Blutentnahmeröhrchen mit der Aufschrift Covid-19 und einer Spritze (Symbolfoto). Foto:  imago images
Die wichtigsten Informationen im Überblick

Fragen und Antworten zur Verbreitung: Symptome, Ansteckungsgefahr und Schutz >>

FAQ für Arbeitnehmer: Das müssen Sie wissen >>

Das Robert-Koch-Institut gibt Tipps und Hinweise >>

Der Berliner Senat betreibt unter (030)-9028-2828 zwischen 8 und 20 Uhr eine Hotline für Bürger, die den Verdacht haben, sie könnten infiziert sein. Alternativ können Sie auch die Nummer des Patientenservice anrufen 116117. Bei beiden Nummern ist mit langen Wartezeiten zu rechnen.

Schutz gegen Corona- und andere Viren

Hände waschen: Eine wichtige Maßnahme, um Virusinfektionen zu vermeiden, ist es, die Hände regelmäßig und gründlich mit Seife zu waschen. Gründliches Händewaschen dauert 20 bis 30 Sekunden. In öffentlichen Toiletten ist es ratsam, den Wasserhahn mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen zu schließen.

Hygiene: Mit ungewaschenen Händen sollte man sich nicht an Mund, Augen oder Nase fassen. Wer krank ist, sollte Abstand zu anderen halten, sich zu Hause auskurieren und enge Körperkontakte zu seinen Mitmenschen vermeiden. Geschlossene Räume sollten mehrmals täglich für einige Minuten gelüftet werden.

Husten und Niesen: Dabei wird geraten, Abstand von anderen zu halten und sich wegzudrehen. Am besten ist es, ein Taschentuch zu benutzen oder sich die Armbeuge vor Mund und Nase halten.

+++ 20. September +++

Weniger Schiffsverkehr: Rosa Delfine kehren nach Hongkong zurück

Rosafarbene Delfine kommen wegen des reduzierten Schiffsverkehrs in der Corona-Krise zurück in die Gewässer um Hongkong. Rund um die chinesische Sonderverwaltungsregion drängen sich normalerweise Containerschiffe und Fähren. Nun wird der in der Region selten gewordene Meeresbewohner immer häufiger gesichtet.

Die Säugetiere, auch als chinesischer weißer Delfin bekannt, kehren allmählich nach Hongkong zurück, nachdem die Covid-19-Beschränkungen die Lärmbelastung verringert und die Lebensraumbedingungen für die Tiere verbessert haben, wie Wissenschaftler der Hongkonger Zeitung „South China Morning Post“ berichteten.
Die Delfine, die ihren rosa Farbton von sichtbaren Blutgefäßen erhalten, sind in der Mündung des Pearl River westlich von Hongkong beheimatet und kommen auch in den Gewässern um Macao, Taiwan und Singapur vor. Wegen des immer dichteren Schiffsverkehrs nahmen ihre Sichtungen im Laufe der Jahre ab. (dpa)

1345 Corona-Neuinfektionen in Deutschland registriert

Das Robert Koch-Institut hat am Sonntag erwartungsgemäß eine vergleichsweise niedrige Zahl an neuen Corona-Infektionen gemeldet. Die Gesundheitsämter hatten binnen eines Tages 1345 Fälle übermittelt, wie das RKI am Morgen bekanntgab. An Sonntagen wie auch an Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß meist niedriger, auch weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI melden.

Am Samstag war mit 2297 neuen Corona-Infektionen der höchste Wert seit April erreicht worden. "Nach einer vorübergehenden Stabilisierung der Fallzahlen auf einem erhöhten Niveau ist aktuell ein weiterer Anstieg der Übertragungen in der Bevölkerung in Deutschland zu beobachten", schrieb das RKI in seinem Lagebericht von Samstag. (dpa)

Söder: Weihnachtsmärkte wegen Corona mit weniger Alkoholkonsum

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder kann sich Weihnachtsmärkte in diesem Jahr trotz Corona-Pandemie vorstellen - mit Maskenpflicht und weniger Alkohol. „Für die Weihnachtsmärkte muss man sich kluge Konzepte überlegen. Man kann beispielsweise Laufwege mit Eingang und Ausgang definieren, man muss mit Maskenpflicht operieren und man wird den Alkoholkonsum stark reduzieren müssen“, sagte er CSU-Chef der „Welt am Sonntag“. „Dann kann ich mir die Christkindlmärkte vorstellen, die allerdings anders sind als die normalen - und nur, wenn es das regionale Infektionsgeschehen zulässt.“

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte kürzlich gesagt, wenn es gelinge, Weihnachtsmärkte mit Hygiene, Abstand und Masken zu versehen, ohne ihren Charakter infrage zu stellen, könnte es das sicherlich auch geben. (dpa)

+++ 19. September +++

Trotz hoher Infektionszahlen: Rio will Fans ins Maracana lassen

Die brasilianische Metropole Rio de Janeiro will trotz hoher Corona-Infektionszahlen die Fans zurück in die Stadien holen. Laut Angaben des Bürgermeisters Marcelo Crivella sollen am 4. Oktober bis zu 20.000 Zuschauer das Ligaspiel zwischen Flamengo und Athletico Paranaense im legendären Maracana-Stadion verfolgen können.
Crivella wolle den brasilianischen Fußballverband CBF auffordern, „das Maracana-Stadion zu einer Alternative zum Strand zu machen. Das vielleicht größte Problem, mit dem Rio heute konfrontiert ist, sind die großen Menschenmassen ohne Masken am Strand“, sagte der Bürgermeister am Freitag (Ortszeit). Für die Umsetzung der Pläne ist die Zustimmung des CBF nötig. (SID)

Fast 2300 Corona-Neuinfektionen - höchster Wert seit Ende April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut deutlich die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland 2297 neue Corona-Infektionen, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen bekanntgab.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen ist auch davon abhängig, wie viele Menschen getestet werden. (dpa)

+++ 18. September +++

Hacker aus China klauen spanische Daten zu Corona-Impfstoff

Hacker aus China sollen einem Bericht der Zeitung "El País" zufolge bei spanischen Wissenschaftlern Daten zur Entwicklung von Corona-Impfstoffen abgesogen haben. Die spanische Geheimdienstchefin Paz Esteban habe berichtet, die Hackerangriffe hätten insgesamt und nicht nur in Spanien während der Zeit des Corona-Lockdowns in "Quantität und Qualität" zugenommen, schrieb die Zeitung am Freitag. Die Datenräuber seien besonders an Forschungen zu Impfstoffen gegen Covid-19 interessiert, warnte Esteban.

Die meisten dieser Hackerangriffe gingen von China und Russland aus, berichtete die Zeitung weiter unter Berufung auf gut informierte Kreise. In vielen Fällen seien staatliche Stellen dieser beiden Länder beteiligt. Teilweise gingen die Angriffe aber auch von Universitäten oder kriminellen Banden aus, die erbeutete Daten zu Geld machen wollten. (dpa)

Britische Regierung schließt nationalen Lockdown nicht aus

Wegen der sich dramatisch verschlimmernden Corona-Lage könnte Großbritannien wieder ein landesweiter Lockdown drohen. Top-Forscher hätten die zweiwöchige Maßnahme der Regierung empfohlen, um die stark steigenden Infektionszahlen in den Griff zu bekommen, berichtete die „Financial Times“. Der Lockdown soll nach einer Empfehlung des wissenschaftlichen Beratergremiums der Regierung („Sage“) während der Schulferien im Oktober stattfinden.

Niemand wünsche sich einen Lockdown, aber auch in Großbritannien sei die zweite Ausbruchswelle angekommen, sagte Premier Boris Johnson am Freitag dem Sender Sky News. Wer schärfere Maßnahmen vermeiden wolle, müsse sich an die Regeln halten. Noch vor wenigen Tagen hatte Johnson erklärt, ein zweiter landesweiter Lockdown wäre „desaströs“ für die Wirtschaft. Weiter kommentierte er den Medienbericht nicht. (dpa)

+++ 17. September +++

Erneut über 2000 Neuinfektionen - höchster Wert seit April

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus hat erneut die Schwelle von 2000 übersprungen und den höchsten Wert seit April erreicht. Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 2194 neue Corona-Infektionen gemeldet, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen meldete. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war dann in der Tendenz gesunken und im Juli wieder gestiegen. Im August lag die Zahl der Fälle dann einmal bei knapp über 2000 (2034). Die Zahl der erkannten Neuinfektionen dürfte auch davon abhängig sein, wie viele Menschen getestet werden.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 265 857 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 17.9., 0.00 Uhr). (dpa)

Corona: Vater darf über Flugreise der Kinder entscheiden

In Zeiten von Corona kann eine Flugreise zu einer „Angelegenheit von erheblicher Bedeutung“ werden. Das kann so weit gehen, dass ein Elternteil alleine entscheiden darf, ob die Kinder die Flugreise antreten dürfen. Das hat das Oberlandesgericht Braunschweig entschieden (Az.: 2 UF 88/20), wie die Arbeitsgemeinschaft Familienrecht des Deutschen Anwaltvereins mitteilt.  In dem verhandelten Fall wollte eine Mutter mit ihren Kindern nach Mallorca fliegen. Der Vater war dagegen, da er die Risiken wegen der Corona-Pandemie als zu hoch erachtete.
Das Gericht gab ihm Recht: Eine Auslandsflugreise ziehe unter Umständen eine längere Quarantäne nach sich. Außerdem sei unklar, welche Ansteckungsgefahr bei Flügen bestehe. (dpa)

Biontech will Werk für mögliche Impfstoffproduktion übernehmen

Für die Herstellung eines möglichen Corona-Impfstoffs will das Mainzer Unternehmen Biontech von dem Schweizer Pharmakonzern Novartis dessen Produktionsstätte in Marburg übernehmen. Das Geschäft soll noch vor Jahresende abgeschlossen werden, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Biontech plant unter Vorbehalt der behördlichen Genehmigung, in dem Werk bereits im ersten Halbjahr bis zu 250 Millionen Dosen des möglichen Impfstoffs herstellen zu können. In dem Werk in Marburg sind den Angaben zufolge rund 300 Mitarbeiter beschäftigt. Über den Kaufpreis wurden zunächst keine Angaben gemacht. (dpa)

+++ 16. September +++

Madrid kündigt Absperrungen von Vierteln mit hohen Corona-Zahlen an

Wegen sprunghaft steigender Corona-Fälle in der spanischen Hauptstadt Madrid hat die Regionalregierung die Absperrung besonders betroffener Wohnviertel angekündigt. «Wir müssen so schnell wie möglich handeln», sagte der stellvertretende Regionalminister für Gesundheit, Antonio Zapatero, am Mittwoch. Ab dem Wochenende würden neue Maßnahmen zur «Beschränkungen der Bewegungsfreiheit und für Versammlungen» ergriffen, sagte er bei einer Pressekonferenz. Zapatero ließ offen, welche Stadtteile in Madrid und umliegenden Gemeinden betroffen sein werden. Im Großraum Madrid leben etwa 6,4 Millionen Menschen.

Spanien ist das in Westeuropa am härtesten von der Pandemie getroffene Land. Erst am Vortag waren die Marken von 600 000 Infektionen und 30 000 Todesopfern überschritten worden.

Tschechien informiert per SMS über Corona-Testergebnisse

Wer in Tschechien positiv auf das Coronavirus getestet wird, erhält das Ergebnis künftig umgehend per SMS oder E-Mail. «Die Patienten werden damit schneller wissen, woran sie sind», teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Mittwoch mit. Sie erhielten zudem Instruktionen, wie sie sich verhalten sollen, um eine weitere Ausbreitung der Erkrankung zu verhindern. Bisher waren nur negative Testergebnisse elektronisch übermittelt worden.

Die Zahl der täglichen Neuinfektionen erreichte unterdessen abermals einen Rekordwert. Am Dienstag kamen 1677 weitere Fälle hinzu, so viele wie an keinem anderen Tag seit Beginn der Pandemie, wie aus den Daten des Gesundheitsministeriums hervorging

1901 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1901 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 266 663 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 16.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9368. Seit dem Vortag wurden sechs Todesfälle mehr gemeldet. Bis Mittwochmorgen hatten etwa 236 000 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

+++ 15. September +++

RKI: 1407 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Dienstagmorgen 1407 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 261 762 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 15.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9362. Seit dem Vortag wurden zwölf Todesfälle mehr gemeldet. Bis Dienstagmorgen hatten etwa 234 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

+++ 14. September +++

WHO meldet neuen Rekord an registrierten Corona-Neuinfektionen

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat erneut einen Rekord an neu gemeldeten Corona-Fällen innerhalb eines Tages registriert. Weltweit wurden zuletzt 307 930 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet, wie aus am Sonntag veröffentlichten WHO-Daten hervorgeht. Das sind rund 1000 Fälle mehr als beim jüngsten Höchststand vor einer Woche.

Damit sind seit Bekanntwerden des Erregers Sars-CoV-2 Ende vergangenen Jahres weltweit mehr als 28,6 Millionen Infektionen gemeldet worden. Die Dunkelziffer ist allerdings nach Einschätzung von Experten erheblich. Spitzenreiter bei den neuen Fällen sind nach absoluten Zahlen Indien, die USA und Brasilien. Auf Platz vier liegt Spanien mit rund 12 000 Neuinfektionen binnen eines Tages.

Mehr als 917 000 Infizierte sind nach der WHO-Statistik (Stand Sonntag, 13.00 MESZ) weltweit bisher gestorben. Die Zahl der täglich gemeldeten Todesfälle blieb zuletzt laut WHO-Daten relativ konstant. Am Sonntag wurden rund 5500 Tote in 24 Stunden registriert. (dpa)

Großbritannien könnte Kontrolle über Coronavirus verlieren 

Angesichts stark steigender Corona-Infektionszahlen in Großbritannien hat ein führender britischer Gesundheitsexperte Alarm geschlagen. "Man muss sagen, wir fangen an, die Kontrolle über das Virus zu verlieren", sagte der Chef des staatlichen Forschungs- und Innovationsinstituts UKRI, Mark Walport, dem Sender BBC am Samstag. Am Freitag hatte es in Großbritannien mehr als 3500 bestätigte Neuinfektionen gegeben - so hoch lagen die Zahlen zuletzt Mitte Mai.

Entgegen der zuletzt von Premierminister Boris Johnson forcierten Kampagne, die Briten sollten in ihre Büros zurückkehren, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, riet der ehemalige Regierungsberater Walport, wenn möglich weiter zuhause zu arbeiten. Da Schüler zurück in den Schulen und Studenten in den Universitäten seien, sei es umso wichtiger, in anderen Bereichen die Kontakte zu reduzieren.

Die britische Regierung hat in dieser Woche wieder strengere Maßnahmen beschlossen, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen: So dürfen sich in England ab Montag nur noch maximal sechs Leuten treffen. In regionalen Corona-Hotspots wie der Stadt Birmingham gelten noch strengere Regeln. Zudem kündigte die Regierung ein sehr ambitioniertes Testprogramm und die Einführung einer Corona-App Ende September an. Allerdings hatte es bei vorherigen Testläufen massive Probleme gegeben. (dpa)

Einreise nach Sardinien nur mit negativem Corona-Test möglich 

Die italienische Ferieninsel Sardinien verschärft wegen der Ausbreitung des Coronavirus ab Montag ihre Einreisebestimmungen. Ankommende Passagiere sind "aufgerufen", einen negativen Corona-Test vorzuweisen, der nicht älter als 48 Stunden ist. Das geht aus einer neuen Verordnung hervor, die der Präsident der Region, Christian Solinas, am Freitagabend unterzeichnete. Alternativ können Einreisende auch online erklären, selbst einen Corona-Schnelltest mit negativem Ergebnis durchgeführt zu haben.

Wer ohne negatives Testergebnis anreist, kann sich übergangsweise innerhalb von 48 Stunden auf der Insel testen lassen, muss aber bis zum Ergebnis in häuslicher Quarantäne bleiben. Es gibt einige Ausnahmen, etwa für das Personal in Flugzeugen. Darüber hinaus müssen Einreisende vor ihrer Ankunft online ein Formular ausfüllen und übermitteln. Zudem gilt ab Montag auch im Freien eine Maskenpflicht, wenn der Abstand von einem Meter nicht eingehalten werden kann.

Mit der neuen Verordnung reagiert die beliebte Ferieninsel im Mittelmeer auf die zuletzt steigenden Corona-Zahlen. Während Sardinien im Juli kaum neue Infektionen verzeichnete, stiegen im August mit der Ankunft Tausender Touristen auch die Fallzahlen. Am Freitag meldete Sardinien 65 neue Fälle und die Gesamtzahl von aktuell 1337 Infizierten. Unter anderem waren im Nachtlokal des ehemaligen Formel-1-Managers Flavio Briatore im Badeort Porto Cervo auf der Insel Ende August etwa 60 Corona-Fälle gemeldet worden. (dpa)

RKI: 927 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Montagmorgen 927 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen und Montagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. (dpa)

+++ 11. September +++

Bundespolizei ermahnt täglich mehr als 3000 Reisende ohne Maske 

Beamte der Bundespolizei ermahnen pro Tag bundesweit zwischen 3000 und 4000 Reisende zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes. «Die Bundespolizei unterstützt die zuständigen Gesundheitsämter seit Wochen in großem Umfang bei der Durchsetzung der Maskenpflicht auf Bahnhöfen und in Zügen», sagte Bundespolizei-Präsident Dieter Romann am Freitag. In den allermeisten Fällen stoße sie bei den Reisenden auf Verständnis.

Für Ordnungswidrigkeitsverfahren und die Durchsetzung der Covid-19-Eindämmungsverordnungen sind die Landesbehörden zuständig. Die Deutsche Bahn kann Maskenverweigerer zum Verlassen ihrer Züge auffordern. Um ihr Hausrecht durchzusetzen, kann die Bundespolizei hinzugezogen werden.

Die Bundespolizei wies darauf hin, dass dieses Verfahren nicht nur in Fernzügen, sondern in allen Zügen der Deutschen Bahn Anwendung finde, sowie in Zügen anderer Verkehrsunternehmen, die auf den Bahnanlagen der Eisenbahnen des Bundes verkehren. Notfalls könne auch mit gebührenpflichtigen Platzverweisen und der Übermittlung der Personalien an die Gesundheitsämter reagiert werden.

Die Verkehrsminister der Länder hatten am Mittwoch erklärt, die Beschäftigten von Bus- und Bahn-Unternehmen könnten keine «Hilfssheriffs» werden. In einem Beschluss stellt die Verkehrsministerkonferenz nach Beratungen fest, dass die Durchsetzung der Maskenpflicht grundsätzlich Aufgabe des Staates sei, nicht alleine der Unternehmen. (dpa)

Viele Corona-Fälle: Garmisch-Partenkirchen erhöht Sicherheitsmaßnahmen 

Weil die Zahl der Corona-Infektionsfälle im Landkreis Garmisch-Partenkirchen eine kritische Marke überstiegen hat, sind die Sicherheitsmaßnahmen für die Gemeinde für sieben Tage erhöht worden. Wie das Landratsamt am Freitag weiter mitteilte, werden Menschen, die am Dienstagabend bestimmte Bars besucht haben, aufgerufen, sich zu melden und testen zu lassen. An jenem Abend hätten bisherigen Erkenntnissen zufolge hochinfizierte Personen die Lokale besucht, aber nicht alle Kontaktpersonen ließen sich nachvollziehen.

Seit diesem Freitag müssen alle Gaststätten in der Gemeinde Garmisch-Partenkirchen (Bayern) täglich um 22.00 Uhr schließen, wie es weiter hieß. Nur noch maximal fünf Personen dürfen sich im öffentlichen Raum gemeinsam treffen - das gilt auch für alle Gastronomiebetriebe. Für Privatveranstaltungen wird die Teilnehmerzahl auf höchstens 50 Personen in geschlossenen Räumen oder bis zu 100 Personen unter freiem Himmel beschränkt. Die Zahl der bestätigten Neuinfektionen mit dem Coronavirus überstieg am Freitag die kritische Marke von 50 Personen je 100 000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Wegen der aktuellen Lage ist das Testzentrum in Garmisch-Partenkirchen auch am Samstag und Sonntag jeweils von 15.00 bis 20.00 Uhr geöffnet. Vor allem junge Menschen seien aufgerufen, sich testen zu lassen, hieß es. Sie seien besonders von den Neuinfektionen betroffen. (dpa)

Spanien meldet Rekordanstieg bei Corona-Infektionen

In Spanien ist die Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen am Freitag auf den Rekordwert von 12 183 geklettert. Es handele sich um den höchsten Anstieg binnen eines Tages seit Beginn der Pandemie, schrieb die Zeitung «El País». Das Gesundheitsministerium in Madrid teilte mit, es handele sich um 4708 positive Testergebnisse der vergangenen 24 Stunden sowie nachgemeldete Fälle. In den vergangenen 14 Tagen seien insgesamt 112 364 Neuinfektionen registriert worden, also durchschnittlich gut 8000 pro Tag. Das Robert Koch-Institut hat Spanien schon seit längerem als Corona-Risikogebiet eingestuft. Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in das beliebte Urlaubsland.

Österreich verschärft Maskenpflicht

Nach einem starken Anstieg der Corona-Ansteckungszahlen verschärft Österreich die landesweiten Maßnahmen wieder. Von Montag an muss ausnahmslos in allen Geschäften ein Mund-Nasen-Schutz getragen werden, wie die Regierung am Freitag in Wien mitteilte. Das gilt auch für Beschäftigte in Lokalen. Außerdem dürfen Speisen und Getränke in Innenbereichen nur noch an Sitzplätzen serviert werden. (dpa)

1484 Corona-Neuinfektionen in Deutschland

In Berlin sind 139 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das geht aus dem Lagebericht der Senatsgesundheitsverwaltung vom Donnerstagabend hervor. 72 waren es noch am Vortag. Die Zahl der Menschen, die sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit dem Virus angesteckt haben, liegt in der Hauptstadt nun bei 12.089.

Besonders betroffen ist der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg. Hier wurden 43 neue Fälle gemeldet. Auf Platz zwei folgt Mitte mit 27 Neuinfektionen, auf Platz drei Neukölln mit 20 neuen Corona-Fällen. 11.012 Menschen gelten inzwischen als genesen, das sind 81 mehr als am Vortag. Die Zahl der Todesfälle bleibt bei 226 - es ist kein neuer Todesfall hinzugekommen. Damit verzeichnet Berlin derzeit 851 aktive Corona-Fälle.

1484 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1484 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 256 850 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Freitag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 11.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9342. Das ist einer mehr als noch am Vortag. Bis Donnerstagmorgen hatten etwa 230 600 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

Rekordzahl von fast 10.000 Corona-Neuinfektionen in Frankreich 

Vor Beratungen der französischen Regierung über eine weitere Verschärfung der Corona-Maßnahmen ist in dem Land die Rekordzahl von fast 10.000 Neuinfektionen binnen 24 Stunden verzeichnet worden. Wie das Gesundheitsministerium in Paris am Donnerstag mitteilte, wurden seit dem Vortag 9843 neue Coronavirus-Ansteckungsfälle erfasst. Dies ist die höchste Zahl in Frankreich seit dem Beginn der Pandemie. (AFP)

+++ 10. September +++

Reisewarnungen für weitere Gebiete in Europa: Genf und Prag betroffen 

Das Auswärtige Amt hat Reisewarnungen für weitere Regionen in Europa ausgesprochen. Betroffen sind den Mitteilungen vom Mittwochabend zufolge etwa Genf, Prag, Dubrovnik oder die Insel Korsika.

So wurden bereits bestehende Reisewarnungen für Teile von Frankreich ausgeweitet. Demnach wird nun wegen der hohen Infektionszahlen auch vor Reisen nach Korsika sowie in die Regionen Île-de-France, Provence-Alpes-Côte-d'Azur, Auvergne-Rhônes-Alpes, Occitanie und Nouvelle-Aquitaine gewarnt. Zuvor galten wegen der gestiegenen Zahl der Corona-Neuinfektionen bereits Reisewarnungen für die Île-de-France mit der Hauptstadt Paris sowie die Region Provence-Alpes-Côte d'Azur an der Mittelmeerküste.

Ebenso warnt das Auswärtige Amt nun vor Reisen in die Schweizer Kantone Genf und Waadt. Auch die tschechische Hauptstadt Prag steht jetzt mit auf der Liste. Zudem kamen weitere Gebiete in Kroatien hinzu: Dubrovnik-Neretva und Po?ega-Slawonien. Zuvor waren bereits die Regionen Zadar, ?ibenik-Knin sowie Split-Dalmatien betroffen.

Eine Reisewarnung ist zwar kein Reiseverbot, aber eine abschreckende Wirkung ist beabsichtigt. Die Warnung ermöglicht es Reisenden, Buchungen kostenlos zu stornieren. (dpa)

1892 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1892 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 255 366 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstag auf seiner Homepage bekannt gab (Datenstand 10.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9341. Das sind drei mehr als noch am Vortag. (dpa)

+++ 9. September +++

1176 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1176 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies gab das Robert Koch-Institut (RKI) am Mittwoch auf seiner Homepage bekannt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 253 474 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 9.9., 0.00 Uhr). Bis Mittwochmorgen hatten etwa 228 000 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9338. Das sind neun weitere Todesfälle im Vergleich zum Vortag. (dpa)

Rekordanstieg bei Neuinfektionen in Tschechien

In Tschechien breitet sich das Coronavirus weiter rasant aus. Bei der Zahl der täglichen Neuinfektionen wurde ein Rekordwert erreicht: Am Dienstag kamen 1164 Fälle hinzu, wie das Gesundheitsministerium in Prag am Mittwoch bekanntgab. Der bisherige Höchstwert innerhalb von 24 Stunden hatte bei knapp 800 gelegen. Die Gesamtzahl der aktiven Fälle stieg damit auf rund 9300. Es wurden bisher insgesamt 441 Todesfälle mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Tschechien hat nur knapp 10,7 Millionen Einwohner. Am Dienstag hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) den jüngsten Anstieg als „besorgniserregend“ bezeichnet.

Schwangere mit Corona: seltener Fieber, aber mehr Frühgeburten

Andere Symptome und ein erhöhtes Risiko für eine Frühgeburt: Experten haben mögliche Folgen einer Corona-Infektion bei schwangeren Frauen untersucht. Eine verfrühte Geburt ist demnach bei ihnen wahrscheinlicher, wobei die Rate spontaner Frühgeburten - also bei allein einsetzenden Wehen - kaum höher liegt. Bei infizierten Schwangeren werde also öfter eine Schwangerschaft eingeleitet und/oder der Säugling per Kaiserschnitt früher geholt, erläutern die Forscher im Fachmagazin „BMJ“. Dafür gebe es verschiedene Gründe.

Das sei eine Situation, die nicht nur bei einer Ansteckung mit Sars-CoV-2, sondern auch bei anderen Infektionen auftreten könne, erklärte die Virologin Susanne Modrow, die unter anderem zu Virusinfektionen in Schwangerschaften forscht. „Akute Infektionen haben in der Spätphase der Schwangerschaft häufig das Risiko einer verfrühten Geburt.“ (dpa)

Versammlungen mit mehr als sechs Menschen in England künftig verboten 

Als Reaktion auf die zunehmenden Corona-Infektionen in England werden dort Versammlungen mit mehr als sechs Menschen bis auf Weiteres untersagt. Die neue Obergrenze soll ab kommendem Montag gelten und betrifft sowohl Treffen in den eigenen vier Wänden als auch im öffentlichen Raum, wie die britische Regierung laut übereinstimmenden Medienberichten am Mittwoch offiziell verkünden wird. Bislang gilt hier eine Grenze von 30 Personen. (dpa)

+++ 8. September +++

RKI: 1499 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 1499 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) mindestens 252 298 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 8.9., 0.00 Uhr). Bis Dienstagmorgen hatten etwa 226 500 Menschen die Infektion überstanden. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt bei 9329. Seit dem Vortag wurden vier weitere Todesfälle gemeldet. (dpa)

Corona-Hilfe: Mehr als 100 Österreicher bekommen Scheck von Trump 

Von US-Präsident Donald Trump unterzeichnete Schecks zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise sind nun bei etlichen Österreichern gelandet. Mehr als 100 solcher Schecks über jeweils 1200 Dollar (rund 1000 Euro) sind nach Angaben des ORF inzwischen bei Banken eingelöst worden. Zu den Empfängern zählt auch ein Rentner aus Linz in Oberösterreich, der einst für kurze Zeit in den USA gearbeitet hatte. Er habe zuerst an einen schlechten Scherz geglaubt, schilderte der Mann in der ORF-Nachrichtensendung "ZiB2" am Montagabend. Die Bank habe die Echtheit des Schecks aber überprüft, und wenig später habe er das Geld auf dem Konto gehabt.

Grund des Geldsegens könnte eine Datenpanne bei den amerikanischen Behörden sein. Die US-Regierung hatte Schecks an zahllose Menschen geschickt, gedacht als Hilfe in der Coronavirus-Krise. US-Bürger mit einem Jahresgehalt von bis zu 75 000 Dollar erhielten Schecks von 1200 Dollar, berufstätige Paare mit einem Gehalt bis 150 000 Dollar entsprechend 2400 Dollar. Irrtümlich gingen auch Zahlungen an mehr als eine Million Tote. Offenbar hatten das Finanzministerium und die Steuerbehörde vor dem Verschicken der Hilfe-Schecks nicht ihre Daten mit den Verstorbenenmeldungen der Sozialversicherungsbehörde abgeglichen.

Das Geld wird jedenfalls im Fall des Rentners aus Linz zu einem guten Teil in die USA zurückfließen. Sollten die Reisebeschränkungen wieder fallen, werde er dort endlich mal wieder Urlaub machen, kündigte er an. (dpa)

Italien verlängert Anti-Corona-Maßnahmen für weiteren Monat 

Die Maßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus in Italien wie Maskenpflicht und Abstandsregeln bleiben für einen weiteren Monat in Kraft. Ministerpräsident Giuseppe Conte unterzeichnete am Montagabend nach Regierungsangaben das entsprechende Dekret. Die Vorschriften gelten in dem Mittelmeerland nun bis zum 7. Oktober.

Demnach gibt es in öffentlichen Gebäuden und Transportmitteln weiter die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Menschen sollen einen Abstand von mindestens einem Meter halten. Größere Ansammlungen sind weiter verboten, Stadien und Diskotheken bleiben geschlossen.

