Harvey Weinstein vor bei der Verkündung des Urteils Ende Februar 2020. Foto: AFP/Johannes Eisele

Harvey Weinstein ist der wohl bekannteste Häftling im Hochsicherheitsgefängnis Wende Correctional Facility im US-Bundesstaat New York - und deshalb auch unter ganz genauer Beobachtung. Denn wie das US-Promi-Portal „TMZ“ berichtet, steht der 68-jährige Sexualverbrecher unter ganz besonderer Beobachtung. Der einstige Hollywood-Mogul wird rund um die Uhr gefilmt.

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Das Portal zitiert mehrere anonyme Quellen, die berichten, dass es neben den normalen Überwachungskameras stets einen Vollzugsbeamten gibt, der Weinstein begleitet und jede seiner Handlungen aufnimmt. Damit will sich der US-Knast absichern, damit nicht das gleiche geschieht wie vor einem Jahr bei Jeffrey Epstein, der sich in seiner Manhattaner Zelle das Leben nahm, bevor der Prozess gegen ihn beginnen konnte, der den ganzen Komplex aufklären sollte. 

Epsteins Suizid in der Untersuchungshaft sorgte für einen riesigen Justizskandal, in dem auch der zuständige Gefängnisdirektor seinen Hut nehmen musste. Damals sollten Vollzugsbeamte alle 30 Minuten nach Epstein schauen, doch in der Nacht des Selbstmordes schliefen sie ein. Im Wende Correctional Facility hat man nun offenbar aus diesen Fehlern gelernt und will auf Nummer sicher gehen.

Jeffrey Epstein bei einem Gerichtstermin: Einem Prozess entzog er sich durch seinen Suizid. Foto: imago images/ZUMA Press

Laut „TMZ“ wird Weinstein bei jedem Schritt, den er innerhalb des Gefängnisses macht, von einem Wärter verfolgt, der eine Kamera bei sich trägt und alles auf Video aufnimmt. Mit diesen Aufnahmen soll sichergestellt werden, dass das Hochsicherheitsgefängnis im Fall der Fälle nicht haftbar gemacht werden kann., sondern alles getan hat, was sie im rechtlichen Rahmen dürfen, um Weinstein vor sich selbst zu schützen.

Zuletzt hatte sich Weinstein allerdings nicht sonderlich viel im Gefängnis bewegt. Nachdem er in der vergangenen Woche hohes Fieber hatte, wurde befürchtet, dass er sich mit Covid-19 infiziert hat, doch es gab Entwarnung. Dennoch wird der labile Gesundheitszustand das prominenten Häftlings genau beobachtet - wie auch jeder Schritt, den er tut.

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Weinstein wurde im Februar wegen Vergewaltigung und sexueller Nötigung zu 23 Jahren Haft verurteilt. Es war nur der erste Prozess in einem ganzen Komplex des sexuellen Missbrauchs. Es ging hier lediglich um die Fälle zweier Frauen. Doch es sind Hunderte, die ihm sexuelle Übergriffe vorwerfen. Ein zweiter Prozess, der die Fälle dreier Frauen behandelt, soll in Los Angeles steigen. Im Dezember ist eine Anhörung geplant.