Ein Boot der Küstenwache von Costa Rica auf der Suche nach Trümmerteilen des Absturzes, bei dem McFit-Millionär Rainer Schaller mit seiner Familie ums Leben kam.
Ein Boot der Küstenwache von Costa Rica auf der Suche nach Trümmerteilen des Absturzes, bei dem McFit-Millionär Rainer Schaller mit seiner Familie ums Leben kam. AFP/E. Cecerra

Wird der mysteriöse Absturz des deutschen Fitness-Unternehmers Rainer Schaller jemals aufgeklärt? Die Umstände des Unglücks werfen Fragen auf. Am Freitagabend wurden an der Küste von Costa Rica knapp 30 Grad gemessen, es wehte ein laues Lüftchen, Regen fiel laut der Wetterstation von Puerto Limón nicht. Dort liegt der Flughafen, den das Privatflugzeug offenbar ansteuerte. Aufschluss könnten in solchen Fällen Aufzeichnungen von Bord der Maschine geben, doch diese verfügte weder über einen Flugschreiber noch über ein Gerät zur Aufzeichnung der Kommunikation. Laut den costa-ricanischen Behörden sind derartige Geräte bei Kleinflugzeugen auch nicht vorgeschrieben.

Suche nach Trümmern und Leichen der Unglücksmaschine von McFit-Tycoon Rainer Schaller auf 60 Quadratkilometern

Das Drama, das sich in den letzten Minuten vor dem Absturz an Bord abgespielt hat, versuchen die Ermittler nun anhand von Wrackteilen, persönlichen Gegenständen und der Leichen zu rekonstruieren: Die Körper eines Mannes und eines Kindes waren neben Taschen und anderen Gegenständen in den vergangenen Tagen nahe der Absturzstelle aus dem Meer gefischt worden.

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Am Montag waren die Wetterbedingungen noch einmal deutlich besser als an den Vortagen, dennoch wurden keine weiteren Gegenstände oder Leichen mehr gefunden.

Leichen und Trümmerteile nach Schaller-Absturz könnten in 600 Metern Tiefe liegen

Die weitere Suche gestaltet sich extrem aufwendig: Martín Arias, Direktor der costa-ricanischen Küstenwache, erklärte am Montag, man suche auf einer Wasserfläche von 60 Quadratkilometern. „Das klingt nach Hollywood-Fantasien, aber an der Stelle ist das Meer bis zu 600 Meter tief. Taucher kommen mit ihrer technischen Ausrüstung und Suchkameras gerade mal bis in etwa 50 Meter Tiefe“, so Arias.

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Zum einen sei eine solche Absuche extrem kostspielig, zum anderen sei völlig unklar, wo genau die Suche ansetzen solle: „In 40 Quadratkilometern kennt man noch nicht einmal die genaue Tiefe, noch weiß man, ob es dort irgendetwas gibt, das bei dem Unglück nicht komplett zerstört worden wäre“, relativiert Arias Hoffnungen auf Erfolg der Mission.

Mehrere Hai-Spezies schwimmen in den Gewässern vor Costa Rica

Auch wenn Costa Rica sehr selten mit Hai-Attacken in Verbindung gebracht wird, schwimmen in den Gewässern vor dem mittelamerikanischen Land mehrere Spezies der Raubtiere, darunter der Tigerhai – eine der wenigen Hai-Attacken an der Küste Costa Ricas ging auf ein Tier dieser Art zurück. Was von den Leichen, wenn sie denn irgendwann noch gefunden werden, übrig sein wird, ist völlig ungewiss.

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Weil es denkbar wäre, dass die Meeresströmung Trümmerteile bis in panamaische Gewässer getrieben haben könnte, suchten Behörden des Nachbarlandes aus der Luft auch dort das Meer ab – ohne Ergebnis. Die Suchaktion mit rund 60 Einsatzkräften werde so lange wie nötig fortgesetzt. Sollte sie in den kommenden Tagen aber ergebnislos bleiben, könnte sie irgendwann eingestellt werden, ohne dass verwertbare Hinweise auf die Absturzursache vorliegen. Aus welchen Gründen die Maschine abstürzte, könnte also tatsächlich für alle Zeiten ein Geheimnis bleiben.