Auch die Beschränkungen für Einreisende aus Kroatien, Griechenland, Spanien und Malta gelten weiterhin. Sie müssen einen negativen Corona-Test vorweisen. Vereinfacht wird dagegen die Situation für internationale Paare, bei denen einer der Partner in einem Land lebt, aus dem die Einreise nach Italien bislang nicht ohne Weiteres möglich ist. Sie dürfen nun mit einer entsprechenden Erklärung einreisen.

In Rom hatten am Wochenende rund 2000 Menschen gegen die Corona-Schutzmaßnahmen der Mitte-Links-Regierung protestiert. Sie sehen eine "Gesundheitsdiktatur". In Italien war die Zahl der täglichen Neuinfektionen mit dem Coronavirus am Freitag mit mehr als 1700 Fällen auf den bis dahin höchsten Wert seit Anfang Mai gestiegen. (dpa)

AOK will Preise für Corona-Tests drücken 

Der Chef des AOK-Bundesverbandes, Martin Litsch, will die Kosten für Corona-Tests drücken. Er fordert Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) deshalb auf, den Krankenkassen die gesetzliche Möglichkeit für Preisverhandlungen einzuräumen. "Es ist unangemessen, dass wir für jeden Test knapp 40 Euro bezahlen müssen. Die Labore machen damit inzwischen dicke Gewinne", sagte Litsch dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Dienstag).

Laborbetreiber hätten ihm bestätigt, dass sie "mit der Hälfte gut leben könnten", sagte der Verbandschef. "20 Euro wären also durchaus angemessen", betonte er. Derzeit gebe es aber für die Kassen rechtlich keine Möglichkeit, einen niedrigeren Preis durchzusetzen.

"Uns sind hier die Hände gebunden. Ich appelliere an Gesundheitsminister Spahn, den Weg dafür zu ebnen, dass die Kassen mit Laboren die Preise für Corona-Tests selbst verhandeln können", forderte Litsch. "Dann könnten wir für unsere Versicherten und die Arbeitgeber viel Geld sparen. Wir brauchen wieder mehr Markt und weniger Staat." (dpa)

+++ 7. September +++

RKI: 814 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland 

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) 814 neue Corona-Infektionen gemeldet. Die gemeldeten Fallzahlen an Sonntagen und Montagen sind allerdings erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. (dpa)

Europol: Im Corona-Jahr boomt der Kokain-Schmuggel

Der illegale Drogenhandel ist durch die Corona-Krise nach Erkenntnissen von Europol nicht zurückgegangen. Der Schmuggel von Kokain aus Südamerika nach Europa steuere sogar auf «Rekordwerte» zu, sagte Sascha Strupp, strategischer Analyst für Drogenhandel bei Europol in Den Haag im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. „Corona hat gar keinen Einfluss auf den Schmuggel über den Meeresweg gehabt.“ Der gesamte Drogenmarkt ist nach den Worten des Drogenexperten „ein Wachstumsmarkt“.

Das Volumen der eingeschleusten Drogen ist nur schwer zu schätzen. Deutliche Hinweise auf eine Zunahme sehen Ermittler etwa in der Menge der beschlagnahmten Drogen. Im Hafen von Rotterdam wurden im ersten Halbjahr 2020 mehr als 25 000 Kilogramm Kokain sichergestellt, mehr als doppelt so viel wie im selben Zeitraum des Vorjahres. Bereits 2019 hatten die Zollfahnder eine Rekordmenge entdeckt: insgesamt 34 000 Kilogramm Kokain, fast doppelt so viel wie 2018. (dpa)

Krankenkasse: Corona ließ Krankenstand nicht auffällig steigen

Die Corona-Pandemie hat die Krankmeldungen nach einer Auswertung der Techniker Krankenkasse im ersten Halbjahr 2020 nicht auffällig steigen lassen. Unter ihren versicherten Arbeitnehmern lag der Krankenstand als Anteil der Fehltage an allen Arbeitstagen bei 4,4 Prozent - nach 4,3 Prozent im Vorjahreszeitraum und 4,5 Prozent im ersten Halbjahr 2018. Die Diagnose Covid-19 spielte dabei nur eine untergeordnete Rolle. Im März war sie demnach für 0,3 Prozent des gesamten Krankenstandes verantwortlich, im April stieg der Anteil etwas auf 0,7 Prozent und sank bis Juni wieder auf 0,2 Prozent.

Vorstandschef Jens Baas erläuterte, erfahrungsgemäß meldeten sich zum Sommer weniger Menschen krank. „Hinzu kommt, dass die Abstands- und Hygieneregeln offensichtlich Wirkung zeigen. Sie reduzieren ja nicht nur die Ansteckungsgefahr durch Covid-19, auch andere Erkältungs- und Infektionskrankheiten haben weniger Chancen, sich zu verbreiten.“ Zudem seien Sportverletzungen und Wegeunfälle zurückgegangen. Zugenommen hätten vor allem psychische Diagnosen, die im ersten Halbjahr 18,7 Prozent des gesamten Krankenstands ausmachten. (dpa)

+++ 6. September +++

Deutschland und EU liegen bei Versorgung mit Corona-Impfstoffen zurück

Im Wettrennen um die Versorgung der Bevölkerung mit Corona-Impfstoffen liegen Deutschland und die EU laut einem Zeitungsbericht im Vergleich zu den USA und Großbritannien deutlich zurück. So hätten sich die USA im Rahmen von Vorabverträgen 800 Millionen Impfstoffdosen von sechs verschiedenen Herstellern gesichert, berichtete die „Welt am Sonntag“. Zusätzlich hätten sie die Option auf weitere 1,4 Milliarden Impfdosen zu einem späteren Zeitpunkt. Großbritannien hat dem Bericht zufolge bereits Verträge mit sechs Herstellern über 340 Millionen Impfstoffdosen geschlossen. Das Land komme damit auf eine höhere Pro-Kopf-Quote als jede andere Industrienation.

Hingegen habe die EU-Kommission für die 446 Millionen Einwohner in den 27 Mitgliedstaaten bisher nur einen Rahmenvertrag mit dem britisch-schwedischen Konzern Astra Zeneca über 300 Millionen Impfstoffdosen getroffen, mit der Option auf weitere 100 Millionen. (AFP)

988 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen 988 neue Corona-Infektionen gemeldet. Diese Zahlen sind mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen allerdings wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen nämlich erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 249 985 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 6.9., 0.00 Uhr). (dpa)

Feier mit 2000 Gästen: Laschet verteidigt Besuch in Sachsen

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat seinen Besuch in Sachsen anlässlich der 30-Jahr-Feier des Freistaats mit einem Verweis auf den Föderalismus verteidigt. Die Corona-Regeln in Sachsen seien anders als in Nordrhein-Westfalen. „Die Infektionszahlen in Sachsen sind aber auch andere als in Nordrhein-Westfalen“, sagte er am Samstag beim Besuch eines Schaubergwerks mit seinem sächsischen CDU-Amtskollegen Michael Kretschmer bei Schwarzenberg (Erzgebirgskreis).

Am Abend wollte Laschet bei einer Festveranstaltung anlässlich des 30-jährigen Bestehens Sachsens seit der Wiedergründung 1990 vor 2000 Gästen sprechen. Das hatte im Vorfeld für Kritik gesorgt, weil in NRW noch sehr viel strengere Corona-Regeln für Großveranstaltungen gelten. „Wie glaubwürdig ist ein Ministerpräsident, der in seinem Bundesland Wasser predigt und Großveranstaltungen untersagt, aber selbst auf einer Party mit 2000 Gästen in Sachsen Geburtstagswein trinkt?“, sagte der nordrhein-westfälische SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty. (dpa)

Behörden verlängern Ausgangsbeschränkungen in Melbourne

Die australischen Behörden haben die strikten Ausgangsbeschränkungen in Melbourne, der zweitgrößten Stadt des Landes, verlängert. Die Zahl der Corona-Neuinfektionen sei nicht stark genug zurückgegangen, um eine dritte Infektionswelle zu verhindern, sagte der Regierungschef des Bundesstaats Victoria, Daniel Andrews, am Sonntag auf einer Pressekonferenz. Der Lockdown bleibe noch bis 28. September in Kraft. Eigentlich sollten die seit sechs Wochen geltenden Beschränkungen, die unter anderem eine nächtliche Ausgangssperre vorschreiben, nächstes Wochenende enden.

+++ 5. September +++

Saftige Geldbuße für fliegende Maskenmuffel in Kanada

Die kanadischen Behörden haben erstmals Flugpassagiere wegen des Verweigerns von Masken zum Schutz gegen das Coronavirus mit saftigen Geldstrafen belegt. Zwei Kanadier müssen je 1000 kanadische Dollar (650 Euro) Strafe zahlen, wie das kanadische Verkehrsministerium am Freitag mitteilte. „In beiden Fällen wurden die Personen von der Besatzung wiederholt dazu aufgefordert, Gesichtsbedeckungen zu tragen, und in beiden Fällen haben die Personen sich geweigert“, erklärte das Ministerium weiter. Die Vorfälle ereigneten sich demnach im Juni und Juli auf Inlandsflügen. Wie in Deutschland müssen auch in Kanada Reisende in öffentlichen Verkehrsmitteln zum Schutz gegen das Coronavirus Masken tragen. In Flugzeugen gilt das in Kanada beim Einsteigen, während des Flugs und beim Aussteigen. Kanada hat in der Pandemie bislang mehr als 130.000 Infektionen und 9000 Todesfälle verzeichnet. (AFP)

1378 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Samstagmorgen 1378 neue Corona-Infektionen gemeldet. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach mindestens 248 997 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert (Datenstand 5.9., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9324. Seit dem Vortag wurden zwei Todesfälle mehr gemeldet. Bis Samstagmorgen hatten etwa 222.900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Freitag bei 0,85 (Vortag: 0,77). (dpa)

Brasilianischer Häuptling Raoni überlebt Corona-Infektion

Der etwa 90-jährige brasilianische Häuptling Raoni Metuktire hat nach seiner überstandenen Corona-Infektion am Freitag das Krankenhaus verlassen. „Er hat sich von der Herzentzündung, einer Nebenwirkung von Covid-19, erholt und ist bereits von der Infektionskrankheit geheilt“, erklärte das Raoni-Institut am Freitag. „Er hat das Krankenhaus verlassen“, teilte das Krankenhaus im Bundesstaat Mato Grosso mit.

Der international bekannte Menschenrechts- und Umweltaktivist war vor rund einer Woche in das Krankenhaus Dois Pinheiros de Sinop, rund 200 Kilometer von seinem Heimatdorf im Amazonasgebiet entfernt, eingewiesen worden. Er hatte Symptome einer Lungenentzündung. In der Klinik wurde der Häuptling, dessen genaues Alter nicht bekannt ist, positiv auf das Coronavirus getestet. (AFP)

+++ 4. September +++

Curevac erhält 252 Millionen Euro für Corona-Impfstoff

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac erhält für die Forschung an einem Corona-Impfstoff eine Finanzspritze des Bundes in Höhe von 252 Millionen Euro. Das bestätigte am Freitag ein Sprecher des Unternehmens, an dem sich auch der Staat beteiligt hat. Zuvor hatte der «Business Insider» darüber berichtet.

Das Bundesforschungsministerium hatte vor Monaten ein Sonderprogramm zur Beschleunigung der Forschung an dringend benötigten Impfstoffen gegen das Virus gestartet. Ende Juli hatte das Ministerium dann mitgeteilt, dass neben Curevac auch die Mainzer Firma Biontech und das Unternehmen IDT Biologika aus Dessau-Roßlau «von einem Expertenbeirat» zur Förderung empfohlen worden seien. Der Fördertopf umfasst insgesamt rund 750 Millionen Euro.

Weltweit forschen Unternehmen an einem Impfstoff gegen das Coronavirus. Bei Curevac waren in den vergangenen Monaten mehrere Investoren eingestiegen - darunter auch der Bund im Juni mit rund 300 Millionen Euro. Erst kürzlich war das Unternehmen an die Börse gegangen. (dpa)

Rund 10.000 Menschen von neuer Corona-Testpanne in Bayern betroffen 

Von der jüngsten Panne bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen in Bayern sind rund 10 000 Menschen betroffen. Das sagte ein Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums am Freitag in München. (dpa)

Lesen Sie hier mehr dazu. >>

Rund 1430 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland rund 1430 neue Corona-Infektionen gemeldet. Das geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagvormittag hervor. Zunächst hatte das Institut am frühen Morgen wesentlich weniger Fälle angegeben (782). Später berichtete das RKI von technischen Problemen und schrieb, es seien 650 Fälle zu wenig ausgewiesen worden. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich demnach rund 247 600 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert. Bis Freitagmorgen hatten etwa 221 900 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Das RKI schreibt im Lagebericht von Donnerstagabend: "Der seit Mitte Juli beobachtete Zuwachs in den übermittelten Fallzahlen hat sich in der letzten Woche stabilisiert und die 7-Tage-Inzidenz ist bundesweit wieder gesunken." (dpa)

Curevac rechnet mit baldiger Impfstoff-Zulassung

Das Tübinger Biotechunternehmen Curevac rechnet fest mit einem Erfolg seines derzeit in der Entwicklung befindlichen Covid-19-Impfstoffs. „Wir planen auf Erfolg und wollen bis zum Ende des Jahres mehr als 100 Millionen Dosen zur Verfügung haben“, sagte Curevac-Haupteigner und SAP-Gründer Dietmar Hopp dem „Handelsblatt“.

Eine Zulassung werde im Frühjahr oder Sommer 2021 erwartet, in eingeschränkter Form möglicherweise aber auch schon früher. Es könne nicht völlig ausgeschlossen werden, "dass der Impfstoff noch in diesem Jahr auf Basis von Interimsdaten zugelassen wird, etwa für bestimmte, besonders gefährdete Berufsgruppen oder Regionen." Das müssten die Behörden entscheiden, wenn die Daten vorlägen. (BK)

Berlusconi nach positivem Corona-Test "vorsichtshalber" im Krankenhaus

Italiens Ex-Ministerpräsident Silvio Berlusconi ist nach seiner Ansteckung mit dem Coronavirus ins Krankenhaus eingewiesen worden. Der 84-Jährige sei am Donnerstagabend "vorsichtshalber" ins Mailänder Krankenhaus San Raffaele gebracht worden, nachdem er einige der Symptome von Covid-19 entwickelt habe, hieß es am Freitagmorgen in einer kurzen Erklärung seines Umfelds. Doch gebe es keinen Grund zur "Besorgnis". (AFP)

Lesen Sie hier mehr dazu. >>

700 Millionen Euro als Corona-Bonus für Altenpflege ausgezahlt

Für den Corona-Bonus für Beschäftigte in der Altenpflege sind inzwischen rund 700 Millionen Euro ausgezahlt worden. Das teilte das Bundesgesundheitsministerium auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur mit. Rund 680 Millionen Euro gingen demnach an Pflegeeinrichtungen als Arbeitgeber, weitere 20 Millionen Euro an Dienstleistungsunternehmen. Die Mitte Juli ausbezahlten Gelder müssten inzwischen bei den Pflegekräften angekommen sein, sagte ein Ministeriumssprecher. Die Beschäftigten sollten den Bonus direkt von ihren Arbeitgebern erhalten. Einen zweiten Auszahlungstermin soll es nach Angaben des Ministeriums im Dezember geben. (dpa)

Australien verlängert Corona-Reisesperre um drei Monate

Australien hat seine internationale Corona-Reisesperre um weitere drei Monate verlängert. Gesundheitsminister Greg Hunt kündigte am späten Donnerstagabend an, dass die Grenzen bis mindestens 17. Dezember für Besucher aus dem Ausland geschlossen bleiben. Die Regierung reagiere damit auf den Rat des Komitees für Gesundheitsschutz AHPPC: Die Behörde habe festgestellt, dass "die internationale und nationale Covid-19-Situation weiterhin ein inakzeptables Risiko für die öffentliche Gesundheit" darstelle, hieß es in einer Mitteilung. Die Verlängerung der Reisesperre sei "eine angemessene Reaktion auf dieses Risiko". (dpa)

Caravan Salon: Größte Messe seit Corona beginnt 

Mit dem Caravan Salon beginnt am Freitag (10.00 Uhr) in Düsseldorf nach Angaben der Messewirtschaft die bislang größte Ausstellung in Deutschland seit den Einschränkungen in der Corona-Pandemie. Pro Tag dürfen maximal 20 000 Besucher zu den Ständen der 350 Aussteller kommen, ein Ticket muss vorher im Internet gebucht werden. Jeder Besucher muss an den zehn Messetagen bis zum 13. September genug Abstand zu fremden Menschen halten und eine Maske tragen. Zusätzlich sollen Lüftungsanlagen und offene Türen für frische Luft sorgen. Außerdem werden 600 Mitarbeiter eingesetzt, die während der Messe zu den Corona-Maßnahmen informieren, reinigen und kontrollieren.

Reisen mit Wohnmobil oder Camper ist dieses Jahr noch ein bisschen beliebter geworden. In der Corona-Krise wurden mehr Freizeitfahrzeuge aller Art zugelassen als noch 2019 - auch, weil es die einzige autarke Reiseform sei, sagte der Geschäftsführer des Caravaning Verbandes, Daniel Onggowinarso im Vorfeld der Messe.

Bis Sonntag findet parallel zum Caravan Salon auch die Tour Natur statt, eine kleinere Messe mit 270 Ausstellern rund um die Themen Wandern, Trekking, Mountainbike und Kanufahren. (dpa)

+++ 3. September +++

Oberste Medizinerin Kanadas empfiehlt Atemschutz beim Sex

Die oberste Medizinerin Kanadas hat zum Schutz gegen das Coronavirus das Tragen einer Maske auch beim Sex empfohlen. Wer Sex mit jemandem habe, der nicht im eigenen Haushalt wohne oder der zu den Corona-Risikogruppen zähle, solle dabei einen Mund-Nasen-Schutz tragen, erklärte am Mittwoch die Chefin der Behörde für öffentliche Gesundheit, Theresa Tam. Sie riet auch dazu, das Küssen wegzulassen und Berührungen der Gesichter zu vermeiden. „Sex kann in Zeiten von Covid-19 kompliziert sein“, gab Tam zu bedenken. Dies gelte besonders für Menschen, die keine Sexpartner im eigenen Haushalt hätten. „Die sexuelle Aktivität mit dem niedrigsten Risiko ist jene, an der nur Sie alleine beteiligt sind“, fügte die Medizinerin zu. (AFP)

Tschechien meldet Tagesrekord an Corona-Neuinfektionen

Tschechien hat einen Rekord an Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Innerhalb von 24 Stunden kamen weitere 650 Fälle hinzu, wie am Donnerstag aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Prag hervorging. Das waren so viele wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. Die Zahl der aktiv Infizierten überschritt erstmals die 7000er-Marke. 425 Todesfälle wurden mit einer Covid-19-Erkrankung in Verbindung gebracht. Gesundheitsminister Adam Vojtech, der sich wegen eines Falls in seinem Umfeld selbst in Quarantäne begeben musste, kündigte nach Angaben der Agentur CTK weitere Maßnahmen an. Denkbar sei eine Ausweitung der Maskenpflicht. Sie gilt derzeit in öffentlichen Verkehrsmitteln sowie in Behörden, auf der Post und in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen. Einzelheiten könnten bereits am Freitag bekanntgegeben werden. (dpa)

Ärztepräsident: Neue Grippewelle könnte harmloser ausfallen

Die Grippewelle könnte nach Ansicht von Ärztepräsident Klaus Reinhardt unter anderem wegen der Corona-Hygienregeln harmloser verlaufen als in früheren Jahren. „Durch die Corona-Routine, also durch häufiges Händewaschen, Maskentragen und Abstandhalten, werden Infektionen insgesamt reduziert“, sagte Reinhardt. Zudem könne eine Grippeimpfung einen positiven Effekt auf das Corona-Risiko haben. „Jede Impfung ist ein Trainingsprogramm für das Immunsystem. Die Grippeschutzimpfung führt zwar nicht zu einer spezifischen Immunisierung gegen das Corona-Virus, kann aber das Immunsystem so stärken, dass eine Infektion harmloser verläuft“, sagte der Ärztepräsident. Er forderte zugleich eine möglichst lückenlose Grippeimpfung für Erzieher und Lehrer: „Die Grippewelle darf nicht den Betrieb von Kitas und Schulen gefährden“, sagte Reinhardt. (dpa)

Düsseldorfer Karnevalsauftakt soll am 11.11. ohne Alkohol starten

In Düsseldorf soll der Karnevalsauftakt am 11.11. nicht der Corona-Krise zum Opfer fallen. Der sogenannte Hoppeditz solle auch im Jahr der Pandemie unter freiem Himmel auf dem Rathausplatz erwachen - allerdings alkoholfrei, teilte das Comitee Düsseldorfer Carneval. Die Tradition markiere in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt seit fast 150 Jahren den Beginn der fünften Jahreszeit. „An dieser Tradition werden wir auch in Zeiten der Corona-Krise festhalten“, erklärten die Karnevalisten. Das Erwachen werde „komplett ohne Alkoholausschank stattfinden“, kündigte Comitee-Präsident Michael Laumen an. Mit Unterstützung der Stadt werde ein Hygiene- und Infektionsschutzkonzept erarbeitet und versucht, möglichst vielen Karnevalisten eine Teilnahme zu ermöglichen. Eine genaue Zahl stehe noch nicht fest. Der Umzug der Karnevalsvereine am 11.11. und der traditionelle Hoppeditz-Ball sollen den Angaben zufolge ausfallen. (AFP)

Probeliegen im Sarg: Bizarre Corona-Strafe in Indonesien

Bizarre Corona-Strafe in Indonesien: In der Hauptstadt Jakarta werden Maskenverweigerer neuerdings zum Probeliegen in einem Sarg gebeten. Bürger, die man ohne Mund-Nasen-Bedeckung erwischt hat, können Berichten zufolge wählen, ob sie gemeinnützige Arbeit verrichten, eine Geldstrafe zahlen oder sich eine Minute in einen Sarg legen wollen. Den Behörden in Jakarta zufolge sollen Maskenverweigerer dadurch auf die möglicherweise tödlichen Konsequenzen ihres Handelns hingewiesen werden. „Denk darüber nach, was passiert, wenn Du Covid-19 bekommst“, sagte ein Beamter zu einem der Maskenverweigerer im offenen Sarg. Ein Video der Szene wurde am Donnerstag auf Youtube verbreitet. Abdul Syukur war einer von denen, die sich in die blumengeschmückte Holzkiste legen mussten. Der Nachrichtenseite „Tribun News“ sagte er, er habe nicht genug Geld gehabt, um die Strafe in Höhe von rund 14 Euro zu zahlen. Indonesien war bereits in den vergangenen Monaten durch kuriose Bestrafungen in die Schlagzeilen gekommen: So müssen ohne Maske ertappte Bürger unter anderem auch an Ort und Stelle Liegestütze machen. (dpa)

Kinder vier Monate eingesperrt – Eltern hatten Angst vor Corona

Im schwedischen Jonköping haben Eltern ihre drei Kinder vier Monate lang nicht aus dem Haus gelassen, weil sie fürchteten, sie könnten sich mit dem Corona-Virus anstecken. Ein Verwaltungsgericht hat nun entschieden, dass es richtig war, die Kinder von den Behörden betreuen zu lassen. Das berichtete der Radiosender P4 Jonköping. Dem Urteil zufolge hatten die Eltern die Haustür mit Brettern vernagelt. Die Kinder durften auch zueinander keinen Kontakt haben und mussten in ihren Zimmern bleiben. Im Juli griffen die Sozialbehörden ein und brachten die drei woanders unter. Der Anwalt der Kinder, Mikael Svegfors, sagte dem Sender, die Eltern hätten nicht die schwedischen Nachrichten, sondern die ihres Heimatlandes verfolgt, in dem strengere Ausgangsbeschränkungen verhängt wurden. Die Eltern bestritten vor Gericht, die Kinder eingesperrt zu haben und kündigten an, das Urteil anzufechten. (dpa)

+++ 30. August +++

Weniger wöchentliche Corona-Fälle - Lage stabilisiert?

Die Gesundheitsämter in Deutschland haben innerhalb eines Tages 785 neue Corona-Infektionen übermittelt. Dies meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag. Allerdings sind diese Zahlen mit Blick auf das wirkliche Infektionsgeschehen wenig aussagekräftig - an Sonntagen sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Einen Anhaltspunkt für die Beurteilung des Infektionsgeschehens liefern die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 7905 (Datenstand 30.8., 0 Uhr) und damit unter der vom Vortag (8023). Vor einer Woche (23.8.) lag der Wert noch bei 8528. Am Sonntag davor (16.8.) hatte er bei 6837, vor einem Monat (2.8.) bei 4127 gelegen. (dpa)

Berlins Hotelbranche steckt tief in der Krise

Ein halbes Jahr nach dem ersten Coronafall in Berlin steckt die Hotelbranche der Hauptstadt tief in der Krise. Zwar dürfen in den Hotels und Pensionen seit dem 25. Mai wieder Touristen und nicht nur Geschäftsreisende übernachten, aber die Zahlen liegen immer noch weit unter dem Niveau des Vorjahres. «Es ist absolut dramatisch», beschreibt Thomas Lengfelder, Hauptgeschäftsführer des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga Berlin, die Situation. Am 2. März war in Berlin der erste Fall einer Infektion mit dem Covid-19-Virus nachgewiesen worden. Die Folge der zunehmenden Infektionszahlen waren ab Mitte März weitreichende Einschränkungen auch für Gastronomie und Hotellerie. In den drei Monaten seit dem 25. Mai habe das Umsatzminus der Berliner Hotellerie im Vergleich zum Vorjahr immer noch 68,9 Prozent betragen. «Das ist existenzbedrohend», sagte Lengfelder der dpa.

Erster Karnevalszug in Köln wegen Corona abgesagt

Der "Zollstocker Dienstagszug" ist in Köln als erster Karnevalszug der kommenden Session abgesagt worden. Man könne es den beteiligten Schulen und Kindergärten gegenüber nicht verantworten, noch länger mit einer Entscheidung zu warten, teilte Vorstandsmitglied Michael Siegenbruck am Samstagabend in einem Live-Video mit. Gesundheitliche und finanzielle Risiken seien zu hoch, um den Zug weiter zu planen. In Kürze hätte der Verein mit dem Wagenbau sowie der Organisation von Kapellen und Sicherheitsdienst beginnen wollen. Zuvor hatten mehrere Medien darüber berichtet. (dpa)

Immer mehr Fälle wiederholter Corona-Infektionen

Nach ersten Meldungen aus Asien und Europa berichten nun auch Wissenschaftler aus den USA und Ecuador über Fälle, in denen sich Menschen offenbar ein weiteres Mal mit Corona infiziert haben. Bei beiden Betroffenen sorgte die zweite Infektion für schwerere Symptome als die erste, wie Forscher um Richard Tillett von der Universität Nevada und das Institut für Mikrobiologie der Universität von Quito (IMUSFQ) berichteten. Bei dem Fall im US-Bundesstaat Nevada handelt es sich um einen 25-Jährigen mit Erkältungssymptomen und Durchfall, der Mitte April positiv auf Sars-Cov-2 getestet worden war. Ende Mai suchte er mit Symptomen wie Fieber, Kopfweh und Husten erneut ärztliche Hilfe, zeitweise musste er beatmet werden. Erbgutuntersuchungen hätten gezeigt, dass erste und zweite Infektion auf verschiedene Varianten von Sars-CoV-2 zurückgingen, so die Forscher. (dpa)

Laschet: Wir können mit dem Virus nicht wie gewohnt Karneval feiern

Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet bittet Karnevalisten wegen der Corona-Pandemie um Verständnis. "In diesem Corona-Jahr mussten und müssen wir alle auf Liebgewonnenes verzichten: Wenn Christen auf ein Osterfest in der Gemeinschaft, die Schützen auf ihr Schützenfest, Weintrinker auf ihr Weinfest, die Fußballfans auf ihre Stadionbesuche verzichten mussten, dann ist doch klar, dass auch der Karneval zur Disposition steht", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag". (dpa)

Sorge vor Schulstart in Frankreich: Ärzte schlagen wegen Corona Alarm

Frankreich blickt wegen steigender Corona-Zahlen mit Sorge auf den Schulbeginn. «Die für den Beginn des Schuljahrs am 1. September geplanten Regeln schützen weder das Personal noch die Schüler und ihre Familien», heißt es in einem offenen Brief von Ärztinnen und Ärzten, den die Zeitung «Le Parisien» veröffentlichte. Die bisherigen Regelungen reichten nicht aus, um den neuen Anstieg der Fälle von Covid-19 zu bremsen. Die Mediziner fordern eine Maskenpflicht für alle, die älter als sechs Jahre sind. (dpa)

+++ 29. August +++

Corona-Situation in Frankreich verschärft sich

In Frankreich spitzt sich die Lage mit mehr als 7000 erfassten Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages weiter zu. Das Gesundheitsministerium sprach am Freitagabend von einem "exponentiellen" Anstieg. Auch in Krankenhäusern und auf den Intensivstationen steige die Zahl der Patientinnen und Patienten wieder an - wenn auch auf niedrigem Niveau. Gleichzeitig treten immer schärfere Regelungen bei der Maskenpflicht in Kraft. Präsident Emmanuel Macron warnte angesichts der steigenden Zahlen vor Grenzschließungen innerhalb Europas.

