Tödliche Schüsse in Orlando: Das Kind zückte eine schwarze Handfeuerwaffe und drückte ab. imago

Was für eine fürchterliche Tat, aber schlimmer noch: Sie ähnelt einer Reihe von tödlichen Ereignissen, die sich inzwischen fast täglich in den USA abspielen. Die Polizei der Stadt Orlando im US-Bundesstaat Florida hat am Dienstag ein zehnjähriges Mädchen sowie ihre Mutter festgenommen. Das Mädchen, so hat die Staatsanwaltschaft den Fall rekonstruiert, erschoss eine Frau, die sich gerade mit dessen Mutter gestritten hatte.

Tödliche Schüsse von Orlando: Kinder in den USA teilweise schon ab sechs Jahren strafmündig

Laut CNN wurde das Mädchen in die Obhut der staatlichen Behörden übergeben. Staatsanwältin Monique Worrell hatte zuvor gesagt, es handle sich um einen der tragischsten Fälle, die sie in ihrer 22-jährigen Laufbahn erlebt habe. Inwieweit sich das Kind nun verantworten muss, wird anhand der Umstände geprüft. Anders als in Deutschland sind in einzelnen US-Bundesstaaten schon Kinder ab sechs Jahren strafmündig. In Deutschland können Kinder unter 14 Jahren in aller Regel nicht für Straftaten belangt werden.

„Wir möchten klarstellen, dass die Staatsanwaltschaft keine Entscheidung über eine Anklage gefällt hat“, so Worrell. Laut der Polizei befindet sich die Mutter der jungen Schützin in Haft.

„Sie hätte meine Mama nicht schlagen dürfen“, sagte die zehnjährige Todesschützin

Die Schießerei ereignete sich bereits am Abend des 30. Mai, als die Mutter mit dem späteren Opfer, Lashun Denise Rodgers (41), in Streit geriet. Das Kind sei in dem Moment vor einem Wohngebäude an der Seite der Mutter gewesen, heißt es im Polizeibericht. Zwischen den zwei Frauen sei der zunächst verbale Streit in eine Rangelei eskaliert. Das Kind habe eine schwarze Waffe gezückt, ein- oder zweimal gefeuert und dann gerufen: „Sie hätte meine Mama nicht schlagen dürfen“ – so der anwesende Freund des späteren Opfers.

Lashun Denise Rodgers wurde in ein Hospital gebracht, wo sie verstarb, so eine Polizeisprecherin. Es ist bislang völlig unklar, wie das Kind an die Waffe gekommen ist.