Schwört seit acht Jahren, nicht zu wissen, wo er unterschlagene Goldmünzen aufbewahrt: Schatzsucher Tommy Thompson. Foto: Michigan Police

Entweder ist er echt vergesslich oder einfach nur goldgeil. Der Schatzsucher Tommy Thompson beginnt jetzt Jahr 5 im Knast - wegen Missachtung des Gerichts. Er weigert sich nämlich, den Aufenthaltsort von 500 Golddublonen zu verraten.

Thompson hatte 1988 das Wrack der SS Central America aufgespürt. Das sogenannte „Goldschiff“ war 1857 in einem Hurrikan geraten und vor der Küste South Carolinas mit Tausenden von Tonnen an Goldbarren und Münzen gesunken. 161 Investoren hatten die Suche mit einem Betrag von 12,7 Millionen Dollar finanziert – gegen eine versprochene Gewinnbeteiligung.

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Das von Thompson und seiner Crew geborgene Gold wurde 2000 für insgesamt 50 Millionen Dollar verkauft. Nur dass die Investoren davon keinen Cent sahen und Thompson verklagten. Ein Gericht entschied, dass Thompson den Geschädigten 500 Goldmünzen übergeben musste, die er für sich selbst eingesackt hatte. Nur dass der 68-Jährige seit 2012 schwört, vergessen zu haben, wo er die Münzen versteckt hat. Auch eine Festnahme im Jahr 2015 konnte Thompson nicht zum Reden bringen.

Richter Algenon Marbley hatte dann 2017 genug des Spiels. Er orderte an, den vergesslichen Schatzsucher solange nicht aus dem Gefängnis zu lassen, bis er auspackt. Zusätzlich fallen pro Tag eine 1000 Dollar Geldstrafe an, die bereits auf eine Gesamtsumme von 1,8 Millionen Dollar angestiegen ist.

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Thompson bleibt bei seiner Version, an einem chronischen Müdigkeitssyndrom zu leiden, was sein Kurzzeitgedächtnis beeinflusst. Weshalb er nun seit über 1700 Tagen hinter Gitter sitzt und nicht einmal im Rahmen der Hafterleichterungen wegen der Corona-Pandemie wegen Fluchtgefahr auf freien Fuß kam. Alle Anträge von Haftbefreiung wiesen Gerichte bislang ab.