In den vergangenen 24 Stunden seien 7379 neue Fälle gezählt worden, meldete das Gesundheitsministerium am Freitagabend. Am Vortag waren es mehr als 6000, davor mehr als 5000. Die 4000er-Schwelle war zuvor mehrfach überstiegen worden. "Die Dynamik des Fortschreitens der Epidemie ist exponentiell", hieß es. Seit einigen Wochen steigen die Fallzahlen im ganzen Land an, die Lage ist allerdings regional unterschiedlich. (dpa)

Seehofer kritisiert Kurswechsel bei Reiserückkehrern

Bundesinnenminister Horst Seehofer hat das Hin und Her im Umgang mit Reiserückkehrern in der Corona-Krise kritisiert. «Wir alle brauchen in dieser Krise Orientierung und Verlässlichkeit», sagte der CSU-Politiker dem «Donaukurier» (Samstag). «Das betrifft ja jeweils zigtausende Menschen. Deshalb dürfen wir unsere Strategie nicht zu häufig ändern.» Seehofer bezog sich damit auf den Kurswechsel, der am Donnerstag bei der Konferenz von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder getroffen wurde. Danach sollen die Regeln für Rückkehrer aus Risikogebieten nach nur wenigen Wochen wieder geändert werden. (dpa)

Deutlich höhere Testkapazitäten in Deutschland möglich

In Deutschland könnten einem Bericht zufolge viel mehr Menschen als bisher präventiv auf eine Infektion mit dem neuartigen Coronavirus getestet werden, ohne dass es deshalb zu Engpässen oder Preissteigerungen kommen müsste. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" (FAS) berichtete, sind in veterinärmedizinischen Laboren große ungenutzte Kapazitäten für den sogenannten PCR-Test vorhanden, mit dem sich das Virus nachweisen lässt. (afp)

Neun neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg haben sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums innerhalb eines Tages neun Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Damit ist die Zahl der täglich bekannt werdenden Neuinfektionen weiter gesunken. Von Donnerstag zu Freitag wurden vierzehn neue Fälle gemeldet, einen Tag zuvor waren es 26 bestätigte Infektionen gewesen. Damit haben sich seit März im Land insgesamt 3904 Menschen mit dem Virus angesteckt; 3511 gelten als genesen - vier mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der akut Erkrankten liegt derzeit den Angaben zufolge bei etwa 220. Bislang starben 173 Menschen im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. (dpa)

London warnt vor Einschränkungen wegen möglicher Corona-Welle im Winter

Die britische Regierung bereitet die Bevölkerung auf verschärfte Ausgehbeschränkungen im Falle einer erneuten Corona-Infektionswelle im Winter vor. "Eine zweite Welle ist in anderen Teilen der Welt klar erkennbar", sagte Gesundheitsminister Matt Hancock der Zeitung "Times" (Samstagsausgabe). "Die Fälle nehmen wieder zu, und wir müssen sehr weitgehende lokale Sperren anwenden oder weitere nationale Maßnahmen ergreifen." Die Regierung wolle das zwar nicht, könne es aber nicht ausschließen. (afp)

+++ 28. August +++

Polizei in Berlin am Samstag mit tausenden Beamten im Einsatz

Die Berliner Polizei will angesichts der Großdemonstration von Gegnern der Corona-Politik am Samstag mit 3000 Beamten die Einhaltung der Mindestabstände überprüfen. "Am Ende werden wir nicht zusehen können und auch nicht wollen, wie sich zehntausende wieder versammeln und Infektionsrisiken schaffen", sagte Einsatzleiter Stephan Katte am Freitag in Berlin. Unter den Einsatzkräften sind demnach auch tausend Beamte vom Bund und aus anderen Bundesländern. Die Polizisten stünden vor einer "deutlichen Herausforderung", sagte Katte. Am Mittwoch hatte die Versammlungsbehörde die Kundgebung verboten, am Freitag kippte das Berliner Verwaltungsgericht das Verbot der für 22.500 Teilnehmer angemeldeten Großdemonstration. (afp)

Bayern wappnet sich für Ermittlung neuer Corona-Infektionsketten

Um Corona-Infektionsketten schnell nachverfolgen zu können, stellt Bayern bis Ende 2021 mindestens 700 Menschen befristet neu ein. Sie sollen bisherige Kräfte wie Beamtenanwärter und Mitarbeiter aus anderen Bereichen der Staatsverwaltung in den Landratsämtern ersetzen, die in sogenannten Contact-Tracing-Teams (CTT) geholfen haben. Bei jedem Landratsamt solle es je nach Einwohnerzahl im Schnitt ein bis vier CTT als Grundstock geben, erklärte eine Sprecherin des Gesundheitsministeriums am Freitag. Außerdem würden weitere Mitarbeiter aus der Staatsverwaltung prophylaktisch per Online-Schulung auf einen Einsatz in den CTT vorbereitet. «Damit ist gewährleistet, dass auch weiterhin durchgehend CTTs an allen Landratsämtern in Bayern im Einsatz sind.» (dpa)

Ungarn macht Grenzen wegen Corona-Anstiegs in Europa dicht

Ungarn schließt angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus im Ausland vom 1. September an seine Grenzen für ausländische Touristen. Das gab die Regierung in Budapest am Freitag bekannt. Einreisen dürfen nur noch ungarische Staatsbürger, Ausländer müssen dazu einen triftigen Grund angeben. Die meisten neuen Infektionen in Ungarn seien aufgrund von Ansteckungen im Ausland festgestellt worden, sagte Regierungssprecher Gergely Gulyas. (dpa)

Corona-Ausbruch: Niederlande stoppen Nerz-Zucht

Nach Corona-Infektionen auf zahlreichen Nerz-Farmen haben die Niederlande das vorzeitige Ende der Pelztierzucht angekündigt. Zum 1. März 2021 müssen alle Zuchtbetriebe stoppen, kündigte die Regierung am Freitag in Den Haag an. Ein Verbot der Zucht war nach einem Gerichtsurteil bereits früher beschlossen worden, doch das sollte erst 2024 in Kraft treten. Auf mehr als 40 Nerz-Farmen waren Infektionen mit dem Coronavirus festgestellt worden. In mehreren Fällen waren auch Menschen angesteckt worden. Alle Tiere der betroffenen Betriebe waren getötet worden. (dpa)

Fünf weitere Corona-Fälle in Asylbewerber-Aufnahmeeinrichtung

Die Zahl der Corona-Fälle in der unter Quarantäne stehenden Aufnahmeeinrichtung für Asylbegehrende (AfA) in Hermeskeil (Kreis Trier-Saarburg) hat sich auf acht erhöht. Bei der Auswertung der Tests von direkten Kontaktpersonen seien seit dem Vortrag fünf weitere Infektionen hinzugekommen, teilte die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier am Freitag mit. Den Betroffenen gehe es soweit gut. Die AfA mit 519 Bewohnern steht wegen der Corona-Infektionen seit Mittwochnachmittag unter Quarantäne. Mittlerweile seien alle Bewohner auf das Coronavirus getestet worden, sagte der Sprecher der ADD. Die Ergebnisse dieser Tests würden in den nächsten Tagen erwartet. Für alle Bewohner gilt ein generelles Ausgehverbot für zwei Wochen. Zudem gibt es einen Aufnahmestopp. (dpa)

Drei von vier Deutschen für stärkere Kontrollen von Corona-Maßnahmen

Drei von vier Deutschen sind der Ansicht, dass die Einhaltung der geltenden Corona-Schutzmaßnahmen stärker kontrolliert werden sollte. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" äußerten 77 Prozent der Befragten diese Auffassung. Eine Mehrheit dafür gibt es unter den Anhängern aller Parteien mit Ausnahme der AfD, von denen aber auch immerhin 48 Prozent sich für strengere Kontrollen aussprachen. Die bestehenden Schutzmaßnahmen selbst halten der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen zufolge 60 Prozent der Befragten "für gerade richtig". 28 Prozent sprachen sich dafür aus, dass diese härter ausfallen sollten, nur zehn Prozent halten die geltenden Maßnahmen für übertrieben. Der Flickenteppich bei den Corona-Vorschriften in Deutschland stößt bei einer klaren Mehrheit der Bürgerinnen und Bürger auf Kritik. 61 Prozent würden bundesweit einheitliche Regeln befürworten. (afp)

Maskenpflicht für Fußgänger in ganz Paris in Kraft

In Paris gilt die Maskenpflicht nun im gesamten Stadtgebiet: Seit Freitagmorgen müssen Fußgänger in der französischen Hauptstadt sowie den drei umliegenden Verwaltungsbezirken einen Mund-Nasen-Schutz im Freien tragen. Radfahrer und Jogger sind dagegen von der Pflicht ausgenommen, wie die Polizeipräfektur mitteilte. Bei Verstößen droht ein Bußgeld von 135 Euro. Frankreichs Premierminister Jean Castex hatte die neue Vorschrift am Donnerstag angekündigt. Die Regierung reagiert damit auf den massiven Anstieg der Corona-Neuinfektionen: Zuletzt wurden in Frankreich mehr als 6000 bestätigte Fälle innerhalb von 24 Stunden verzeichnet. Das ist der höchste Stand seit Ende des Lockdowns am 11. Mai. (afp)

Steuereinnahmen erholen sich vom Corona-Schock

Fünf Monate nach Beginn der Corona-Pandemie erholen sich die Einnahmen aus den Gemeinschaftsteuern. Das Statistische Bundesamt hat am Freitag die bereinigten Einnahmen im Juli 2020 mit dem Vorkrisenmonat Februar verglichen. Nach zum Teil zweistelligen Rückgängen im März und April sanken sie um drei Prozent. Im Vergleich zum Juni stiegen die Einnahmen aus Gemeinschaftsteuern im Juli um 25 Prozent. "Allerdings wurde das Vorkrisenniveau noch nicht wieder erreicht", berichteten die Statistiker. Zu den Gemeinschaftssteuern gehören zum Beispiel Umsatz-, Einkommens-, Lohn- und Körperschaftsteuer. (dpa)

Verunsicherung wegen Corona-Zahlen mindert Kauflaune

Reisewarnungen und die steigenden Corona-Infektionszahlen dämpfen nach Ansicht von Experten die Kauflaune der Verbraucher in Deutschland wieder etwas. «Das hat viele Verbraucher verunsichert», sagte Rolf Bürkl vom Konsumforschungsunternehmen GfK in Nürnberg bei der Vorstellung der Konsumklima-Studie für den Monat August. In den vergangenen drei Monaten hatte sich das Konsumklima vom Schock der Corona-Krise erholt. Eine Trendumkehr sieht Bürkl derzeit aber nicht: «Der Erholungskurs legt eine kleine Pause ein.» Im September liegt das Konsumklima nach den Prognosen der GfK-Forscher bei minus 1,8 Punkten - nach minus 0,2 Punkten im August. Im Frühjahr hatte dieses Barometer noch bei einem historischen Tiefpunkt von rund minus 23 Punkten gelegen. Wie sich das Konsumverhalten in der nächsten Zeit entwickele, hänge stark von den weiteren Infektionszahlen und den Maßnahmen der Politik ab, sagte Bürkl. (dpa)

+++ 27. August +++

Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verboten

Bund und Länder sind sich einig, dass Großveranstaltungen, bei denen eine Kontaktverfolgung und die Einhaltung von Hygieneregelungen nicht möglich ist, bis mindestens Ende Dezember 2020 nicht stattfinden sollen. Zum einheitlichen Umgang mit Zuschauern bei bundesweiten Sportveranstaltungen wird eine Arbeitsgruppe auf Ebene der Chefs der Staatskanzleien eingesetzt, die bis Ende Oktober einen Vorschlag vorlegen soll. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus der Beratungsrunde von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten. (dpa)

RKI erwartet Corona-Impfstoff bis Anfang 2021

Das Robert Koch-Institut (RKI) rechnet damit, dass es zum Beginn des kommenden Jahres Impfstoffe gegen das neue Coronavirus gibt. «Nach aktuellem Kenntnisstand wird erwartet, dass bis Anfang 2021 ein oder mehrere Covid-19-Impfstoff(e) in der Europäischen Union zugelassen und erste Produktionschargen verteilt und vertrieben werden könnten», heißt es im jüngsten Epidemiologischen Bulletin vom Donnerstag.

Es sei allerdings damit zu rechnen, dass nicht von Anfang an genügend Impfstoff für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen werde. Deshalb solle die Ständige Impfkommission ein Konzept erarbeiten, wie die dann verfügbaren Bestände mit dem bestmöglichen Nutzen eingesetzt werden könnten. Dieses Prinzip heißt Priorisierung. Dabei seien ethische Aspekte für eine gerechte Verteilung von besonderer Bedeutung. Die Priorisierung solle dafür sorgen, bestmöglich zur Vermeidung von schweren Erkrankungen und Todesfällen beizutragen. (dpa)

Rückkehrer aus Risikogebieten künftig ohne Entschädigung

Für Reiserückkehrer aus Risikogebieten soll es künftig voraussichtlich keine Entschädigung für den Einkommensausfall durch Quarantäne mehr geben. Bund und Länder streben eine kurzfristige entsprechende Rechtsänderung an, wie sie am Donnerstag in einer Schaltkonferenz beschlossen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) betonte, dies solle aber nur gelten, wenn etwa ein Land bereits zum Reiseantritt zum Risikogebiet erklärt worden war. Merkel rief die Bürger dazu auf, auf Reisen in ausgewiesene Risikogebiete zu verzichten - «wo immer es möglich ist». Die Pflicht zur 14-tägigen Quarantäne für Rückkehrer aus Risikogebieten soll künftig frühestens durch einen Test ab dem fünften Tag nach Rückkehr entfallen können. Diese Regelung soll möglichst ab dem 1. Oktober 2020 gelten. Kostenlose Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten laufen am 15. September aus. (dpa)

Mindestbußgeld von 50 Euro für Maskenverweigerer

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, bei Verstößen gegen die Maskenpflicht ein Bußgeld von mindestens 50 Euro zu erheben. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. Sachsen-Anhalts Regierungschef Reiner Haseloff (CDU) hatte in der Diskussion ein Mindestbußgeld abgelehnt und erklärt, er werde die Regelung in seinem Land nicht mitmachen, was er in einer Protokollnotiz festhalten lassen wollte. (dpa)

Keine kostenlose Corona-Tests mehr für Reiserückkehrer

Bund und Länder haben sich darauf verständigt, die kostenlosen Corona-Tests für Einreisende aus Nicht-Risikogebieten zum Ende der Sommerferien mit dem 15. September zu beenden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Donnerstag aus den Beratungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten der Länder. (dpa)

Bund will Großveranstaltungen bis Ende des Jahres verbieten

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will, dass Großveranstaltungen wie Volksfeste, größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern, größere Konzerte, Festivals oder Dorf-Schützenfeste bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Ausnahmen könne es in Regionen mit sehr geringen Infektionszahlen geben, wenn sichergestellt sei, dass die Teilnehmer ausschließlich aus dieser Region oder aus umliegenden Regionen mit entsprechenden Entwicklungen kommen, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. (dpa)

Corona-Proteste - Polizei ändert Zahl der Demonstranten nachträglich

Die Berliner Polizei hat in ihrer Verbots-Verfügung für die Demonstration gegen die Corona-Politik die Teilnehmerzahlen der letzten Demonstration deutlich nach oben korrigiert. Mehrfach nennt die Polizei nun die Zahl von 30.000 Demonstranten am 1. August in Berlin, nachdem damals immer von 20.000 die Rede war. Um die Teilnehmerzahlen hatte es heftigen Streit gegeben, weil die Demonstranten der Polizei vorwarfen, die Zahl aus politischen Gründen zu niedrig anzusetzen. Die Initiative Querdenken veröffentlichte die aktuelle Verfügung der Polizei jetzt auf ihrer Internetseite. (dpa)

Bundesliga drohen Geisterspiele bis Jahresende

Der Fußball-Bundesliga drohen bis zum Jahresende noch Spiele vor leeren Zuschauerrängen. Auf Vorschlag von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sollen größere Sportveranstaltungen mit Zuschauern bis mindestens 31. Dezember 2020 verboten bleiben. Das steht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. Dieses Verbot würde neben den Profi-Fußballclubs auch die Spitzenvereine im Handball, Basketball und Eishockey sowie weitere stark von Zuschauer-Einnahmen abhängige Sportarten empfindlich treffen. (dpa)

«Coronavirus-Update» ist zurück - Drosten bekommt Verstärkung

Der preisgekrönte NDR-Podcast «Coronavirus-Update» mit Christian Drosten kommt am Dienstag aus der Sommerpause zurück. «Neu ist: Neben dem Leiter der Virologie an der Berliner Charité, Christian Drosten, wird auch die Virologin Sandra Ciesek ein regelmäßiger Gesprächsgast des Podcasts sein», teilte der Norddeutsche Rundfunk am Donnerstag mit. Drosten und Ciesek wechselten sich künftig im Gespräch mit NDR-Info-Wissenschaftsredakteurin Korinna Hennig wochenweise ab. Die Virologin und Internistin Ciesek arbeitet an Medikamenten gegen Covid-19: «Da ich mehrere Jahre als Internistin gearbeitet habe, kenne ich auch die praktischen Fragen der klinischen Patientenversorgung. Ich freue mich darauf, eine Brücke zwischen diesen beiden Fachgebieten zu schlagen und so für die Hörer einen Beitrag zum besseren Verständnis rund um Sars-CoV-2 zu leisten.» Am 8. September wird die Professorin für Medizinische Virologie der Goethe-Universität erstmals im Podcast von NDR Info zu hören sein. (dpa)

Corona-Zahlen in Brandenburg leicht gestiegen

In Brandenburg hat sich die Zahl der Corona-Fälle leicht erhöht. Von Mittwoch auf Donnerstag wurden 26 neue Infektionen gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Donnerstag mitteilte. Am Vortag waren es den Angaben nach zwölf neue Fälle. Die meisten neuen Ansteckungen registrierte mit sieben der Landkreis Teltow-Fläming. In Potsdam wurden von Mittwoch auf Donnerstag vier neue Fälle gemeldet, in Märkisch-Oderland und Potsdam-Mittelmark jeweils drei, in Barnim, Elbe-Elster und Oberhavel jeweils zwei. Jeweils ein neuer Fall wurde im Kreis Dahme-Spreewald, Oder-Spree und Ostprignitz-Ruppin bekannt. Damit stieg die Zahl der Infizierten im Land auf insgesamt 3881. (dpa)

Merkel: Mindestbußgeld von 50 Euro für Verstöße gegen Maskenpflicht

Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen soll nach den Vorstellungen von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) vorerst auf weitere Öffnungsschritte verzichtet werden. Die Hygiene-Regeln seien unbedingt einzuhalten und bei Verstößen gegen die Maskenpflicht müssten mindestens 50 Euro Bußgeld erhoben werden, heißt es nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur in einer Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag. 

Lufthansa kritisiert Quarantänepläne für Reiserückkehrer

Die Lufthansa fürchtet neue Unsicherheit und Buchungsrückgänge, sollten Corona-Tests für Reiserückkehrer durch eine Quarantänepflicht ersetzt werden. «Wenn wir die Tests abschaffen und jeden direkt in Quarantäne schicken, droht uns ein zweiter Lockdown, und das, obwohl wir uns große Mühe gegeben haben, diese Testzentren innerhalb kürzester Zeit aufzubauen», sagte Lufthansa-Vorstand Harry Hohmeister dem «Spiegel». Auch Reisewarnungen führten regelmäßig zu Buchungseinbrüchen. «Deshalb sind wir auch für den September und Oktober nicht mehr so optimistisch, wie wir das noch vor Kurzem waren», so Hohmeister. Der aktuelle Plan der Bundesregierung bringe «nicht mehr Sicherheit, sondern zusätzliche Unsicherheit». Es sei nicht nachzuvollziehen, warum man die umfangreichen Teststrukturen an Flughäfen nun gefährde. Stattdessen sollten die Tests über den Winter ausgebaut werden. (dpa)

Bund will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken

Kanzlerin Angela Merkel (CDU) will Feiern im Privatbereich auf 25 Teilnehmer beschränken. Bevorzugt sollten diese Zusammenkünfte im Freien abgehalten werden. In der der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Beschlussvorlage des Bundes für die Runde der Kanzlerin mit den Ministerpräsidenten am Donnerstag heißt es zudem, bei privaten Veranstaltungen und Feiern außerhalb des Privatbereichs sollten künftig 50 Teilnehmer erlaubt sein. (dpa)

Söder bekräftigt Forderung nach bundesweit einheitlichen Corona-Regeln

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat seine Forderung nach bundesweit einheitlichen Corona-Regeln bekräftigt. "Es wäre gut, wenn wir einen Mechanismus haben, der für alle gilt", sagte Söder am Donnerstag im ZDF-"Morgenmagazin" vor den Beratungen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Es gebe steigende Infektionszahlen etwa durch Reiserückkehrer und eine "Fülle von Städten, wo wir echte Probleme haben". "Das dürfen wir nicht ignorieren", sagte Söder. Er räumte regionale Unterschiede etwa zwischen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern ein, aber ein einheitlicher Mechanismus sei sinnvoll. "Der Regelmechanismus muss sein: Dort wo die Zahlen steigen, müssen die Maßnahmen mehr greifen", sagte Söder. (dpa)

735 aktive Corona-Fälle in Berlin

In Berlin sind 82 Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das teilte die Senatsgesundheitsverwaltung am Mittwochabend mit. Insgesamt steigt die Zahl der registrierten Fälle seit Beginn der Pandemie damit auf 10.933. 226 Menschen sind bislang im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion verstorben - es ist kein neuer Todesfall hinzugekommen. 9972 Menschen gelten als genesen. Damit verzeichnet Berlin 735 aktive Corona-Fälle. 43 Menschen werden in Krankenhäusern behandelt, 19 davon liegen auf den Intensivstationen. (BK)

+++ 26. August +++

Reisewarnung für über 160 Länder bis 14. September verlängert

Die Bundesregierung hat die Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie für mehr als 160 Länder außerhalb der Europäischen Union bis zum 14. September verlängert. Das wurde am Mittwoch in der Kabinettssitzung in Berlin entschieden, wie die Deutsche Presse-Agentur aus Regierungskreisen erfuhr. Außenminister Heiko Maas hatte am 17. März eine Reisewarnung für Touristen für alle rund 200 Länder der Welt ausgesprochen. Im Juni wurden dann die Länder der Europäischen Union, des grenzkontrollfreien Schengen-Raums sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und der Vatikanstaat ausgenommen. Später kamen noch Teile der Türkei hinzu. Für die anderen mehr als 160 Länder wurde die Reisewarnung zunächst bis zum 31. August verlängert. Jetzt gilt sie bis Mitte September, dann muss neu entschieden werden. (dpa)

1576 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen 1576 neue Corona-Infektionen gemeldet. Am Dienstag waren es 1278. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 236.429 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete (Datenstand 26.8., 0.00 Uhr). Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9280.

Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen Corona verschoben

Das Weltwirtschaftsforum in Davos wird wegen der Corona-Pandemie verschoben. Wie ein Sprecher des Weltwirtschaftsforums am Mittwoch mitteilte, wird das traditionell Ende Januar stattfindende Treffen in dem Schweizer Skiort im nächsten Jahr auf den Frühsommer verlegt. Experten hätten zuvor gewarnt, dass ein "sicheres" Treffen im Januar angesichts der Pandemie nicht möglich sei. (afp)

Schweiz meldet so viele neue Corona-Fälle wie seit April nicht mehr

Das Schweizer Bundesamt für Gesundheit hat innerhalb von 24 Stunden so viele neue Coronavirus-Ansteckungen gemeldet wie seit April nicht mehr. Insgesamt waren es Stand Mittwochmorgen in der Schweiz und Liechtenstein zusammen 383 neue Fälle. Gemessen an der Bevölkerung ist das deutlich mehr als doppelt so viel wie in Deutschland. Deutschland hat knapp zehn mal so viele Einwohner wie die Schweiz. Gesundheitsminister Alain Berset hatte schon vergangene Woche davor gewarnt, dass die Situation außer Kontrolle geraten könnte. Er mahnte die Bevölkerung, die Schutzmaßnahmen umzusetzen: «Es ist nicht einfach, die Abstands- und Quarantäneregeln einzuhalten, aber tun Sie es.» Immer mehr Kantone führen die Maskenpflicht in Geschäften ein. Ab Donnerstag gilt dies auch in Zürich. Insgesamt wurden in der Schweiz seit Beginn der Pandemie gut 40.000 Infektionen gemeldet. Etwas mehr als 1700 Infizierte starben. Knapp 10.000 Menschen befanden sich wegen Kontakten mit Infizierten in Quarantäne oder Isolation, weitere gut 15.000 Menschen waren in Quarantäne, weil sie aus Risikoländern zurückgekehrt waren. (dpa)

Spahn will Quarantäne-Pflicht stärker kontrollieren

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will die Kontrolle der Quarantäne-Pflicht nach Einreisen aus einem Risikogebiet verstärken. Es gebe bereits jetzt stichprobenartige Kontrollen. Diese sollen nach Ende der Hauptreisezeit intensiviert werden, so Spahn. Nach jüngsten Plänen von Bund und Ländern soll dann die Testpflicht bei Rückkehrern aus Risikogebieten entfallen. Sie sollen sich stattdessen nach der Rückkehr in Quarantäne begeben und diese frühestens mit einem fünf Tage nach Einreise vorgenommenen negativen Test verlassen dürfen. Die soll bei Gesprächen der Länderregierungschefs mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag beschlossen werden. (AFP)

Zwölf neue Corona-Fälle in Brandenburg

Zwölf weitere Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus sind in Brandenburg gemeldet worden. Damit haben sich insgesamt 3855 Menschen im Land mit ihm infiziert, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch mitteilte. Von Montag auf Dienstag waren es 16 weitere Fälle. Sieben neue Ansteckungen wurden vom Dienstag auf Mittwoch im Landkreis Havelland registriert, drei in Ostprignitz-Ruppin sowie jeweils ein Fall in Barnim und Dahme-Spreewald. Etwa 3489 Menschen gelten als genesen von Covid-19, das sind 18 mehr als am Vortag. Die Zahl der aktiv Infizierten liegt derzeit bei 193. 173 Menschen starben bislang nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Vier Menschen werden gegenwärtig stationär behandelt, jedoch keiner künstlich beatmet. (dpa)

Flughafen und Lufthansa bereit für Verteilung des Corona-Impfstoffs

Der Frankfurter Flughafen wird bei der Verteilung eines Corona-Impfstoffes eine wichtige Rolle spielen. Bei einem Fachkongress am größten Frachtdrehkreuz Europas zeigten sich der Betreiber Fraport und die dominierende Airline Lufthansa Cargo am Mittwoch einsatzbereit. Besonders wichtig ist bei Medikamenten eine ununterbrochene Kühlkette. Aktuell stehen laut Fraport rund 12.000 Quadratmeter temperaturgeführte Umschlagkapazitäten zur Verfügung, weitere 2000 Quadratmeter seien kurz vor der Inbetriebnahme. Für den Transport über das Vorfeld könnten 20 hochmoderne Thermotransporter eingesetzt werden. Eine Vielzahl von Handlingfirmen erfülle zudem in Frankfurt die entsprechenden internationalen Zertifikate. Im vergangenen Jahr wurde an dem Flughafen rund 120.000 Tonnen Impfstoffe, Arzneimittel und andere Pharma-Produkte umgeschlagen. (dpa)

Söder fordert höhere Strafen und mehr Konsequenz bei Corona-Verstößen

CSU-Chef Markus Söder hat sich vor den Beratungen der Ministerpräsidenten mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zum weiteren Vorgehen in der Corona-Krise an diesem Donnerstag für höhere Strafen für Masken-Verweigerer und Quarantänebrecher ausgesprochen. Die Bußgelder müssten angehoben und Verstöße konsequent geahndet werden, forderte Söder am Mittwoch nach der Sitzung des Koalitionsausschusses vom Vorabend in Berlin.  (dpa)

Frankreich schließt örtliche Corona-Lockdowns nicht aus

Angesichts der steigenden Corona-Infektionszahlen schließt die französische Regierung örtliche Lockdowns für Risikogebiete wie Paris und Marseille nicht aus. Premierminister Jean Castex sagte am Mittwoch im Radiosender France Inter, örtliche Ausgangsbeschränkungen gehörten zu den "Hypothesen", die die Regierung in Betracht ziehe. Sie werde jedoch alles tun, um dies zu vermeiden. Zwischen Mitte März und Mitte Mai galt in ganz Frankreich bereits eine weitgehende Ausgangssperre. Deutschland hatte am Montagabend eine Reisewarnung für Paris, die Côte d'Azur und die Provence ausgesprochen. Die in dem Gebiet liegende Hafenstadt Marseille und der umliegende Verwaltungsbezirk Bouches-du-Rhône verschärften daraufhin die Maßnahmen gegen die Pandemie. Unter anderem müssen Bars und Restaurants nun bereits um 23.00 Uhr schließen. (afp)

Immobilienpreise ziehen trotz Corona-Krise weiter an

Trotz Corona-Krise sind die Immobilienpreise in Deutschland im zweiten Quartal weiter gestiegen. Die Preise für Wohnimmobilien lagen von April bis Juni durchschnittlich 5,6 Prozent höher als im Vorjahresquartal, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch aufgrund einer Schnellschätzung mitteilte. Auch im Vergleich zum ersten Quartal dieses Jahres seien die Preise um 1,4 Prozent gestiegen. Die Schnellschätzung sei bereits jetzt veröffentlicht worden, da ein großes Interesse an möglichen Auswirkungen der Pandemie auf den Immobilienmarkt bestanden habe, erklärten das Statische Bundesamt. Regionale Ergebnisse für das zweite Quartal sollen dann wie geplant in rund einem Monat verkündet werden. (afp)

+++ 25. August +++

Forscher: Zulassungsantrag für Corona-Impfstoff vielleicht noch 2020

Die Zulassung eines britisch-schwedischen Corona-Impfstoffes kann Forschern zufolge möglicherweise noch in diesem Jahr beantragt werden. Bis dahin könnten genügend Daten zur Sicherheit und Wirksamkeit des Mittels vorliegen, berichtete am Dienstag Andrew Pollard von der Universität Oxford dem Sender BBC. Er ist mit einer Forschungsgruppe an der Entwicklung des Vakzins beteiligt. Es handelt sich um ein Mittel des britisch-schwedischen Pharmakonzerns AstraZeneca und der Universität Oxford, das zum Kreis der erfolgversprechenden Impfstoffkandidaten zählt. Nach einer eventuellen Zulassung müsste der Impfstoff aber erst noch in großen Mengen produziert werden, bis große Bevölkerungsgruppen damit versorgt werden könnten. (dpa)

Bundesregierung warnt vor Reisen nach Paris und an die Côte-d'Azur

Die Bundesregierung hat nun auch für die Region Paris sowie die beliebten französischen Reiseziele Côte d'Azur und Provence eine Reisewarnung ausgesprochen. Vor nicht notwendigen, touristischen Reisen werde wegen hoher Corona-Infektionszahlen derzeit gewarnt, erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, verteidigte die Entscheidung am Dienstag und machte zugleich Mallorca-Fans Hoffnungen, dass Reisen auf die spanische Ferieninsel bald wieder möglich sein könnten. (afp)

Mecklenburg-Vorpommern lässt Tagestouristen wieder zu

Mecklenburg-Vorpommern lässt auch Tagestouristen wieder ins Land. Das wegen der Corona-Pandemie im März verhängte Einreiseverbot für Kurzbesucher aus anderen Bundesländern soll Mitte kommender Woche aufgehoben werden. Das verlautete am Dienstag aus Teilnehmerkreisen der erweiterten Kabinettssitzung in Schwerin. Zuvor hatten die "Ostsee-Zeitung" und der NDR darüber berichtet. Damit sind auch Tagesausflüge an die Küsten des Landes voraussichtlich vom 3. September an wieder möglich. Bislang drohen widerrechtlich einreisenden Tagesbesuchern Bußgelder von bis zu 2000 Euro. (dpa)

