Einem Feuerwehr-Großaufgebot bei Bad Saarow gelang es am Mittwoch, einen Waldbrand einzudämmen und zu löschen.
Einem Feuerwehr-Großaufgebot bei Bad Saarow gelang es am Mittwoch, einen Waldbrand einzudämmen und zu löschen. dpa

Das Video verbreitete sich auf Twitter sprichwörtlich wie ein Lauffeuer: „Nein, nicht Spanien oder Griechenland“, so der Berliner Journalist Julius Geiler in einem Tweet vom Mittwochnachmittag: „Die A44 bei Kassel.“ Das darin gepostete Video wurde aus einem Fahrzeug auf dieser Autobahn aufgenommen: Ein riesiges Flammenmeer droht auf die Gegenfahrbahn überzugreifen. Der Wald steht in Flammen, dennoch fahren LKW an dem Inferno vorbei – eine surreale, geradezu apokalyptische Szene.

Doch dieser Waldbrand in Hessen war nur einer von vielen, die sich unter der Gluthitze am Mittwoch entzündeten. Im Brandenburgischen Bad Saarow gelang es einem Feuerwehr-Großaufgebot, einen Wald- und Feldbrand unter Kontrolle zu bekommen. 30 Feuerwehr-Fahrzeuge waren im Einsatz und konnten das elf Hektar große Feuer eindämmen, bevor es auf Siedlungen überspringen konnte.

Im Landkreis Rostock entzündete sich bei Krakow am See (Landkreis Rostock) ein Ödland- und Waldbrand – offensichtlich von selbst. Wie ein Polizeisprecher sagte, konnten Feuerwehrleute einen größeren Schaden verhindern und die Flammen auf einer Fläche von etwa vier Hektar löschen. Etwa ein Viertel des Brandes betraf einen Mischwald. Nach bisherigen Erkenntnissen gebe es keinen Hinweis auf Brandstiftung. Vermutlich habe sich extrem ausgetrocknetes Gras bei den sommerlich heißen Temperaturen um 37 Grad von selbst entzündet, hieß es. 42 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Mehrere Verletzte bei Wald- und Feldbränden in NRW und Baden-Württemberg

Bei zahlreichen weiteren Bränden in ganz Deutschland wurden nach Angaben von Polizei und Feuerwehr mehrere Menschen in Baden-Württemberg und Nordrhein-Westfalen verletzt und mussten in Krankenhäuser gebracht werden; Lebensgefahr bestand nicht.

Nahe Alsdorf bei Aachen griff ein Feldbrand am Dienstagabend auf ein Gehöft über. Bei diesem Einsatz wurden sieben Menschen zumeist leicht verletzt, zwei Feuerwehrleute mussten ins Krankenhaus. Im baden-württembergischen Kronau erlitt nach Angaben der dortigen Feuerwehr beim Brand eines Feldes ein Feuerwehrmann eine Rauchvergiftung und musste in ein Krankenhaus gebracht werden.

Im nordrhein-westfälischen Hennef rückte die Feuerwehr am Dienstagabend zu einem größeren Waldbrand nahe eines Standorts der Hochschule Bonn-Rhein-Sieg aus, dessen Rauchfahne kilometerweit zu sehen war.

Waldbrandstufe vier: Nächtliches Betretungsverbot für Sächsische Schweiz

Wegen der hohen Waldbrandgefahr dürfen die Wälder der Sächsischen Schweiz und des Osterzgebirges zwischen 21 und 6 Uhr nicht mehr betreten werden. Das hat das Landratsamt Sächsische Schweiz-Osterzgebirge am Mittwoch verfügt. Das nächtliche Betretungsverbot gelte von Mittwoch an bis auf Widerruf, teilte die Nationalparkverwaltung in Bad Schandau mit. Bei Verstößen gegen das Betretungsverbot drohten Bußgelder bis zu 10.000 Euro.

Davon ausgenommen sei der Aufenthalt in ausgewiesenen Trekkinghütten und auf Biwakplätzen des Forststeigs, sofern diese vor 21 Uhr erreicht werden. Zudem untersagt das Landratsamt ganztägig das Verlassen der Waldwege in allen Wäldern des Kreises. Sobald die Sperrung wieder aufgehoben wird, werde darüber informiert, hieß es. In der Region gilt den Angaben zufolge die zweithöchste Waldbrandstufe vier.