Kommt bald der Winter, auch nach Berlin? Im Moment muss man mit den Wetterprognosen noch vorsichtig sein. Foto: imago/Christian Spicker, wetter.net

Kommt der Winter oder kommt er nicht? Seit Tagen widersprechen sich die unterschiedlichen Prognosen vehement. Zunächst hieß es, dass eine Kaltluft-Front uns schon in dieser Woche den Turbo-Winter beschert, dann blieb es doch warm. Doch nun sehen neue Vorhersagen, dass Ende November die Bibber-Kälte kommt. Genauer gesagt: Am 1. Advent. Dann soll es richtig frostig werden, Schnee bis ins Flachland ist möglich. Ein „Arctic Outbreak“? Darunter versteht man einen eiskalten Polarluftvorstoß – und der ist laut einiger Wetterkarten gar nicht so unwahrscheinlich

Das Wetter am 1. Advent: Kommt jetzt der Wintereinbruch?

„Zunächst wurde der Winter ja Ende Oktober, Anfang November schon angekündigt, dann Mitte November. Vergangene Woche kam das amerikanische Wettermodell und sagte: Diese Woche wird es kalt, da gibt es Schneeflocken bis ganz runter“, resümiert Meteorologe Dominik Jung in seinem aktuellen Wetterbericht. „Auch wieder schoben, jetzt in die nächste Woche hinein. Wir müssen ein bisschen behutsam vorgehen mit der Wetterprognose. Denn: Der Winter erscheint immer wieder auf den Wetterkarten, wird aber immer wieder nach hinten weggeschoben.“

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Die aktuelle Wetterwoche sei gegessen – „es gibt keinen Wintereinbruch bis Sonntag, es bleibt eher sehr, sehr schmuddelig, sehr grau, typisches Novemberwetter“, sagt Jung. Doch nächste Woche könnte es weiter spannend werden, berichtet er. Denn: Eine Prognose für den 28. November berechnete am Morgen eine massive Kaltfront über Europa. „Da gäbe es eine stramme Nordlage. Aus Nordeuropa kämen die kalten Luftmassen zu uns nach Deutschland geströmt – mit Temperaturen von bis zu minus 12 Grad.“ Es würde ausreichen, um Schneeflocken bis in tiefe Lagen zu bringen.

Der aktuelle Wetterbericht von Meteorologe Dominik Jung.

Video: Youtube

Doch bis dahin ist noch etwas Zeit, viel könne sich ändern. Diese Woche ist Europa eingekreist von zwei Hochdruckgebieten. „Beide sorgen bei uns in den nächsten fünf bis sieben Tagen für ruhiges Novemberwetter“, sagt Jung. „Das bedeutet aber auch: Es bleibt meist grau in grau.“ Tiefdruckgebiete hätten zunächst keinerlei Chancen, zu uns vorzudringen.

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Aber: Wann wird es nun kühler? Beim Europäischen Wettermodell deute sich eine Nordlage an, „da könnten aus Nordeuropa die Kaltluftmassen zu uns vorstoßen“. Bisher spucke einzig und allein das Amerikanische Wettermodell eine Prognose bis zum 1. Advent aus, sagt Jung. Dort ist zu sehen, dass eine Kaltluftfront über Nordosteuropa hängt – aber vom Atlantik suppe bereits wieder wärmere Luft in Richtung Deutschland. Es sehe also nach einer eher instabilen Lage aus.

Wetter im Winter: Was sagen die Ensemble-Vorhersagen?

Können die Ensemble-Prognosen den Kälte-Trend bestätigen? Vorerst komme nach einem kleinen Temperatureinbruch ein neuer Wärmeberg am kommenden Wochenende. Danach wird es dann aber kühler, „wir liegen etwa zwei bis vier Grad unter dem Klimamittel. Und da könnte es tatsächlich ab 600 bis 800 Metern auch mal für Schneeflocken reichen.“ Alles in allem müsse man mit den Prognosen aber noch vorsichtig sein. 

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