Lufthansa verzichtet bis Jahresende auf Gebühren für Umbuchungen

Die Lufthansa verzichtet in der Corona-Pandemie darauf, von ihren Kunden bei Umbuchungen zusätzliche Gebühren zu verlangen. In sämtlichen Tarifen könnten Tickets bis Jahresende mehrfach gebührenfrei auf ein anderes Datum oder ein anderes Reiseziel umgebucht werden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Frankfurt mit. Man komme damit den Kunden bei der flexiblen Reisegestaltung noch weiter entgegen. Bislang war unter dem Eindruck der Pandemie eine einmalige Umbuchung kostenfrei gestellt worden. Die neue Regelung gelte weltweit sowohl bei Kurz-, Mittel- als auch bei Langstrecken für alle Neubuchungen bei den Netzwerk-Airlines Lufthansa, Swiss, Austrian und Brussels. Nachzahlungen könnten sich erst ergeben, wenn bei dem neuen Flug die ursprüngliche Buchungsklasse nicht mehr verfügbar sei. (dpa)

Zwei Genesene in Benelux-Ländern erneut mit Corona infiziert

Nach einem ersten Fall in Hongkong berichten nun auch Forscher in Belgien und den Niederlanden von Nachweisen einer erneuten Corona-Infektion bei von der Krankheit Genesenen. In den Niederlanden gehe es um einen älteren Patienten mit einem schwachen Immunsystem, sagte die Virologin und Beraterin der niederländischen Regierung, Marion Koopmans, am Dienstagmorgen im niederländischen Radio. Jede Sars-CoV-2-Infektion hat nach ihren Worten einen "einzigartigen genetischen Fingerabdruck". Bei Tests sei bei diesem Patienten festgestellt worden, dass der genetische Code der zweiten Infektion sich deutlich von dem der ersten unterscheide. Das spricht gegen ein Wiederaufflammen der ersten Infektion. Einzelheiten zu dem Krankheitsverlauf bei dem Patienten nannte sie nicht Über eine erneute Infektion ist die Virologin nach eigenen Worten nicht überrascht. "Von anderen Infektionen der Atemwege wissen wir, dass man nicht lebenslang geschützt ist, und das erwarten wir auch nicht von Covid-19." Nun müsse untersucht werden, ob es tatsächlich häufiger vorkomme oder ob es um Einzelfälle gehe. (dpa)

Berlins Innensenator warnt vor Instrumentalisierung der Corona-Proteste durch Rechte

Berlins Innensenator Andreas Geisel (SPD) hat vor einer Instrumentalisierung der Corona-Proteste durch Rechtsradikale gewarnt. "Hier geht es eindeutig um die Bedrohung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung", sagte Geisel dem "Tagesspiegel" vom Dienstag. "Es geht längst nicht mehr um Kritik an Entscheidungen, die die Regierung in Pandemiezeiten treffen musste." Gegner der Corona-Politik wollen am Samstag erneut in Berlin auf die Straße gehen. Für eine Großdemonstration unter dem Titel "Versammlung für die Freiheit" wurden nach Polizeiangaben 17.000 Teilnehmer angemeldet. Bei einer anschließenden Kundgebung erwartet die Stuttgarter Initiative Querdenken 711, die bundesweit für die Demonstration mobilisiert, insgesamt 22.500 Teilnehmer. (afp)

16 neue Corona-Fälle in Brandenburg

In Brandenburg sind 16 weitere Corona-Neuinfektionen registriert worden. Das berichtete das Gesundheitsministerium am Dienstag. Von Sonntag zu Montag sei es nur ein neuer Fall gewesen. Insgesamt haben sich damit seit März 3843 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der nachweislich aktiv Infizierten liegt derzeit bei etwa 200. 173 Menschen starben bislang im Land nach einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3470 Menschen gelten als genesen - nach den Angaben zehn mehr als einen Tag zuvor. Die insgesamt meisten Infizierten in Brandenburg verzeichnet nach wie vor die Landeshauptstadt Potsdam mit insgesamt 689 Personen. Es folgt der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 615. (dpa)

Usain Bolt mit Coronavirus infiziert

Der achtmalige Sprint-Olympiasieger Usain Bolt ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies bestätigte Christopher Tufton, Gesundheitsminister von Jamaika, auf einer Pressekonferenz in Kingston. Mutmaßlich hat sich der elfmalige Weltmeister auf einer Party zu seinem 34. Geburtstag am Freitag vergangener Woche angesteckt. In einem Videoclip, der auf seinem Instagram-Account veröffentlicht wurde, berichtete Bolt, bislang habe er keine Krankheitssymptome: "Ich werde nun in Quarantäne bleiben und meine Freunde informieren, dass sie es auch tun." Zu den Partygästen von Bolt gehörten auch Bayer Leverkusens Bundesligaprofi Leon Bailey sowie Raheem Sterling, der in der Premier League bei Manchester City unter Vertrag steht.

Staatsdefizit im ersten Halbjahr 2020 bei 51,6 Milliarden Euro

Das staatliche Finanzierungsdefizit in Deutschland hat wegen der Coronakrise im ersten Halbjahr 51,6 Milliarden Euro betragen. Zuletzt verzeichnete der Staat im Jahr 2011 nach der Finanzmarktkrise ein Finanzierungsdefizit für die erste Jahreshälfte, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Dienstag mitteilte. Erstmals seit 2010 sei in diesem Jahr ein Rückgang der Staatseinnahmen im Vergleich zum Vorjahr festgestellt worden: Der Einnahmenrückgang betrug demnach 3,6 Prozent, während die Ausgaben sich um 9,3 Prozent erhöhten. (afp)

Nonnemacher für weitere Teilnehmer-Obergrenzen - auch zu Karneval

Infektionszahlen weiter Obergrenzen bei Großveranstaltungen - auch zu Karneval. «Ich spreche mich dafür aus, die Großveranstaltungsverordnung mit bis zu 1000 Personen weiter zu verlängern», sagte Nonnemacher am Dienstag im RBB-Inforadio. Auf die Frage, ob unter diese Regel auch der Karneval in Cottbus fallen sollte, sagte die Ministerin: «Da wird es sicher Beschränkungen weitergeben müssen.» (dpa)

+++ 24. August +++

Arbeitgeber lehnen generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab

Die Arbeitgeber in Deutschland lehnen eine generelle Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Es sei zwar sicherlich empfehlenswert, dort, wo Abstände nicht eingehalten werden können, auch zusätzlich einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, sagte der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände, Steffen Kampeter, der «Welt». «Generelle Vorschriften halten wir für wenig zielführend», betonte Kampeter. CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer hatte am Wochenende erklärt, viele Unternehmen hätten die Maskenpflicht am Arbeitsplatz schon eingeführt. «Das könnte auf jeden Fall ein Schritt sein, der auch bundesweit verpflichtend wird, jedenfalls wenn damit die Schließung ganzer Branchen verhindert werden könnte», hatte sie gesagt.

Bayern verschärft Corona-Bußgelder für Verstöße gegen Maskenpflicht

Mit höheren Bußgeldern für Maskenverweigerer und mehr Kontrollen will Bayern die Ausbreitung des Coronavirus in Bayern ausbremsen. "Wir werden den Bußgeldkatalog auf 250 Euro im einmaligen Fall und bis 500 Euro bei mehrmaligen Verstößen anheben", sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Montag in München. Für Verstöße gegen Quarantäneauflagen sollen zudem 2000 Euro fällig werden. "Wir hoffen, dass es zu einer noch besseren Einhaltung kommt", sagte Söder. Die neuen Bußgelder sollen von Dienstag an gelten. (dpa)

Berlinale 2021 soll trotz Corona stattfinden

Die Berlinale soll im Februar 2021 trotz Corona-Pandemie stattfinden. Geplant sei ein «physisch stattfindendes Festival», teilten die Internationalen Filmfestspiele in Berlin am Montag mit. Dabei solle «die größtmögliche Sicherheit» aller Gäste gewährleistet werden. Die Berlinale (11. bis 21. Februar 2021) zählt neben Cannes und Venedig zu den wichtigsten Filmfestivals der Welt.

Die Schauspielpreise sollen künftig nicht mehr an eine «beste Darstellerin» und einen «besten Darsteller» gehen, sondern für die beste Haupt- und Nebenrolle vergeben werden. «Die Auszeichnungen im Schauspielfach nicht mehr nach Geschlechtern zu trennen, ist ein Signal für ein gendergerechteres Bewusstsein in der Filmbranche», teilten die Leiter Mariette Rissenbeek und Carlo Chatrian mit. (dpa)

Corona-Soforthilfen nun auch für kleine und mittlere Kulturbetriebe

Kleine und mittlere Kulturbetriebe ab zwei Beschäftigte können sich jetzt auch um Corona-Soforthilfen aus Mitteln des Berliner Senats bewerben. Der Jahresumsatz der Unternehmen dürfe dabei zehn Millionen Euro nicht überschreiten, teilte die Berliner Kulturverwaltung am Montag mit. Damit könne nun auch die kleinteilige Kulturszene unterstützt werden, erklärte Kultursenator Klaus Lederer (Linke). Die Soforthilfe IV 2.0 richtet sich demnach an Kultureinrichtungen und Betriebe mit landesweiter Ausstrahlung. Dazu zählen private Museen, Theater, Musikensembles, Clubs, Festivals, Kinos und Unternehmen aus dem Film- und Videobereich. Die Anträge können ab dem 31. August online gestellt werden und werden von September bis Ende November 2020 gewährt. (dpa)

Scholz gegen Maskenpflicht am Arbeitsplatz

Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) lehnt eine Maskenpflicht am Arbeitsplatz ab. Der SPD-Kanzlerkandidat sagte am Montag auf NDR Info, "es gibt sehr klare Regeln des Arbeitsschutzes, die längst auf den Weg gebracht worden sind - und zwar zu Beginn der Krise." Diese hätten bereits dafür gesorgt, dass viele Unternehmen konkrete und spezielle Maßnahmen ergriffen hätten. "Ich glaube, dass es Sinn macht, dass wir in Deutschland über die Fragen reden, die wir öffentlich regeln können", fuhrt Scholz fort. Als Beispiel verwies er auf Schutzkonzepte für Schulen sowie den öffentlichen Raum. Grundsätzlich sei die Akzeptanz für die Mund-Nasen-Bedeckung in Deutschland sehr groß. "Das ist eine große Leistung, weil, wenn wir alles kontrollieren müssten - und es nur dann gelten würde -, dann gar nicht hinterher kämen." (afp)

Reiserückkehrer verlieren für Corona-Fälle in Berlin an Bedeutung

Reiserückkehrer spielen bei den Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Berlin eine abnehmende Rolle. In den vergangenen Wochen habe der Anteil um 50 Prozent gelegen, sagte Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Montag vor dem Gesundheitsausschuss des Abgeordnetenhauses. «Auffällig ist, dass er auf 34 Prozent runtergegangen ist.» Als möglichen Grund nannte die Senatorin, dass die Schule wieder begonnen habe und die Familien inzwischen in die Stadt zurückgekommen seien. Trotzdem bleibe es wichtig, die Entwicklung zu beobachten. «Reisegeschehen gibt es immer noch.» (dpa)

Verstöße gegen Maskenpflicht - mehr Kontrollen auf Bahnhöfen

Wegen zahlreicher Verstöße gegen die Maskenpflicht auf Innenstadt-Bahnhöfen will die Deutsche Bahn vor allem am Abend ihre Kontrollen verstärken. «Maske tragen ist keine unverbindliche Empfehlung, sondern Pflicht. Es ist deshalb für uns nicht hinnehmbar, wenn sich Einzelne nicht an die Regeln halten», teilte der Bahn-Sicherheitschef Hans-Hilmar Rischke der Deutschen Presse-Agentur am Montag mit. «Wir erhöhen daher gezielt unsere Präsenz von Sicherheitskräften.» Zuvor hatte die «Bild»-Zeitung darüber berichtet. In welchen Städten und Bahnhöfen nun mehr kontrolliert werden soll, wurde nicht mitgeteilt. «Unsere Sicherheitskräfte werden gezielt dort eingesetzt, wo sie gebraucht werden», hieß es nur. (dpa)

Nur ein bestätigter Corona-Fall in Brandenburg

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Brandenburg ist wieder gesunken. Wurden von Samstag zu Sonntag noch neun Ansteckungen gemeldet, berichtete das Gesundheitsministerium am Montag von nur einer bestätigten Infektion innerhalb eines Tages aus dem Landkreis Dahme-Spreewald. Dort sind insgesamt 286 Fälle registriert. Von Freitag auf Samstag hatten sich 18 Menschen mit dem Corona-Virus angesteckt. Insgesamt haben sich damit seit März 3827 Menschen im Land mit dem Virus infiziert. Die Zahl der nachweislich aktiv Erkrankten liegt derzeit bei etwa 190. 173 Menschen starben bislang in Brandenburg im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3460 Menschen gelten als genesen - zehn mehr als einen Tag zuvor. (dpa)

Gesundheitssenatorin: Testkapazitäten in Berlin ausgeschöpft

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci hat eingeräumt, dass die Kapazitäten für Tests auf Covid-19 in Berlin an Grenzen stoßen. Sie seien durch die massiven Testungen der Reiserückkehrenden ausgeschöpft. «Wir sind jetzt bei 93 Prozent», sagte die SPD-Politikerin am Montagvormittag im Gesundheitsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses. Hinzu komme die Information durch die Labore, dass die Knappheit von Verbrauchsmaterialien die Testkapazitäten weiter einschränken werde. In den Ländern sei die Situation unterschiedlich. «Es ist ein Thema, das muss man einfach zur Kenntnis nehmen. Wir werden uns heute in der GMK-Schalte austauschen, wie wir weiter verfahren mit den Reiserückkehrenden.» (dpa)

Tschentscher für einheitliche Obergrenzen bei privaten Feiern

Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) hat sich dafür ausgesprochen, in der Corona-Pandemie die erlaubte Personenzahl bei privaten Feiern bundesweit zu vereinheitlichen. «Einheitlichkeit ist deshalb gut, weil es für die Bürgerinnen und Bürger schwierig genug ist, diese verschiedenen Regeln zu verstehen», sagte Tschentscher am Montag im ZDF-«Morgenmagazin». Einheitlichkeit mache die Sache verständlicher, dadurch werde die Einhaltung verbessert, und die Maßnahmen wirkten besser. Auch wenn man manchmal lokal unterschiedlich handeln müsse, verhalte sich das Virus ja überall in Deutschland gleich. «Das heißt, wenn es infektiöse Situationen gibt, zum Beispiel bei privaten Feiern, dann ist das in allen Bundesländern ähnlich.» Er neige zu einer Größenordnung von «50 und nicht viel darüber», sagte Tschentscher. Bei Feiern in angemieteten Räumen, bei denen Alkohol ausgeschenkt wird, dürfen in Hamburg aktuell maximal 50 Menschen zusammenkommen. In Nordrhein-Westfalen sind bei «geselligen Veranstaltungen wie Hochzeiten» drinnen maximal 150 Gäste erlaubt, in Bayern 100. In Berlin sind Innenveranstaltungen mit bis zu 500 Menschen erlaubt. (dpa)

Minister beraten über Reaktionen auf steigende Corona-Zahlen

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern beraten an diesem Montag in einer Telefonkonferenz über mögliche Reaktionen auf die Zunahme registrierter Corona-Neuinfektionen. Sie wollen dabei über verschiedene mögliche Maßnahmen sprechen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Morgen aus Kreisen der Gesundheitsminister erfuhr. Dazu zählen auch eine mögliche erweiterte Pflicht zum Tragen von Mund-Nasen-Masken in Deutschland und eine Anpassung der Strategie für Corona-Tests. (dpa)

+++ 23. August +++

Berlin meldet nur elf neue Corona-Fälle, Warnampeln bleiben grün

Gerade einmal elf neue Corona-Erkrankungen meldet die Gesundheitsverwaltung des Senats am Sonntag. Ob dies allerdings mit einem Rückgang des Infektionsgeschehens in der Hauptstadt zusammenhängt, ist zweifelhaft: Viele Gesundheitsämter melden die Fälle vom Wochenende in der folgenden Woche nach. Dennoch ist positiv festzuhalten: Es gibt offiziell keinen einzigen neuen Corona-Toten in der Hauptstadt - die Gesamtzahl bleibt bei 226. Alle drei Corona-Warnampeln bleiben grün. Die kurzfristig abgesunkene Reproduktionswert "R" nähert sich wieder dem Wert von 1: Die Zahl von 0,96 bedeutet, dass eine erkrankte Person annähernd eine weitere infiziert. (BK)

Siziliens Präsident will Migranten wegen Corona-Risiken ausweisen

Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci will Asylsuchende von der Insel ausweisen - als Grund nennt der Politiker die Sorge vor Corona-Infektionen. Musumeci veröffentlichte am Sonntag ein entsprechendes Dekret auf Facebook. Zunächst war unklar, ob diese drastische Maßnahme überhaupt umgesetzt werden kann. Quellen im italienischen Innenministerium wiesen Musumecis Vorstoß in der Zeitung "Corriere della Sera" zurück: "Die Steuerung der Migrationsströme fällt nicht in die regionale Zuständigkeit, sondern wird durch nationale Gesetze geregelt, so dass es schwer zu verstehen ist, wie Musumecis Dekret funktionieren könnte", zitierte das Blatt.

In dem Dekret heißt es, dass Siziliens Aufnahmezentren für Migranten bis Mitternacht am Montag geräumt und die Menschen an andere Orte in Italien oder Europa verlegt werden sollten. Außerdem untersagt es, neue Migranten auf Sizilien aufzunehmen. Das Dekret gelte bis zum 10. September, hieß es weiter. Empfohlen wurde darin, dass neu ankommende Migranten auf Fähren zur Quarantäne untergebracht werden.

Zuspruch erhielt Musumeci vom Chef der rechten Lega, Matteo Salvini. Das Dekret sei "beispielhaft", twitterte dieser. Kritik kam dagegen von Mitte-links-Politikern. "Die Jagd auf Migranten ist nicht nur barbarisch. Sie schützt Sizilianer auch nicht vor dem Virus und verunsichert und ängstigt in einer Zeit, in der Klarheit und Vorsicht geboten sind", sagte Fausto Raciti von der Demokratischen Partei. In Italien ist die Zahl der Bootsmigranten zuletzt sprunghaft gestiegen. Nach Angaben des Innenministeriums wurden zwischen dem 1. Januar und dem 21. August 17 264 Bootsmigranten in Italien registriert, 2019 waren es im gleichen Zeitraum noch 4664. (dpa)

33 Corona-Infizierte nach Hochzeit im Kreis Groß-Gerau

Nach einer Hochzeitsfeier im Kreis Groß-Gerau sind 33 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet worden. Die Personen hätten zum Teil selbstständig einen Test veranlasst, sagte Ute Kepper vom Kreisgesundheitsamt. «Die Testungen wurden in verschiedenen Testzentren oder auch beim Hausarzt durchgeführt. Deshalb dauert es auch unterschiedlich lang, bis die Ergebnisse eintreffen. Die positiven Ergebnisse werden uns umgehend gemeldet», sagte Kepper.

Das Brautpaar hatte nach Angaben des Kreises am 7. und 14. August in Kelsterbach zweimal gefeiert - einmal mit 100, einmal mit 160 Gästen. Dabei hätten ein oder mehrere Infizierte unwissentlich andere angesteckt. (dpa)

Polizei löst Party im James-Simon-Park auf

Die Berliner Polizei hat in der Nacht auf Sonntag rund 1000 Menschen aus dem James-Simon-Park in Mitte weggeschickt. Gegen Mitternacht habe es Beschwerden von Anwohnern über Lärm und laute Musik in dem Park an der Spree gegeben, sagte ein Polizeisprecher am Sonntag. Verstöße gegen die Corona-Regeln seien aber nicht festgestellt worden. Weil die Clubs in Berlin seit Beginn der Pandemie geschlossen sind, treffen sich viele junge Menschen zum Feiern in den Parks der Hauptstadt. Oft wird dabei auch der Mindestabstand von 1,5 Metern ignoriert. (dpa)

Party trotz Corona: 13 Tote in Peru bei Massenflucht vor Polizei

Mindestens 13 Teilnehmer einer unerlaubten Party in Peru sind bei einer Massenpanik auf der Flucht vor der Polizei ums Leben gekommen. Die Sicherheitskräfte waren am Samstagabend (Ortszeit) von Nachbarn zu einem Lokal am Rande der Hauptstadt Lima gerufen worden, weil dort rund 120 Menschen feierten, wie das Innenministerium des südamerikanischen Landes mitteilte. Die Versammlung verstieß demnach gegen die Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus.

Als die Beamten eintrafen, versuchten die Party-Gäste den Angaben zufolge, durch den einzigen Ausgang zu fliehen. Dabei hätten sie einander überrannt und seien zwischen der Tür und einer Treppe eingequetscht worden. Drei Polizisten und drei Feiernde seien verletzt worden.

Das Ministerium wies Medienberichte zurück, wonach die Polizisten in dem Lokal Tränengas eingesetzt hätten und die Opfer daran erstickt sein sollen. Verantwortlich für die Todesfälle sei eine skrupellose Geschäftsperson. Es werde ermittelt, um die Eigentümer des Lokals und Verantwortlichen für das Unglück zu identifizieren. 23 Personen seien festgenommen worden.

In Peru wurden bislang 585 236 Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und 27 453 Todesfälle in Zusammenhang mit der Krankheit Covid-19 offiziell registriert. Das sind nach Statistiken der Johns-Hopkins-Universität in den USA die sechstmeisten Fälle und neuntmeisten Toten weltweit. Zuletzt wurden die Anti-Corona-Maßnahmen nach Lockerungen und anschließendem Anstieg der Fallzahlen wieder verschärft. Unter anderem sind private Treffen verboten. (dpa)

Fitnessstudios wegen Corona mit deutlich weniger Kunden

Die Fitnessstudios haben in der Coronakrise viele Kunden verloren. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sei die Mitgliederzahl um 15 bis 20 Prozent gesunken, sagte der Vorsitzende des Bundesverbands Gesundheitsstudios Deutschland, Botond Mezey, dem Berliner «Tagesspiegel» (Montag). Die befürchtete Insolvenzwelle sei aber bislang ausgeblieben. «Es sieht derzeit nicht nach einer Pleitewelle aus», sagte Mezey.

Der Verbandschef schätzt, dass rund fünf Studios pro Woche aufgeben müssen. Insgesamt gibt es demnach in Deutschland rund 9700 Fitnessanlagen, 2019 machte die Branche einen Umsatz von 5,51 Milliarden Euro. Wegen Covid-19 waren die Clubs in ganz Deutschland von März bis Mitte Mai geschlossen, in vielen Bundesländern durften die Studios erst im Juni wieder öffnen. (dpa)

782 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Erwartungsgemäß hat das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntag vergleichsweise wenig neue Corona-Infektionen gemeldet. Nach Angaben vom frühen Sonntagmorgen hatten die Gesundheitsämter binnen 24 Stunden 782 Fälle an das RKI übermittelt. An Sonntagen – und auch Montagen – sind die gemeldeten Fallzahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. An den Tagen zuvor hatte die tägliche Zahl der Neuinfektionen noch weit höher gelegen. Am Samstag war mit 2034 neuen Fällen erstmals seit Ende April die 2000er-Marke überschritten worden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März/Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an ihre Grenzen bringt. (dpa)

Bundesländer uneins über Obergrenze für private Feiern

Die Forderung nach einer bundesweit einheitlichen Teilnehmergrenze für private Feiern stößt in mehreren Bundesländern auf Widerstand. Das hat eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergeben. Demnach befürworten etwa Berlin, Hamburg, Bremen, Niedersachsen und Rheinland-Pfalz grundsätzlich eine einheitliche Obergrenze für Familienfeiern, Geburtstagspartys oder Hochzeiten, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Länder wie Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern lehnen diese ab.

Einige Länder, darunter Bayern und Baden-Württemberg, ziehen eine Verschärfung der Auflagen für private Feiern in Erwägung. Bei einer Videokonferenz wollen die Ministerpräsidenten der Länder am Donnerstag mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch über dieses Thema beraten. Nach Ansicht der Bundesregierung tragen vor allem private Feiern, bei denen die Hygiene- und Abstandsregeln nicht eingehalten werden, sowie Rückkehrer aus Risikogebieten zu den steigenden Infektionszahlen in Deutschland bei. (dpa)

Über drei Millionen Corona-Infektionen in Indien seit Pandemiebeginn

(dpa) In Indien hat die Zahl der Corona-Fälle die Marke von drei Millionen überschritten. Dies geht aus Daten der Regierung hervor, die am Sonntag veröffentlicht wurden. Indien verzeichnet seit fast drei Wochen den weltweit größten täglichen Anstieg von Corona-Fällen. Das Land rangiert an dritter Stelle hinter Brasilien und den USA bei den weltweit höchsten Fallzahlen. Auch Südkorea meldete am Sonntag steigende Infektionszahlen.

Die Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums im Detail: In dem Land mit insgesamt 1,3 Milliarden Einwohnern seien seit Beginn der Pandemie 3 044 940 Infektionen registriert worden. Allein in den vorangegangenen 24 Stunden seien 69 239 neue Fälle hinzugekommen. Die Zahl der Todesfälle erhöhte sich den Angaben zufolge auf 56 706. Rund 2,2 Millionen Menschen seien bisher genesen.

Ärztepräsident fordert breiten Einsatz von Corona-Schnelltests

Angesichts der aktuellen Probleme mit den Corona-Tests in Deutschland fordert Ärztepräsident Klaus Reinhardt einen verstärkten Einsatz von Schnelltests. Außerdem seien die Arztpraxen in der Erkältungs- und Grippezeit absehbar ausgelastet - Corona-Reihentests sollten daher nur noch in ausgelagerten Testzentren oder in eigens darauf spezialisierten Arztpraxen gemacht werden, sagte Reinhardt der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Reinhardt forderte «eine Generalüberholung unserer Corona-Teststrategie und geeignete Konzepte für die saisonale Influenza-Impfung». (dpa)

Mehr als 60.000 Corona-Tote in Mexiko

In Mexiko ist die Zahl der Corona-Toten auf mehr als 60.000 gestiegen. In den vergangenen 24 Stunden seien 644 Menschen an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Ortszeit) mit. Insgesamt gebe es damit landesweit 60.254 nachgewiesene Todesfälle durch das neuartige Coronavirus.

Der Unterstaatssekretär im Gesundheitsministerium, Hugo López-Gatell, hatte Anfang Juni gesagt, dass es im Falle eines "sehr katastrophalen Szenarios" mehr als 60.000 Tote durch das neuartige Coronavirus in Mexiko geben könne. Zuletzt hatte sich López-Gatell mit Blick auf die Fortschritte bei der Pandemie-Bekämpfung optimistisch geäußert. Am Dienstag erklärte er, die Pandemie befinde sich in einer "Phase des Niedergangs". Experten gehen indes von einer sehr hohen Dunkelziffer bei den Infektions- und Todesfallzahlen aus. Die offiziell gemeldeten Todesfälle seien allesamt nachgewiesene Todesfälle, betonte der Experte Malaquias López. Möglich sei aber, dass viele weitere Todesfälle fälschlicherweise nicht auf das Coronavirus zurückgeführt worden seien. (AFP)

Corona-Kontrollen in Österreich: Massiver Stau an slowenischer Grenze

Wegen verschärfter Corona-Grenzkontrollen in Österreich sind Reisende mehr als 12 Stunden in Slowenien festgesteckt. Vor dem Karawanken-Tunnel kam es nach Angaben slowenischer Medien in der Nacht auf Sonntag zu einem Stau von bis zu zwölf Kilometern Länge. Betroffen waren auch viele deutsche Urlauber auf der Rückreise von Kroatien.

Österreich verschärfte am Samstag wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien die Grenzkontrollen. Nun mussten nicht nur Einreisende einen negativen Test vorweisen oder sich in Quarantäne begeben. Alle Durchreisenden, die in Kroatien waren, müssen ein Formular ausfüllen und sich registrieren.

Nach Angaben von Reisenden vor Ort begannen österreichische Beamte am Sonntagmorgen, Fahrzeuge durchzuwinken. Die Autoschlange vor der Grenze verkürzte sich auf acht Kilometer und sechs Stunden Wartezeit, berichtete der slowenische Sender RTVSlo. (dpa)

Kurzarbeitergeld soll nach Plänen von Heil bis März 2022 verlängert werden

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) plant einem Medienbericht zufolge wegen der Corona-Krise mit einer Verlängerung des Kurzarbeitergeldes bis März 2022. Wie die "Bild am Sonntag" aus einem ihr vorliegenden Konzept des Bundesarbeitsministeriums berichtete, soll auch die Aufstockung des Kurzarbeitergeldes bis dahin fortgesetzt werden. Am Dienstag soll im Koalitionsausschuss über eine Nachjustierung der Corona-Hilfen beraten werden.

Regulär beträgt das Kurzarbeitergeld 60 Prozent des ausgefallenen Nettolohns, mit Kindern 67 Prozent. Ab dem 4. Monat wird es auf 70 beziehungsweise 77 Prozent erhöht, ab dem 7. Monat auf 80 beziehungsweise 87 Prozent. Die Aufstockung bis 2022 kostet nach Schätzung des Bundesarbeitsministeriums etwa 300 Millionen Euro.

Nach dem Vorschlag des Arbeitsministeriums sollen den Arbeitgebern die Sozialversicherungsbeiträge für Kurzarbeiter bis März 2021 vollständig erstattet werden, ab April 2021 dann nur noch zu 50 Prozent. Um die Qualifizierung der Mitarbeiter während der Kurzarbeit zu fördern, soll der Staat die Sozialversicherungsbeiträge bis März 2022 komplett übernehmen, wenn Unternehmen die Kurzarbeiter weiterbilden. Die Kosten für diese Maßnahme werden auf circa zwei Milliarden Euro geschätzt. (AFP)

+++ 22. August +++

Corona-Verdachtsfall an Bord - Flugzeug hebt mit zwei Stunden Verspätung ab

An Bord einer Lufthansa-Maschine hat es am Frankfurter Flughafen kurz vor dem Start einen Corona-Verdachtsfall gegeben. Wie das Unternehmen auf Anfrage am Samstag mitteilte, verließ die betroffene Person die Maschine. Das Flugzeug sei am Freitag mit zweistündiger Verspätung von Frankfurt aus nach Minsk abgehoben. Es habe keinen direkten Kontakt zwischen der Person und der Crew oder den anderen Passagieren gegeben.

