Schneefall in Berlin, Schneefall in Berlin am Donnerstag morgen sorgte für eine Winterlandschaft.  Imago 

Es scheint! In vielen Wohnungen gellte heute der freudige Kinderschrei beim Frühstück vor der Schule in Mütterohren. Der Erste Schnee des Jahres ist lange herbeigesehnt worden. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte ab Mittwoch in der Region Berlin-Brandenburg mit Schneefall und Schneeregen gerechnet. Stellenweise seien zwischen 1 und 3 Zentimeter Neuschnee möglich. Und tatsächlich breitet sich am Morgen eine weiße Decke über die Stadt. 

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„Weihnachten im Schnee!“, freuen sich Kinder und stampfen ihre Spuren ins Weiß, während die Großen auf den Rädern fluchen. Die einen halten den Mund auf und strecken die Zungen in den Himmel um eine dicke Flocke zu erwischen, die anderen klopfen sich alle paar Meter die weiße Pracht vom Anorak. Auf einem Zaun hat einer einen Mini-Schneemann gebaut, fehlt bloß noch das Wintermöhrchen für die Nase. 

Es ist glatt, wo noch kein eingesparter oder outgesourcter Hausmeister gestreut hat. Und wie immer in solchen Fällen werden in Berlin die Autofahrer ein wenig länger brauchen,  hoffentlich wenige sich beim Ausrutschen die Hand brechen. Die BVG hatte jedenfalls kaum Probleme. Lediglich zwei Buslinien hatten Schwierigkeiten: Der 218er wurde zeitweilig zwischen Wannseebadweg und ICC unterbrochen, weil die Havelchaussee teilweise vereist war. Der 186 wurde umgeleitet, weil die Hundekehlestraße in Schmargendorf gleichfalls wegen Eises unbefahrbar war.

Schnee kann in Schneeregen der gefriert übergehen

Am Donnerstagnachmittag ist laut DWD-Meteorologen auch gefrierender Sprühregen nicht auszuschließen. Die Temperaturen liegen zwischen -2 und +1 Grad. Die Nacht zum Freitag soll dann stärker bewölkt sein, auch Nebel und Hochnebel können sich bilden. Tagsüber bleibt es laut DWD meist trocken bei Höchstwerten zwischen 0 und 3 Grad. 

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Chance auf weiße Weihnacht gering 

Eine dicke Schneedecke wird allerdings nicht liegen bleiben. Wetterexperte Dominik Jung erklärt, warum: Milde Luftmassen verscheuchen winterlichen Dauerfrost, obwohl eisige Kälte in Reichweite ist. Am Dienstag wurden in Lappland (Schweden) fast -44 Grad gemessen. Seit Messbeginn, so Jung, sei es dort Anfang Dezember noch nie so kalt gewesen. Jedoch verhindern milde Luftmassen vom Atlantik, dass die Kälte in unsere Regionen kommt, erklärt der Experte. Und er blickt zum Schluss noch auf die Weihnachtszeit: Für alle, die unter 500 Meter wohnen, sei der Traum von weißer Weihnacht ausgeträumt, so Jungs Prognose.

Also jetzt noch einmal das bisschen Weiß genießen, so lange es da ist.