Farbig, griffig, knifflig: Der Zauberwürfel übte (und übt) auf seine Besitzer einen Sog aus. Für die Position der Steine gibt es mehr als 43 Trillionen mögliche Kombinationen. Foto: Bernd Thissen/dpa

Budapest - Ein dreidimensionales Logikspiel wurde vor 40 Jahren zum Verkaufsschlager- ein in Kästchen unterteilter und in sich drehbarer Würfel, der seitenweise nach Farben sortiert werden musste. Erfinder des launigen Zeitvertreibs war der Ungar Ernö Rubik, ein Architektur-Professor aus Budapest. Deshalb auch der Name des Spiels: Rubik's Cube, Rubik's Würfel, auch Zauberwürfel genannt. Bis heute gingen schätzungsweise 350 Millionen Stück über die Ladentheken.

Bereits 1974 hatte Rubik das knapp 57 Millimeter große Drehpuzzle entwickelt, um das räumliche Denkvermögen seiner Studenten zu trainieren. „Niemand hätte gedacht, dass der Cube so beliebt wird. Er ist ein verbindendes Element, das geografische Grenzen genauso übersprungen hat wie Sprachbarrieren. Jeder kann ihn verstehen“, freut sich der heute 75-Jährige.

Anfang 1980 wurde Rubik's Cube auf der Spielwarenmesse in Nürnberg vorgestellt, kurz darauf auch in London und New York. Interessenten waren von dem Würfel zwar beeindruckt, er schien jedoch zu abstrakt, kompliziert und intellektuell - und daher wenig massentauglich.

Eines der meistverkauften Spielzeuge

Dennoch reisten Vertreter der amerikanischen „Ideal Toy Corporation“ nach Budapest und erwarben von der ungarischen Regierung nach fünftägigen Verhandlungen die weltweiten Vertriebsrechte. „Sie rechneten mit einer Million verkaufter Cubes im ersten Jahr. Das war eine optimistische Einschätzung - und ein Riesenfehler zugleich. Denn tatsächlich verkauften sie weltweit im ersten Jahr 30 Millionen“, erklärt Rubik. Im Herbst 1981 berichtete auch das DDR-Fernsehen über den Boom.

Vor allem Jugendliche litten damals unter dem berüchtigten "Rubik-Arm", nachdem sie stunden- und tagelang gespielt hatten. Verzweifelte Spieler suchten mitunter wochenlang nach einer Lösung. In Zeiten vor dem Internet präsentierte das bundesdeutsche Magazin "Der Spiegel" im Januar 1981 einem breiten Publikum einen Lösungsweg per „Layer-by-Layer“-Methode, bei der drei Ebenen des Würfels nacheinander geordnet werden.

Schon seit vielen Jahren gibt es um den Zauberwürfel verschiedene Wettbewerbe. Die erste Weltmeisterschaft zum Lösen des Würfels fand bereits 1981 in München statt. Der aktuelle Weltrekord liegt bei sagenhaften 3,47 Sekunden und wurde 2018 von dem Chinesen Yusheng Du aufgestellt. Den Rekord für eine Lösung mit nur einer Hand hält seit letztem Oktober mit 6,82 Sekunden der Amerikaner Max Park.