Deshalb und auch aufgrund der Maskenpflicht an Bord habe der Flug "nach Durchführung der vorschriftsmäßigen Hygienemaßnahmen" fortgesetzt werden können, nachdem die Person das Flugzeug verlassen habe, teilte das Unternehmen mit. Die Lufthansa machte am Samstag keine weiteren Angaben zu dem Vorfall. Zuvor hatten "Bild" und "Spiegel" über den Zwischenfall berichtet.

Den Berichten zufolge handelte es sich um eine Frau, die erst an Bord des Flugzeugs, das bereits auf dem Weg zur Rollbahn gewesen sei, per E-Mail von einem positiven Corona-Testergebnis erfahren und das Kabinenpersonal informiert habe. Daraufhin habe der Pilot das Startmanöver gestoppt. Die Frau hatte sich den Berichten zufolge nach einem Urlaub in Kroatien bei ihrer Rückkehr am Flughafen in München testen lassen. Das Gesundheitsamt habe die Frau von der Maschine abgeholt, sie müsse nun in zweiwöchige Quarantäne. (dpa)

62 neue Corona-Fälle in Berlin, Warnampeln weiter auf Grün

In Berlin wurden innerhalb von 24 Stunden 62 neue Corona-Fälle gemeldet. Die Zahl von 226 Corona-Toten bleibt unverändert. Alle drei Corona-Warnampeln bleiben auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" steht momentan bei 0,8 - das bedeutet, dass eine erkrankte Person im Schnitt weniger als eine weitere ansteckt. (BK)

Drosten: Stoppt die Flughafen-Coronatests

Erst vor wenigen Wochen sind sie an den Start gegangen - jetzt fordert der Berliner Virologe Christian Drosten, kostenlose Corona-Tests an den Flughäfen wieder einzustellen. Grund sei die "weltweite Kontingentierung der zwingend benötigten Reagenzien und Verbrauchsmaterialen" zur Auswertung der Tests, schreibt Drosten in einem Brief an den Regierenden Bürgermeister von Berlin, Michael Müller und Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci, aus dem der Tagesspiegel-Checkpoint zitiert. Diese Substanzen gingen zur Neige. Eine Testung von Reiserückkehrern sei "im Umfang der vergangenen Wochen durch die Berliner Labore nicht mehr möglich". Bereits jetzt könne die "Diagnostik im Rahmen der geplanten testung von Pflegepersonal in Alten- und Pflegeheimen nicht durchgeführt werden".  (BK)

Gegen Corona-Regeln verstoßen - 50 Bußgelder gegen Polizisten

Die Stadt Mainz hat gegen rund 50 Polizisten ein Bußgeldverfahren eingeleitet, weil sie vor etwa drei Monaten in einer Altstadt-Kneipe gegen Corona-Regeln verstoßen haben. «Die Höhe der beabsichtigten Bußgelder reicht dabei von schlichten Verwarngeldern wegen des Verstoßes gegen die Maskenpflicht bis hin zu Strafen, die deutlich im dreistelligen Bereich angesiedelt sind», sagte Stadtsprecher Ralf Peterhanwahr am Freitag in Mainz.

Die Polizisten und Polizistinnen hätten gegen elementare Vorgaben der im Mai gültigen Corona-Bekämpfungsverordnung des Landes verstoßen und etwa keinen Mund-Nasen-Schutz getragen sowie Kontaktbeschränkungs- und Abstandsregelungen nicht eingehalten. Die Mainzer Polizisten hatten in der Kneipe zudem länger als erlaubt gefeiert. Anlass der Feiern während des Lockdowns soll der Beförderungstag der Polizei gewesen sein. Polizeisprecher Rinaldo Roberto sagte, die Polizei müsse das Bußgeldverfahren in jedem Einzelfall abwarten, bevor sie disziplinarrechtliche Folgen prüfen könne. (dpa)

Johns Hopkins: Bereits 800 000 Corona-Tote weltweit

Seit Beginn der Corona-Pandemie sind US-Wissenschaftlern zufolge weltweit bereits 800 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. Das ging am Samstag aus Daten der Universität Johns Hopkins in Baltimore hervor. Damit ist die Zahl der Todesopfer innerhalb von zweieinhalb Wochen, seit dem 5. August, um 100.000 angestiegen. Die Zahl der bestätigten Infektionen stieg im gleichen Zeitraum von 18,5 Millionen auf 23 Millionen an. Diese Zunahme um gut 24 Prozent in relativ kurzer Zeit zeigt, dass sich die Pandemie in einigen Ländern weiter rasch ausbreitet.

Weltweit entfallen die meisten Infektionen und Todesfälle auf die USA, ein Land mit rund 330 Millionen Einwohnern. Dort gibt es Johns Hopkins zufolge bislang gut 5,6 Millionen bestätigte Infektionen mit dem Erreger Sars-CoV-2 und rund 175 000 Todesfälle. An zweiter Stelle steht Brasilien mit 3,5 Millionen Infektionen und rund 113 000 Todesfällen. An dritter Stelle kommt Mexiko mit knapp 60.000 Toten, gefolgt von fast 56 000 in Indien.

Relativ zur Einwohnerzahl ist die Zahl der Toten jedoch in einigen europäischen Ländern und in Peru höher als in den USA. In Brasilien und in den USA starben der Johns Hopkins-Uni zufolge jeweils rund 54 Menschen pro 100 000 Einwohner. In Peru liegt dieser Wert jedoch bei 84, in Großbritannien bei 62, in Italien bei 59 und in Schweden bei 57 - in Deutschland liegt der Wert seit langem unverändert bei 11. Ein Vergleich der Länder wird dadurch erschwert, dass die Teststrategie und die Zahl der durchgeführten Test in einzelnen Ländern teils sehr unterschiedlich ist.

Die Webseite der John Hopkins-Uni wird regelmäßig mit eingehenden Daten aktualisiert und zeigt daher einen höheren Stand als die offiziellen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO). In manchen Fällen wurden die Zahlen zuletzt aber auch wieder nach unten korrigiert. Experten gehen in jedem Fall von einer höheren Dunkelziffer aus. Die WHO sprach am Samstag von weltweit bislang 22,8 Millionen bestätigten Infektionen und 794 000 Todesfällen. Die Corona-Pandemie begann um den Jahreswechsel in China. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Krankheit Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. (dpa)

Helfer mit Symptomen: Corona-Teststation an der A3 vorübergehend geschlossen

Eine Corona-Teststation an der Autobahn 3 beim bayerischen Passau war in der Nacht zu Samstag vorübergehend geschlossen, weil drei Mitarbeiter Symptome gezeigt haben. Es müsse erst der Verdacht auf Infektionskrankheiten abgeklärt werden, teilte das Bayerische Gesundheitsministerium mit. "Daher konnten die Betroffenen aus Sicherheitsgründen ihren Dienst nicht antreten." 40 ehrenamtliche Helfer unter Leitung des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) sprangen ein, um den Betrieb aufrechtzuerhalten, wie ein BRK-Sprecher mitteilte. "Die Teststation war mindestens eine Stunde geschlossen", sagte der Sprecher.

Am frühen Morgen nahm der private Betreiber Eurofins den Betrieb wieder auf. Angesichts des Rückreiseverkehrs am Wochenende sei mit einer hohen Auslastung zu rechnen, betonte das Ministerium. Das Rote Kreuz habe das Testzentrum unabhängig von der kurzzeitigen Schließung um eine zusätzliche Teststraße erweitert.

Die Mitarbeiter von Eurofins warten nun auf das Ergebnis ihres Abstrichs, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Erst am vergangenen Montag war bekannt geworden, dass sich ein Mitarbeiter der Teststation Donautal-Ost mit dem Virus infiziert hatte. Mehrere ehrenamtliche Helfer, die mit dem Mann Kontakt hatten, ließen einen Abstrich nehmen und waren vorübergehend in Quarantäne. In Bayern war es vor kurzem bereits zu massiven Problemen bei Corona-Tests gekommen. Insgesamt erfuhren 44.000 Personen ihre Testergebnisse nicht oder nur stark verzögert, darunter auch 949 positiv Getestete. (dpa)

17 neue registrierte Corona-Infektionen in Brandenburg

In Brandenburg sind weitere 17 nachweislich infizierte Menschen mit dem Coronavirus erfasst worden. Von Donnerstag auf Freitag seien bereits 18 neue bestätigte Fälle gemeldet worden, teilte das Gesundheitsministerium am Samstag (Stand: 10 Uhr) mit. 3817 laborbestätige Fälle sind den Angaben zufolge jetzt bekannt.

Die Zahl der nachweislich aktiv Erkrankten liegt bei 190 Patienten. In Brandenburg starben bislang 173 Menschen im Zusammenhang mit einer Sars-CoV-2-Infektion. Etwa 3450 Menschen gelten mittlerweile als genesen, genau wie am Vortag. Corona-Hotspot ist nach wie vor die Landeshauptstadt Potsdam mit insgesamt 686 Infektionen (+1) in Brandenburg. Auf dem zweiten Platz ist der Landkreis Potsdam-Mittelmark mit 611 (+/-0) Infektionen. (dpa)

WHO: Kinder unter fünf Jahren sollten keine Maske tragen

Kinder mit Schutzmasken spielen an einer Straße.
Foto:  Gao Jing/XinHua/dpa

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat neue Richtlinien dazu vorgelegt, ob und wann Kinder und Jugendliche Masken zum Schutz vor einer Corona-Infektion tragen sollten. Demnach empfiehlt die WHO für Jugendliche ab zwölf Jahren das Maskentragen in denselben Situationen wie bei Erwachsenen.

Kinder unter fünf Jahren sollten dagegen keinen Mund-Nasen-Schutz tragen, heißt es in den am Freitag veröffentlichten Richtlinien, welche die WHO in Zusammenarbeit mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef erstellt hat. Dies sei im allgemeinen Interesse der Kinder und ihrer Sicherheit, erklärten die Organisationen. Auch für Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsstörungen sollte keine Maskenpflicht gelten, hieß es weiter.

Für Kinder zwischen sechs und elf Jahren sollte ein risikobasierter Ansatz für die Entscheidung zur Verwendung einer Maske angewendet werden, hieß es von der WHO. Berücksichtigt werden sollte dabei, ob sich das Kind in einem schwer von der Pandemie betroffenen Gebiet aufhält und ob es Kontakte zu Risikogruppen hat. Allerdings sollten dann Erwachsene in der Nähe sein, um dem Kind mit dem sicheren Gebrauch der Maske zu helfen.

Noch immer gebe es große Unklarheiten über die Rolle von Kindern bei der Übertragung des neuartigen Coronavirus, heißt es in den Richtlinien. Es gebe eine Reihe von Hinweisen darauf, dass kleine Kinder weniger empfänglich für eine Corona-Infektion seien als Erwachsene und Teenager. (tn)

Kroatien: Sorge im Tourismussektor wegen zunehmender Corona-Fälle

Die steigende Zahl von Corona-Infektionen in Kroatien trifft den dortigen Tourismussektor schwer. Ausländische Gäste fingen an, das Land zu verlassen oder ihre Reservierungen zu stornieren, berichtete der staatliche Rundfunk HRT am Samstag. Österreich, Italien und Slowenien haben Reisewarnungen für das gesamte Urlaubsland an der Adria verhängt, das Auswärtige Amt in Deutschland warnt vor Reisen in zwei Regionen. Touristen aus diesen vier Ländern machen das Gros der ausländischen Besucher in Kroatien aus.

"Leider sehen wir, dass Gäste abreisen, vor allem aus Deutschland, Österreich, Slowenien und anderen Ländern, die uns auf eine rote Liste gesetzt haben", sagte Filip Kulusic vom Tourismusunternehmen Croatian Adriatic International Club dem Sender. "Die Menschen gehen aus vielen Gründen - Familie, Politik, Arbeit", sagte Kulusic weiter. "Letztendlich wollen sie zu Hause und sicher sein."

Der Tourismus ist eine sehr wichtige Branche in Kroatien: Er macht etwa 20 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus. Das Land hatte sich am 1. Juli für Touristen geöffnet und bis zum jüngsten Anstieg bei den Corona-Fällen hohe Besucherzahlen gemeldet. Die Tourismussaison dauert normalerweise bis Oktober. Bei den Bundesbürgern zählt Kroatien zu den beliebten ausländischen Urlaubszielen, mit einem hohen Anteil von Individualreisenden. (dpa)

2000 Corona-Neuinfektionen überschritten – höchster Wert seit April

Die Zahl der täglich gemeldeten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland hat die Schwelle von 2000 überschritten und den höchsten Wert seit Ende April erreicht. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben 2034 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages gemeldet (Datenstand 22.08. 0 Uhr), wie es am Samstagmorgen vom Robert-Koch-Institut (RKI) hieß. Höher lag der Wert zuletzt am 25. April mit 2055 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März, Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der Nachweise wieder an.

Direkte Rückschlüsse auf das Infektionsgeschehen lässt der aktuelle Anstieg bei den Fallzahlen allerdings nicht zu, da zuletzt auch die Zahl der durchgeführten Tests immens stieg. Waren es nach RKI-Daten in der Kalenderwoche 31 vom 27. Juli bis 2. August noch rund 578.000 (übermittelt von 165 Laboren), lag die Zahl zwei Wochen später schon bei mehr als 875.000 (übermittelt von 181 Laboren). Die Werte können sich im Zuge von Nachmeldungen noch verändern, zudem können Mehrfachtestungen einzelner Menschen enthalten sein. (dpa)

Forscher befürchten noch mehr Opfer in den USA: 310 000 Corona-Tote

Forscher befürchten einem weithin beachteten Modell zufolge in den USA noch mehr Corona-Tote als zuletzt prognostiziert. Bis Anfang Dezember könnten insgesamt fast 310 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus sterben, rund 15 000 mehr als noch vor zwei Wochen angenommen. Das ging am Freitagabend (Ortszeit) aus einer Aktualisierung des Modells der Forscher des Instituts IHME der Universität Washington in Seattle hervor.

Wenn 95 Prozent der Menschen in der Öffentlichkeit stets Masken trügen, könnte die Zahl der Opfer bis 1. Dezember mit rund 240 000 deutlich geringer ausfallen, erklärten die Forscher.

Bislang sind in den USA rund 175 000 Menschen nach einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 gestorben. Zuletzt starben etwa 1000 Menschen pro Tag. Das IHME-Modell prognostiziert mit Beginn der kalten Jahreszeit, ab etwa Mitte Oktober, einen Anstieg der Todeszahlen auf rund 2000 Opfer pro Tag Ende November. In den USA gibt es bislang rund 5,6 Millionen bestätigte Corona-Infektionen. Täglich wurden zuletzt zwischen 40 000 und 50 000 Neuinfektionen gemeldet. Der Erreger Sars-CoV-2 kann die Erkrankung Covid-19 auslösen, die vor allem bei älteren oder immungeschwächten Patienten tödlich verlaufen kann. (dpa)

Umfrage: Mehrheit ist für Karnevalsabsage

Zwei Drittel der Erwachsenen in Deutschland (67 Prozent) befürworten einer Umfrage zufolge eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern der kommenden Saison aufgrund der Corona-Pandemie. Rund ein Viertel (23 Prozent) lehnen eine Absage ab, wie aus einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov hervorgeht. Befragt wurden am Donnerstag fast 1200 Personen. Frauen und Männer sind sich recht einig bei dem Thema, auch wenn bei den Männern mehr die Absage „voll und ganz befürworten“ (50 Prozent) als bei den Frauen (47 Prozent).

Jüngere (18 bis 24 Jahre) befürworten eine bundesweite Absage aller Karnevalsfeiern am häufigsten (77 Prozent); die 35- bis 44-Jährigen am seltensten (61 Prozent). Ältere (über 55) sagen dies zu 65 Prozent. Menschen in Westdeutschland, wo sich die traditionellen Karnevalshochburgen wie Köln, Düsseldorf und Mainz befinden, befürworten eine Absage übrigens häufiger als Ostdeutsche (69 Prozent gegenüber 61 Prozent). (dpa)

Bundesregierung plant digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Risikogebieten

Die Bundesregierung plant eine digitale Registrierung für Reiserückkehrer aus Corona-Risikogebieten. Urlaubern soll die Einreise erleichtert werden, indem sie sich künftig elektronisch registrieren, berichtete das Wirtschaftsmagazin „Business Insider“ am Sonnabend. Das Bundesinnenministerium hat dafür das Unternehmen Accenture beauftragt, wie aus einer Mail der IT-Firma hervorgeht, die dem Magazin vorliegt. Bislang müssen Reise-Rückkehrer aus Risikogebieten auf Formularen per Hand Angaben zur Identität, der Reiseroute, Kontaktdaten und dem eigenen Gesundheitszustand machen.

Die Unterlagen sammelt die jeweilige Fluggesellschaft oder das Busunternehmen ein, leitet sie an das für die Einreise zuständige Gesundheitsamt weiter, das sie wiederum an das Gesundheitsamt am Wohnsitz des Rückkehrers verschickt. Das Ausfüllen per Hand hatte zuletzt in Bayern für Chaos gesorgt: Zwischenzeitlich waren mehr als 40.000 Rückkehrer nicht über ihr Testergebnis informiert worden. (AFP)

RKI: Die meisten Corona-Infektionen passieren im Privaten

Privathaushalte und Altenheime sind laut einer RKI-Untersuchung die Orte der meisten Corona-Übertragungen. Allerdings gab es bei einem Ausbruch zu Hause im Schnitt nur jeweils 3,2 Infizierte – die Übertragung fand also wohl nur auf weitere Familienmitglieder statt. Die zweitmeisten Corona-Ausbrüche gehen laut Robert-Koch-Institut auf Alten- und Pflegeheime zurück. In diesen Einrichtungen steckten sich bei bei einem Ausbruch aber im Schnitt fast 19 Personen an. Besonders hoch ist die Ansteckungsgefahr demnach beim Ausbruch in einem Flüchtlingsheim – im Schnitt wurden 21 Fälle pro Ausbruch erfasst, so viele wie nirgends sonst.

Schulen spielen der RKI-Studie zufolge – bislang zumindest – keine Rolle bei den Infektionen. Das RKI ordnet ihnen nur 31 Ausbrüche und 150 Infektionen zu. Auch Restaurants, Hotels oder Büros sind bislang Nebenschauplätze. Ausbrüche in der Bahn lassen sich laut RKI nur schwer ermitteln, da die Identität eines Kontaktes kaum nachvollziehbar sei. (dpa)

+++ 21. August +++

112 weitere Corona-Erkrankte in Berlin, Infektionsgeschehen bleibt erhöht

In Berlin sind innerhalb von 24 Stunden offiziell 112 neue Corona-Fälle gemeldet worden.  Rechnerisch gibt es nach Zahlen der Gesundheitsverwaltung des Senats nunmehr 819 aktive Fälle von Covid-19 in der Hauptstadt. Die Zahl von 226 an Corona Verstorbenen hat sich nicht erhöht. Alle drei Corona-Warnampeln stehen weiter auf Grün. Die Reproduktionszahl "R" steht mit 0,78 deutlich unter 1. Dies bedeutet, dass derzeit eine erkrankte Person weniger als eine weitere infiziert. Dennoch liegt die Inzidenz von Neuinfektionen mit 14,4 je 100.000 Einwohnern auf einem erhöhten Niveau. Steigt diese Zahl auf 20, springt die entsprechende Warnampel auf Gelb, bei 30 auf Rot. (BK)

Brutaler Corona-Streit im Supermarkt: Frau angespuckt, geschlagen und an den Haaren gezogen

Ein Streit über einen nicht eingehaltenen Abstand ist am Donnerstagnachmittag in Charlottenburg eskaliert. Eine 52-Jährige hatte die Polizei alarmiert und angegeben, sie sei mit einer ihr unbekannten Frau in einem Geschäft in der Wilmersdorfer Straße in Streit geraten. Diese habe sie diese im Kassenbereich aufgefordert, den notwendigen Abstand einzuhalten. Die Unbekannte soll daraufhin zunächst verbal aggressiv geworden sein und die 52-Jährige dann im Nachgang vor dem Geschäft angespuckt und geschlagen haben. Die Attackierte war ihrer Peinigerin daraufhin in den nahe gelegenen U-Bahnhof gefolgt und hatte sie abermals angesprochen, woraufhin die Frau ihr an den Haaren gezogen haben soll, bevor sie flüchtete. Die Ermittlungen wegen Körperverletzung und versuchter gefährlicher Körperverletzung dauern an. (BK)

Gastro-Verband will Heizpilz-Verbot aussetzen - Auch Grüne dafür

Deutsche Gastronomen fordern die bundesweite Zulassung der teils verbotenen Heizpilze, um im Herbst und Winter mehr Gäste im Freien bedienen zu können. «Die Kommunen, die derzeit ein Verbot von Heizpilzen haben, sollten es in diesem Herbst und Winter aussetzen», sagte die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges, dem «Tagesspiegel». Wirte, die keine andere Möglichkeit hätten, sollten in diesem Winter Gas-Heizpilze und Elektro-Wärmestrahler verwenden dürfen. Als ein Argument dafür gilt, dass Wirte ihre Gäste dann auch im Herbst und Winter draußen platzieren können und Abstand gehalten werden kann.

Vielerorts sind die sogenannten Heizpilze aus Umweltschutzgründen verboten. Der tourismuspolitische Sprecher der FDP-Fraktion im Bundestag, Marcel Kling, sagte der Zeitung dazu: «Heizpilze sind umweltpolitisch problematisch, einen verantwortlichen Einsatz in diesem Ausnahmejahr 2020 sollten wir aber zulassen.»

Selbst die Grünen halten eine Ausnahme für vertretbar: «Aus klima- und umweltpolitischen Gründen lehnen wir in Zeiten, in denen man im Restaurant oder Café im Winter ganz normal drinnen sitzen kann, den Betrieb von Heizpilzen im Außenbereich ab», sagte Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter der Deutschen Presse-Agentur. «In diesem Winter ist das alles anders und daher wäre ich in dieser speziellen Ausnahmesituation und mit Blick auf den Gesundheitsschutz dafür, Verbote zeitlich befristet auszusetzen.» (dpa)

Labore melden Rückstau bei Auswertung von Corona-Tests

Aufgrund der steigenden Zahl von Corona-Tests und Lieferengpässen wegen der weltweiten Nachfrage könnten die Testkapazitäten in Deutschland schrumpfen. In der vergangenen Woche meldeten 64 Labore einen Rückstau von 17.142 abzuarbeitenden Corona-Proben, wie das Robert-Koch-Institut (RKI) in seinem aktuellen Epidemiologischen Bulletin schreibt. 41 Labore nannten zudem Lieferschwierigkeiten für Reagenzien.

Unter anderem wegen der begrenzten Haltbarkeit könnten die Labore Verbrauchsmaterialen und Reagenzien nur für kurze Zeiträume bevorraten. "Bei steigender Anzahl durchgeführter Tests und aufgrund von Lieferengpässen bei weltweit steigender Nachfrage können sich die freien Kapazitäten in den nächsten Wochen reduzieren", schreibt das RKI.

Auch die Bearbeitungszeiten verlängerten sich dadurch, was Konsequenzen für die zeitnahe Mitteilung des Ergebnisses an die Testpersonen sowie einen "größeren Verzug bei der Meldung an das Gesundheitsamt" nach sich ziehen könne. Aus Sicht der Gesundheitsbehörde scheint es daher geboten, den Einsatz der Tests "zu priorisieren". (AFP)

Attila Hildmann: Youtube sperrt Konto des Corona-Verschwörungstheoretikers

Attila Hildmann bei einer Corona-Demo am Berliner Hauptbahnhof am 4. Juli 2020.
Foto:  Imago images/Mike Schmidt

Neuer Ärger für den veganen Koch Attila Hildmann. Das Videoportal Youtube hat den Channel des umstrittenen Corona-Leugners eingeschränkt. Hildmann kann nach eigener Aussage derzeit keine Videos mehr hochladen, zudem seien einige Videos Hildmanns gelöscht worden. Das teilte Hildmann via Telegram mit.

Der Grund für die Account-Einschränkungen ist offenbar ein Video mit dem Titel „Deutschland soll vernichtet werden“. Es verstößt demnach gegen die Richtlinien des Videoportals zu Hassreden. Sollte Hildmann erneut gegen die Richtlinien verstoßen, droht den Regeln von Youtube zufolge eine Sperre von zwei Wochen. Bei einem dritten Verstoß wird sein Konto dann gelöscht.

Bereits vor einiger Zeit wurde der Instagram-Kanal des selbst ernannten Vegan-Papstes aus ähnlichen Gründen gelöscht. (tn)

Polen verzeichnet Höchstwert bei nachgewiesenen Corona-Neuinfektionen

Polen hat so viele neue Corona-Fälle registriert wie noch nie seit Beginn der Pandemie. Am Freitag verzeichneten die Behörden 903 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, wie das Gesundheitsministerium in Warschau mitteilte. Der Schwerpunkt der nachgewiesenen Neuinfektionen lag mit 168 erneut in Schlesien. Der bisherige Rekordwert wurde am 8. August erfasst, er betrug 843 Neuinfektionen.

Ein Sprecher des Ministeriums sagte, es gebe keine großen Epidemieherde, die ihren Einfluss auf die Werte hätten. Vielmehr gebe es eine Häufung von Fällen in zwei Pflegeheimen in Schlesien, in mehreren kleineren Betrieben in Südpolen sowie in der Region um Poznan (Posen) nach Hochzeitsfeiern. Er appellierte an die Bürger, sich auch bei Feiern an die Schutzmaßnahmen zu halten.

In Polen haben sich nach offiziellen Angaben bislang 60 281 Menschen mit Sars-CoV-2 infiziert. 1938 Menschen starben demnach in Zusammenhang mit dem Virus. Polen hat rund 38 Millionen Einwohner. (dpa)

Irischer Minister besucht Dinner-Party: Rücktritt wegen wegen Corona-Verstoßes

Nach nur fünf Wochen im Amt ist der irische Landwirtschaftsminister Dara Calleary wegen Missachtung der Coronavirus-Maßnahmen zurückgetreten. Er hatte gemeinsam mit etwa 80 Personen an einem Dinner einer Golf-Gesellschaft teilgenommen. Callearys Besuch der Veranstaltung sei ein Fehler gewesen, sagte der irische Regierungschef Micheál Martin am Freitag in Dublin.

Mehrere andere irische Politiker sollen ebenfalls bei dem Treffen am Mittwochabend in einem Hotel in Clifden im Westen Irlands dabei gewesen sein. Zu den Gästen zählte auch EU-Handelskommissar Philip Hogan. Der 60-Jährige schrieb am Freitag auf Twitter, er habe in dem Verständnis an dem Dinner teilgenommen, dass alle Maßnahmen in Einklang mit den Richtlinien der Regierung stünden. Auch die irischen Quarantäne-Vorschriften habe er im Vorfeld erfüllt. (dpa)

1427 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 1427 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) von Freitagmorgen hervor (Datenstand 21.8., 0.00 Uhr). Am Vortag war mit 1707 neuen Nachweisen der höchste Wert seit Ende April erreicht worden. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Ende März bis Anfang April bei mehr als 6000 gelegen, danach waren die Zahlen deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl der neuen Nachweise wieder an.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 230 048 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI meldete. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben bei 9260. Seit dem Vortag wurden sieben Todesfälle mehr gemeldet. Bis Freitagmorgen hatten etwa 205 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen in Deutschland laut Mitteilung vom Donnerstag bei 1,04 (Vortag: 1,03). Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwa einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab.

Zudem gibt das RKI einen sogenannten Sieben-Tage-R-Wert an. Er bezieht sich auf einen längeren Zeitraum und unterliegt daher weniger tagesaktuellen Schwankungen. Nach RKI-Schätzungen lag dieser Wert am Donnerstag bei 1,14 (Vortag: 1,08). Er zeigt das Infektionsgeschehen von vor acht bis 16 Tagen. (dpa)

Polizei warnt vor Blanko-Attesten gegen Masken-Pflicht

Die Bundespolizei weist darauf hin, dass ein selbstausgefülltes Attest aus dem Internet nicht von der Pflicht befreit, an Bahnhöfen und in Bussen und Bahnen eine Maske zu tragen. Immer wieder legten Menschen bei Verstößen Online-Atteste vor, die sie angeblich von der Pflicht befreiten, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, teilte die Bundespolizeiinspektion Münster am Donnerstag mit.

Ein Arzt habe das Blanko-Attest auf seiner Homepage angeboten, Nutzer hätten ihm zufolge nur ihren Namen und ihre Adresse eintragen müssen. Dem widerspricht die Polizei: Mit dem Gebrauch unrichtiger Gesundheitszeugnisse mache man sich strafbar. Dazu komme eine Anzeige, da Mund und Nase nicht bedeckt seien. (dpa)

Wirtschaft: Zweiter Corona-Lockdown muss unbedingt verhindert werden

Angesichts deutlich steigender Corona-Infektionszahlen warnt die deutsche Wirtschaft vor einem zweiten flächendeckenden Lockdown. Eine solche Maßnahme wäre verheerend, die deutsche Wirtschaft wäre "für Jahre, vielleicht sogar ein Jahrzehnt schwer geschädigt", sagte der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer, dem Magazin "Focus". Die aktuelle Lage sei ohnehin schon extrem herausfordernd. 80 Prozent der Unternehmen erwarteten für das Gesamtjahr sinkende Umsätze: "40 Prozent haben schwere Liquiditätsprobleme, und jede zehnte Firma hält sich sogar für insolvenzgefährdet."

Der Bundesverband mittelständische Wirtschaft warnte, ein erneutes Herunterfahren von öffentlichem Leben und Geschäftsleben wie im Frühjahr würde erheblich größere Schäden in der Wirtschaft und vor allem im Mittelstand zur Folge haben als beim ersten Mal. Viele Betriebe hätten ihre finanziellen Reserven aufgebraucht und müssten bei einem zweiten Lockdown die "Hände heben", heißt es in einem Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Ministerpräsidenten der Länder. Dieses wird in der kommenden "Focus"-Ausgabe veröffentlicht und lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Ein "überzogener Infektionsschutz" dürfe nicht wieder Vorrang vor dem Schutz von Wirtschaft und Wohlstand haben. (dpa)

Corona-Zahlen steigen: Marokko riegelt mehrere Großstadt-Viertel ab

Nach einem starken Anstieg der Corona-Infektionen will Marokko einige Großstädte erneut weitgehend abriegeln. Von Freitag an würden Bezirke der Städte Casablanca, Marrakesch und Beni Mellal gesperrt, teilte die Regierung am Donnerstag nach einem Bericht der staatlichen Nachrichtenagentur MAP mit. Nur noch im Notfall dürfen Menschen ihren Wohnort verlassen. Zudem sollen Strände und Parks geschlossen bleiben. Die Übertragung von Fußballspielen in Cafés werde eingestellt. Auch nächtliche Ausgangssperren sind möglich.

