Marienkäfer mit sieben Punkten auf einer Pusteblume. Im Herbst sucht er sich ein warmes Plätzchen.  Foto: imageBROKER/RolfxFischer

An warmen Tagen sitzen sie an Balkongeländern, krabbeln bei der Rast am Waldesrand auf Arme und Nasen. Marienkäfer wohin man schaut – Kinder kommen gar nicht mehr raus aus dem Punktezählen. Doch warum sind gerade ganze Schwärme der Glückskäfer unterwegs?

Coccinella septempunctata – so heißt der heimische Siebenpunkt-Marienkäfer auf lateinisch – und seine Verwandtschaft bringen es allein in Mitteleuropa auf 70 verschiedene Arten. Jetzt im Herbst fallen die kleinen Käfer noch einmal zusätzlich auf, es scheinen immer mehr zu werden. Das liegt daran, dass sich die Marienkäfer auf der Suche nach geeigneten Winterquartieren versammeln. Gruppenweise und teils sogar in großen Schwärmen besetzen sie Balkongeländer, Hauswände und Pflanzen. Meist sind es Siebenpunkte oder Asiatische Marienkäfer, die es sich den Winter über am liebsten in Mauerritzen oder Dachsparren gemütlich machen.

Alle Marienkäfer nutzen die letzten Sonnentage, um sich auf ihre Wanderungen in wärmere Regionen Europas zu begeben oder sich hier Überwinterungsplätze zu suchen, beschreibt der Naturschutzbund Nabu. Wer jetzt zahlreiche Marienkäfer an einer Hauswand beobachtet und am nächsten Tag vergebens danach sucht, der hat sehr wahrscheinlich einen Marienkäfertrupp auf Wanderpause gesehen.

Laubhaufen liegen lassen

Auch Laubhaufen in Gärten sind beliebt zum Überdauern der unfreundlichen Jahreszeit – oft finden sich hier größere Ansammlungen. Ein Grund mehr, sich für naturnahe und nicht perfekt aufgeräumte Gärten stark zu machen, so der Naturschutzbund weiter.

Dabei gibt es große Unterschiede zwischen den kleinen roten Käfern. Die Anzahl der Punkte verrät ihre Herkunft: Immer häufiger und inzwischen weit verbreitet ist bei uns der aus Asien stammende Harlekin-Marienkäfer Harmonia axyridis.

Der asiatische Marienkäfer ist besonders hungrig:  Während etwa unser heimischer Siebenpunkt rund 50 Blattläuse am Tag verzehrt, schafft Harmonia locker das Fünffache. Und wo der Siebenpunkt einmal im Jahr Nachwuchs zeugt, sind es bei Harmonia wenigstens zwei neue Generationen, je nach Witterung und Nahrungsangebot auch drei bis vier. Deswegen wird und wurde der Asiate im Gartenbau gezielt zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt.

Asiatischer Marienkäfer verdrängt den einheimischen 

Vor einigen Jahren hatten sich erste Exemplare in die freie Natur abgesetzt, heute ist der Harlekin vielerorts bereits häufiger als die alteingesessenen Marienkäferarten. Der Harlekin frisst nicht nur Blattläuse, sondern auch Gallmückenlarven, Larven konkurrierender Marienkäferarten und viele andere Insekten. Die sechs Millimeter großen, schwarz gepunkteten Käfer können von fast völlig orangerot bis fast völlig schwarz gefärbt sein. Die meisten Exemplare haben insgesamt neunzehn schwarze Punkte auf den Flügeldecken.

Ihrem Ruf als Glücksbringer werden beide Marienkäfer gerecht: Wer viele im Garten hat, ist gut dran, denn im Frühjahr werden sie wieder antreten – zur biologischen Blattlausbekämpfung.