Gedränge auch vor dem Swatch-Geschäfts in London. dpa/Yui Mok

Mega-Schlangen in ganz Europa, Menschen campieren die ganze Nacht vor einem Geschäft – das kannten wir bisher nur von Apple. Solche  Szenen spielten sich ab, wenn das neue iPhone erschien. Diesmal geht es aber gar nicht um ein Handy oder einen Computer. Ausgelöst hat die Aufregung – eine Uhr!

Seit Samstag herrscht Ausnahmenzustand in vielen Fußgängerzonen. Ob Zürich, Rotterdam, Hamburg, Frankfurt, Düsseldorf oder Berlin - die Menschen warteten zu Hunderten vor den Swatch-Shops.

Das galt am Wochenende auch für den Kurfürstendamm. Die Warteschlange reichte vom Swatch-Shop bis zur Gedächtniskirche. Hintergrund ist das Produkt einer Kooperation zwischen den Uhrenkonzernen Swatch und Omega. Die präsentierten vergangene Woche eine gemeinsame Uhrenkollektion, die viele Menschen elektrisiert hat.

Swatch-Version der „Speedmaster Moonwatch“

Das Einmalige: Swatch und Omega haben ihre Highlights verheiratet. Herausgekommen ist eine Swatch-Version der „Speedmaster Moonwatch“. Eben diese legendäre und im Original mindestens 5000 Euro teure Uhr trug Astronaut Buzz Aldrin 1969 bei der Landung auf dem Mond.

Das neue Modell, optisch ein Nachbau, sieht dem Original ähnlich, glänzt aber durch frische Farben.

Der Swatch-Nachbau hat ein Quarz-Uhrwerk statt der teuren Omega-Mechanik – und kostet so immer noch 250 Euro. Es gibt 11 Farbvarianten, deren Design laut den Herstellern von Sonne, Mond, den Planeten und dem Sub-Planeten Pluto inspiriert ist.

Offenbar trifft das Produkt einen Nerv. Denn die Menschen reißen sich darum.

Die Moonswatch gibt es in diversen Farbvarianten. Twitter

Uhr nur vorläufig ausverkauft

Stöbert man im Netz, stellt man fest, dass viele Uhrenfans zudem überzeugt davon sind, dass man es mit einer limitierten Auflage zu tun hat. Das stimmt aber gar nicht.

Die Moonswatch soll es weiter und langfristig geben. So teilte Swatch zwar Samstagabend mit, dass die Uhr schon ausverkauft sei, erklärte aber sofort dazu: Man wolle schnell für Nachschub in den Geschäften sorgen.

Das haben aber viele offenbar nicht mitbekommen. Auch bei Online-Versteigerungen ist immer wieder von einer limitierten Kollektion zu lesen. Bei Ebay wird die Moonswatch zum Teil für 1500 bis 2500 Euro angeboten. In US-Medien ist sogar die Rede von Preisen bis zu 4000 Dollar.

Und wer die Schlangen vom Wochenende gesehen hat, ist geneigt, dass auch zu glauben. Das Video oben zeigt Rotterdam, unten ein Foto aus Frankfurt/Main.