Bereits im Juli war es zur Abriegelung mehrerer großer Städte in dem nordafrikanischen Land gekommen. In Marokko wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums bisher 46 313 Corona-Infektionen registriert, darunter 743 Todesfälle. Am Donnerstag verzeichnete das Land 1325 neue Infektionen. (dpa)

Epidemiologe: Keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. «Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen», sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. «Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.»

Dabei gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. «Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind», sagte Scholz, der an der Universität Leipzig forscht. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen. (dpa)

+++ 20. August +++

80 Corona-Neuinfektionen in Berlin, zwei weitere Tote

In Berlin sind zwei weitere Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion gestorben. Damit steigt die Zahl der Todesopfer insgesamt auf 226, wie die Senatsgesundheitsverwaltung am Donnerstagabend mitteilte. 80 Neuinfektionen wurden bestätigt. Damit steigt die Zahl der Menschen, die sich in der Hauptstadt bislang mit dem Coronavirus infiziert haben, auf 10542.

9513 Menschen gelten inzwischen als genesen. Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 31 Personen, davon liegen 15 auf der Intensivstation.

Alle drei Berliner Corona-Ampeln stehen auf Grün. Die Reproduktionszahl, die angibt, wie viele Menschen ein Infizierter im Schnitt ansteckt, liegt bei 0,76. (BK)

Grüne Woche in Berlin wegen Corona-Pandemie ohne Publikum

Die im Januar 2021 geplante Internationale Grüne Woche ist für das breite Publikum abgesagt. Die Messe werde als reiner Branchentreff ohne Publikumsveranstaltung stattfinden, teilte der Veranstalter Messe Berlin am Donnerstag mit. Bei allen bis einschließlich April 2021 geplanten Veranstaltungen werde der Schwerpunkt aufs Fachpublikum gelegt. Damit sollten auch unter Covid-19-Bedingungen für die jeweiligen Branchen die Kernfunktionen der Messen aufrecht erhalten werden.

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) bedauerte die Entscheidung "natürlich", wie sie erklärte. Mit Blick auf die Sicherheit und Gesundheit von Gästen und Personal sei es aber eine richtige und verantwortungsvolle Entscheidung. Das Global Forum for Food and Agriculture - die größte Agrarministerkonferenz weltweit - werde wie geplant stattfinden. (AFP)

Tschechien macht Rückzieher bei Maskenpflicht

Tschechien macht bei der Wiedereinführung der landesweiten Maskenpflicht vom 1. September an einen teilweisen Rückzieher. In Geschäften, Gaststätten, Kneipen und beim Friseur muss nun doch keine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden - obwohl dies erst am Montag so beschlossen worden war. Dies teilte Gesundheitsminister Adam Vojtech von der populistischen Partei ANO am Donnerstag mit. Er sprach von einem «Kompromiss». Zuvor hatte es in den sozialen Medien heftige Kritik an den neuerlichen Einschränkungen gegeben. Verpflichtend werden Masken indes - wie geplant - landesweit wieder in öffentlichen Verkehrsmitteln, in Behörden sowie in Gesundheits- und Sozialeinrichtungen sein. In manchen Regionen gilt das schon jetzt. (dpa)

Corona-Krise: Belgien begrenzt enge Kontakte weiter auf fünf Personen

Belgien verlängert seine strikten Kontaktbeschränkungen in der Corona-Krise um einen Monat. Noch bis Ende September gelte eine "soziale Blase" von fünf Personen, zu denen Belgier außerhalb des eigenen Haushalts engeren Kontakt haben dürften, sagte Premierministerin Sophie Wilmès am Donnerstag. Alle müssten wachsam bleiben, betonte die liberale Politikerin.

Zugleich lockerte der Nationale Sicherheitsrat in Brüssel einige Einschränkungen. So soll das Einkaufen ab Montag wieder grundsätzlich zu zweit und ohne Zeitbeschränkung erlaubt sein. Zuletzt war dies wegen steigender Infektionszahlen nur alleine und für maximal 30 Minuten erlaubt. Zudem werden wieder doppelt so viele Zuschauer wie bisher zu Veranstaltungen zugelassen - in geschlossenen Räumen bis zu 200, im Freien bis zu 400. Bei Beerdigungen werden 50 Gäste erlaubt. (dpa)

Auch Estland führt Corona-Warn-App ein

Estland hat eine eigene Smartphone-App zur besseren Nachverfolgung von Corona-Infektionen eingeführt. Die Anwendung namens "Hoia" steht seit Donnerstag zum Download bereit, wie die Regierung in Tallinn mitteilte. Mit der auf Estnisch, Russisch und Englisch verfügbaren App sollen in dem EU-Land Nutzer frühzeitig gewarnt werden, wenn sie sich in der Nähe von Menschen befunden haben, die mit dem Coronavirus infiziert sind.

Die Nutzung der zusammen mit Gesundheitsbehörden und Firmen aus der estnischen IT-Szene entwickelten App ist freiwillig. Aus Privatsphären-und Datenschutzgründen werden die Daten zu den Kontakten nicht zentral erfasst. Estland mit seinen 1,3 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 2227 bestätigte Infektionen und 63 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus.  (dpa)

Partys in Airbnb-Unterkünften weltweit verboten

Der Online-Wohnungsvermittler Airbnb verschärft wegen der Corona-Pandemie weltweit die Vorschriften für die Mieter auf Zeit: Partys seien in den vermittelten Unterkünften künftig nicht gestattet, und in einer Unterkunft - auch einer großen - dürften sich höchstens 16 Menschen aufhalten, teilte Airbnb am Donnerstag mit. Dies gelte "bis auf Weiteres". Wer sich nicht daran halte, werde gesperrt oder sogar angezeigt.

Bereits jetzt seien Partys in 73 Prozent der über Airbnb vermittelten Wohnungen und Häuser in den Hausregeln verboten, erklärte das Unternehmen. "Die meisten unserer Gäste benehmen sich und respektieren die Hausregeln." Kleinere Partys wie Geburtstagsfeiern seien "traditionell" aber erlaubt gewesen, wenn der Gastgeber dies duldete. (AFP)

Mehrere Küstenregionen Kroatiens sind Corona-Risikogebiete

Mehrere Küstenregionen Kroatiens gelten von deutscher Seite ab sofort als Corona-Risikogebiete. Das teilte das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstag in Berlin mit. Betroffen sind die Gespannschaften Sibenik-Knin und Split-Dalmatien und damit ein großer Teil der Urlaubsgebiete an der zentralen Adriaküste Kroatiens. Dagegen gilt Luxemburg nicht mehr als Risikogebiet.

In Kroatien waren in den vergangenen Wochen die Corona-Infektionszahlen deutlich gestiegen. Von der Einstufung als Risikogebiet betroffen sind auch der Küste vorgelagerte Inseln wie Brac oder Hvar, nicht jedoch die nördlichen Küstenregionen mit Istrien und dem Gebiet um Zadar sowie die südliche Küste mit der Hafenstadt Dubrovnik. (AFP)

Polizei warnt vor neuer Masche des Corona-Telefonbetrugs

Kriminelle haben einen Senior in Niedersachsen mit einer Coronavirus-Masche eingeschüchtert und ihm einen Beutel mit Goldmünzen gestohlen. Die Polizei warnt nun vor einer neuen Masche des Trickbetrugs. Unbekannte geben sich am Telefon als Bankmitarbeiter aus und behaupten, der Angerufene habe sich bei seinem letzten Besuch in der Bank mit dem Coronavirus infiziert, wie die Polizei Wolfsburg am Donnerstag mitteilte. Weil auch das Bargeld des Bankkunden angeblich kontaminiert sei, müsse dies gereinigt werden. Der Angerufene solle es zum Desinfizieren durch einen Bankmitarbeiter in einer Tüte verpackt vor die Tür stellen. Ein 81-Jähriger aus Helmstedt befolgte die Anweisung des Betrügers und deponierte Goldmünzen vor der Haustür. Der Täter stahl den Beutel. (dpa)

Studie: Knapp jeder Dritte in Neu Delhi hat Corona-Antikörper im Blut

Ein Corona-Antikörper-Test im Auftrag der indischen Regierung hat ergeben, dass hochgerechnet knapp jeder dritte Mensch (29,1 Prozent) in der Hauptstadt Neu Delhi diese Antikörper im Blut hat. Untersucht worden seien Proben von 15 000 Personen, sagte der Gesundheitsminister der Stadt, Satyendar Jain, am Donnerstag. In Indien gibt es weltweit nach Brasilien und den USA am drittmeisten bekannte Coronafälle - insgesamt mehr als 2,8 Millionen Fälle. Und die Zahl der bekannten Neuansteckungen nimmt weiter rasch zu - zuletzt um knapp 70.000 in 24 Stunden.

Rechnet man die 29,1 Prozent der Antikörper-Studie auf die Bevölkerung hoch, müsste es aber in Neu Delhi allein 5,8 Millionen Menschen geben, die mit der Krankheit in Berührung gekommen sind, wie der Minister sagte. Vor gut einem Monat hatten bei einem ähnlichen Test 23,48 Prozent der Menschen Antikörper im Blut. Beide Werte sind deutlich höher als die offiziellen Zahlen der bekannten Coronafälle. Demnach haben sich weniger als ein Prozent der Bevölkerung von Neu Delhi mit dem Coronavirus infiziert - konkret mehr als 151 000 Menschen. (dpa)

Forscher: Coronavirus breitet sich in trockenen Räumen stärker aus

Die Ausbreitung des Coronavirus wird nach Angaben eines Forscherteams aus Leipzig und Indien auch von der Luftfeuchtigkeit beeinflusst. «Liegt die relative Luftfeuchtigkeit der Raumluft unter 40 Prozent, dann nehmen die von Infizierten ausgestoßenen Partikel weniger Wasser auf, bleiben leichter, fliegen weiter durch den Raum und werden eher von Gesunden eingeatmet», erläuterte Ajit Ahlawat vom Institut für Troposphärenforschung (Tropos) in Leipzig am Donnerstag. Hintergrund ist, dass als wichtiger Übertragungsweg von Sars-CoV-2 neben der Schmierinfektion, sogenannte Aerosole, Mischungen winziger Teilchen in der Luft, gelten.

Das Team aus Physikern des Tropos und des CSIR-National Physical Laboratory in New Delhi hatten zehn internationalen Studien, die zwischen 2007 und 2020 den Einfluss der Luftfeuchtigkeit auf das Überleben, die Ausbreitung und Infektion mit den Erregern der Grippe und verschiedenen Coronaviren untersucht haben, ausgewertet. Die Ergebnisse wurden im Fachjournal «Aerosol and Air Quality Research» veröffentlicht. (dpa)

Keine Maske 50 Euro: Rheinland-Pfalz will Bußgelder für Corona-Verstöße deutlich erhöhen

(dpa-AFX) Angesichts der wieder gestiegenen Zahl der Corona-Infektionen will Rheinland-Pfalz die Bußgelder für Verstöße gegen Schutzvorschriften deutlich erhöhen. Das kündigte die Staatskanzlei in Mainz am Donnerstag nach einem Treffen mit Vertretern der Kommunen an. Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte, sie sei für bundeseinheitliche Bußgeldbeträge. Wenn es aber in einer Runde der Länderchefs mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) dazu keine Einigung gebe, sollen bei fehlendem oder nicht korrekt getragenem Mund-Nase-Schutz in Rheinland-Pfalz statt bisher zehn künftig 50 Euro fällig werden. (dpa)

Kampf gegen Keime: München installiert Rolltreppen mit UV-Licht

Die Stadtwerke München (SWM) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) testen keimfreie Rolltreppen. Sechs Rolltreppen im U-Bahnhof Marienplatz werden derzeit mit einer speziellen UV-Desinfektion ausgestattet. Die erste Rolltreppe mit dieser Technik ist seit dem 14. August in Betrieb. Ursprünglich war der Test schon um den Jahreswechsel herum geplant. Mit der Ausbreitung des Coronavirus bekommt er nun eine ganz neue Relevanz. Nach einem ersten Einbau im vergangenen Jahr war die Technik außer Betrieb genommen worden, weil noch ein Gutachten ausstand. (dpa)

Berlins Kultursenator hält Klubbesuche erst mit Impfstoff oder Medikament für möglich

Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) hält Partys und Klubbesuche in Innenräumen erst mit einem Corona-Impfstoff oder einem Medikament für möglich. Ganz klar sei dies erst dann "ganz sicher", sagte Lederer der "Berliner Zeitung" vom Donnerstag. Bis dahin müsse sich der Senat schrittweise durch die Coronakrise manövrieren. Lederer wies auf die begrenzten finanziellen Mittel Berlins hin.

"Das Land Berlin hat keinen Geldautomaten mit unbegrenzter Abhebebefugnis", sagte der Senator der Zeitung. Zu weit in die Zukunft denkt er lieber nicht: "Die Frage, was im Jahr 2021 ist - die stelle ich mir nicht." Würde er anfangen, "das Ganze vom Ende her zu denken, dann würde ich abends nur noch mit Albdrücken einschlafen - wenn ich überhaupt einschlafen könnte." (AFP)

Ministerpräsident Weil: kein Straßenkarneval, skeptisch bei Weihnachtsmärkten und Fußballspielen 

Angesichts steigender Infektionszahlen mit dem Coronavirus sieht Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Großveranstaltungen weiter skeptisch. "Nach dem heutigen Stand wird es keinen Straßenkarneval in Niedersachsen geben, denn es gibt eine Personengrenze, die bei 999 Menschen liegt. Fast jedes Bürgerfest ist größer", sagte Weil der "Hannoverschen Allgemeinen Zeitung" (HAZ).

Dem Regierungschef zufolge werde es auch Weihnachtsmärkte in der gewohnten Form dieses Jahr "sicherlich nicht geben". Und auch den Fußball-Fans machte Weil wenig Hoffnung. "Das Problem besteht weniger in den Stadien, wo man feste Plätze zuweisen kann, sondern in den Wegen dorthin, wo es zu drangvollen Engen kommen kann", sagte Weil. (dpa)

1707 neue Fälle: Deutsche Corona-Neuinfektionen steigen auf höchsten Wert seit Ende April

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland ist auf den höchsten Stand seit Ende April gestiegen. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen mitteilte, wurden 1707 neue Fälle registriert. Die Zahl der seit Beginn der Pandemie insgesamt infizierten Menschen stieg damit auf 228.621.

Zehn weitere Menschen starben demnach an oder mit dem Coronavirus. Die Zahl der Genesenen lag laut RKI bei etwa 204.800. Die Neuinfektionen in Deutschland wie auch in anderen europäischen Staaten nehmen seit Wochen wieder deutlich zu. Schwerpunkte sind dabei der Süden und Westen des Landes sowie Berlin. Experten weisen jedoch darauf hin, dass vor allem die flächendeckende Ausbreitung des Coronavirus wieder zunimmt.

Dabei spielen offensichtlich Reiserückkehrer eine wichtige Rolle, aber auch größere Feiern im Freundes- und Familienkreis. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) warnte deswegen wiederholt vor weiteren Lockerungen der Schutzmaßnahmen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) spricht sich dafür aus, die bevorstehende Karnevalssaison komplett ausfallen zu lassen. (AFP)

69 Corona-Neuinfektionen in Berlin - bisher rund 18 000 Tests an Flughäfen

Die Zahl der registrierten Corona-Infektionen in Berlin ist seit Dienstag um 69 gestiegen. Einen Tag zuvor lag dieser Wert bei 76. Damit wurden seit dem Frühjahr 10 462 Fälle bestätigt, teilte die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mit. Besonders die wöchentliche Fallzahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner stieg in den vergangenen Wochen - von 3,5 auf nun 14,4. Die Corona-Ampel steht bei allen drei Indikatoren weiter auf Grün.

Eine Ursache für mehr registrierte Fälle könnten Urlaubsrückkehrer und die Tests an Flughäfen bei Passagieren aus Risikogebieten sein. Seit dem Start der Flughafentestungen Ende Juli wurden rund 18 000 Menschen getestet, davon waren rund 250 positiv, wie die Charité am Mittwoch mitteilte.

Im Krankenhaus isoliert und behandelt werden zur Zeit 33 Menschen, 15 von ihnen auf einer Intensivstation. Alle anderen Infizierten sind zu Hause in Quarantäne. 224 erkrankte Patientinnen und Patienten sind bislang mit einer Corona-Infektion gestorben. Die meisten waren über 60 Jahre alt. (dpa)

+++ 19. August +++

Proteste gegen Corona-Demonstration am 29. August in Berlin angekündigt

Eine weitere große Demonstration gegen die Corona-Politik am 29. August in Berlin wird von mehreren Gegenveranstaltungen flankiert. Eine Vielzahl von Gegenkundgebungen sei bereits angemeldet, sagte eine Polizeisprecherin. Am Brandenburger Tor etwa ist eine Kundgebung mit dem Motto «Wir setzen ein Zeichen für unsere gegenseitige Verantwortung» geplant. Weitere Demonstrationen an verschiedenen Orten sind ebenfalls bei der Polizei angemeldet. Die Gegner der Corona-Einschränkungen wollen ab 11.00 Uhr durch Berlin-Mitte ziehen und sich am Nachmittag auf der Straße des 17. Juni versammeln. Die Demonstration trägt den Titel «Versammlung für die Freiheit». Bei der Polizei sind 17.000 Teilnehmer angegeben. Die folgende Kundgebung wurde von der Stuttgarter Initiative Querdenken 711 angemeldet - mit 22.500 Teilnehmern. (dpa)

Zahl der Corona-Neuinfektionen in Kroatien gestiegen

Das Urlaubsland Kroatien hat so viele Corona-Neuinfektionen registriert wie noch nie an einem Tag seit Beginn der Pandemie. 219 Infektionen seien in den vergangenen 24 Stunden erfasst worden, teilte der nationale Krisenstab am Mittwoch in Zagreb mit. Der bisherige Höchstwert wurde in dem EU-Land an der Adria demnach am 14. August registriert und lag bei 208 Neuinfektionen. Kroatien hat rund 4,19 Millionen Einwohner und derzeit 1520 registrierte aktive Fälle. In den letzten zwei Monaten hatte der Wert der Neuansteckungen zwischen etwa 30 und 100 geschwankt. Seit vergangener Woche verzeichnen die örtlichen Behörden einen Anstieg. (dpa)

Experten fürchten mehr Radunfälle in Coronakrise - 445 Tote in 2019

Die Beherrschung über das Elektrorad verloren oder beim Abbiegen von einem Autofahrer übersehen worden: 445 Männer und Frauen erlitten 2019 tödliche Verletzungen bei einem Unfall mit ihrem Rad. Das sind zwar genauso viele wie 2018, aber 16,8 Prozent mehr als noch 2010, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden am Mittwoch mitteilte. Experten fürchten, dass die Zahl der Fahrradunfälle durch die Coronakrise noch einmal steigen könnte.«Meine Befürchtung ist eher, dass es noch schlimmer wird», sagte der Leiter Unfallforschung der Versicherer im Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft, Siegfried Brockmann, der Deutschen Presse-Agentur. In der Coronakrise hätten sich die Dinge verändert und wahrscheinlich zu Ungunsten der Radfahrer. Viele Menschen seien vom öffentlichen Nahverkehr auf das Rad umgestiegen. «Das Pedelec ist bei den Senioren das entscheidende Thema.» Die könnten durch die elektronische Unterstützung zwar wieder am Mobilitätssektor teilnehmen, doch müsse die Geschwindigkeit auch an die Kraft der Fahrer gekoppelt werden. «Wenn wir sagen, das ist ein Fahrrad, dann muss es sich auch wie ein Fahrrad verhalten.» Technische Möglichkeiten dafür gebe es. (dpa)

Corona-Infektion in Wittenberge - Tests von 500 Menschen gestartet

An einer Grundschule und einer Kindertagesstätte in Wittenberge (Prignitz) haben die Corona-Tests von insgesamt mehr als 500 Kindern und Beschäftigten begonnen. Am Vormittag wurden bereits 130 Menschen an mobilen Teststationen vor den Einrichtungen getestet, wie der Kreis am Mittwoch mitteilte. Sie werden demnach von 16 Mitarbeitern betreut, dazu gehörten Ärzte, Angestellte des Gesundheitsamtes und des Rettungsdienstes sowie Mitarbeiter des Brand- und Katastrophenschutzes. Die Elblandgrundschule und die AWO-Kita «Haus der kleinen Strolche» waren am Dienstag vorsorglich geschlossen worden, weil eine Familie mit ihren Kindern, die die Einrichtungen besucht hatte, positiv auf das Virus getestet wurde. (dpa)

Höchster Wert seit Mai: 1510 registrierte Corona-Neuinfektionen

Die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus ist in Deutschland auf den höchsten Wert seit mehr als drei Monaten gestiegen. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter 1510 neue Corona-Infektionen. Dies geht aus Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Mittwochmorgen hervor. Höher lag die Zahl zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen lag Anfang April bei mehr als 6000, danach waren die Werte deutlich gesunken. Seit Ende Juli steigt die Zahl wieder an. (dpa)

In Brandenburg 13 neue Corona-Infektionen registriert

Mit 13 neuen bestätigten Corona-Infektionen in den vergangenen 24 Stunden ist diese Zahl in Brandenburg gegenüber dem Vortag leicht gesunken. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Potsdam mit. Von Montag zu Dienstag waren es noch 16 Infektionen. Damit haben sich seit März insgesamt 3765 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Einer wird noch im Krankenhaus behandelt, intensivmedizinisch beatmet wird den Angaben zufolge derzeit niemand mehr. Die Zahl der aktiv Erkrankten liegt laut Ministerium bei etwa 170. 173 Menschen starben bislang im Zusammenhang mit Covid-19, etwa 3420 Menschen gelten als genesen - zehn mehr als am Tag zuvor. (dpa)

In Corona-Krise deutlich höhere Nachfrage nach Fischkonserven

In der Corona-Krise ist die Nachfrage nach Fischkonserven deutlich gestiegen. Im ersten Halbjahr 2020 habe es eine Vielzahl von «Extremkäufen» gegeben, berichtete der Vorsitzende des Fischinformationszentrums, René Stahlhofen, am Mittwoch in Hamburg. Das zeige sich beispielsweise bei den Einkäufen von Fischkonserven, die in den Monaten Februar und März einen Nachfrageschub von bis zu 46 Prozent verzeichnet hätten. Auch in den Wochen danach sei die Nachfrage nach lang haltbaren Fischprodukten weiter hoch gewesen. (dpa)

Studie: Corona-Infektionsrisiko im Flugzeug gering

Volle Flugzeuge sind derzeit für viele Reisende ein Horrorszenario - doch eine Studie von Frankfurter Virologen hat ergeben, dass das Risiko einer Ansteckung mit dem Coronavirus im Flieger wahrscheinlich gering ist. Die Forscher der Uniklinik Frankfurt am Main hatten für die am Dienstag veröffentlichte Studie alle Passagiere eines Flugs kontaktiert, in dem eine Gruppe infizierter Touristen saß. Das Ergebnis: Die mindestens sieben vorab Infizierten steckten nur zwei weitere Passagiere nachweisbar an. In dem vier Stunden und 40 Minuten dauernden Flug vom israelischen Tel Aviv nach Frankfurt saßen am 9. März insgesamt 102 Passagiere, wie die Forscher in der US-Fachzeitschrift "Jama Network Open" darlegten. Mit dabei war eine Gruppe von 24 deutschen Touristen. Wie die Forscher betonten, trug niemand auf dem Flug eine Maske. (afp)

Volkszählung soll wegen Corona auf 2022 verschoben werden

Die für 2021 geplante Volkszählung soll einem Bericht zufolge wegen der Corona-Pandemie auf das folgende Jahr verschoben werden. Einen entsprechenden Gesetzentwurf aus dem Bundesinnenministerium solle das Kabinett am 26. August beschließen, berichte die "Rheinische Post" am Mittwoch. Das Papier beziffert die dadurch entstehenden Kosten demnach auf knapp 63 Millionen Euro, unter anderem wegen der nötigen Verlängerung von Zeitverträgen beim Statistischen Bundesamt. Begründet wird die Verschiebung dem Bericht zufolge mit der Corona-Pandemie. So sei in den Statistikämtern von Bund und Ländern "im erheblichen Umfang Personal für andere Aufgaben - zum Beispiel zur Unterstützung der Gesundheitsämter - abgezogen" worden. (dpa)

Intensivmediziner fordert bundesweite Strategie gegen Coronavirus

Der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat angesichts steigender Infektionszahlen für ein bundeseinheitliches Vorgehen in der Corona-Pandemie plädiert. «Wir werden mit dem Coronavirus weit ins Jahr 2021 leben. Das heißt, man muss jetzt mal anfangen, in größeren Maßstäben zu denken», sagte Uwe Janssens der Deutschen Presse-Agentur. Es brauche eine Gesamtstrategie, um auf das Infektionsgeschehen zu reagieren. «Wir müssen aus diesem Modus rauskommen, 16 Bundesländer bestimmen selbst, wie sie mit dieser Pandemie umgehen», sagte Janssens. Etwa sei es dringend notwendig die Regelungen zum Tragen von Schutzmasken in Schulen und zu Obergrenzen bei Feiern und Veranstaltungen zu vereinheitlichen. «Wie kann es etwa sein, dass in einem Bundesland bei Großveranstaltungen bis zu 1000 Menschen zugelassen sind und in Nordrhein-Westfalen nur 150 auf Geburtstagsfeiern», fragte Janssens. Ein einheitliches Vorgehen sei nötig, da größere Menschenansammlungen mögliche Hotspots für die Verbreitung des Coronavirus darstellten. (dpa)

Gastgewerbeumsatz bricht im ersten Halbjahr ein - Starkes Juni-Plus

Die Lockerungen der Corona-Maßnahmen hat die Geschäfte des Gastgewerbes um Juni deutlich belebt. Der satte Umsatzsprung von mehr als 60 Prozent reichte allerdings nicht, um die starken Rückgänge infolge der Krise auszugleichen. Im ersten Halbjahr brach der Umsatz gegenüber dem Vorjahreszeitraum bereinigt um Preiserhöhungen (real) um 39,7 Prozent ein, nominal verbuchte die Branche ein Minus von 38,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Im Juni stiegen die Erlöse gegenüber dem Vormonat real und nominal um jeweils knapp 64 Prozent. Im Vergleich zum Februar 2020, dem Monat vor Ausbruch der Corona-Pandemie in Deutschland, war der Umsatz aber um jeweils gut 42 Prozent niedriger. (dpa)

+++ 18. August +++

Ministerin wusste deutlich früher von Corona-Testpanne in Bayern

Die Corona-Testpanne an Bayerns Autobahnen war Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) deutlich früher bekannt als bisher dargestellt. Bereits am Montag der vergangenen Woche wurde das Ministerium per E-Mail darüber informiert, dass Zehntausende Reiserückkehrer auf ihre Testergebnisse warten, darunter mehrere Hundert Infizierte. Huml bestätigte am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur den Eingang der entsprechenden E-Mail, über die zunächst die «Süddeutschen Zeitung» berichtet hatte. Zugleich betonte sie aber, dass erst zwei Tage später klar wurde, dass das Problem nicht wie gehofft schnell lösbar war. (dpa)

Merkel appelliert: Corona-Regeln einhalten

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat angesichts steigender Neuinfektionszahlen an die Bevölkerung appelliert, die Corona-Regeln einzuhalten. Weitere Lockerungen von Beschränkungen können es zur Zeit nicht geben. Die Entwicklung müsse eingedämmt werden, sagte Merkel am Dienstag in Düsseldorf. Sie nahm dort an einer Sitzung des nordrhein-westfälischen Kabinetts teil. Merkel rief Reiserückkehrer auf, sich testen zu lassen. Es gehe außerdem vor allem darum, die Abstandsregeln einzuhalten und eine Maske zu tragen, etwa im öffentlichen Nahverkehr. Darauf müsse man mit Nachdruck hinweisen. Merkel begrüßte die Entscheidung mehrerer Bundesländer, Bußgelder zu verhängen, wenn etwa in Bussen oder Bahnen kein Mund- und Nasenschutz getragen wird. Es habe Priorität, das Wirtschaftsleben so weit wie möglich zu erhalten, Arbeitsplätze zu sichern sowie den Besuch von Schulen und Kitas zu ermöglichen, sagte Merkel. (dpa)

Corona-Infektion in Wittenberge - Landkreis schließt Schule und Kita

Nachdem ein Mann aus Wittenberge (Prignitz) positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, hat der Landkreis vorsorglich eine Grundschule und eine Kita geschlossen. Zunächst wurde nur der Mann positiv auf das Virus getestet. Am Dienstag teilte der Kreis mit, die Familie sei mit ihren Kindern positiv auf Covid-19 getestet worden. Daraufhin habe der Kreis die komplette Schließung der Elblandgrundschule und der AWO-Kita «Haus der kleinen Strolche» angeordnet, die die Kinder besucht hatten. Am Mittwoch sollen alle Kinder und Mitarbeiter der Schule und der Kita, insgesamt mehr als 500 Menschen, getestet werden. Nachdem das Gesundheitsamt am Samstag von der Infektion des Mannes erfahren hatte, ordnete es Quarantäne für mehr als 60 Schul- und 15 Kita-Kinder sowie zwei Erzieherinnen an. (dpa)

RKI prüft korrigierte Corona-Studie zum Ansteckungszeitraum

Das Robert Koch-Institut (RKI) will eine korrigierte Corona-Studie aus China zum zeitlichen Verlauf der Ansteckungsgefahr «gründlich überprüfen». Das teilte eine RKI-Sprecherin auf Anfrage mit. Dabei geht es unter anderem darum, ab wann ein Mensch das Virus weitergeben kann. Dieser Wert spielt bei der Kontaktverfolgung eine Rolle: Wie weit zurück sollten die Kontakte eines nachweislich Infizierten überprüft werden, wer muss eventuell in Quarantäne? Das RKI schreibt auf seiner Seite, dass vermutlich ein beträchtlicher Anteil der Ansteckungen auf Kontakte zu Infizierten in den ein bis zwei Tagen vor deren Symptombeginn zurückgehe. Dabei beruft sich das RKI auch auf die nun korrigierte Untersuchung. (dpa)

