Neuen Zahlen des Robert Koch-Instituts zufolge, sind zuletzt weniger HIV-Ansteckungen registriert worden.  Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Vor 40 Jahren wurden die ersten Aids-Erkrankungen festgestellt - allerdings gab es damals weder den Namen Aids noch genauere Kenntnisse über die Ursache der Immunschwächekrankheit. Seitdem sind weltweit 36,3 Millionen Menschen an Aids gestorben, aber auch bedeutende Fortschritte in der Bekämpfung der Krankheit gemacht worden:

1981: Erster Aids-Alarm

Am 5. Juni 1981 meldet die US-Gesundheitsbehörde CDC eine seltene Form der Lungenentzündung bei jungen Homosexuellen in Kalifornien. Es ist die erste offizielle Warnung vor Aids - damals weiß allerdings noch niemand, dass es sich um eine neue Krankheit handelt. Ende 1981 stellen die Gesundheitsbehörden die selben Infektionen bei Drogenkonsumenten fest, Mitte 1982 auch bei Blutern, die Bluttransfusionen erhalten, sowie bei in die USA eingewanderten Haitianern.

Entsprechend wird zunächst von der „4H“-Krankheit gesprochen, was für Homosexuelle, Heroin-Abhängige, Haitianer und „hemophiles“, also Bluter, steht. Der Name Aids wird 1982 geprägt und ist die Abkürzung von „acquired immune deficiency syndrome“, also erworbenes Immunschwäche-Syndrom.

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1983: Entdeckung des Aids-Virus

Im Januar 1983 isolieren die Forscher Françoise Barré-Sinoussi und Jean-Claude Chermann am Pariser Institut Pasteur ein neues Virus, das sie LAV nennen und aus ihrer Sicht an Aids „beteiligt sein könnte“. Am 23. April 1984 verkünden die USA, dass der US-Virologe Robert Gallo den „wahrscheinlichen“ Aids-Erreger, ein HTLV-III getauftes Virus, gefunden hat. LAV und HTLV-III erweisen sich schließlich als derselbe Erreger, der 1986 den Namen Humanes Immundefizienz-Virus erhält, kurz HIV.

1987: Erste Behandlung gegen Aids

Am 20. März 1987 wird in den USA die erste antiretrovirale Therapie mit Zidovudin zugelassen. Sie ist kostspielig und verursacht bedeutende Nebenwirkungen.

Anfang der 90er Jahre: Aids zieht immer weitere Kreise

Der US-Schauspieler Rock Hudson ist im Oktober 1985 der erste Star, der an Aids stirbt. Es folgen Queen-Frontmann Freddie Mercury im November 1991 und Ballett-Star Rudolf Nurejew im Januar 1993.

1994 wird Aids zur häufigsten Todesursache bei Menschen in den USA zwischen 25 und 44 Jahren.

1995-96: Beginn der Kombinationstherapien gegen Aids

In den Jahren 1995 und 1996 markiert die Einführung zweier Medikamententypen einen Wendepunkt in der Aids-Therapie: Proteasehemmer und Reverse-Transkriptase-Inhibitoren (RTI). Das ist der Beginn der antiretroviralen Kombinationstherapien, die sich als sehr wirksam gegen HIV erweisen. 1996 geht die Zahl der Aids-Opfer in den USA erstmals zurück.

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1999: 50 Millionen Aids-Infizierte

Ein im November 1999 veröffentlichter Bericht der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und des UN-Aids-Programms (UNAIDS) führt auf, dass sich seit dem ersten Auftreten von Aids weltweit 50 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert haben. 16 Millionen von ihnen starben. Afrika ist mit 12,2 Millionen Infizierten der am stärksten betroffene Kontinent.

2001: Generika

Nach der Unterzeichnung eines Abkommens zwischen UNAIDS und fünf Pharmariesen im Jahr 2000 zur Verteilung erschwinglicher Aids-Medikamente in armen Ländern, wird im folgenden Jahr ein Kompromiss in der Welthandelsorganisation (WTO) erzielt. Entwicklungsländer dürfen nun kostengünstige Nachahmer-Produkte von Aids-Medikamenten, sogenannte Generika, herstellen.

2012: Erste Vorsorge-Behandlung gegen Aids

Am 16. Juli 2012 wird in den USA eine erste Vorsorge-Behandlung gegen HIV zugelassen. Die sogenannte HIV-Präexpositionsprophylaxe (PrEP) für nicht mit HIV infizierte Menschen besteht aus einem antiretroviralen Medikamentencocktail mit dem Handelsnamen Truvada. Die Behandlung, bei der Menschen mit hohem HIV-Ansteckungsrisiko vorbeugend eine Tablette einnehmen, hat sich als wirksamer Schutz etabliert.

Weltkarte zur Zahl der HIV-Infektionen nach Regionen in 2020 dpa/Redaktion: J. Schneider, Grafik: A. Rigamonti

2017: Therapie für gut 50 Prozent der Aids-Infizierten

2017 werden erstmals mehr als die Hälfte der Träger von HI-Viren antiretroviral behandelt. Bis heute ist der Anteil nach UN-Angaben auf rund drei Viertel gestiegen: 27,5 Millionen von 37,7 Millionen Infizierten weltweit bekommen eine geeignete Therapie.

2020/21: Auswirkungen der Corona-Pandemie

Die weltweite Ausbreitung des Coronavirus und der deswegen verhängten Restriktionen bringen das UNAIDS-Ziel in Gefahr, Aids als Bedrohung der öffentlichen Gesundheit bis 2030 zu beenden. Wegen der Pandemie ist in aller Welt der Zugang zu den Gesundheitssystemen, zu Aids-Tests und Therapien eingeschränkt.