des tropischen Ostpazifiks anomal stark abkühlen.

Globale Durchschnittstemperatur etwa 1,11 Grad höher  

Die globale Durchschnittstemperatur lag 2021 bei etwa 1,11 Grad über dem Niveau von 1850 bis 1900. Das bisherige Rekordjahr war 2016 mit rund 1,2 Grad über dem vorindustriellen Niveau, dicht gefolgt von 2019 und 2020. Die WMO betont, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Jahren teils so gering sind, dass eine genaue Reihenfolge kaum festzulegen ist.

„Die globale Erwärmung und andere langfristige Trends des Klimawandels dürften sich wegen der rekordhohen Konzentration der Treibhausgase in der Atmosphäre, die die Wärmestrahlung absorbieren, fortsetzen“, schreibt die WMO. WMO-Generalsekretär Petteri Taalas erinnerte an die Rekordtemperaturen von fast 50 Grad in Kanada, tödliche Überschwemmungen in Asien und Europa und Dürren in Afrika und Südamerika.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte bereits für Deutschland bilanziert: "Die Durchschnittstemperatur lag im Jahr 2021 mit 9,1 Grad Celsius (°C) um 0,9 Grad über dem Wert der international gültigen Referenzperiode 1961 bis 1990. 2021 war damit das elfte zu warme Jahr in Folge."

„Die Folgen des Klimawandels und wetterbedingte Gefahrenlagen haben lebensverändernde und verheerende Folgen für die Menschen auf jedem Kontinent gehabt“, sagte er. Die WMO betrachtet für ihre Statistik der wärmsten Jahre die Daten von sechs führenden Institutionen. Darunter sind die US-Klimabehörde NOAA und der Copernicus-Klimawandeldienst der EU. NOAA hatte 2021 als sechstwärmstes Jahr eingeordnet.

Der Kadaver eines toten Elefanten liegt im Hwange-Nationalpark. Laut den Behörden in Simbabwe sind im November vergangenen Jahres mehr als 200 Elefanten bei extremer Dürre gestorben.  dpa/AP 

Im Klimapakt von Glasgow haben die Länder der Welt im November bekräftigt, die Erderhitzung bei 1,5 Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit stoppen zu wollen. Bislang reichen die Klimaschutzmaßnahmen dafür jedoch bei weitem nicht aus.