Weitere Corona-Fälle im Flüchtlingscamp auf griechischer Insel Chios

Im Migrantenlager von Vial auf der griechischen Insel Chios sind in den vergangenen Tagen fünf Menschen positiv auf das Coronaviris getestet worden. Es handelt sich um vier Migranten und eine Mitarbeiterin des Europäischen Unterstützungsbüros für Asylfragen (EASO), wie die halbamtliche Nachrichtenagentur ANA-MPA am Dienstag berichtete. Der erste Coronafall war am 14. August registriert worden; ein Migrant aus dem Jemen. Nun wurden weitere drei Migranten positiv getestet, die mit dem Jemeniten zusammenlebten. Das Camp von Vial, in dem rund 3000 Menschen leben, ist seitdem unter Quarantäne. Keiner darf es verlassen, nur wenige Angestellte dürfen es betreten. Es werden umfangreiche gesundheitliche Kontrollen durchgeführt. Die Menschen werden mit Lebensmitteln und Wasser von den Behörden versorgt, wie die Gesundheitsbehörde EODY mitteilte. (dpa)

Sechs deutsche Soldaten im Irak mit Coronavirus infiziert

Beim Einsatz der Bundeswehr im Nordirak sind sechs deutsche Soldaten mit dem Coronavirus infiziert worden. «Die Soldaten befinden sich in isolierter Unterbringung in separaten Containern», teilte das Einsatzführungskommando am Dienstag den Obleuten im Bundestag mit. Das Schreiben lag der Deutschen Presse-Agentur vor. Die Soldaten sollten demnach «zeitnah» nach Deutschland zurückgeflogen werden. Solange würden die Krankheitsverläufe vor Ort in Erbil vom Sanitätspersonal beobachtet. Auch die Kontaktpersonen der Soldaten wurden getestet. Die Bundeswehr ist im Nordirak als Teil des internationalen Einsatzes gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) («Counter Daesh/Capacity Building Iraq») stationiert. (dpa)

Anstieg der Corona-Infektionen in Brandenburg - 16 neue Fälle

In Brandenburg haben sich wieder mehr Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Innerhalb eines Tages wurden 16 neue Fälle gemeldet, wie das Gesundheitsministerium am Dienstag mitteilte. Von Sonntag zu Montag war es dagegen nur eine neue bestätigte Infektion. Damit sind seit März insgesamt 3752 bestätigte Fälle im Land erfasst. Zwei Menschen werden im Krankenhaus behandelt, davon wird einer intensivmedizinisch beatmet. Circa 3410 Menschen gelten als genesen von der Krankheit, zehn mehr als einen Tag zuvor. Die Zahl der aktiv Erkrankten liegt bei etwa 170. Allein aus der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder) wurden neun neue Coronainfektionen gemeldet. Damit stieg dort die Zahl der bestätigten Fälle auf 45. Im Landkreis Oberspreewald-Lausitz wurden zwei Neuinfektionen registriert, jeweils einen Fall gab es in den Kreisen Barnim, Dahme-Spreewald und Teltow Fläming. Auch aus der kreisfreien Stadt Cottbus und der Landeshauptstadt Potsdam wurde jeweils ein Fall gemeldet. (dpa)

UKE: Coronabefall der Nieren erhöht Risiko für akutes Nierenversagen

Das Coronavirus kann laut einer Hamburger Studie auch die Nieren von Patienten befallen und das Sterblichkeitsrisiko deutlich erhöhen. Mediziner des Universitätsklinikums Eppendorf (UKE) untersuchten die Nieren von 63 an Covid-19 verstorbenen, meist älteren Patienten, wie die Klinik am Dienstag mitteilte. Bei 60 Prozent von ihnen fanden die Forscher das Sars-CoV-2-Virus in dem Organ. Das Team konnte auch zeigen, dass der Nachweis von Coronaviren in den Nieren mit einem erhöhten Risiko für ein akutes Nierenversagen einherging. Bei Patienten, die vor ihrem Tod ein akutes Nierenversagen erlitten hatten, war die Niere in 72 Prozent der Fälle befallen, bei den übrigen zu 43 Prozent. (dpa)

Forscher wollen Suche nach Corona-Medikament bündeln

Der rheinland-pfälzische Pharmakonzern Boehringer Ingelheim will gemeinsam mit über 30 weiteren Firmen und Forschungseinrichtungen die Suche nach einem Medikament gegen die von dem neuen Coronavirus verursachte Krankheit Covid-19 beschleunigen. Das Ingelheimer Unternehmen leitet nach eigenen Angaben vom Dienstag die Arbeiten zur Entwicklung sogenannter virusneutralisierender Antikörper. Insgesamt gehören dem auf fünf Jahre angelegten Konsortium CARE (Corona Accelerated R&D in Europe) 37 Mitglieder aus der EU, China, Großbritannien, der Schweiz und den USA an. Ein Schwerpunkt der Forschung soll auf der Entwicklung von Antikörpern liegen, die das Virus neutralisieren, sowie auf kleinen Molekülen, die direkt gegen das Virus wirken sollen. Erforscht werden soll auch, ob sich bereits vorhandene Produkte und Medikamentenkandidaten gegen Covid-19 umfunktionieren lassen. Das Forschungsnetzwerk wird den Angaben zufolge mit 77,7 Millionen Euro aus Mitteln der EU sowie mit Geld- und Sachbeiträgen aus der Pharmabranche unterstützt. (dpa)

+++ 17. August +++

Mehr als 75 Kinder nach Corona-Infektion in Wittenberge in Quarantäne

Nach der Corona-Infektion eines Mannes aus Wittenberge hat das Gesundheitsamt des Landkreises Prignitz für drei Klassen einer Grundschule sowie für eine Gruppe von Kita-Kindern Quarantäne angeordnet. Betroffen seien mehr als 60 Kinder der Grundschule, 15 Kita-Kinder sowie zwei Erzieherinnen, teilte der Landkreis am Montag mit. Das Gesundheitsamt habe am Samstag von der Infektion des Mannes erfahren, zu dessen Familie auch schulpflichtige Kinder gehörten. Daher seien die umfangreichen Quarantäne-Maßnahmen notwendig geworden. Die Mutter und die Kinder der in häuslicher Isolation lebenden Familie seien am Montag auf das Coronavirus getestet worden. Abhängig von den Ergebnissen werde das Gesundheitsamt am Dienstag über weitere Schritte beraten, teilte das Landratsamt mit. Zudem werde daran gearbeitet, die Kontaktkette des erkrankten Mannes nachzuverfolgen. (dpa)

Hygienebeirat trifft sich regelmäßig - mehrere Arbeitsgruppen starten

Viele Eltern sind nach dem Ende der Sommerferien verunsichert, viele Schüler auch. Wie kann das klappen, einerseits wieder in gewohnter Klassengröße Unterricht zu haben und das Risiko, sich mit dem Coronavirus zu infizieren, dennoch möglichst klein zu halten? Der von Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) einberufene Hygienebeirat ist ein neues Gremium, das sich genau mit solchen Fragen beschäftigen soll. Bei seiner ersten Sitzung am Montag haben die Mitglieder vereinbart, eine Reihe von Themen künftig regelmäßig vertieft zu besprechen. Dafür sollen mehrere Facharbeitsgruppen eingesetzt werden, sagte Beiratsmitglied Norman Heise, der Vorsitzender des Landeselternausschusses ist. Sie sollen sich beispielsweise mit dem effizienten Lüften in den Schulen, besserer Kommunikation der Lehrer mit Eltern und Schülern und einem Stufenplan zur Frage, ab welchen Infektionszahlen welche Maßnahmen nötig seien, beschäftigen, sagte Heise. «Die Arbeitsgruppen werden in den nächsten 14 Tagen zusammenkommen.» Der Hauptbeirat werde sich etwas später das nächste Mal treffen, um erste Ergebnisse zu beraten. (dpa)

Gemeindebund: Eltern sollen ihre Kinder mit Masken ausrüsten

Der Brandenburger Städte- und Gemeindebund hat an die Eltern im Land appelliert, ihre Kinder für den Schulbesuch mit Masken auszurüsten. Es gebe eine größere Zahl von Eltern, die sich der Maskenpflicht für ihre Kinder verweigerten, sagte Vizepräsident Thomas Zenker am Montag in Potsdam. «Nach der Verordnung müssten wir die Kinder ohne Masken nach Hause schicken», mahnte er. «Weil wir das aber nicht wollen, haben Schulträger bereits Masken für diese Schüler besorgt.» Zenker räumte ein, dass die Umsetzung der Maskenpflicht gerade bei den Kleinsten der 1. und 2. Klasse nicht einfach sei. «Die Kinder müssen die Maske etwa auf dem Weg zum Speisesaal tragen und zum Essen wieder absetzen - da landen die Masken schon mal auf dem Boden». Es sei für die Erzieher in solchen Situationen eine große Herausforderung, die Maskenpflicht durchzusetzen. (dpa)

Weitere Teststelle für Reiserückkehrer am Hauptbahnhof gestartet

Am Berliner Hauptbahnhof hat eine weitere Covid-19-Teststelle den Betrieb aufgenommen. Wie zuvor bereits an den Berliner Flughäfen und am Zentralen Omnibusbahnhof werden dort seit Montag Rückreisende aus Risikogebieten auf Covid-19 getestet. Die vom Technischen Hilfswerk eingerichtete Teststelle ist montags bis samstags von 6 bis 23 Uhr und sonntags von 8 bis 23 Uhr geöffnet, wie die Senatsverwaltung für Gesundheit am Montag mitteilte. Die Zeiten würden dem tatsächlichen Bedarf angepasst. Zu finden ist die Teststelle den Angaben zufolge im ersten Untergeschoss des Hauptbahnhofs am geplanten Zugang zur U5 unter dem Europaplatz.

Sie wird vom Deutschen Roten Kreuz mit Unterstützung der Bundeswehr betrieben. Testen lassen können sich ausschließlich Rückreisende, die keine Corona-Symptome zeigen. Die Tests sind innerhalb von 72 Stunden nach der Einreise kostenfrei. (dpa)

Tschechien führt Maskenpflicht wieder ein

Tschechien führt die landesweite Maskenpflicht nur zwei Monate nach ihrer Aufhebung wieder ein. Ab dem 1. September muss in den Innenräumen von Geschäften und Behörden sowie in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Mund-Nasen-Bedeckung getragen werden. Hintergrund seien das Ende der Sommerferien und der Beginn des neuen Schuljahres, sagte Gesundheitsminister Adam Vojtech am Montag in Prag. «Es wird viel mehr Kontakte zwischen den Menschen geben und darauf müssen wir reagieren», betonte der 33-Jährige. Es handele sich um eine «präventive Maßnahme». (dpa)

Spahn: Bei Corona-Lockerungen Prioritäten setzen

Kitas, Schulen, Wirtschaft und Handel müssen nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) angesichts der aktuellen Corona-Entwicklung Vorrang haben vor öffentlichen oder privaten Feiern. Man müsse miteinander abschichten, was jetzt Priorität habe und wo man sich noch Zeit lassen könne mit weiteren Lockerungen oder wo man im Fall der Fälle zuerst ansetzen müsse, sagte Spahn am Montag bei einem Video-Pressegespräch. Es gebe Dinge, auf die könne man mal verzichten, sagte er mit Blick auf Volksfeste. Bei Familienfeiern müsse man noch einmal schauen, ob man das jetzt in dieser Phase nur im engeren oder engsten Familien- und Freundeskreis mache. Es gehe vor allem um diese Bereiche, «wenn wir gesellig werden», wo sich das Virus besonders schnell verbreite. Zu den Infektionszahlen sagte der Gesundheitsminister: «Ich bin sehr dafür, dass wir wachsam und aufmerksam sind, ernsthaft, aber auch nicht in Endzeitstimmung. Bis hierhin können wir damit umgehen. Besorgniserregend wäre, wenn es weiter steigt und dafür müssen wir abstufen, was ist jetzt zuerst wichtig.» (dpa)

Maskenpflicht abgelehnt: Demo gegen Suspendierung von Schulleiter in Rathenow

Mehrere Dutzend Menschen haben vor einer Grundschule im brandenburgischen Rathenow gegen die Suspendierung des Schulleiters demonstriert. Weil die Kundgebung nicht angemeldet gewesen sei, habe die Polizei am Montag Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz aufgenommen, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion West. Der Schulleiter hatte sich in der vergangenen Woche in einem Brief an die Eltern gegen die Maskenpflicht an seiner Grundschule gewandt. Daraufhin war das Schulamt Neuruppin eingeschritten. Das Bildungsministerium hatte erklärt, dass die Maskenpflicht selbstverständlich auch an dieser Grundschule gelte. Der Schulleiter sei nach die Vorfall suspendiert worden, bestätigte Ministeriumssprecherin Ulrike Grönefeld am Montag. (dpa)

Corona-Tester an Autobahn-Station selbst positiv getestet

Ein Mitarbeiter des Dienstleisters Eurofins, der für den Freistaat Bayern Corona-Tests für Reiserückkehrer an Autobahnraststätten vornimmt, ist nach Recherchen des Bayerischen Rundfunks positiv auf das Virus getestet worden. Der Sender beruft sich auf das örtliche Gesundheitsamt. Mehrere Kontaktpersonen, darunter Ehrenamtliche von Rotem Kreuz, Malteser Hilfsdienst und Technischem Hilfswerk, seien deshalb in Quarantäne, hieß es am Montag. Der Kontakt zwischen dem Eurofins-Mitarbeiter und den Ehrenamtlichen habe bei der Übergabe der Teststation Donautal-Ost an der A3 bei Passau stattgefunden. (dpa)

Familienkassen wollen Corona-Kinderbonus ab 7. September auszahlen

Der wegen der Coronakrise von der Bundesregierung aufgesetzte Kinderbonus soll erstmals am 7. September ausgezahlt werden. Wie das Bundesfinanzministerium auf Anfrage der Zeitungen der Funke Mediengruppe  mitteilte, beginnen die Familienkassen an diesem Tag mit der Auszahlung in Höhe von insgesamt 300 Euro pro Kind. In der ersten Überweisungsrunde erhielten rund 940.000 Eltern mit 1,56 Millionen Kindern zusätzlich zum monatlichen Kindergeld die erste Bonusrate von 200 Euro. Die zweite Rate von 100 Euro wird im Oktober ausgezahlt. Wann der Kinderbonus auf dem Konto erscheint, hängt laut der Zeitungen von der Endziffer der Kindergeldnummer ab. Insgesamt gibt es in Deutschland rund 18 Millionen kindergeldberechtigte Kinder und junge Menschen, denen auch der Kinderbonus zusteht. (afp)

Deutschland: Industrie beschäftigt in Corona-Krise weniger Menschen

Die Beschäftigung in der deutschen Industrie ist in der Corona-Krise erneut gesunken. Ende Juni waren gut 5,5 Millionen Menschen im Verarbeitenden Gewerbe tätig und damit 2,4 Prozent oder 133 000 weniger als im Vorjahresmonat, teilte das Statistische Bundesamt am Montag mit. Schon im Mai hatte es einen Rückgang um 2,1 Prozent gegeben, betonte die Wiesbadener Behörde, die Industriebetriebe mit mindestens 50 Beschäftigten erfasst. Rückgänge gab es in fast allen Branchen, insbesondere im Auto- und Maschinenbau, der Metallbranche sowie der Herstellung von Gummi- und Kunststoffwaren. Einzig in der Chemiebranche wuchs die Beschäftigung. Die Statistiker sprachen von "leichten Effekten" der Corona-Krise. Nach jahrelangem Beschäftigtenaufbau in der Industrie habe sich der Trend mit der Pandemie ins Negative gedreht. (dpa)

Indien meldet mehr als 50.000 Corona-Tote

Indien hat am Montag die Schwelle von 50.000 Corona-Toten überschritten. Laut der Webseite des Gesundheitsministeriums starben bislang 50.921 Menschen an den Folgen einer Coronavirus-Infektion, mehr als 2,6 Millionen sind infiziert. Innerhalb von 24 Stunden meldeten die Behörden mehr als 900 neue Todesfälle. Das Land hat nach den USA, Brasilien und Mexiko die meisten Corona-Toten zu beklagen. (afp)

+++ 16. August +++

Demonstration in Kiel gegen Corona-Auflagen

Mehrere Hundert Menschen haben am Sonntag in Kiel gegen Corona-Auflagen und Maskenpflicht demonstriert. Unter dem Motto «Freiheit und Selbstbestimmung» beteiligten sich daran nach Polizeiangaben rund 400 bis 500 Menschen. Die Kundgebung von «Querdenken Kiel 22» sei friedlich verlaufen. Allerdings sei es insgesamt sehr voll gewesen, da sich dort am Wasser auch viele andere Menschen aufgehalten hätten, sagte der Polizeisprecher. Die Abstandsregeln seien insgesamt jedoch eingehalten worden. An der Kiellinie fanden sich unter dem Motto «Solidarität im Umgang mit Corona» auch Gegendemonstranten ein. (dpa)

Oranienburger Ärztin positiv auf das Coronavirus getestet - Seniorenheim betroffen

Weil eine Oranienburger Ärztin positiv auf das Coronavirus getestet wurde, müssen mehrere Bewohner und Angestellte eines Seniorenpflegeheims in Quarantäne. Dem Gesundheitsamt sei das positive Testergebnis der Medizinerin am Samstag mitgeteilt worden, teilte die Kreisverwaltung Oberhavel am Sonntag mit. Die Ärztin war in den vergangenen Tagen auch in einem Seniorenpflegeheim tätig und hatte dort Kontakt mit mehreren Bewohnern und Angestellten. Deshalb wurde für die Einrichtung ein Aufnahme- und Verlegungsstopp ausgesprochen. Die Kontaktpersonen im Heim werden auf das Coronavirus getestet und wurden wie weitere Betroffene außerhalb der Einrichtung häuslich isoliert. (dpa)

Israel lockert Corona-Reisebeschränkungen

Israel hat seine Corona-Reisebeschränkungen gelockert. Rückkehrer aus 20 Ländern mit niedrigen Corona-Infektionszahlen müssten in Israel keine zweiwöchige Quarantäne mehr einhalten, teilte das Gesundheitsministerium am Sonntag mit. Unter den Ländern sind auch Deutschland und Österreich. Die Anweisung gilt auch rückwirkend für Reisende, die in den letzten 14 Tagen aus den sogenannten "grünen Ländern" eingereist sind. Ausländer können jedoch weiterhin nur in Ausnahmefällen nach Israel einreisen. Wegen hoher Infektionszahlen in Israel können Israelis selbst auch nur in wenige andere Länder reisen, darunter Griechenland, Bulgarien und Kroatien. (dpa)

Nach Bayerns Testpanne 46 positiv Getestete noch nicht gefunden

Im Zuge der Probleme an bayerischen Corona-Teststationen sind immer noch nicht alle positiv Getesteten gefunden: Von 46 fehlte auch am Sonntag noch jede Spur. Bei 903 der insgesamt 949 nachgewiesenen Infektionen wurden die Betroffenen bis dahin ermittelt und - mit teils wochenlanger Verzögerung - informiert. Bei 46 sei dies bisher nicht gelungen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) am Sonntag mit. "Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) hat mit großartiger Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei unter Hochdruck daran gearbeitet, die positiven Befunde den Getesteten zuzuordnen. Das ist in den meisten Fällen gelungen", sagte Huml. Allerdings hatte sie am vergangenen Mittwoch, kurz nach Bekanntwerden der Panne erklärt, die Betroffenen sollten bis Donnerstagmittag informiert werden. Danach verstrichen drei Tage und mehrere Fristen, bis zu der ihr Ressort die Öffentlichkeit informieren wollte. (dpa)

Berlins Bürgermeister Müller will bei Corona-Leugnern härter durchgreifen

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller will Verstöße gegen die Alltagsregeln zum Schutz vor der Corona-Pandemie konsequenter verfolgen und bestrafen. «Die Corona-Leugner gefährden viele. Dafür gibt es keine Entschuldigung, da müssen wir strenger werden», sagte der SPD-Politiker der «Bild am Sonntag». So werde seine Regierung dafür sorgen, dass die Gästelisten in der Gastronomie ordentlich geführt werden. «Demonstrationen werden wir schneller unterbinden, wenn das Maskengebot nicht beachtet wird. Dann verhängen wir Ordnungsgelder und lösen die Demo notfalls sofort wieder auf.»

Müller räumte ein, dass man nicht alles mit staatlichen Eingriffen, Polizei und Repression durchsetzen könne. Aber bei den Unverbesserlichen müsse gezielt und hart durchgegriffen werden.

Die Berliner Polizei hat laut Müller von Mitte Juli bis Mitte August insgesamt 350 Anzeigen wegen Verstößen gegen die Infektionsschutzverordnung geschrieben. Dazu kommen die Verfahren der Ordnungsämter, wie er sagte. Die wolle Berlin personell verstärken. (dpa)

Kein Zeichen der Entspannung: Hohe Zahlen von Neuinfektionen

Bei den vergleichsweise hohen Zahlen der Corona-Neuinfektionen in Deutschland gibt es kein Zeichen der Entspannung. Zwar meldete das Robert Koch-Institut (RKI) am frühen Sonntagmorgen deutlich weniger neue Ansteckungen als an den beiden Tagen zuvor. Das war allerdings zu erwarten, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten übermitteln. Da die vom RKI registrierte Zahl der täglichen Neuansteckungen wegen des Meldesystems stark vom Wochentag abhängig ist, liefert ein anderer Wert einen besseren Anhaltspunkt zum Infektionsgeschehen: die ans RKI gemeldeten Fälle binnen einer Woche. Diese Zahl lag am Sonntag bei 6837 (Datenstand 16.8., 0 Uhr), und damit nur leicht unter den 6914 vom Vortag. Vor einer Woche lag dieser Wert noch bei 5271, vor einem Monat sogar nur bei 2304. (dpa)

Höhere Corona-Zahlen in Italien: Neue Risiken beim Schulstart

Wegen des Anstiegs der Corona-Zahlen wächst in Italien die Sorge wegen der geplanten Wiedereröffnung der Schulen. Sie waren im März geschlossen worden. Der Unterricht im ganzen Land soll nach den Sommerferien am 14. September beginnen. Nachdem die Anzahl der Neuinfektionen innerhalb eines Tages am Samstag auf 629 geklettert war, warnten Experten vor Risiken für den Schulbeginn. Gesundheitsminister Roberto Speranza versicherte im öffentlichen Fernsehsender TG1 jedoch: «Die Wiederöffnung der Schulen hat für die Regierung absolute Priorität.» Die jüngsten Daten gäben Anlass zur Sorge, bestätigte der Politiker. Noch stehe Italien bei der Zahl der neuen Fälle besser da als etwa Spanien, Frankreich oder Deutschland, sagte er. «Wir dürfen die in den vergangenen Monaten mit Entbehrungen von allen Italienern erreichten Erfolge auf keinen Fall in Gefahr bringen.» (dpa)

625 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Innerhalb eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland 625 neue Corona-Infektionen gemeldet. Dies geht aus den Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom frühen Sonntagmorgen hervor. Am Freitag und Samstag hatte das RKI jeweils noch mehr als 1400 Neuinfektionen binnen 24 Stunden gemeldet - so viel wie seit Anfang Mai nicht mehr. An Sonntagen sind die gemeldeten Zahlen erfahrungsgemäß oft niedriger, weil am Wochenende nicht alle Gesundheitsämter Daten an das RKI übermitteln. Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten zeigen sich besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. (dpa)

Einige Corona-Infizierte in Bayern immer noch nicht informiert

Nach der schweren Panne in Bayern bei der Übermittlung von Corona-Testergebnissen sind offensichtlich immer noch nicht alle Betroffenen mit positiven Testergebnissen informiert. Es würden noch weitere Daten abgearbeitet, zitierte der Bayerische Rundfunk am Sonntag einen Sprecher des bayerischen Gesundheitsministeriums. Ressortchefin Melanie Huml (CSU) will sich demnach am Nachmittag zum aktuellen Stand äußern.

Am Mittwoch war bekannt geworden, dass 44.000 Reiserückkehrer teilweise nach mehr als einer Woche noch kein Ergebnis der bei ihnen bei der Wiedereinreise nach Deutschland vorgenommenen Tests erhalten hatten. Darunter waren zu diesem Zeitpunkt auch mehr als 900 Menschen mit positivem Corona-Befund. Daraufhin hatte die Landesregierung zunächst angekündigt, bis Donnerstagnachmittag sollten zumindest alle Positivbefunde übermittelt werden. (afp)

Niederlande warnen vor Reisen nach Spanien, Frankreich, Belgien

Die Niederlande haben ihre Reisewarnungen für Spanien, Frankreich und Belgien verschärft. Von Reisen nach unter anderem Paris, die Region um Marseille, Brüssel, Ibiza und Mallorca wird abgeraten, wie die Nachrichtenagentur ANP am Samstag berichtet. Die Warnung gelte ab Mitternacht. Wer aus diesen Ländern in die Niederlande einreist, soll für 14 Tage in Heim-Quarantäne. Die Niederlande reagieren damit auf die zunehmende Zahl von Neu-Infektionen mit dem Coronavirus in den Ländern. (dpa)

+++ 15. August +++

42 neue bestätigte Corona-Fälle in Berlin - insgesamt 10.237

Die Zahl der erfassten Corona-Infektionen in Berlin ist seit Freitag um 42 gestiegen. Es seien nun 10 237 bestätigte Fälle, teilte die Gesundheitsverwaltung am Samstagabend mit. Die Zahl der Corona-Todesfälle lag unverändert bei 224. Derzeit im Krankenhaus isoliert und behandelt werden 34 Menschen, 13 von ihnen intensivmedizinisch. Die Bezirke mit den meisten bestätigten Corona-Fällen sind Mitte (1569), Charlottenburg-Wilmersdorf (1009) und Neukölln (1291). In den anderen Bezirken liegt die Zahl unter 1000. (dpa)

Russland fertigt erste Charge seines Corona-Impfstoffs

Obwohl die finalen Tests noch laufen, hat Russland die Pilot-Produktion des ersten amtlich zugelassenen Corona-Impfstoffs der Welt abgeschlossen. "Die erste Charge des neuen Impfstoffs gegen das Coronavirus des Gamaleja-Forschungszentrums wurde hergestellt", zitierten russische Nachrichtenagenturen das Gesundheitsministerium in Moskau am Samstag. Wissenschaftler und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) haben allerdings Vorbehalte gegen den Impfstoff geäußert. Der russische Präsident Wladimir Putin hatte den in Erinnerung an den ersten sowjetischen Weltraumsatelliten "Sputnik V" getauften Impfstoff vergangenen Dienstag vorgestellt und als sicher und effektiv bezeichnet. Auch eine seiner Töchter sei schon mit dem Impfstoff behandelt worden, sagte er. (afp)

Ein weiterer Schüler in Potsdam mit dem Coronavirus infiziert

Nach der Corona-Infektion eines Schülers im Potsdamer Montessori-Schulzentrum ist dort ein weiterer Schüler positiv getestet worden. Die Tests aller weiteren 20 Kontaktpersonen des ersten infizierten Schülers seien hingegen negativ ausgefallen, teilte die Stadt am Samstag mit. Da sich der zweite infizierte Schüler bereits in häuslicher Isolation befunden habe, gebe es keine neuen Kontaktpersonen. «Die Schule bleibt geöffnet, die Kontaktpersonen bleiben in Quarantäne», hieß es in der Mitteilung. Nach der Infektion eines Schülers in der Marienschule im Stadtteil Babelsberg gilt dort für 80 Menschen, die mit dem Schüler in Kontakt waren, auch eine 14-tägige Quarantäne. Die Testergebnisse für diese Personen würden erst am Sonntag erwartet, hatte die Stadt mitgeteilt. (dpa)

Keine Klarheit bei Benachrichtigung von Corona-Getesteten in Bayern

Die Gesundheitsbehörden in Bayern waren auch am Samstag nicht in der Lage, das Problem bei der Benachrichtigung von positiv auf das Coronavirus getesteten Urlaubsrückkehrern zu lösen. Die Zahlen, die unter anderem darüber Auskunft geben sollen, wie viele der positiv Getesteten ihr Ergebnis nun inzwischen erfahren haben, sollen nun am Sonntagnachmittag bekanntgegeben werden, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in München am Samstag. Ursprünglich hatte die Staatsregierung erklärt, bis Donnerstagmittag soll jeder der positiv Getesteten sein Ergebnis kennen. Diese Deadline verstrich, mehrere weitere am Freitag und Samstag ebenfalls. Es müssten noch «weitere Details» geklärt werden, hieß es. (dpa)

Dänemark führt Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein

Um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen, führt Dänemark ab dem 22. August eine Maskenpflicht im öffentlichen Nahverkehr ein. «Wir tun dies, da die Infektionsraten steigen während auch die Aktivität in der Gesellschaft zunimmt», sagte Regierungschefin Mette Frederiksen am Samstag. Die Regelung werde für Reisende ab dem Alter von zwölf Jahren sowie die Fahrer und Angestellten der öffentlichen Verkehrsbetriebe gelten, sagte der dänische Verkehrsminister Benny Engelbrecht. Die Pflicht umfasse Busse, Züge, Straßenbahnen, die Metro, Fähren, Taxis und gelte auch an Bahnhöfen. Frederiksen zufolge könnte die Maskenpflicht auch noch auf weitere öffentliche Bereiche wie Supermärkte ausgeweitet werden. Dänemark registrierte bisher nach Angaben von Gesundheitsbehörden rund 15.400 Infektionen. Mehr als 620 Menschen starben mit oder an dem Erreger. (dpa)

Einschulung trotz Corona- Senat wirbt um Vertrauen

Unter besonderen Bedingungen haben am Samstag tausende Berliner Kinder ihre Einschulung gefeiert. In diesem Schuljahr gibt es 36.800 Erstklässler, so viele wie seit 1993 nicht. Bei den Feiern galten wegen der Corona-Pandemie Abstandsvorgaben und Teilnehmerbegrenzungen. Schulsenatorin Sandra Scheeres (SPD) verteidigte in einer Karower Grundschule die Rückkehr zum Regelbetrieb an den Schulen. «Die Eltern haben ganz klar signalisiert, dass alle wollen, dass die Schule wieder losgeht. Der Senat werde das Infektionsgeschehen im Blick behalten. «Wenn sich die Situation verschlechtern sollte, werden wir natürlich Anpassungen vornehmen», sagte Scheeres. «Sie können uns da wirklich vertrauen.» (dpa)

