Jede Generation hat ihre eigenen Worte. IMAGO/Panthermedia

Früher hat man Briefe geschrieben. Mit etwas Glück hatte man eine Guthaben-Karte für das örtliche Münztelefon. Und im besten Fall wohnte der Freund oder die Freundin um die Ecke und man hat sich einfach persönlich getroffen. Aber Sprachnachrichten, Facetime oder WhatsApp – das kennen viele Ältere allenfalls dank ihrer Kinder. Aber nicht nur die Art und Weise, wie wir kommunizieren, sagt viel über unser Alter aus. Auch die Wörter, die wir nutzen, zeigen eindeutig: So alt sind wir wirklich.

Babyboomer waren schwofen, poofen konnten sie ja später. Auf einer Fete sind alle ausgeflippt. Das waren bombastische Zeiten – so zwischen 1946 und 1967. Wer damals in diese geburtenstarke Generation der Nachkriegszeit hineingeboren wurde, weiß vermutlich, was zwei Sätze weiter oben steht. Für alle anderen: Sie waren feiern (schwofen) und haben später geschlafen (poofen), vielleicht sogar an der Seite eines steilen Zahns (attraktive Person). Und war die Fete (Party) besonders steil (cool), hat man sich dafür schon mal in eine Röhre (Jeans) geschmissen.

Lesen Sie auch: 538.000 Euro Gehalt! Mann schwänzt 15 Jahre bei vollem Lohn die Arbeit – und SO hat er es angestellt >>

Jede Generation – das verraten die Experten der Sprachlern-App Babbel – hat ihre ganz eigenen  Wortschöpfungen. „Viele Generationen übernehmen auch oft Wörter von der jüngeren Generation oder andersrum. So ist es nicht selten, dass auch Ältere nun ‚mega‘ oder ‚cool‘ sagen. Das einst beliebte Millennial-Wort ‚knorke‘ war beispielsweise schon im frühen 20. Jahrhundert ein Modewort“, erklärt Sprachwissenschaftlerin Maren Pauli.

Sprache ist manchmal „oberaffengeil“

Zu den Millennials, auch Generation Y genannt, zählen all jene, die zwischen 1980 und 1999 geboren sind. Sie dancen lieber, statt zu merkeln (nichts tun). Man kommt in einen Club schon gut betankt (betrunken), es gibt reale Gruschelrunden (Kuschel-Runden) und es wird viel gedaddelt (Konsolenspiele spielen). Einfach knorke (cool) ist meist der BF (bester Freund). Doch Fails (Versagen) gibt es auch. Menschen der Generation Y sind voll die Auskenner bei digitalen Medien. Sie beherrschen Smartphone und Social Media nicht nur in der Freizeit, sondern auch für Arbeitszwecke.


imago/Westend61
Verschiedene Generationen, verschiedene Sprachen: Zumindest einige Wörter verstehen Ältere heute nicht mehr.

Lesen Sie auch: MIT VIDEO: Verrückt! Polizei in Niedersachsen blitzt 52 Fußgänger >>

Apropos Arbeit: Die Generation X (geboren 1965 bis 1979) fand Pauken (lernen) nicht so oberaffengeil und schon gar nicht geilomat (wie das heutige mega). Stattdessen hing sie lieber ab (chillen) bei geiler Mucke (Musik). In die Disko ging man schon hackedicht (betrunken) zum Abhotten (tanzen). Und wenn man nicht eh jemanden hatte, mit dem man ging (in einer Beziehung war), konnte man da auch super jemanden anbaggern (flirten).

Sprache wird digital, denglisch und genderneutral

Sie sind bei diesen ganzen Worten eher lost (verwirrt)? Dann gehören Sie womöglich zur Generation Z (geboren 1999 bis 2010). Dann gehen Sie vielleicht gern clubben (in Clubs), vor allem da, wo der Sound stabil (cool) ist.  TikTok, Instagram und die immer größer werdende Informationsflut des digitalen Zeitalters prägen diese Generation. Da geht der Probs (Respekt) schon mal an die oder den, der tea to spill hat (Gossip zu erzählen hat).

Lesen Sie auch: Glück ist komplett: Mutter bringt seinen Zwillings-Bruder zur Welt, da ist er schon 10 Jahre alt >>

Und nun kommt die Generation Alpha, der alle von 2010 bis 2025 Geborenen zugerechnet werden. Sie wachsen mit einer durch die digitalen Medien geprägten Sprache auf, was sich auch in ihrem Slang widerspiegeln wird. Wird es dann genderneutrale Substantive geben? Werden Denglisch und Anglizismen noch ausgeprägter? Es bleibt spannend, an welchen Wortschöpfungen wir diese absoluten Digital Natives wohl erkennen werden.