Winter-Spaß im Volkspark Friedrichshain. Benjamin Pritzkuleit

Berlin, ein Wintermärchen: Tief „Justus“ hat die Hauptstadt und weite Teile des Landes mit Schnee bis in die tiefen Lagen versorgt. Weiter südlich hat sich der Schnee am Morgen bereits auf 25 Zentimeter aufgetürmt, in einem Streifen zwischen Franken und Allgäu. Dabei strömt die kühle Luft kurioserweise aus dem Südosten ein. Im Verlaufe des Donnerstags wird es immer wieder örtlich in unserer Region schneien, wobei sich die Niederschläge allmählich nordwärts verlagern.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) rechnet mit bis zu drei Zentimeter Neuschnee, warnt vor örtlicher Glätte. Diese entsteht ab Nachmittag durch örtlich gefrierenden Sprühregen, wenn sich die Temperaturen minimal aus dem Frostbereich hinausbewegen. Doch in der Nacht werden die Werte wieder auf bis zu minus vier Grad sinken. Schnee fällt dann nur noch im Osten Brandenburgs zwischen Uckermark und Niederlausitz.

Etwas Schneenachschub gibt es am Freitag im Osten, während es in Berlin und den anderen Brandenburger Landesteilen trocken bleibt. Bei Höchstwerten bis zu drei Grad zeigt sich vielerorts die Sonne, und mit dem Schneezauber ist es folglich schnell vorbei. Die Nacht zu Sonnabend wird nicht nur recht kalt mit Tiefstwerten bis zu minus sechs Grad, sondern örtlich bilden sich auch Nebel oder Hochnebel.

Dem Frostschock in Berlin und Brandenburg folgt der Wärmeturbo 

Wo sich dieser auflöst, kann man am Sonnabend die Sonne genießen, wobei die Höchstwerte kaum aus dem Frostbereich hinauskommen. Nachts wird es wieder kalt mit bis zu minus vier Grad, Nebel, Hochnebel und örtlich auch Glätte.

Der Trend für die neue Woche sind kräftig steigende Temperaturen. Dieser Trend erfasst andere Regionen Deutschlands bereits am Donnerstag: „Schon heute setzt nasskaltes Tauwetter ein und ab Montag legt der Wärmeturbo los“, so formuliert es Wetterexperte Dominik Jung (wetter.net).

Der Diplom-Meteorologe rechnet mit extrem milder Höhenluft, die aus dem Südwesten nach Deutschland einströmt. „Selbst auf 1500 Meter Höhe messen wir dann 8 bis 10 Grad.“ Was das für tiefere Lagen bedeutet, kann man sich rasch ausmalen: Die Höchstwerte steigen dann auf Werte zwischen 5 bis 11 Grad – also Winter ade!

Extrem kalter Dezember vorhergesagt, doch nun sind die Temperaturen viel zu hoch

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Wie kann denn das sein? Waren wir doch gerade auf einem Kurs, der weiße Weihnachten deutlich am Horizont erkennen ließ. Und jetzt das Gegenteil: Werte, die für die Jahreszeit deutlich zu hoch sind. Dabei hatten Langfrist-Wettermodelle einen extrem kalten Dezember vorhergesagt.

Doch Stand heute, konstatiert Wetterexperte Jung, ist der Dezember bereits rund 0,5 Grad wärmer als das 30-Jahresmittel der Jahre 1961 bis 1990! „Diese Abweichung wird nächste Woche noch mal deutlich zunehmen“, erwartet Jung: Hoher Luftdruck werde dafür sorgen, dass sich an dem Wettertrend bis zum 4. Advent kaum noch etwas ändern dürfte.

Kommt zu Weihnachten der Sibirien-Frost-Schock?

Allerdings gibt es doch noch eine Chance für Winterfans. Weiße Weihnachten will Dominik Jung nicht völlig abschreiben: „Die Lage ist noch immer unsicher. Genau zum Heiligabend basteln die Wettermodelle teilweise an sibirischer Kälte für Mitteleuropa.“ Das wäre allerdings eine irre Wetterkapriole! Gestützt wird dieses Szenario vom US-Wettermodell.

Es gibt da nur ein Problem: Der Schnee fehlt! Denn der wird spätestens ab kommenden Montag weggetaut sein. Stattdessen brächte uns die Sibirien-Option nur eisige, trockene Kälte. Auch keine tolle Alternative zum milden Schmuddelwetter.

wxcharts.com
Diese Karte zeigt die Temperaturabweichungen in rund 1500 Meter Höhe am kommenden Montag im Vergleich zum langjährigen Klimamittel zu dieser Jahreszeit. Es ist genau über Westeuropa für die Jahreszeit deutlich zu warm. In Deutschland liegen die Temperaturen teilweise 8 Grad über den für die Jahreszeit üblichen Werten.

Aber ob es überhaupt zu diesem massiven Kälteeinbruch kommt, ist derzeit noch völlig unsicher. Dominik Jung: „Die Wetterlage über Weihnachten selbst kann man derzeit nur schwer abschätzen, vielleicht wird es ja noch mal spannend. Nach aktuellem Stand liegt die Wahrscheinlichkeit für weiße Weihnachten unterhalb von 500 Meter nur bei 10 bis 15 Prozent“, prognostiziert der Wetterexperte.