1415 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist im Vergleich zum Vortag leicht gesunken. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Samstagmorgen 1415 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 222 828 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Samstagmorgen im Internet meldete (Datenstand 15.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 6 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9231. Bis Samstag hatten 200 800 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden. (dpa)

Weiterhin hohe Zahl von Corona-Neuinfektionen in Brandenburg

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg ist von Freitag auf Samstag um 16 Fälle gestiegen. Die meisten Neuinfektionen gab es in Landkreis Potsdam-Mittelmark (+6) sowie in Potsdam und im Landkreis Teltow-Fläming (jeweils +3), wie das Gesundheitsministerium am Samstag berichtete. Damit wurden seit Anfang März 3726 Corona-Infektionen registriert. Die Zahl der Toten lag gegenüber dem Vortag unverändert bei 173. Die Zahl der Erkrankten wird auf 160 geschätzt, das sind 10 mehr als am Vortag. Unverändert gelten etwa 3390 Menschen als genesen. (dpa)

Spahn zu Spanien-Reisewarnung: «Partyurlaub ist unverantwortlich»

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die Reisewarnung der Bundesregierung für fast ganz Spanien verteidigt. «Das ist kein Reiseverbot, aber die klare Ansage: Wer aus dem Spanienurlaub kommt, muss in Quarantäne, solange er kein negatives Testergebnis hat», sagte Spahn der «Bild am Sonntag». «Und wer trotz der Warnung nach Spanien fährt, sollte sich und andere auch im Urlaub schützen. Partyurlaub ist in dieser Pandemie unverantwortlich.» Er wisse, was diese Entscheidung der Regierung für viele Urlauber, für Reisebüros oder auch für Spanien bedeutet, sagte Spahn weiter. «Aber leider steigen die Infektionszahlen dort stark, zu stark.» Die Bundesregierung hatte am Freitag die bislang für einige spanische Regionen geltende Reisewarnung auf das gesamte spanische Festland sowie die Balearen ausgedehnt. Zu dieser Inselgruppe gehört die beliebte Ferieninsel Mallorca. Ausgenommen von der Reisewarnung, die Pauschaltouristen eine kostenlose Kündigung des Reisevertrages ermöglicht, sind nur die Kanarischen Inseln. (dpa)

Corona-Tests starten in Brandenburger Pflegeheimen

Nach Kitas und Schulen gehen auch Corona-Tests in den stationären Pflegeeinrichtungen los. Die Beschäftigten könnten sich dort ebenfalls auf das Virus testen lassen - auch Lehrkräfte in Pflegeschulen, teilte Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher (Grüne) am Freitag in Potsdam mit. Ein Prozent der Bewohner von Pflegeheimen sollen in einer Stichprobe zweimal untersucht werden, ob sie sich mit dem Virus angesteckt haben. «Bei älteren Menschen mit Grunderkrankungen ist das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich höher», sagte Nonnemacher. «Deshalb müssen wir sie besonders vor Covid-19 schützen.» (dpa)

Baerbock: Corona-Tests für alle Lehrer und Erzieher nach Urlaub

Alle Lehrer und Erzieher sollten aus Sicht von Grünen-Chefin Annalena Baerbock nach dem Urlaub auf Corona getestet werden. «Testangebote gibt es ja mittlerweile in vielen Bundesländern - allerdings freiwillig und stichprobenartig», sagte Baerbock den Zeitungen des Funke-Mediengruppe (Samstag). «Die ersten Ausfälle von Schulen und Kitas nach den Sommerferien zeigen aus meiner Sicht, dass jede Lehrerin und jeder Erzieher, die aus dem Urlaub kommen, erstmal getestet werden sollten.» Während Kinder und Jugendliche zum Pandemieschutz nach Jahrgängen getrennt würden, wechselten an vielen Schulen die Lehrer von Klasse zu Klasse. (dpa)

Dänemark schafft Sechs-Tage-Regel für Einreisende ab

Touristen müssen bei der Einreise nach Dänemark künftig nicht mehr nachweisen, dass sie mindestens sechs Übernachtungen im Land gebucht haben. Die Regierung und die Parlamentsparteien einigten sich am Freitag nach stundenlangen Verhandlungen darauf, die umstrittene Sechs-Tages-Regel abzuschaffen. Wie aus einer am späten Abend veröffentlichten Vereinbarung hervorgeht, wird die maximale Teilnehmerzahl für Versammlungen weiter bei 100 belassen. Über eine mögliche Lockerung soll demnach im September neu diskutiert werden. Restaurants, Kneipen und Cafés dürfen statt bis Mitternacht jetzt bis 2.00 Uhr öffnen, Nachtclubs und Diskotheken bleiben bis Ende Oktober weiter dicht. (dpa)

+++ 14. August +++

778 aktive Coronafälle in Berlin

Die Zahl der aktiven Coronafälle in Berlin ist auf 778 gestiegen. Das teilte die Senatsverwaltung für Gesundheit am Freitagabend mit. 89 neue Infektionen wurden bestätigt, damit liegt die Gesamtzahl der in Berlin registrierten Fälle liegt bei 10.195. 9193 Menschen sind inzwischen genesen. 224 Menschen sind an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben.

35 Menschen werden in Krankenhäusern betreut, 14 davon liegen auf der Intensivstation.

Die Berliner Corona-Ampel bleibt für den Bereich der Reproduktionszahl mit 1,11 auf Grün. Die Werte für Neuinfektionen und die freien Intensivbetten stehen auch auf Grün. (BK)

Tui sagt Pauschalreisen nach Spanien von Samstag an ab

Der Reisekonzern Tui wird nach der Reisewarnung für fast ganz Spanien die ab Samstag geplanten Pauschalreisen dorthin absagen. Den Kunden würden Umbuchungen zu anderen Reisezielen angeboten, zum Beispiel zu den Kanarischen Inseln, wie ein Tui-Sprecher am Freitagabend der dpa sagte. Weil man nicht von allen Kunden Kontaktdaten habe, nehme man außerdem Kontakt zu Reisebüros auf. Reisenden, die bereits in den betroffenen Feriengebieten sind, biete Tui an, sie auf Wunsch früher als geplant nach Hause zu fliegen.

Die deutsche Tourismuswirtschaft bedauerte derweil die vom Auswärtigen Amt ausgesprochene Reisewarnung, betonte aber auch, die Entscheidung sei zu akzeptieren, „da der Gesundheitsschutz die höchste Priorität für die Tourismusbranche hat“, wie der Bundesverband der Deutschen Tourismuswirtschaft (BTW) mitteilte. (dpa)

1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221.413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225. Bis Freitagmorgen hatten 200.200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt. (dpa)

New Yorker Museen dürfen noch im August wieder öffnen

In New York können von 24. August an Museen unter Auflagen wieder öffnen. Dabei gelten Maskenpflicht und vorgeschriebene Laufwege, wie der Gouverneur des Bundesstaats New York, Andrew Cuomo, am Freitag sagte. Die Museen dürften zudem nur höchstens ein Viertel der üblicherweise erlaubten Zahl an Besuchern einlassen und müssten zeitgebundene Tickets verkaufen, hieß es weiter.

Die Corona-Krise hat die Kulturbranche der Stadt hart getroffen. Museen in New York sind seit März geschlossen. Unter anderem die Broadway-Theater und die Metropolitan Opera haben alle Veranstaltungen bis zum Ende des Jahres abgesagt. Das New Yorker Metropolitan Museum hatte bereits Mitte Juli angekündigt, von 29. August an wieder öffnen zu wollen.

Die Stadt war im März und April eines der weltweiten Epizentren der Pandemie, mit inzwischen rund 226.000 bestätigten Infizierten. Rund 19.000 Menschen zählen als bestätigte Corona-Tote, die Stadt weist mehr als 4600 mögliche zusätzliche Opfer aus.

Nach oft über 6000 Neuinfizierten täglich in der Hochphase wurden seit Anfang Juni an keinem Tag mehr als 500 Neuinfektionen bestätigt. Während seitdem landesweit die Fallzahlen stark anstiegen, bleiben diese bisher in New York weiter niedrig. Die Quote positiver Tests liegt unter zwei Prozent, so dass Experten davon ausgehen, dass es ein realistisches Bild vom aktuellen Ausbruch gibt. (dpa)

RKI stuft Spanien offenbar als Risikogebiet ein - Reisewarnung auch für Mallorca

Gestiegene Infektionszahlen auch auf der Lieblings-Urlaubsinsel der Deutschen haben nun eine drastische Folge: Die Bundesregierung stuft Mallorca und fast alle anderen Regionen Spaniens zum Risikogebiet ein, berichtet dpa unter Berufung auf Regierungskreise. Grundlage ist eine Einschätzung des Robert-Koch-Instituts (RKI). Eine Reisewarnung steht laut "Bild" unmittelbar bevor. Die Kanaren seien allerdings nicht in der Reisewarnung eingeschlossen, heißt es weiter. Eine Reisewarnung hätte für Besucher die Folge, dass sie bei der Einreise in Deutschland einen Corona-Test machen müssten - und bis ein negatives Ergebnis vorliegt, in Quarantäne zu bleiben haben. Noch nicht angetretene Reisen können kostenlos storniert werden - soweit sie nicht ohnehin vom Veranstalter abgesagt werden. (BK)

Infizierte Person im Schwimmbad: Gesundheitsamt berät mögliche Kontaktpersonen

Eine Person aus Berlin, die positiv auf das Coronavirus getestet wurde, hatte zuvor ein Schwimmbad in Oranienburg (Oberhavel) besucht. Dort habe sie sich vergangenen Sonntag überwiegend im Außenbereich aufgehalten, aber auch die Rutsche im Innenbereich und das Selbstbedienungsrestaurant genutzt, teilte das Landratsamt am Freitag mit. Die Listen mit Daten von rund 800 Besuchern an dem Sonntag seien an das Gesundheitsamt des Landkreises übermittelt worden, sagte der Geschäftsführer des Erlebnisbades, Kay Duberow.

«Da sich die Person größtenteils im Außenbereich aufgehalten hat, dürfte nur eine relativ geringe Ansteckungsgefahr für andere Badegäste bestanden haben», sagte Amtsarzt Christian Schulze laut Mitteilung. Wer am Sonntag zwischen 9 und 16 Uhr ebenfalls in dem Bad gewesen sei, längeren Kontakt mit einer unbekannten Person gehabt habe oder Krankheitssymptome verspüre, könne sich aber beim Gesundheitsamt beraten lassen. (dpa)

Zwei Schüler in Potsdamer Schulen mit Coronavirus angesteckt - 80 in Quarantäne

In zwei Potsdamer Schulen hat sich jeweils ein Schüler mit dem Coronavirus infiziert. In der Marienschule in Babelsberg gelte für 80 Menschen, die mit dem Schüler in Kontakt waren, eine 14-tägige Quarantäne, wie die Stadt Potsdam am Freitag mitteilte. Im Montessori-Schulzentrum Am Stern seien 20 Menschen als Kontaktpersonen des Schülers ermittelt worden und müssten in Quarantäne. Darunter seien jeweils neben Schülern auch Lehrer. Die Testergebnisse für das Schulzentrum Am Stern würden frühestens an diesem Samstag erwartet, die für die Marienschule am Sonntag. Die «Potsdamer Neuesten Nachrichten» und die «Märkische Allgemeine» hatten zuvor berichtet. (dpa)

Spanien verbietet Nachtleben und weitgehend Rauchen im Freien

Angesichts steigender Corona-Zahlen ergreift Spanien wieder drastische Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie. Das Nachtleben werde landesweit unterbunden, das Rauchen im öffentlichen Raum verboten, wenn der Sicherheitsabstand nicht eingehalten werden kann, und Alkohol dürfe nicht mehr im Freien getrunken werden, sagte Gesundheitsminister Salvador Illa am Freitag nach einer Krisensitzung mit den Vertretern der Regionen in Madrid.

Von Mittwoch auf Donnerstag waren binnen 24 Stunden landesweit fast 3000 neue Corona-Infektionen registriert worden, so viele wie zuletzt im April. Allerdings wird viel mehr getestet und viele der Betroffenen haben keine oder nur milde Krankheitssymptome. Es gibt über 1000 lokale Ausbrüche und die Zahl der Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner liegt derzeit bei fast 50 je 100 000 Einwohner in sieben Tagen. Das ist der wichtigste Indikator dafür, ob eine Region oder ein Land vom Robert Koch-Institut zum Risikogebiet erklärt wird.

Zudem werde die Bevölkerung dringend aufgerufen, sich nicht mit Menschen zu treffen, die nicht in ihrem Haushalt leben. Private Feiern und andere Treffen sollten zudem auf eine Teilnehmerzahl von höchstens zehn Personen beschränkt werden, betonte der Minister. In Altenheimen sollten künftig noch mehr Corona-Tests vorgenommen werden. Alle diese Maßnahmen seien mit den Regionalregierungen in Spanien abgestimmt und stellten lediglich ein "Minimum" dar. Es stehe den Regionen frei, lokal strengere Regeln zu erlassen, betonte Illa. (dpa)

Serbien schränkt Reisefreiheit wegen Corona-Pandemie ein

Serbien hat wegen der steigenden Zahl von Corona-Infektionen in einigen Nachbarländern am Freitag die Reisefreiheit eingeschränkt. Wer aus Kroatien, Nordmazedonien, Bulgarien und Rumänien einreisen will, muss künftig mit einem Test, der nicht älter als 48 Stunden ist, seine Gesundheit beweisen. Seit Aufhebung des Ausnahmezustands Anfang Mai hat Serbien seine Grenzen weitgehend offen gehalten. In den vergangenen Wochen hat sich aber auch dort das Infektionsgeschehen wieder verstärkt.

Für Reisende aus Deutschland bedeutet die neue Regelung, dass sie weiterhin ohne Einschränkungen nach Serbien fliegen oder mit dem Auto über Ungarn fahren können. Für die Einreise mit dem Auto über Kroatien ist nun jedoch ein Test erforderlich. Serbien selbst gilt in der EU als Risikoland. Deutsche oder in Deutschland ansässige Personen, die aus Serbien nach Deutschland zurückkehren, müssen in Quarantäne. (dpa)

Hohe Dunkelziffer bei Corona-Infektionen - kein Schutz gegen "zweite Welle"

Bei einer Antikörperstudie zum Corona-Hotspot im baden-württembergischen Kupferzell hat das Robert Koch-Institut (RKI) eine hohe Dunkelziffer nicht über Tests erfasster Infektionen ermittelt. Danach gab es in der 6000-Einwohner-Gemeinde im Hohenlohekreis fast vier Mal (3,9) so viele Infizierte wie bisher bekannt waren, erklärten Forscher des RKI am Freitag in Kupferzell. Bei 7,7 Prozent der 2203 getesteten Erwachsenen seien Antikörper gegen das Virus Sars-CoV-2 nachgewiesen worden. Selbst ein solcher im Bundesvergleich relativ hoher Wert reiche aber nicht aus, um eine befürchtete "zweite Welle" zu verhindern, sagte RKI-Vizepräsident Lars Schaade.

Bei mehr als einem Viertel (28,2 Prozent) der Testpersonen in Kupferzell mit einem vorherigen positiven Corona-Befund seien keine Antikörper gefunden worden, erklärte die Studienleiterin Claudia Santos-Hövener. Das bedeute jedoch nicht, dass keine Immunität gegen das Virus bestehe. Etwa jeder sechste positiv getestete (16,8 Prozent) hatte keine typischen Krankheitssymptome.

In Kupferzell war es in den Wochen nach einem Kirchenkonzert am 1. März zu mehr als 100 bekannten Infektionsfällen gekommen, drei Betroffene waren gestorben. In seiner Studie "Corona Monitoring lokal" untersucht das RKI neben Kupferzell auch das Infektionsgeschehen an drei weiteren Hotspots. Insgesamt sollen die Daten von 8000 Menschen erhoben werden. (dpa)

So viele neue Corona-Fälle in Brandenburg wie seit Mai nicht mehr

Die Zahl neuer Corona-Infektionen in Brandenburg ist innerhalb eines Tages so stark gestiegen wie seit etwa drei Monaten nicht mehr. Von Donnerstag auf Freitag seien 27 bestätigte Fälle neu hinzugekommen, teilte das Gesundheitsministerium in Potsdam mit. Am 8. Mai waren nach Angaben des Ressorts 28 bestätigte neue Ansteckungen mit dem Sars-CoV-2-Virus gezählt worden, am 9. Mai waren es 31. Seitdem lag der bisherige Spitzenwert am 17. Juni bei 21 neuen Fällen. Noch am Donnerstag wurden 16 neue Infektionen gezählt, am Mittwoch waren es nur fünf.

«Das Ministerium geht derzeit davon aus, dass die gestiegenen Zahlen vor allem auf die Reiserückkehrer zurückgehen», sagte Sprecher Dominik Lenz. Seit März haben sich in Brandenburg insgesamt 3710 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Die Zahl der Toten liegt bei 173; sie wurde um zwei nach unten korrigiert, weil zwei Todesfälle nicht im Zusammenhang mit einer Covid-19-Erkrankung stünden. Derzeit werden fünf Menschen im Krankenhaus behandelt. Die Zahl der Erkrankten wird auf 150 geschätzt, das sind 30 mehr als am Vortag. Etwa 3390 Menschen gelten als genesen - diese Zahl blieb zum Donnerstag gleich. (dpa)

Corona-Zahlen auf Mallorca steigen - Reisewarnung rückt näher

Auf Mallorca, der bisher beliebtesten Ferieninsel der Deutschen, werden immer mehr Corona-Fälle registriert. Während der vergangenen sieben Tage kletterte die Zahl der Neuinfektionen nach Angaben des spanischen Gesundheitsministeriums vom Freitag auf mehr als 50 je 100.000 Einwohner. In einem solchen Fall hat das Robert-Koch-Institut bisher Regionen zu Corona-Risikogebieten erklärt. Es könnte eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes für Mallorca und die drei anderen Baleareninsel Ibiza, Menorca und Formentera folgen.

Nach offiziellen Angaben der regionalen Gesundheitsbehörde gibt es zurzeit mehr als 1500 Corona-Fälle auf den Inseln mit insgesamt etwa 1,15 Millionen Einwohnern. In den vergangenen 24 Stunden seien 264 Neuinfektionen registriert worden, schrieb die "Mallorca Zeitung" am Freitag. Damit wurde die Grenze von 50 Infektionen pro 100 000 Einwohnern während der vergangenen sieben Tage überschritten. Die Regionalregierung weist jedoch darauf hin, dass viel mehr als im Frühjahr getestet werde und die meisten Betroffenen keine bis nur leichte Krankheitssymptome aufwiesen. (dpa)

Steigende Corona-Zahlen: Discos in Kalabrien müssen schließen

Wegen steigender Zahlen von Corona-Neuinfektionen hat die süditalienische Region Kalabrien alle Diskotheken geschlossen - auch Stranddiscos. Kalabrien ist eine sehr beliebte Urlaubsregion. Die Anordnung der Regionalpräsidentin Jole Santelli erging kurz vor dem Höhepunkt der nationalen Feriensaison an Ferragosto, dem Feiertag Mariä Himmelfahrt am 15. August. Alle Tanzlokale drinnen und draußen müssen bis zum 7. September dicht bleiben.

Der Beschluss könnte in Kürze auf ganz Italien ausgedehnt werden, kündigte der Regionalminister der Regierung in Rom, Francesco Boccia, in der Zeitung "La Stampa" (Freitag) an. Die Regierung sei stets gegen die Öffnung der Tanzlokale gewesen. Sie habe den 20 Regionen mit einem Dekret im Mai allerdings Spielraum für eigene Entscheidungen eingeräumt. Sollte die Entwicklung weiteren Anlass zur Sorge geben, seien Verbote sofort denkbar. "Wir sind offensichtlich viel besser dran als andere europäische Länder", sagte Bocca. "Aber das Virus zirkuliert, und wir müssen weiter aufpassen." (dpa)

Corona-Verstöße in Berliner Partykiezen - Senat will Problemorte sammeln

Nach viel Kritik an trinkenden und feiernden Menschen in den Berliner Straßen während der Corona-Pandemie will sich der Senat jetzt einen offiziellen Überblick über die Party-Hotspots verschaffen. Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) bat die zwölf Bezirke um Unterstützung. Sie sollen Gegenden nennen, in denen verstärkt feiernde und Alkohol trinkende Gruppen die Abstands- und Hygieneregeln missachten, wie der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), mitteilte.

Kalayci erklärte dazu: «Ich habe vorsorglich die Bezirke abgefragt, um einen Überblick über die Lage zu erhalten und damit möglichen Handlungsbedarf erkennen zu können.»

Dassel forderte erneut, den sogenannten Außerhaus-Verkauf von Alkohol in Geschäften, Imbissen und sogenannten Spätis an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten zu verbieten. «Wenn eine durchaus mit Berlin vergleichbare Stadt wie Hamburg mit einem lokal und zeitlich begrenzten Alkoholverkaufsverbot gute Erfahrungen macht, kann das nicht ignoriert werden.» (dpa)

Alle Tests negativ - Gerhart-Hauptmann-Gymnasium wieder offen

Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium im Bezirk Treptow-Köpenick, das am Donnerstag wegen eines Corona-Falls geschlossen worden war, hat den Unterricht wiederaufgenommen. Das sagte Schulleiter Thomas Hähnert am Freitag der Deutschen Presse-Agentur. Die Lehrerinnen und Lehrer der Schule sowie eine Schulklasse seien am Donnerstag auf Sars-CoV-2 getestet worden.

Das Gesundheitsamt habe ihn am Freitagvormittag über die Ergebnisse informiert, berichtete Hähnert. Alle Tests seien negativ. «Wir fahren den Unterricht wieder hoch. Die Schülerinnen und Schüler sind schon wieder in der Schule oder auf dem Weg dahin.» Auch der zuständige Bezirksstadtrat Bernd Geschanowski bestätigte der dpa: «Alle Tests sind negativ. Der Schulbetrieb ist wiederaufgenommen.»

Die Schule im Stadtteil Friedrichshagen war am Donnerstag geschlossen worden, weil eine Lehrkraft angegeben hatte, positiv getestet worden zu sein. Der Schulleiter hatte das nach seinen Angaben am Mittwochabend in Rücksprache mit der Schulaufsicht entschieden, nachdem er davon erfahren hatte. Das Gerhart-Hauptmann-Gymnasium war die erste Schule in Berlin, die kurz nach den Sommerferien wegen eines möglichen Corona-Falls wieder geschlossen wurde. (dpa)

Coronavirus: Großbritannien sichert sich 90 Millionen Impfdosen

Die britische Regierung hat sich weitere 90 Millionen Dosen verschiedener potenzieller Impfstoffe gesichert. Wie die Regierung in London am Freitag mitteilte, schloss sie Verträge über 60 Millionen Dosen mit dem US-Impfstoffhersteller Novavax und über weitere 30 Millionen Dosen mit dem belgischen Pharmaunternehmen Janssen, das zum US-Konzern Johnson & Johnson <US4781601046> gehört. Im Gegenzug vereinbarte London, Infrastruktur und finanzielle Mittel für Studien mit den Impfstoffen bereitzustellen.

Zusammen mit früheren Verträgen hat sich das Land mit seinen etwa 66,6 Millionen Einwohnern nun etwa 340 Millionen Dosen von sechs verschiedenen Impfstoffkandidaten gesichert. Unklar ist jedoch, ob sich einer der Stoffe als wirksam erweisen wird. "Die Strategie der Regierung, ein Portfolio vielversprechender Impfstoffkandidaten aufzubauen, wird sicherstellen, dass wir die besten Chancen darauf haben, einen zu finden, der funktioniert", sagte Wirtschaftsminister Alok Sharma einer Mitteilung zufolge. (dpa)

1449 registrierte Corona-Neuinfektionen in Deutschland

Die Zahl der bekannten Neuinfektionen mit dem Coronavirus in Deutschland ist erneut leicht gestiegen. Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) bis Donnerstagabend 1449 neue Corona-Infektionen innerhalb eines Tages. Höher lag der Wert zuletzt am 01. Mai mit 1639 registrierten Neuinfektionen.

Seit Beginn der Corona-Krise haben sich mindestens 221 413 Menschen in Deutschland nachweislich mit dem Virus Sars-CoV-2 infiziert, wie das RKI am Freitagmorgen im Internet meldete (Datenstand 14.8., 0.00 Uhr). Seit dem Vortag wurden 14 neue Todesfälle gemeldet. Die Zahl der Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion liegt nach RKI-Angaben nun bei 9225. Bis Freitagmorgen hatten 200 200 Menschen die Infektion nach RKI-Schätzungen überstanden.

Der Höhepunkt bei den täglich gemeldeten Neuansteckungen hatte Anfang April bei mehr als 6000 gelegen. Die Zahl war nach den immer noch über 1000 liegenden Werten im Mai in der Tendenz gesunken, seit Ende Juli steigt sie wieder. Experten sind besorgt, dass es zu einem starken Anstieg der Fallzahlen kommen könnte, der die Gesundheitsämter bei der Nachverfolgung von Ansteckungsketten an Grenzen bringt.

Die Reproduktionszahl, kurz R-Wert, lag nach RKI-Schätzungen mit Datenstand 13.8., 0.00 Uhr, in Deutschland bei 0,91. Das bedeutet, dass ein Infizierter im Mittel etwas weniger als einen weiteren Menschen ansteckt. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen etwa eineinhalb Wochen zuvor ab. (dpa)

Epidemiologe: Keinerlei Spielraum für Rückkehr zu Großveranstaltungen

 Der Leipziger Epidemiologe Markus Scholz rät angesichts steigender Infektionen in der Corona-Pandemie von einer Rückkehr zu Großveranstaltungen ab. «Die zweite Welle zeichnet sich deutlich ab, da wir nun über mehrere Wochen einen Anstieg der aktiven Infektionszahlen feststellen», sagte Scholz der Deutschen Presse-Agentur. «Ich sehe daher aktuell keinerlei Spielraum für weitere Lockerungen – auch und gerade nicht für Großveranstaltungen.»

Bereits sich abzeichnende Effekte durch Reiserückkehrer sind laut Scholz «stark beunruhigend.» Es müsse daher jetzt darum gehen, den Schulbetrieb zu normalisieren. «Wir sollten uns nun zunächst darauf konzentrieren, wie die Hygienekonzepte mit Lüften und Maskentragen in den Schulen funktionieren», sagte der Professor.

Bei Großveranstaltungen gebe es mehrere Risiken, die beachtet werden müssten. «Die Menschen gehen umher, holen sich Getränke, gehen auf die Toilette – da finden dann sehr viele Kontakte statt, die bei einer großen Personenanzahl kaum nachzuvollziehen sind», sagte Scholz. Auch die Hygienekonzepte, die etwa festgelegte Wege oder eine Maskenpflicht vorsähen, ließen sich bei großen Menschenansammlungen kaum durchsetzen. (dpa)

Quarantänepflicht in Großbritannien: Frankreich will Briten in Quarantäne nehmen

Paris will auf die britische Quarantänepflicht für Reisende aus Frankreich reagieren und eine gleichwertige Maßnahme für Reisende aus Großbritannien einführen. Man bedauere die britische Entscheidung und hoffe auf eine baldige Rückkehr zur Normalität, teilte Europa-Staatssekrektär Clément Beaune am Freitag via Twitter mit.

Reisende aus Frankreich und den Niederlanden müssen nach ihrer Ankunft in Großbritannien von diesem Samstag an wieder in eine zweiwöchige Selbstisolation gehen. Das hatte der britische Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstagabend mitgeteilt.

Frankreich verfolgt in der Corona-Krise grundsätzlich die Linie, keine Quarantänepflicht zu verhängen. Falls ein Land jedoch diesen Schritt macht, wird in Frankreich entsprechend reagiert und ebenfalls eine Quarantäne für Reisende angeordnet. Wann Frankreich im Fall Großbritannien handeln will, blieb zunächst offen.

Nach Schätzungen dürften sich zur Zeit Hunderttausende Briten in Frankreich aufhalten - es ist ein beliebtes Urlaubsland. Der französische Regierungschef Jean Castex hatte erst vor wenigen Tagen gewarnt, dass sich die Lage in der Corona-Pandemie verschlechtert habe. Die Zahl der Einweisungen in Krankenhäuser und auf Intensivstationen habe wieder zugenommen. (dpa)

Schülersprecher: Brauchen mehr Geld für Hygienemaßnahmen

Nach Meinung des Landesschülersprechers Richard Gamp brauchen die Berliner Schulen gerade in der Corona-Krise eine bessere Ausstattung. Schüler und Eltern müssten stärker in die Erarbeitung von Konzepten einbezogen werden, sagte er am Freitagmorgen im rbb-Inforadio. Es müsse deutlich mehr Geld für Hygienemaßnahmen und besser ausgearbeitete Notfallkonzepte geben.

Wenn man wolle, dass Schüler besonders oft Hände waschen, brauche man entsprechende Sanitärmöglichkeiten, sagte Gamp. Wenn man wolle, dass Tische desinfiziert werden, brauche man Desinfektionsmittel. Auch die Bildungsgewerkschaft GEW hatte zuletzt eine Milliarde Euro Soforthilfen für Schulen gefordert, um zum Beispiel auch Personal einzustellen und zusätzliche Räume zu schaffen.

Die ersten Berliner Schulen hatten kurz nach Schulstart auf Corona-Infektionen reagieren müssen. An acht Schulen waren bis Donnerstagabend positive Tests bekannt, ein Gymnasium wurde vorsorglich geschlossen. (dpa)

Regierungschef von Caracas an Covid-19 gestorben

Der Regierungschef von Venezuelas Hauptstadtbezirk Caracas, Dario Vivas, ist im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Das berichteten mehrere venezolanische Medien übereinstimmend am Donnerstag (Ortszeit). Generalstaatsanwalt Tarek William Saab schrieb auf Twitter: "Mit tiefem Bedauern haben wir die traurige Nachricht vom Tod unseres guten Freundes Dario Vivas bekomm." Vivas, der das Amt Anfang des Jahres angetreten hatte, wurde 70 Jahre alt.

Im Juli war Vivas einer der ersten aus einer Reihe venezolanischer Beamter, Politiker und Militärs gewesen, der öffentlich machte, dass er sich mit dem Coronavirus infiziert habe. Positiv getestet wurden auch der Vorsitzende der Verfassungsgebenden Versammlung, Diosdado Cabello, und Ölminister Tareck El Aissami. Kommunikationsminister Jorge Rodríguez gab seinen positiven Befund am Mittwoch bekannt. (dpa)