Zwei Frauen sind mit einem Stand-Up-Paddleboard auf der Ostsee unterwegs. Dort wird vor Vibrionen gewarnt. dpa/Stefan Sauer

Seit Jahren wird es in Deutschland immer wärmer. Das gilt nicht nur für die Luft, sondern auch für das Wasser in den Badeseen und den Meeren. Doch das birgt auch Gefahren für die Badegäste. Denn in der Ostsee vermehren sich bei höheren Temperaturen sogenannte Vibrionen – Bakterien, die bei einer Infektion im schlimmsten Fall bei Menschen mit Vorerkrankungen zum Tode führen können.

Vibrionen in der Ostsee: Mehrere Ostseebäder warnen

Derzeit machen mehrere Ostseebäder mit Aushängen auf die Gefahr durch Vibrionen aufmerksam, die natürlicherweise im Ostseewasser vorkommen und sich ab Wassertemperaturen von etwa 20 Grad gut vermehren. 

Nach dem nun veröffentlichten Vibrionen-Bericht aus der vergangenen Woche hat sich erstmals in diesem Jahr ein 80-jähriger Mann aus dem Bundesland nachweislich eine Infektion mit den Bakterien zugezogen. Wie das Lagus berichtete, sei in diesem Fall das hohe Alter als Risikofaktor zu betrachten. Weitere Details wurde nicht mitgeteilt.

Gefährdet sind den Angaben zufolge Menschen mit chronischen Grundleiden oder einer Schwäche des Immunsystems sowie höheren Alters. „Wenn Badegäste zu diesen Risikogruppen gehören und Hautverletzungen haben, sollte ein Kontakt mit Meer- oder Brackwasser unterbleiben.“

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In der Badesaison 2020 seien in Mecklenburg-Vorpommern acht Infektionen gemeldet worden, Sterbefälle habe es nicht gegeben. Seit 2003 seien es insgesamt 69 Infektionen gewesen, an denen neun Menschen – alle mit relevanten Vorerkrankungen – gestorben seien.

Vibrionen können schwere Wundinfektionen auslösen, Symptome sind etwa starker lokaler Schmerz, Fieber und Schüttelfrost. Behandelt werden die Infektionen in der Regel mit Antibiotika.