Die Füße eines Kleinkindes
Die Füße eines Kleinkindes imago (Symbolbild)

Der Fall, von dem mehrere italienischen Zeitungen schreiben, erscheint unfassbar: Eine Mutter lässt ihr eigenes Kleinkind sechs Tage alleine in der Wohnung zurück, um sich mit ihrem Date zu vergnügen. Sechs Tage verbringt sie mit ihrem Freund, während die kleine Diana qualvoll verhungert und verdurstet.

Alessia heißt die Frau, deren kompletten Namen Corriere della Sera nennt und Fotos aus ihren Social-Media-Profilen zeigt. Alessia, berichtet La Repubblica, sei häufig auf der Dating-Plattform Tinder unterwegs gewesen. Das Kind habe sie im siebten Monat auf der Toilette ihres damaligen Lebensgefährten geboren, heißt es dort.

Kleinkind mit einer Flasche Milch alleine in der überhitzten Wohnung zurückgelassen

Nicht nur die Tat schockiert, sondern die Details um den Fall. So sei die 37-Jährige nach sechs Tagen von ihrem Date in die Wohnung im norditalienischen Mailand gekehrt und habe die leblose Tochter vorgefunden. Zuvor hatte sie laut Il Corriere das Kind mit einer Flasche Milch wortwörtlich mutterseelenallein zurückgelassen.

Als die Frau das leblose Kind vorfand, habe sie dessen Körper in die Höhe gehalten, auf den Rücken geklopft und mit kaltem Wasser abgespritzt, doch das Kind reagierte nicht mehr. Daraufhin ging Alessia zu ihrer Nachbarin und verständigte den Notruf. Doch für das Kind kam jede Hilfe zu spät.

Bei 30 Grad Zimmertemperatur habe das Kind nichts zu essen und zu trinken gehabt. Weil niemand ihre Windel wechselte, befreite sich das Kind daraus und warf diese aus dem Bett. Bei der Spurensicherung wurde in dem Zimmer eine weitere Windel gefunden, die bereits voller Würmer gewesen sei.

Mutter sah dem Tod der kleinen Diana rührungslos entgegen: Kind war nur eine Last

Laut Corriere della Sera wohnte sogar der leibliche Vater des Kindes in demselben Haus. Die Ermittler vermuten, das Kind könnte betäubt worden sein. Darauf deutet der Fund eines Schlafmittels, das womöglich der Milch beigemischt wurde. Freunden und Verwandten soll sie gesagt haben, das Kind sei bei einer Babysitterin.

Bei der Vernehmung habe Alessia ausgesagt, sie habe mit „so etwas“ gerechnet. Die Ermittler waren fassungslos: Die Mutter hatte dem Tod ihrer eigenen Tochter offenbar völlig rührungslos entgegengesehen: Die kleine Diana sei für sie nur eine Last gewesen. „Ich wollte eine gemeinsame Zukunft nur mit meinem Freund“, zitiert Il Corriere auf Italienisch aus dem Vernehmungsprotokoll.