Ein Ort in der peruanischen Region La Libertad. (Symbolfoto)
Ein Ort in der peruanischen Region La Libertad. (Symbolfoto) Imago/ZumaPress

Es klingt wie ein schlechter Scherz, doch offenbar entwickelt sich die Welt in Sachen Frauenrechte wirklich immer weiter zurück: Noch vor drei Wochen entschied das Oberste Gericht der USA, dass Frauen nicht mehr frei über ihren Körper entscheiden dürfen und machte den Weg für schwerwiegende Anti-Abtreibungsgesetze frei. Und nun kommt heraus, dass eine Bande von Männern Ende Juni in Peru sieben Frauen misshandelt hat, weil sie sie für Hexen hielt.

Bauernpatrouille misshandelt Frauen wegen „Hexerei“

Bei den Tätern handelte es sich um Mitglieder sogenannter Bauernpatrouillen. Sie hatten die Frauen im Ort Chillia in der Region La Libertad gefangen genommen und zwei Wochen lang festgehalten. In dieser Zeit sollen die Misshandlungen stattgefunden haben. Zuvor waren mehrere Bewohner des Dorfes erkrankt und gestorben. Für die Bauernpatrouille schien klar: Hier muss es sich um Hexerei gehandelt haben.

An die Öffentlichkeit gelangte das Verbrechen, weil ein Video der Misshandlungen im Internet auftauchte. Auf diesem war zu sehen, wie eine der Frauen an einem Fuß aufgehängt und ausgepeitscht wurde. Eine weitere wurde nackt verhört. Erst als die peruanische Regierung einschritt, wurden die Frauen im Alter zwischen 43 und 70 Jahren freigelassen. Neben den Frauen wurde laut Medien auch ein Mann befreit. Er schien allem Anschein nach aber nicht misshandelt worden zu sein.

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Die Bauernpatrouillen wurden vor mehr als vier Jahrzehnten in Peru eingeführt, ursprünglich um Viehdiebstähle zu verhindern. Inzwischen fungieren sie in Teilen des ländlichen Perus als eine Art Ordnungshüter.