Ein Insasse der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hohenleuben in Thüringen zeigt sein Mittagessen sowie einen Beutel mit weihnachtlichen Speisen. Thüringens Justizminister Adams besuchte die JVA und dankte den Mitarbeitern für ihren Dienst.
Ein Insasse der Justizvollzugsanstalt (JVA) Hohenleuben in Thüringen zeigt sein Mittagessen sowie einen Beutel mit weihnachtlichen Speisen. Thüringens Justizminister Adams besuchte die JVA und dankte den Mitarbeitern für ihren Dienst. dpa/Sebastian Willnow

Mehr als 42.000 Menschen sitzen aktuellen Statistiken zufolge in deutschen Gefängnissen ein, deutlich mehr Männer als Frauen. Heiligabend, an den Weihnachtstagen oder Silvester im Knast einzusitzen, kann eine deprimierende Erfahrung sein: Könnte man doch mit der Familie oder Freunden feiern. Doch im Knast sitzt man meist, weil man eine erhebliche Straftat begangen hat. 

Die Strafvollzugsanstalten nehmen Rücksicht darauf, dass für die meisten Inhaftierten Weihnachten etwas Besonderes ist, und so sollen sie an den Festtagen jedenfalls nicht darben. Bei der Auswahl der Weihnachtsgerichte nehmen die Gefängnisse Rücksicht auf Gewohnheiten und spezielle Bedarfe. Das deutsche Traditionsgericht schlechthin für den Heiligabend vor der Bescherung steht beispielsweise bei den Berliner JVAs auf dem Menü: Es gibt Bockwurst mit Kartoffelsalat und Senf. In Bochum gibt es dazu noch Gewürzgurke.

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Auch vegetarische Insassen kommen auf ihre Kosten

In Hamburg gibt es statt der Bockwurst Wiener, als Nachtisch wird Weihnachtsgebäck gereicht. Vegetarische Insassen können die Wurst auch als vegetarische Variante verspeisen. In Dresden gibt es stattdessen eine Bratwurst mit Linseneintopf, dazu wird Dresdner Stollen serviert. Auf dem Programm steht auch Kartoffelsalat mit Hähnchenschnitzel. Auch in der thüringischen JVA Hohenleuben wird Linsensuppe mit Wursteinlage serviert, wovon sich Justizminister Dirk Adams (Grüne) bei einem Besuch zu Heiligabend überzeugen konnte.

Delikat geht es Weihnachten in der JVA Nürnberg zu: Dort wird Schweine- oder Putenroulade gereicht. Als festlichen Nachtisch gibt es Stollen mit Nuss-Nougat-Creme. Auch das Angebot der JVA Billwerder (Hamburg) klingt verlockend: Es gibt Honig-Kräuter-Hähnchenschenkel, dazu Preiselbeer-Apfelrotkohl und Petersilienkartoffeln sowie als Dessert Mousse au Choccolat.

Darum kann Alfons Schuhbeck kann das Weihnachtsmenü noch zuhause genießen

Abschließend stellt sich die Frage, wie der vielleicht derzeit prominenteste deutsche Knacki sein Weihnachtsfest verbringt, Starkoch Alfons Schuhbeck. Der wegen Steuerbetrugs in Millionenhöhe verurteilte Unternehmer hat seine Haftstrafe in der JVA Landsberg noch überhaupt nicht angetreten, weil seine Anwälte gegen das Urteil Revision eingelegt hatten. Die Münchner tz will aus „aus engsten Kreisen des Kochs erfahren“ haben, dass dieser ernsthaft überlege, die Revision zurückzunehmen. Der Haftantritt würde dann näher rücken. Bei einer Strafe von drei Jahren und zwei Monaten würde sich Schuhbeck die Frage des Weihnachtsmenüs dann im kommenden Jahr stellen.