Das Impfzentrum in Dresden: Hier fiel der Mann einem Mitarbeiter auf. dpa/Sebastian Kahnert

Die Menschen im Bundesland Sachsen waren bisher nicht dafür bekannt, dass sie sich in großer Zahl und besonders gerne haben gegen Corona impfen lassen. Fast jeder Dritte ist hier noch ohne die Schutz-Spritze. Da fällt dieser 61-jährige Mann natürlich besonders auf.

Er soll sich seit Juli 2021 allein in Sachsen 87 Corona-Impfungen abgeholt haben. Das berichtet zumindest die Zeitung  Freie Presse.

Nun könnte man annehmen, dass man es mit einem übervorsichtigen Herrn zu tun hat. Dem Mann ging es dabei aber wohl weniger um seine Gesundheit. Dem Bericht zufolge wollte er einfach mit dem Verkauf der Zertifikate Geld verdienen.

Lesen Sie auch: Corona-Auflagen weg: Lassen Sie jetzt die Maske fallen? Was gilt jetzt? Was erwartet uns im Herbst? >>

61-Jähriger ließ sich bis zu drei Impfungen am Tag geben

Es klingt total verrückt, aber an einzelnen Tagen soll der Verdächtige zu unterschiedlichen Zeiten bis zu drei Impfungen am Tag in verschiedenen Impfzentren erhalten haben. Und das nur in Sachsen. Denn eigentlich stammt der Mann aus Magdeburg in Sachsen-Anhalt. Nun muss ermittelt werden, ob er auch in seinem Heimat-Bundesland regelmäßig zum Impfen gegangen ist.

Lesen Sie auch: Energie-Krise: Kommt jetzt das Tempolimit auf Autobahnen? >>

Der Mann ließ sich bis zu dreimal am Tag die Spritze geben. Imago/imagebroker

Laut dem Bericht der Freien Presse war der Mann bei einem seiner Besuche einem Mitarbeiter im Impfzentrum in Dresden aufgefallen. Dort war er wohl bereits mehrfach gewesen. Das Deutsche Rote Kreuz warnet daraufhin andere Impfzentren vor dem „Stammkunden“. Und das wurde dem 61-Jährigen zum Verhängnis.

Lesen Sie auch: xhamster offiziell gesperrt: Warum laufen die Pornos weiter – und wie lange noch? >>

Mann fiel einem Mitarbeiter als „Stammkunde“ auf

Wenig später machte der Mann einen neuen Versuch im Impfzentrum von Eilenburg. Mitarbeiter erkannten ihn - und riefen die Polizei. Er wurde festgenommen.

Der Mann hatte das Impfen offenbar zu seinem Geschäftsmodell erklärt und seinen Lebensunterhalt damit verdient. Nach bisherigen Erkenntnissen erschien er zu jedem Termin mit einem nagelneuen Blanko-Impfpass. Die nach der Impfung ausgefüllten Dokumente soll er dann an Impfgegner verkauft haben. Gegen ihn ermittelt die Kriminalpolizei.

Lesen Sie auch: Parteitag in Neukölln – Berliner Linke stellt Rot-Grün-Rot infrage >>

Der Mann kam wohl jedes Mal mit einem leeren Impfpass. dpa/Stefan Puchner

Sind so viele Impfungen nicht gefährlich?

War das Verhalten des Mannes nicht auch für ihn selbst gesundheitlich gefährlich? Auch das muss jetzt untersucht werden.

Die Gefahr einer „Überimpfung“ war von Wissenschaftlern bisher immer verneint worden. So hieß es vom Robert-Koch-Institut (RKI) vor einiger Zeit: „Von zusätzlich verabreichten Impfstoffdosen geht in der Regel kein erhöhtes Risiko aus.“ Nur in Ausnahmefällen könne es nach der wiederholten Gabe zu Nebenwirkungen wie schmerzhaften Schwellungen und Rötungen kommen.

Bezogen war die Stellungnahme allerdings auf eine frühe dritte oder vierte Impfung. Für Menschen mit 80 oder mehr Impfungen kann die Wissenschaft sicher noch keine Erfahrungen bieten.